Jan Fleischhauer

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Jan Fleischhauer (* 1962 in Hamburg) ist ein deutscher Journalist und Autor.

Jan Fleischhauer in Berlin, Mai 2013

Biografie[Bearbeiten]

Jan Fleischhauer studierte an der Universität Hamburg Literaturwissenschaft und Philosophie,[1] bevor er die Henri-Nannen-Schule besuchte. Seit 1989 ist er in wechselnden Funktionen Redakteur beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel, darunter stellvertretender Leiter des Wirtschaftsressorts und stellvertretender Leiter des Hauptstadtbüros. Von 2001 bis 2005 war er Wirtschaftskorrespondent in New York. Seit 2008 ist er Autor des Spiegels in Berlin.

Sein erstes Buch, Unter Linken, erschien 2009. Darin begründet er seine Entwicklung zum Konservativen mit dem Dogmatismus seines sozialdemokratischen Elternhauses und ähnlicher Milieus. Es wurde zum „meistverkauften politischen Sachbuch des Jahres“.[2] Fleischhauer betreibt zum Buch ein Themen-Blog.[3] Der zugehörige Fernsehfilm verwendet einige Methoden des Filmemachers Michael Moore und zeigt unter anderem Interviews mit Frank Bsirske und Christian Ströbele.[4]

Seit Januar 2011 schreibt er für Spiegel Online die Kolumne S.P.O.N. – Der Schwarze Kanal[5], die seit Mai 2014 auch in die Print-Ausgabe übernommen wurde. Dort wechselt er sich im 3-Wochen-Rhythmus mit Jakob Augstein und Juli Zeh ab.[6] Im Mai 2012 erschien Fleischhauers zweites Buch Der schwarze Kanal – Was Sie schon immer von Linken ahnten, aber nie zu sagen wagten, eine Sammlung aus leicht überarbeiteten Texten aus der Kolumne bei Spiegel-Online.

Des Weiteren ist er Autor des Weblogs Die Achse des Guten und der Internet- & Blogzeitung Die Freie Welt.[7]

Rezeption[Bearbeiten]

Hauptartikel: Unter Linken

Im Januar 2012 verglich Jan Fleischhauer in S.P.O.N. – Der Schwarze Kanal das italienische Volk mit dem Kapitän der Costa Concordia, Francesco Schettino.[8] Italienische Zeitungen[9][10] kritisierten die „rassistischen“ Töne bei Fleischhauer. Der italienische Botschafter in Deutschland empfahl in einer direkten Reaktion, die SPON unterhalb der Kolumne veröffentlichte, „Verallgemeinerungen aufgrund der Rasse bleiben zu lassen“ und kritisierte den Beitrag von Fleischhauer als „vulgäre und banale Behauptungen“.[11] Die italienische Zeitung Il Giornale erschien am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, mit dem Titel „Wir haben Schettino, ihr habt Auschwitz“ („A Noi Schettino, A Voi Auschwitz“).[12][13]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Magisterarbeit Gespenster und Gespenstertheorien 1740–1820. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des „Unsichtbaren“ unter besonderer Berücksichtigung der Aufklärung, Universität Hamburg 1988. (Eintrag im OPAC Uni Hamburg)
  2. Unter Linken. Autor. Abgerufen am 23. Februar 2013.
  3. Blog Unter Linken
  4. "Unter Linken - der Film": Der Michael Moore der Bourgeoisie Sehenswert: "Spiegel"-Journalist Jan Fleischhauer geht durch Berlin und entlarvt auf amüsante Weise die Lügen humorloser Linker. Die Verfilmung seines Buches "Unter Linken" ist gelungen. Da war die Legendenbildung vorab gar nicht nötig. Stern.de, 26. September 2010, von Dirk Benninghoff
  5. S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal, Kolumne bei Spiegel Online
  6. Jan Fleischhauer - Der schwarze Kanal: Reizvolles Feld (in DER SPIEGEL 26/2014; S.15)
  7. http://www.freiewelt.net/person-460/jan-fleischhauer.html
  8. Italienische Fahrerflucht
  9. la Repubblica
  10. quotidiano Libero
  11. Der Botschafter der Italienischen Republik, Michele Valensise, hat uns zu der obenstehenden Kolumne folgenden Brief geschickt
  12. Italienisch-deutscher Kolumnenstreit eskaliert, Basler Zeitung vom 30. Januar 2012
  13. zeit.de 29. Januar 2012: Geschmacklose Provokationen gegen den Euro
  14. Journalist Fleischhauer für Liberalismus geehrt, Hamburger Abendblatt, 23. Juli 2010