Landkreis Vulkaneifel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Vulkaneifel Deutschlandkarte, Position des Landkreises Vulkaneifel hervorgehoben50.246.75Koordinaten: 50° 14′ N, 6° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz: Daun
Fläche: 910,98 km²
Einwohner: 61.073 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: DAU
Kreisschlüssel: 07 2 33
Kreisgliederung: 109 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Mainzer Straße 25
54550 Daun
Webpräsenz: www.vulkaneifel.de
Landrat: Heinz-Peter Thiel (parteilos)
Lage des Landkreises Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz
Niederlande Belgien Frankreich Luxemburg Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Saarland Frankenthal (Pfalz) Kaiserslautern Koblenz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Ludwigshafen am Rhein Mainz Pirmasens Speyer Trier Worms Zweibrücken Landkreis Ahrweiler Landkreis Altenkirchen (Westerwald) Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Donnersbergkreis Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Germersheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landkreis Mainz-Bingen Landkreis Mayen-Koblenz Neustadt an der Weinstraße Landkreis Neuwied Rhein-Hunsrück-Kreis Rhein-Lahn-Kreis Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Südliche Weinstraße Landkreis Südwestpfalz Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel WesterwaldkreisKarte
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Der Landkreis Vulkaneifel (bis 31. Dezember 2006 Landkreis Daun) ist ein Landkreis im Nordwesten von Rheinland-Pfalz in der Eifel und der nach Einwohnerzahl kleinste des Landes sowie viertkleinste des Bundes. Der Verwaltungssitz des Kreises befindet sich in Daun.

Geographie[Bearbeiten]

Der Landkreis Vulkaneifel liegt im westlichen Teil der gleichnamigen Region mit Höhenlagen zwischen 150 und 700 m. Bedingt durch den früheren Vulkanismus sind zahlreiche Mineralquellen (Sauerbrunnen) entstanden. Die Kyll durchfließt das Kreisgebiet in Nord-Süd-Richtung. Ferner durchziehen das Kreisgebiet die Deutsche Wildstraße, die Deutsche Vulkanstraße sowie der Eifelsteig.

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Er grenzt im Westen an den Eifelkreis Bitburg-Prüm, im Norden an den nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen und an den Landkreis Ahrweiler, im Osten an den Landkreis Mayen-Koblenz und an den Landkreis Cochem-Zell und im Süden an den Landkreis Bernkastel-Wittlich. Bei der Gemeinde Ormont reicht das Kreisgebiet bis auf etwa 250 Meter an Belgien heran, hat mit diesem jedoch wegen eines Landzipfels von Nordrhein-Westfalen keine gemeinsame Grenze.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kreisgebiet von Daun war vor 1800 überwiegend Teil des Kurfürstentums Kurtrier. 1815 kam es unter preußische Verwaltung und 1816 entstand der Kreis Daun, der im Laufe seiner Geschichte mehrmals geringfügig verändert wurde. Bei der Kommunalreform 1970 wurde er zuletzt etwas vergrößert. Am 1. Januar 2007 trat die Umbenennung in Landkreis Vulkaneifel in Kraft.

Der Landkreis gehört seit 1994 zur Initiative Region Trier (IRT).

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung:
In silbern vor golden gespaltenem Schilde, belegt mit goldenem Herzschild, darin ein aus drei Rechts- und drei Linksschrägleisten gebildetes rotes Gitter, vorn in Silber ein rotes Balkenkreuz, hinten in Gold ein aufrechtgerichteter, rot bewehrter Löwe, belegt mit einem fünflätzigen roten Turnierkragen (Wappen-Verleihung 25. Februar 1951)

Bedeutung:
Das rote Kreuz steht für das Kurfürstentum Trier, der Löwe für die Grafen von Blankenheim-Gerolstein. Der Herzschild war das Stammwappen der Herren und späteren Grafen von Daun.

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2014
Wahlbeteiligung 60,4 %
gewichtetes Ergebnis aufgrund personalisierter Verhältniswahl
 %
50
40
30
20
10
0
44,0 %
23,8 %
13,8 %
4,4 %
4,1 %
6,1 %
3,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+8,2 %p
+1,4 %p
+0,9 %p
-7,8 %p
-5,9 %p
+2,1 %p
+1,0 %p

Der Kreistag des Landkreises Vulkaneifel besteht aus 38 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzenden. Nach der letzten Kreistagswahl am 25. Mai 2014 ergibt sich folgende Sitzverteilung:[2]

Jahr SPD CDU FDP GRÜNE LINKE FWG BUV Gesamt
2014 9 17 2 2 1 5 2 38 Sitze
2009 8 14 4 1 1 5 5 38 Sitze
2004 7 21 2 2 6 38 Sitze
1999 11 21 2 0 4 38 Sitze
  • FWG = Freie Wählergemeinschaft Landkreis Vulkaneifel e.V.
  • BUV = BürgerUnion Vulkaneifel e.V.

Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Grafik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, welche das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.[3]

Landtag und Bundestag[Bearbeiten]

Umbenennung[Bearbeiten]

Zum 1. Januar 2007 wurde der ehemalige Landkreis Daun auf Initiative des damaligen Landrates Heinz Onnertz in Landkreis Vulkaneifel umbenannt. Bereits einige Jahre zuvor hatte es Bestrebungen gegeben, den Namen zu ändern. Seinerzeit war die Initiative von der CDU-Fraktion im Kreistag Daun ausgegangen. Dies war damals allerdings, auch auf Drängen der Bevölkerung, verworfen und auch von den anderen Parteien im Kreistag nicht unterstützt worden.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Landkreis Vulkaneifel wird in Nord-Süd-Richtung von der 1870/71 durch die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft eröffneten Eifelstrecke Köln–Trier durchzogen. An ihr befindet sich der Knotenpunkt Gerolstein, den die Preußische Staatsbahn zum Ausgangspunkt für die 1883 bzw. 1895 in Betrieb genommenen Nebenbahnen nach Prüm und nach Daun–Mayen genommen hat. Von der zuletzt genannten Bahn gab es in Daun ab 1909/10 eine Querverbindung zur Moselhauptstrecke in Wengerohr (heute Wittlich Hbf).

Im Jahre 1912 kamen aus militärischen Gründen noch folgende Strecken hinzu, die von der Hauptbahn durch die Eifel abzweigten:

  • Jünkerath – Stadtkyll – Hallschlag – Losheim
  • Lissendorf – Hillesheim – Dümpelfeld
  • (Gerolstein –) Pelm – Hillesheim

Damit hatte das Netz einen Umfang von 179 km Länge erreicht. Davon sind nur 37 km für den regulären Personenverkehr übrig geblieben, nachdem in den Nachkriegsjahren Teilstrecken im Umfang von 104 km stillgelegt worden waren:

  • 1945: Hillesheim – Pelm 10 km
  • 1963: Jünkerath – Stadtkyll (– Losheim) 10 km
  • 1973: (Dümpelfeld –) Hillesheim – Lissendorf 24 km
  • 1980: Gerolstein – Müllenborn (– Prüm) 8 km
  • 1981: (Wittlich – Gillenfeld – Daun) 14 km
  • 1991: Gerolstein – Daun – Utzerath – (Ulmen –) Uersfeld (– Kaisersesch) 38 km

Diese Eifelquerbahn wird seit 2001 nach zehnjähriger Pause von der Vulkan-Eifel-Bahn Betriebs-GmbH an Wochenenden wieder befahren.

Das östliche Kreisgebiet wird von den Bundesautobahnen 1 (Trier–Köln) und 48 (Trier-Koblenz) berührt. Ferner durchziehen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die B 257, B 410 und B 421.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2012[5])

Verbandsgemeinden mit ihren verbandsangehörigen Gemeinden:

(Sitz der Verbandsgemeinde *)

Scheid Hallschlag Ormont Kerschenbach Reuth Stadtkyll Jünkerath Schüller Gönnersdorf Esch Feusdorf Lissendorf Birgel Steffeln Wiesbaum Berndorf Hillesheim (Eifel) Oberbettingen Basberg Kerpen (Eifel) Üxheim Nohn Oberehe-Stroheich Walsdorf Dohm-Lammersdorf Duppach Kalenborn-Scheuern Rockeskyll Pelm Berlingen Hohenfels-Essingen Gerolstein Neroth Birresborn Kopp (Vulkaneifel) Mürlenbach Densborn Salm Dreis-Brück Betteldorf Daun Dockweiler Hinterweiler Kirchweiler Kradenbach Nerdlen Sarmersbach Gefell Hörscheid Darscheid Utzerath Schönbach Steiningen Steineberg Demerath Winkel (Eifel) Immerath Strotzbüsch Mückeln Strohn Gillenfeld Ellscheid Saxler Udler Mehren Schalkenmehren Üdersdorf Brockscheid Bleckhausen Oberstadtfeld Wallenborn Niederstadtfeld Weidenbach Schutz Meisburg Deudesfeld Borler Bongard Boxberg Neichen Beinhausen Katzwinkel Hörschhausen Berenbach Kötterichen Höchstberg Kaperich Lirstal Oberelz Arbach Retterath Uersfeld Mannebach Bereborn Kolverath Sassen Gunderath Horperath Ueß Mosbruch Kelberg Gelenberg Bodenbach Reimerath Welcherath Brücktal Kirsbach Drees Nitz Landkreis Mayen-Koblenz Landkreis Cochem-Zell Landkreis Bernkastel-Wittlich Eifelkreis Bitburg-Prüm Nordrhein-Westfalen Landkreis Ahrweiler BelgienVerbandsgemeinden in DAU.svg
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  1. Betteldorf (282)
  2. Bleckhausen (303)
  3. Brockscheid (202)
  4. Darscheid (831)
  5. Daun, Stadt * (8013)
  6. Demerath (314)
  7. Deudesfeld (368)
  8. Dockweiler (653)
  9. Dreis-Brück (867)
  10. Ellscheid (259)
  11. Gefell (108)
  12. Gillenfeld (1454)
  13. Hinterweiler (233)
  14. Hörscheid (127)
  15. Immerath (237)
  16. Kirchweiler (357)
  17. Kradenbach (148)
  18. Mehren (1394)
  19. Meisburg (226)
  20. Mückeln (219)
  21. Nerdlen (221)
  22. Niederstadtfeld (477)
  23. Oberstadtfeld (565)
  24. Sarmersbach (209)
  25. Saxler (71)
  26. Schalkenmehren (602)
  27. Schönbach (261)
  28. Schutz (139)
  29. Steineberg (241)
  30. Steiningen (209)
  31. Strohn (513)
  32. Strotzbüsch (438)
  33. Üdersdorf (1099)
  34. Udler (285)
  35. Utzerath (173)
  36. Wallenborn (427)
  37. Weidenbach (265)
  38. Winkel (Eifel) (137)
  1. Berlingen (222)
  2. Birresborn (1163)
  3. Densborn (545)
  4. Duppach (298)
  5. Gerolstein, Stadt * (7529)
  6. Hohenfels-Essingen (326)
  7. Kalenborn-Scheuern (440)
  8. Kopp (185)
  9. Mürlenbach (571)
  10. Neroth (856)
  11. Pelm (966)
  12. Rockeskyll (250)
  13. Salm (329)
  1. Basberg (81)
  2. Berndorf (537)
  3. Dohm-Lammersdorf (180)
  4. Hillesheim, Stadt * (3126)
  5. Kerpen (Eifel) (465)
  6. Nohn (431)
  7. Oberbettingen (719)
  8. Oberehe-Stroheich (322)
  9. Üxheim (1434)
  10. Walsdorf (909)
  11. Wiesbaum (630)
  1. Arbach (139)
  2. Beinhausen (80)
  3. Bereborn (97)
  4. Berenbach (186)
  5. Bodenbach (226)
  6. Bongard (268)
  7. Borler (72)
  8. Boxberg (227)
  9. Brücktal (75)
  10. Drees (156)
  11. Gelenberg (94)
  12. Gunderath (115)
  13. Höchstberg (349)
  14. Horperath (132)
  15. Hörschhausen (142)
  16. Kaperich (177)
  17. Katzwinkel (145)
  18. Kelberg * (1959)
  19. Kirsbach (77)
  20. Kolverath (115)
  21. Kötterichen (106)
  22. Lirstal (216)
  23. Mannebach (250)
  24. Mosbruch (144)
  25. Neichen (132)
  26. Nitz (42)
  27. Oberelz (121)
  28. Reimerath (68)
  29. Retterath (337)
  30. Sassen (88)
  31. Uersfeld (676)
  32. Ueß (44)
  33. Welcherath (126)
  1. Birgel (456)
  2. Esch (443)
  3. Feusdorf (511)
  4. Gönnersdorf (509)
  5. Hallschlag (473)
  6. Jünkerath * (1656)
  7. Kerschenbach (192)
  8. Lissendorf (1097)
  9. Ormont (373)
  10. Reuth (182)
  11. Scheid (137)
  12. Schüller (303)
  13. Stadtkyll (1480)
  14. Steffeln (639)

Landräte[Bearbeiten]

  • 1973–1977 Johann Wilhelm Römer (CDU)
  • 1977–1990 Karl-Adolf Orth (CDU)
  • 1990–1999 Albert Nell (CDU)
  • 1999–2013 Heinz Onnertz (parteilos)
  • seit 2013 Heinz-Peter Thiel (parteilos)

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Daun bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen DAU zugewiesen. Es wird im Landkreis Vulkaneifel durchgängig bis heute ausgegeben.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im nordwestlichen Teil des Kreisgebietes befinden sich Reste des ehemaligen Westwalles.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Kreistagswahlen
  3. Erläuterung des Landeswahlleiters zum „Gewichteten Ergebnis“
  4. http://www.bundestag.de/bundestag/wahlen/wahlkreise09/wahlkreise/wk203.html
  5. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Vulkaneifel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien