Stühlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Stühlingen
Stühlingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Stühlingen hervorgehoben
47.7452777777788.4458333333333501Koordinaten: 47° 45′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 501 m ü. NHN
Fläche: 93,2 km²
Einwohner: 5028 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79780
Vorwahlen: 07703, 07709, 07743, 07744
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 106
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schlossstraße 9
79780 Stühlingen
Webpräsenz: www.stuehlingen.de
Bürgermeisterin: Isolde Schäfer
Lage der Stadt Stühlingen im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

Stühlingen ist eine Kleinstadt im Landkreis Waldshut im Süden Baden-Württembergs.

Geographie[Bearbeiten]

Panorama Stühlingen

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Luftkurort Stühlingen liegt an der Wutach am Südrand des Schwarzwaldes in 449 bis 850 Meter Höhe, direkt an der Grenze zur Schweiz (Gemeinde Schleitheim). Stühlingen ist Teil des Naturparks Südschwarzwald.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Stühlingen mit den früher selbstständigen Gemeinden Bettmaringen, Blumegg, Eberfingen, Grimmelshofen, Lausheim, Mauchen, Oberwangen, Schwaningen, Unterwangen und Weizen gehören die Stadt Stühlingen und 32 weitere Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser.

→ Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Waldshut

Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Bettmaringen liegen die Wüstungen Ottwangen und Tandlekofen. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Blumegg liegen die Burgruinen Blumegg und Vorburg sowie die Wüstung Hausen. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Lausheim liegen die Reste einer urkundlich nicht genannten Burg. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Unterwangen liegt die Wüstung Burgstell.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarorte von Stühlingen sind (im Uhrzeigersinn) Wutach, Blumberg, Schleitheim (CH), Oberhallau (CH), Hallau (CH), Eggingen, Ühlingen-Birkendorf und Bonndorf im Schwarzwald.

Städte in der Umgebung von Stühlingen sind Schaffhausen (Schweiz), Bonndorf, Blumberg, Stein am Rhein (Schweiz), Waldshut-Tiengen, Singen (Hohentwiel) und Donaueschingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Hohenlupfen im Winter

Stühlingen war Sitz der Landgrafschaft Stühlingen und der Herrschaft Fürstenberg.

Merowingerzeit[Bearbeiten]

Bereits 1951 wurden acht Gräber auf einer Niederterrasse der Wutach entdeckt. Beim Bau einer Gashochdruckleitung begann man 2007 mit der Freilegung des merowingerzeitlichen Gräberfelds Stühlingen [3] mit Hilfe von ehrenamtlichen Helfern in mehreren Kampagnen bis 2010. Die Funde stammen aus merowingischer Zeit um 600 und umfassen 123 Bestattungen. Darunter Gräber mit Steinkisten und Steinsärgen. Die Gräber enthielten zumeist keine Schmuckgegenstände mehr, die Abdeckplatten waren zerschlagen, offenbar weil sie großteils bereits vorzeitlich beraubt worden waren. Erhalten blieben Glasperlen und zahlreiche Waffenbeigaben. Im Anschluss wurden ab 2008 weitere Flächen untersucht, dabei stieß man auf einen Frühmittelalterlichen Friedhof und frühurnenfelderzeitliche Gräber.[4]

Römerzeit[Bearbeiten]

Wie Funde aus römischer Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft zu Stühlingen zeigen, war der Talboden bei Stühlingen schon sehr lange besiedelt. Die Grundfeste des Schlosses Hohenlupfen sollen zu dieser Zeit als Fundament für einen römischen Signalturm gedient haben. Weiterhin wurden bei der Ziegelhütte Münzen aus römischer Zeit gefunden, die mit den Insignien der XI. und XXI. Legion der römischen Heeres versehen sind. Im Oberdorf, am Fuße des Galgenbucks, wurde 1848 ein Mosaikfussboden römischer Herkunft entdeckt. Zusammen mit den Ausgrabungen bei Juliomagus im benachbarten Schleitheim ergibt sich das Bild eines römischen Lagers, welches sich zu jener Zeit an der Straße von Schaffhausen nach Freiburg an der Stelle befand, wo die Wutach überquert wurde.[5]

Verleihung des Stadt- und Marktrechts[Bearbeiten]

Ein markanter Zeitpunkt war das Jahr 1262, in dem der ovale, befestigte Ort auf einem Bergsporn hoch über dem Wutachtal vom Grafen Eberhard I. von Lupfen Grafen zu Lupfen die Stadtrechte verliehen bekam, und sich fortan (mit einer Unterbrechung) bis heute Stadt Stühlingen nennen darf. Die Stadt erhielt um 1262 auch das Marktrecht und war Gerichtsstätte für das Landgericht. Märkte fanden innerhalb der oval geformten Stadtmauern statt, vor allem aber auf dem Platz beim Oberen Tor, der heute noch „Marktplatz“ heißt.

Schweizerkrieg[Bearbeiten]

Der Schweizerkrieg machte auch die Statthalterschaft der Lupfener Grafen zur Zielscheibe der aufständischen eidgenössischen Bauern, von denen die Stadt 1499 erobert und gebrandschatzt wurde. Obwohl die Burg und das Städtle (die Altstadt, siehe Abschnitt Sehenswürdigkeiten) kampflos übergeben wurden, plünderten die eidgenössischen Horden entgegen einem Abkommen letzteres, vermutlich um sich für einen Angriff auf das benachbarte Hallau zu rächen. Bei diesem Angriff war das Hallauer Oberdorf in Flammen aufgegangen, im Gegenzug wurde nun das Stühlinger Städtle und die Burg niedergebrannt. Dies geschah, obwohl der Kommandant und Obervogt Martin von Starkenberg kapituliert hatte, um die Festung vor der Vernichtung zu retten. Die Kapitulation kostete dem Obervogt im Nachhinein den Kopf. Die Stühlinger Burg wurde dabei fast vollständig zerstört und im Anschluss nur notdürftig wieder aufgebaut. Das Städtle erholte sich nur langsam von den Kriegsfolgen. Die Bewohner der ganzen Landgrafschaft Stühlingen mussten für den Wiederaufbau zahlen, was die Situation für die Einheimischen noch verschlimmerte.

Bauernkrieg[Bearbeiten]

In der Stühlinger Bauernschaft rumorte es dann 1524, als es zum Aufstand gegen die Obrigkeit kam. Laut einer Sage gab der sog. „Schneckenstreit“ Anlass zu diesem Aufstand. Sicher ist jedoch, dass der Funke, der den Bauernkrieg auslöste, von der Landgrafschaft Stühlingen ausging. Die Gründe hierfür sind sozialer Natur, lokale Ursache war ebenso der Schweizerkrieg, der erst 25 Jahre zurücklag, und unter dessen Lasten des Wiederaufbaus die Stühlinger Bevölkerung immer noch litt. Zudem waren die Landgrafen von Stühlingen bekannt dafür, ein verschwenderisches Hofleben zu führen, welches im Endeffekt immer in Form von Abgaben und Frondiensten zu Lasten der Bevölkerung ging.[6] Bekannt ist, dass einer der bedeutendsten Rädelsführer, Hans Müller von Bulgenbach, aus dem gleichnamigen Weiler im Westen der Landgrafschaft Stühlingen stammte. Die Landgrafschaft Stühlingen reichte um 1524 westlich bis nach Seebrugg im Südschwarzwald, der Aufstand des gemeinen Mannes bezog sich auf die Bewohner der ganzen Landgrafschaft.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Dem Stühlinger Städtle wurden 1828 das Untere bzw. Niedere Tor und 1846 das Obere Tor genommen. Das Untere Tor stürzte infolge des Brandes des Gasthauses „Schwarzer Adler“ ein, und wurde nicht mehr aufgebaut. Das Obere Tor war weitaus repräsentativer, mit einer Glocke, einer Uhr und dem Stadt- und Herrschaftwappen versehen. Nachdem allerdings das benachbarte Gebäude des Gasthauses „Krone“ um 1800 abgebrannt war, und man ob des freigewordenen Platzes für den zunehmenden Fuhrverkehr froh war, schlug auch für das Obere Tor in besagtem Jahr das letzte Stündlein. Ausnahmsweise brannte dieses Tor nicht ab, sondern wurde staatlich subventioniert von der Gemeinde abgerissen.

1864 wurde der Gerichtsbezirk Stühlingen aufgelöst und das Amtsgericht nach Bonndorf verlegt. Das Abhalten von Landgerichten war seit Jahrhunderten ein Recht der Stühlinger, da der Landgraf hier seinen Grafenstuhl verortet hatte. Dementsprechend hart traf es die Stühlinger, dieses Rechtes beraubt zu werden.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Stühlingen durch die Deutsche Gemeindeordnung von 1935 das Stadtrecht aberkannt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es 1950 wieder hergestellt. Die Verleihung des Stadtrechts begründete die Pflanzung einer Linde im „Judenwinkel“, der sog. „Stadtlinde“.

Im Jahr 1960 wurde in Stühlingen ein beheiztes Freibad im Weilertal eröffnet, das seit der Saison 2006 vom Verein „Schwimmfreunde Stühlingen“ betrieben wird. Vor 1960 nutzten die Einwohner eine Badestätte am Kanal oberhalb der Schraubenfabrik links der Kanalbrücke.

1962 feierten die Stühlinger Bürger die 700-Jahr Feier anlässlich der Verleihung der Stadtrechte 1262.

Zwischen 1973 und 1975 vergrößerte sich die Stadt Stühlingen von 1746 auf über 5176 Einwohner (Stand 1970) durch die Gemeindereform in Baden-Württemberg. Dadurch wuchs Stühlingen zu einer Flächengemeinde mit einer Fläche von ursprünglich 1670 ha auf 9340 ha.

1964-1966 wurde auf einem ausgedehnten Wiesengelände, den sog. Eichwiesen, die Realschule errichtet, zwischen der Unterdorf-Bebauung und der Bahnlinie der Wutachtalbahn gelegen.

Am 26. März 2007 begann der Bau eines Altenpflegeheimes mit betreutem Wohnen, welches im Folgejahr in Betrieb ging. Das Pflegeheim befindet sich ebenfalls in den Eichwiesen.

Direkt neben dem Pflegeheim wurde nach jahrzehntelangem Stillstand ein Neubaugebiet ausgewiesen und rege bebaut. Die Anliegerstraße wurde zu Ehren der französischen Partnerstadt im Jahr 2006 als „Bellêmer Straße“ benannt. Von kleineren Wiesenflecken abgesehen, sind die Eichwiesen damit komplett überbaut worden.

Mit der Einweihungsfeier am 3. Juli 2010 wurde die Sanierung des Stühlinger Ortszentrums abgeschlossen. Die Neugestaltung der Hauptstraße und des Kirchenvorplatzes stellt eine klare Aufwertung des Stühlinger Ortsbildes dar. Selbst der Umzug des Johannisbrunnens auf die andere Straßenseite wirkt vorteilhaft. Der Kronenparkplatz wird nach der Sanierung seiner Namensbestimmung nunmehr gerecht.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende bis dahin selbstständige Gemeinden nach Stühlingen eingemeindet:

  • 1. Januar 1973: Blumegg und Grimmelshofen
  • 1. Oktober 1974: Eberfingen, Mauchen und Schwaningen
  • 1. Januar 1975: Bettmaringen, Lausheim, Oberwangen, Unterwangen und Weizen

Politik[Bearbeiten]

Rathaus Stühlingen

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 57,6 % (- 0,4) zu folgendem Ergebnis:[7]

Partei / Liste Stimmenanteil ± Sitze ±
CDU 42,8 % - 13,6 9 -1
FWV 57,2 % + 13,6 12 + 4

Aufgrund der Gemeindeordnung des Landes Baden-Württemberg gibt es in der Gemeinde Stühlingen für alle Ortsteile einen gewählten Ortschaftsrat, dem jeweils ein Ortsvorsteher vorsteht. Einzige Ausnahme ist der Kernort Stühlingen. Aus Reihen der Bürgerschaft hat sich deshalb eine Art „APO“ gebildet, das sogenannte „Offene Bürgerforum Stühlingen“ (OBS).

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 1993 ist Isolde Schäfer Bürgermeisterin von Stühlingen. Sie ist die erste Frau in der Geschichte Stühlingens, die der Gemeinde vorsteht. Seit dem Jahr 2009 befindet sie sich in der dritten Amtsperiode.

Seit dem Zweiten Weltkrieg standen der Stadt Stühlingen folgende Personen vor:

  • Carl Furtwängler, 1945–1946
  • Franz Büche, 1946–1949
  • Jakob Limberger, 1949–1952
  • Leopold Utz, 1952–1969
  • Ernst Rees, 1969–1993
  • Isolde Schäfer, 1993–

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In von Silber und Blau geteiltem Schild das arm- und beinlose „Stühlinger Männle“ mit silbernem, durch drei blaue Knöpfe geschlossenem Wams, braunem Bart und blauer Kopfbedeckung.

Die Farbgebung basiert vermutlich auf den Farben des Wappens der Herren von Lupfen. Dieses Wappen war in Blau und Silber gehalten, mit einem Schwan als Symbol.

Der Adler als Stadtwappen Stühlingens wurde in einer Urkunde von 1365 gebraucht.

Auf Urkunden des Stühlinger Landgerichts fand 1495 erstmals das „Stühlinger Männle“ im Siegel Verwendung. Das „Stühlinger Männle“ beruht auf einer alten Sage, die das Männle als alleinigen Stammesgründer der Eingeborenen ausweist. Angesichts der jetzigen Bevölkerungsstärke darf angenommen werden, dass der Stühlinger Urahn nicht aller Extremitäten beraubt war.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Stühlingen ist seit 1980 mit der französischen Gemeinde Bellême im Département Orne in der Normandie liiert. In Stühlingen hat man die Anliegen der Partnerschaft einem Förderverein übertragen, der von einem zwölfköpfigen Komitee geleitet wird. Das Stadtoberhaupt ist kraft seines Amtes Mitglied in diesem Komitee. Die Partnerschaft mit Bellême ist sehr rege, so findet der Austausch sowohl auf Vereins- wie auch auf Schülerebene statt. Der Schüler- oder Jugendaustausch findet jährlich in beiden Orten statt.

Vorläufiger Höhepunkt war 2006 die bereits erwähnte Ausweisung der „Bellêmer Straße“, zumal in Bellême bereits seit einiger Zeit zuvor eine „Avenue de Stühlingen“ existierte. Am südlichen Ende der Straße wurde ein kleiner Park eingerichtet, auf dem ein Percheron-Pferdchen auf den Sockel gestellt wurde. Das Pferdchen ist ein Geschenk des Bellêmer Partnerschaftskomitees an die Stühlinger Freunde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Landmaschinenmuseum im Stühlinger Städtle
  • Galerie 1741, Herrengasse 4
Klosterkirche Maria Loreto
Heilig-Kreuz-Stadtpfarrkirche

Bauwerke[Bearbeiten]

Städtle wird die Altstadt von Stühlingen genannt, erbaut nach habsburgischem Vorbild mit ovalem Grundriss und zwei Stadttoren. Ähnliche Grundrisse können in Waldshut und Neunkirch (CH) beobachtet werden. Beide Tore wurden allerdings ca. Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen, um die Durchfahrt für Fuhrwerke zu erleichtern. An diese Bauwerke erinnert heute nur noch eine Inschrift in Höhe des Unteren Tores.

Burgen und Schlösser[Bearbeiten]

  • Das Schloss Hohenlupfen ist Wahrzeichen der Stadt Stühlingen und wurde vermutlich auf einem einstigen Römerkastell erbaut. Nach der Legende ist das Schloss Hohenlupfen Ausgangsort des 1524 ausgebrochenen Deutscher Bauernkriegs. Das Schloss in seiner heutigen Form wurde 1620–1624 erbaut. Zuvor stand an seiner Stelle eine Burg. Das Schloss war seit 1639 im Besitz des Hauses Fürstenberg, es wurde im Jahr 2011 an einen Schweizer Landwirt verkauft.
  • Schloss Bettmaringen (in Privatbesitz)
  • Burgruine Blumegg, 1577 zerstörte Höhenburg der Herren von Blumegg

Kirchen[Bearbeiten]

  • Die evangelische Dreifaltigkeitskirche in Stühlingen wurde im November 1913 in der Bahnhofstraße eingeweiht. 1995 erfuhr sie eine umfassende Renovierung. 1954 wurde das benachbarte Gemeindehaus errichtet.
  • Das Kapuzinerkloster Stühlingen mit Klosterkirche Maria Loreto und Gruft in Stühlingen enthält Seitenaltarblätter und Oberbilder von Franz Joseph Spiegler und furnierte Altäre des Spätbarock.
  • Die Heilig-Kreuz-Stadtpfarrkirche in Stühlingen wurde im seltenen Empirestil errichtet und enthält drei Altäre des Bildhauers Johann Friedrich Vollmar aus der Erbauungszeit.
  • Die St.-Fridolins-Kirche in Bettmaringen enthält neobyzantinische Malereien aus dem 19. Jahrhundert.
  • Die St.-Nikolaus-Kirche in Lausheim ist eine ehemalige Wallfahrtskirche im Renaissance-Stil mit Kirchenausmalungen aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg.
  • Alt-katholische St. Martinskirche in Schwaningen
  • Alt-katholische St. Sebastiankirche im Städle
  • St.-Michael-Kirche in Oberwangen

Naherholung[Bearbeiten]

  • Wutachschlucht und Gauchachschlucht
  • Wutachflühen (Schlucht von Grimmelshofen nach Achdorf)
  • Roggenbacher Schlösser (ursprünglich zwei Burgen, die jedoch während des Bauernkrieges zerstört wurden)
  • sogenannte Teufelsküche, kleine Schlucht in unmittelbarer Nähe der Stadt
  • Judenlöcher, Höhlengebilde auf halber Höhe des Ruckwalds
  • Weilersee, kleiner Weiher im hinteren Weilertal im ehemaligen Steinbruch
  • Randen, Gebirgszug mit bis zu 912 m ü. NN, nördlichster Ausläufer des Schweizer Juras. Größtenteils auf schweizerischem Hoheitsgebiet gelegen, gilt er als bester Aussichtspunkt in der Stühlinger Umgebung, z. B. auf den beiden Schleitheimer Randentürmen als besondere Naturerlebnisse betrachtet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Narrenzunft „Hungrige Stühlinger“ ist treibende Kraft der schwäbisch-alemannischen Fasnet in Stühlingen. Auch in den Ortsteilen gibt es zahlreiche Narrenzünfte.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

STo AG: K-Gebäude in Weizen

Die Sto AG ist die derzeit größte Firma, daneben gibt es eine Reihe weiterer mittelständischer Unternehmen und Einzelhändler.

Krankenhaus[Bearbeiten]

Das Loreto-Krankenhaus wurde 1929 eingeweiht. Es wurde von der Gemeinde Stühlingen in den Balbach’schen Gärten erbaut, einer sanft ansteigenden Erhebung nordöstlich des Städtles, die vom ehemaligen Obervogt Balbach hinter seinem Haus in der Herrengasse als Garten genutzt wurde. Bevor das Loreto-Krankenhaus zur Verfügung stand, wurden die Stühlinger Bürger in einem Spital medizinisch versorgt, das sich auf dem benachbarten Areal des Klosters befand. Aufgrund seines Standorts und seiner Größe ist das Krankenhaus ein ortsbildprägendes Gebäude, eingebettet zwischen Städtle und Kloster. Das Krankenhaus bildet das Herzstück der örtlichen Gesundheitsinfrastruktur, zu der auch einige Ärzte sowie die Apotheke gehören. Die Einsatzzentrale des Rettungsdienstes befindet sich direkt neben dem Krankenhaus, ebenso wie das Schwesternheim oberhalb des Krankenhauses platziert wurde. Eine Besonderheit stellt der Hubschrauber-Landeplatz dar, für den eine Wiese neben dem Parkplatz genutzt wird. Das Krankenhaus befindet sich seit etwa 2004 in der Trägerschaft der HBH-Kliniken. Die medizinische Grundversorgung bleibt vorerst gewährleistet, obwohl u. a. die Säuglingsstation vom Träger eingespart wurde.

Hans-Carossa-Klinik[Bearbeiten]

Seit 1963 besteht in Stühlingen die nach dem Arzt und Schriftsteller Hans Carossa benannte Klinik.[8]

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Weizen
  • Hohenlupfenschule (Grund- und Hauptschule) Stühlingen
  • Realschule Stühlingen

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

ein Zug der DB im Bahnhof Stühlingen

Stühlingen erhielt im Jahre 1875 einen Eisenbahnanschluss von Lauchringen her. In Stühlingen hatte die sogenannte Wutachtalbahn auch vorläufig ihren Endpunkt, bis die Strecke ein Jahr später bis Weizen verlängert wurde. Im Jahre 1890 wurde die Wutachtalbahn bei Immendingen an die Schwarzwaldbahn angeschlossen und somit fertiggestellt. Der Personenverkehr wurde schließlich aus Rentabilitätsgründen zum 1. Januar 1976 eingestellt. Der Güterverkehr zur Sto AG wurde noch bis ins Jahr 2001 betrieben. Trotz zahlreicher Bemühungen für eine Reaktivierung des Personenverkehrs konnte dieses Ziel bis heute nicht umgesetzt werden. Das Empfangsgebäude und die Güterhalle existieren heute leider nicht mehr. Im Sommerhalbjahr gibt es sonntags je zwei Regionalbahn-Verbindungen nach Waldshut-Tiengen mit Anschluss an die Hochrheinbahn.

Sauschwänzlebahn ist die volkstümliche Bezeichnung der Museumsbahn Wutachtalbahn.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Stühlingen ist durch die B 314 (Lauchringen - Singen/Hohentwiel) und die B 315 (Stühlingen - Titisee-Neustadt) an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Die nächstgelegenen Autobahnen sind die A98 (Lauchringen - Weil am Rhein) und die A81 (Gottmadingen - Würzburg). Zahlreiche Landesstraßen und Kreisstraßen verbinden Stühlingen mit seinen Ortsteilen und Nachbargemeinden. Zudem besteht über die Hauptstraße 14 Anschluss an das Schweizer Straßennetz nach Schaffhausen.

Zudem verläuft durch Stühlingen der Radweg an der Wutach entlang.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Franz Hug (* unbekannt, † unbekannt), Gewerbeschullehrer und 1921 bis 1971 Dirigent des Sängerbundes
  • Gustav Häusler(* 26. April 1894 in Riedöschingen, † 8. Juni 1964 in Stühlingen), Heimatforscher
  • Adolf Amann (* 1911, † 30. September 2011 in Stühlingen), Dirigent und Orchesterleiter
  • Franz Kehl (* 18. November 1920, † 2012 in Ludwigshafen am Rhein), Unternehmer aus Ludwigshafen, gebürtiger Schwaninger

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sagen[Bearbeiten]

Das Stühlinger Männle[Bearbeiten]

Das Stühlinger Männle war lange Zeit vor 1495 in einer Zeit großer Not der einzige Überlebende des großen Sterbens in Stühlingen. Das Männle wurde bereits ohne Arme und Beine zur Welt gebracht. Im Grüninger Haus in der Herrengasse schleppte es sich in den Felsenkeller, um sich von einem Laib Schweizerkäse und „firnem“ Wein zu ernähren. Den Hahnen des Weinfasses musste es natürlich mit dem Mund öffnen und schließen. So fristete das Männle sein Leben, bis eine Frau dazu kam, mit der es eine Ehe einging. Der Sage nach entstammen alle Stühlinger dieser Ehe. Der Anlass für diese Erzählung lässt sich leider nicht mehr bestimmen.

's Ruckwiibli[Bearbeiten]

Nach dem Schweizerkrieg wurde eine Frau, die im Judenwinkel wohnte, des Verrats beschuldigt. Die Städter warfen ihr vor, den Belagerern einen geheimen Zugang in die befestigte Stadt gezeigt zu haben und die Katastrophe dadurch mit verschuldet zu haben. Die des Hochverrats Beschuldigte wurde verwunschen und dem Hungertode ausgesetzt. Seither trieb sie im Ruckwald ihr Unwesen und verübte zahllose Untaten, bis sie eines Tages zwei Mädchen zum Lachen brachte und dadurch erlöst wurde. Das Stühlinger „Ground Zero“ war wohl ein derart traumatisches Erlebnis, dass unbedingt ein Sündenbock erschaffen werden musste, um dieses Ereignis erklären zu können. Interessant ist die Wahl des Ortes, denn die Judenlöcher im Ruckwald wurde nach 1743 von den vertriebenen Stühlinger Juden als Rückzugsort gebraucht. Wie aus den Chroniken ersichtlich, so wurden die Juden damals gern und oft als Sündenböcke missbraucht.

Weitere Sagen das Schloss betreffend sind im Artikel Schloss Hohenlupfen einzusehen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 1022–1028.
  3. Andrea Bräuning, Diethard Tschoke: Zum Abschluss der Ausgrabungen des merowingerzeitlichen Gräberfelds in Stühlingen In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2010, S. 212 bis 218, Theis, ISBN 978-3-8062-2499-3
  4. Jutta Klug-Treppe: Zum Abschluss der Ausgrabungen des merowingerzeitlichen Gräberfelds in Stühlingen In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2009, S. 194–198, Theis, ISBN 978-3-8062-2364-4
  5. Geschichte der Stadt und der vormaligen Landgrafschaft Stühlingen, Autor Hans Brandeck, Verlag der Stadtgemeinde Stühlingen
  6. Geschichte der Stadt und der vormaligen Landgrafschaft Stühlingen, Autor Hans Brandeck, Verlag der Stadtgemeinde Stühlingen
  7. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2009
  8. http://www.carossa-klinik.de/ Webseite der Hans-Carossa-Klinik Stühlingen
  9. Stefan Schmidt: 850 Jahre Kloster Thennenbach, Festschrift zum Gründungsjubiläum, S. 33ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stühlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien