Dnepr-Karpaten-Operation

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Dnepr-Karpaten-Operation
Sowjetische Offensiven an der Ostfront von Dezember 1943 bis April 1944
Sowjetische Offensiven an der Ostfront von Dezember 1943 bis April 1944
Datum 24. Dezember 1943 bis 17. April 1944
Ort Ukraine
Ausgang sowjetischer Sieg
Konfliktparteien
Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Rumänien KonigreichRumänien Rumänien
Ungarn 1940Ungarn Ungarn
Verluste
1.192.000 Tote und Verwundete
4.666 Panzer und Selbstfahrlafetten[1]
250.956 Tote und Verwundete[2]

Die Dnepr-Karpaten-Operation war eine große Offensive der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg, die vom 24. Dezember 1943 bis zum 17. April 1944 dauerte.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Lageentwicklung an der Ostfront von Juli bis Dezember 1943

Im südlichen Teil der Ostfront befand sich die Rote Armee seit dem Fehlschlag des deutschen Unternehmens Zitadelle im Juli 1943 ständig in der Offensive gegen die Wehrmacht, die mit ihren dezimierten und desorganisierten Truppen vergeblich versuchte, stabile Verteidigungslinien zu bilden. Innerhalb weniger Monate war die Rote Armee vom Donez und Mius zum Dnepr und zur Molotschna vorgestoßen und hatte das Donezbecken befreit. Die an diesen Flüssen im Bau befindliche Panther-Stellung konnte in der Schlacht am Dnepr an mehreren Stellen durchbrochen werden. Zwischen den Heeresgruppen Mitte und Süd hatte sich im Bereich der Prypjatsümpfe eine über 150 Kilometer breite Lücke (das „Wehrmachtsloch“) gebildet, in der sowjetische Partisanen beinahe ungehindert operieren konnten. Ende Oktober/Anfang November gelang es der 4. Ukrainischen Front im Süden, die Linien der deutschen 6. Armee zu durchbrechen und die Mündung des Dnepr bei Cherson zu erreichen, womit die Krim abgeschnitten war. Die 2. Ukrainische Front überschritt im November den Dnepr zwischen Tscherkassy und Dnipropetrowsk auf breiter Front und bedrohte die in einem spitz zulaufenden Frontvorsprung in der großen Dneprschleife stehenden deutschen Truppen mit der Abschneidung. Die 1. Ukrainische Front schlug zu dieser Zeit die Schlacht um Kiew gegen die deutsche 4. Panzerarmee, die mit der Befreiung der ukrainischen Hauptstadt endete. Ihr weiteres Vordringen nach Westen in Richtung Schitomir und Korosten konnte im Dezember nur mit Mühe aufgehalten werden.

Die Situation an der Ostfront wurde dadurch weiter kompliziert, dass sich die Heeresgruppe Mitte Ende 1943 ebenfalls ständigen sowjetischen Angriffen ausgesetzt sah und dass Hitler in seiner „Weisung Nr. 51“ vom 3. November 1943 eine weitere Schwächung der zur Abwehr einer alliierten Landung im Westen bereitgehaltenen Truppen ausgeschlossen hatte. Dies hatte zur Folge, dass die Heeresgruppen an der Ostfront mit den vorhandenen, stark abgekämpften Divisionen auskommen mussten und Frontlücken kaum noch geschlossen werden konnten. Zudem bestand Hitler immer wieder darauf, aussichtslose Positionen bis zuletzt zu verteidigen, Brückenköpfe an den Flussläufen zu halten und die Krim unter keinen Umständen aufzugeben. Notwendige Rückzüge wurden meist zu spät genehmigt, was zu nicht mehr zu ersetzenden Verlusten an Menschen und Ausrüstung führte.

Verlauf[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Schitomir-Berditschewer Operation fehlt. --Prüm 16:49, 4. Dez. 2011 (CET)

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Kirowograder Operation (1.–16. Januar 1944)[Bearbeiten]

Panzer IV und Infanterie im Januar 1944

Die 2. Ukrainische Front unter Iwan Konew sollte gegen die 8. Armee der Heeresgruppe Süd vorrücken. Am 5. Januar 1944 begann die Offensive. Den größten Erfolg erreichten sowjetische Truppen nördlich von Kirowograd, die am ersten Tag bis zu 24 km vorstießen. Zum 7. Januar wurde Kirowograd vom Norden, Süden und Westen umgangen und Hauptfluchtwege für deutsche Truppen wurden abgeschnitten. Zum Morgen des 8. Januar wurde die Stadt nach erbitterten Kämpfen eingenomen. Nachher stießen sowjetische Truppen 15–20 km vor. In der Richtung des Hilfsangriffs stieß die Rote Armee zum 10. Januar bis zu 40 km vor und wurde durch starke deutsche Gegenschläge gestoppt. Drei Panzerdivisionen der Wehrmacht wurden hierher verlegt. Zum 16. Januar wurden sowjetische Truppen auf der Linie östlich von Smila, westlich von Kirowohrad und nördlich von Nowgorodka gestoppt. Die Rote Armee stieß 40–50 km vor und schuf die Voraussetzungen für den Tscherkassy-Kessel.

Korsun-Schewtschenkiwskyjer Operation (24. Januar bis 17. Februar 1944)[Bearbeiten]

Die 1. Ukrainische Front unter Armeegeneral Nikolai Fjodorowitsch Watutin zusammen mit der 2. Ukrainischen Front unter Armeegeneral Iwan Stepanowitsch Konew hatten zusammen eine Stärke von etwa 255.000 Soldaten, 5.300 Geschützen, 513 Panzern und 772 Flugzeugen und bestand aus 27 Schützendivisionen, einem Mechanisierten Korps und vier Panzerkorps. Ihnen gegenüber stand die deutsche 8. Armee der Heeresgruppe Süd unter Generalfeldmarschall Erich von Manstein. Sie umfasste etwa 170.000 Soldaten, 2.600 Geschütze, 310 Panzer und 1.000 Flugzeuge und bestand aus 14 Divisionen (davon drei Panzerdivisionen) und einer motorisierten Brigade, darunter auch die 5. SS-Freiwilligen-Sturmbrigade „Wallonien“ und die 5. SS-Panzer-Division „Wiking“.

Angriff der sowjetischen Fronten

Am 24. Januar 1944 griff die 2. ukrainische Front aus östlicher Richtung nach Schpola an, die 1. ukrainische Front folgte am 26. Januar 1944 in südwestlicher Richtung auf Swenyhorodka. Sie erzielten Durchbrüche und wollten sich dann bei Swenyhorodka vereinen. Ab 27. Januar gab es heftige deutsche Gegenangriffe in die Flanken der Roten Armee, um den Durchbruch aufzuhalten. Am 28. Januar gelang es der Roten Armee jedoch, bei Swenyhorodka die Fronten zu vereinen und somit sechs deutsche Divisionen im Kessel von Tscherkassy oder auch Kessel von Korsun einzukesseln. Nach sowjetischen Angaben wurden 80.000 und nach deutschen 56.000 Soldaten im Kessel eingeschlossen. General der Artillerie Wilhelm Stemmermann übernahm das Kommando über die eingeschlossenen Truppen.

Deutscher Feldflugplatz bei Korsun (Januar 1944)
Schrumpfen des Kessels
Deutscher Ausbruch Richtung Südwest und Entsatz Richtung Nordwest

Die Truppen der beiden Fronten wehrten alle Entsatzangriffe ab und setzten die Kämpfe zur Vernichtung des Kessels fort. Am 8. Februar lehnte Stemmermann den sowjetischen Vorschlag zur Kapitulation ab. Diesem waren intensive Appelle des Nationalkomitees Freies Deutschland und des Bundes Deutscher Offiziere an die eingeschlossenen Truppen und ihre Führer, ihm folgezuleisten, vorangegangen,[3] die aber weitgehend wirkungslos blieben. Am 11. Februar begann der deutsche Hauptentsatzangriff mit bis zu acht Divisionen (darunter die 1. und 17. Panzer-Division) auf Lysjanka. Die eingekesselten Einheiten griffen gleichzeitig ihnen entgegen an. Zum 16. Februar wurde klar, dass der deutsche Angriff zehn Kilometer vom Ziel entfernt scheiterte; die Panzer blieben meist im Schlamm liegen. Am 15. Februar 1944 verlangte Hitler, den Kessel zu halten, hatte schließlich aber nur den von der Heeresgruppe befohlenen Vorbereitungen eines Ausbruchs zugestimmt. Als keine Aussicht mehr bestand, dass die eigenen Kräfte den Kessel öffnen konnten, befahl Manstein am 15. Februar 1944 ohne vorherige Verständigung Hitlers den Ausbruch nach Südwesten.

Deutsche Einheiten im Kessel

  • Korps-Abteilung B östlich Chilki
  • 72. Infanterie-Division südöstlich von Chilki
  • SS Wiking östlich von Komarowka
  • voraus 5. SS-Freiwilligen-Sturmbrigade „Wallonien“
  • als Nachhut östlich von Schenderowka

Nach sowjetischen Angaben wurden im Kessel 55.000 deutsche Soldaten getötet und 18.000 gerieten in Gefangenschaft, während der ganzen Operation waren es 82.000 Tote und 20.000 Gefangene.[4][5] Nach deutschen Angaben gelang 40.000 Soldaten der Ausbruch, lediglich 19.000 Soldaten starben oder blieben im Kessel zurück.[4] Trotz solcher verschiedenen Zahlen ist bekannt, dass die sechs deutschen Divisionen große Verluste hinnehmen mussten und das ganze Kriegsgerät zurückgelassen wurde.[4] Iwan Konew wurde für seine Verdienste in dieser Schlacht zum Marschall der Sowjetunion ernannt.

Rowno-Luzker Operation (27. Januar bis 11. Februar 1944)[Bearbeiten]

Panzerhaubitze Hummel auf einem Feld in Russland

Nach der Schitomir-Berditschewer Operation sollte die rechte Flanke der 1. Ukrainischen Front unter Nikolai Watutin gegen sechs Infanterie- und vier Panzerdivisionen der 4. Panzerarmee unter Erich von Manstein vorrücken. Die deutsche Verteidigung hier war schwach, weil eine Offensive in dieser Gegend mit zahlreichen Wäldern und Sümpfen und in schlechten Wetterverhältnissen (Schlammwetter und Hochwasser) unmöglich schien. Am 27. Januar begann die Offensive. Sowjetische Truppen durchbrachen die deutsche Verteidigung und die Kavallerie rückte unauffällig ins deutsche Hinterland für ein umgehendes Manöver in Richtung Riwne und Luzk vor. Mit Hilfe der Partisanen schafften sie 100 km und befreiten am 2. Februar nach überraschendem Angriff Luzk und zusammen mit der 13. Armee Riwne. Am 3. Februar befreite die 13. Armee den wichtigen Knotenpunkt Sdolbunow, und am 11. Februar wurde Schepetiwka von der 60. Armee befreit. Die sowjetischen Truppen fügten der Wehrmacht eine schwere Niederlage zu und schufen die Voraussetzungen für den Angriff ins Hinterland der Heeresgruppe Süd und für den Angriff auf Kowel.

Nikopol-Krywyj Riher Operation (30. Januar bis 29. Februar 1944)[Bearbeiten]

Tiger-Panzer und Infanterie

Die 6. Armee der Heeresgruppe Süd (seit 2. Februar die Heeresgruppe A) hatte 540.000 Mann, 2.416 Geschütze und Mörser, 327 Panzer und 700 Flugzeuge. Zwei sowjetische Fronten (die 3. Ukrainische unter Rodion Malinowski und die 4. Ukrainische unter Fjodor Tolbuchin) hatten 705.000 Mann, 7.796 Geschütze und Mörser, 238 Panzer und 1.333 Flugzeuge. Deutsche Truppen befanden sich in einem Frontvorsprung.

Um die Wehrmacht von der Richtung des Hauptangriffes abzulenken, begann am 30. Januar eine Offensive. Um sie aufzuhalten, wurden zwei Panzerdivisionen hierher verlegt, was dem Hauptangriff half. Nachdem der Fehler erkannt wurde, wurden sie zurückverlegt, aber sowjetische Truppen stießen weiter vor. Am 5. Februar befreiten sie Apostolowo und zerschnitten die 6. Armee in zwei Teile. Sie begann daraufhin mit dem Rückzug, weil ihren Einheiten die Einkesselung drohte. Die 4. Ukrainische Front, die am 31. Januar eine Offensive begann, eroberte zum 8. Februar den Nikopoler Brückenkopf und befreite zusammen mit der 3. Ukrainischen Front Nikopol. Am 11. Februar begann der deutsche Gegenschlag in Richtung Apostolowo, um den Korridor entlang des rechten Dneprufers für zurückweichende deutsche Truppen zu halten. Sowjetische Truppen wurden verlangsamt, aber zurückweichende Einheiten der Wehrmacht erlitten hohe Verluste. Am 17. Februar setzte die 3. Ukrainische Front ihre Offensive fort, befreite am 22. Februar Krywyj Rih und erreichte zum 29. Februar den Fluss Inhulez.

Die Rote Armee zerschlug zwölf deutsche Divisionen (darunter drei Panzerdivisionen und eine motorisierte) und eroberte die Mangan- und Eisenerzvorkommen.

Proskurow-Czernowitzer Operation (4. März bis 17. April 1944)[Bearbeiten]

Gruppe deutscher Soldaten in einem Dorf im März 1944

Am 4. März begann die 1. Ukrainische Front unter Georgi Schukow eine Offensive gegen die deutsche Heeresgruppe Süd (ab 1. April umbenannt in Heeresgruppe Nordukraine) unter Erich von Manstein (ab 31. März unter Walter Model). Zum 7.–10. März erreichte die Rote Armee die Linie TernopolProskurow und unterbrach die wichtigste Versorgungslinie im Süden der deutschen Ostfront – die Eisenbahnlinie LembergOdessa. Die Wehrmacht führte hier einige Gegenschläge durch und setzte dabei neun Panzer- und sechs Infanteriedivisionen ein. Die STAWKA stoppte ihre Truppen, um die Gegenangriffe abzuwehren. Zum 21. März befreiten sowjetische Truppen Proskurow, Winniza und Schmerinka und warfen die deutschen Truppen nach Kamenez-Podolski zurück. Die 13. Armee erreichte die Zugänge nach Brody.

Am 21. März wurde die Offensive in die Hauptrichtung fortgeführt, wobei zum ersten Mal während des Krieges drei sowjetische Panzerarmeen eingesetzt wurden. Am 23. März wurde Tschortkiw befreit, am 24. März überquerten die sowjetischen Truppen den Dnestr und betraten zum ersten Mal ausländischen Boden (Rumänien), am 29. März überquerten sie den Pruth und besetzten am gleichen Tag Czernowitz. Am 26. März befreite die sowjetische 4. Panzerarmee Kamenez-Podolski. Nördlich dieser Stadt wurde die deutsche 1. Panzerarmee eingeschlossen (Kessel von Kamenez-Podolski). Entgegen allen Erwartungen wendete sich die Armee als "wandernder Kessel" westwärts. Bei Butschatsch in Galizien wurde der Kessel am 7. April von außen aufgebrochen und die Armee wieder in die Abwehrfront eingegliedert. Es waren deutsche Verbände, die südöstlich von Lwiw einen Gegenstoß durchführten. Das OKW verlegte dazu Truppen aus Frankreich (II. SS-Panzerkorps), dem Reich, Jugoslawien und Ungarn (die 1. ungarische Armee). Am 17. April, nach dem Stillstand der deutschen Gegenangriffe, schlossen auch die sowjetischen Truppen die Operation ab.

Die Rote Armee stieß in deren Zug 80–350 km nach Westen und Süden vor, erreichte die Karpaten und zerschnitt somit die deutsche Ostfront in zwei Teile. Die Heeresgruppe Süd, inzwischen Heeresgruppe Nordukraine, erlitt ungeachtet der gelungenen Befreiung der 1. Panzerarmee insgesamt eine schwere Niederlage (20 Divisionen verloren zum Teil mehr als die Hälfte ihres Bestandes).

Uman-Botoșaner Operation (5. März bis 17. April 1944)[Bearbeiten]

Die 2. Ukrainische Front unter Iwan Konew sollte gegen die 8. Armee der Heeresgruppe Süd unter Erich von Manstein vorrücken. Am 5. März begann die Offensive und verlief erfolgreich. Am 7. März überquerten sowjetische Truppen den Fluss Hirskyj Tikytsch, befreiten am 10. März Uman, überquerten den Südlichen Bug und später den Dnestr, wo sie am 17. März einen Brückenkopf bei Jampol eroberten. Infolge dieser Offensive zusammen mit der 1. Ukrainischen Front, die gleichzeitig die Proskurow-Czernowitzer Operation durchführte, wurde die 8. Armee von der 1. Panzerarmee getrennt. In der Nacht zum 28. März überquerten Teile der Front den Pruth. Andere Teile der Angriffstruppen drangen von Mohyliw-Podilskyj weiter nach Westen bis Chotyn vor und versperrten so der 1. Panzerarmee den Rückzugsweg nach Süden über den Dnister. Bis zum 17. April erreichten sowjetische Truppen die Karpaten, eroberten Botoșani und Zugänge zu Iași und Chișinău. Die Rote Armee stieß 200–250 km vor, zerschlug die 8. Armee sowie Teile der 1. Panzerarmee (10 Divisionen verloren 50–75 % ihrer Männer und fast das gesamte schwere Kriegsgerät). Nach sowjetischen Angaben fielen 62.000 Mann der Achsenmächte und weitere 18.763 wurden gefangen genommen.[6] Die sowjetischen Truppen verloren 266.000 Mann (66.000 davon Tote, Vermisste und Gefangene).[7]

Beresnegowatoje-Snigirjower Operation (6. bis 18. März 1944)[Bearbeiten]

Deutsche Schützenpanzer in Fahrt im Frühjahr 1944

Die 3. Ukrainische Front unter Rodion Malinowski sollte gegen die 6. Armee und die 3. Rumänische Armee der Heeresgruppe A unter Ewald von Kleist vorrücken. Am 6. März begann die Operation. Am 12. März erreichten sowjetische Truppen den Fluss Inhulez südlich von Snigirewka und schnitten somit Fluchtwege der 6. Armee nach Westen ab. Zugleich wurden deutsche Truppen hier von Osten und Südosten angegriffen. 13 deutschen Divisionen drohte die Einkesselung im Raum Beresnegowatoe–Snigirjowka. Daraufhin ließ die Wehrmacht einen großen Teil des technischen Materials zurück und rettete sich hinter den Fluss Südlicher Bug in Richtung Mykolajiw. Am 16.–18. März erreichten sowjetische Truppen Zugänge zu Mykolajiw, überquerten den Südlichen Bug und eroberten Brückenköpfe. Die Rote Armee stieß auf der 200 km breiten Front bis zu 140 km vor, zerschlug acht deutsche Divisionen (diese verloren 50 % ihres Personals und fast die gesamte Technik) und erreichten günstige Positionen für die Odessaer Operation.

Odessaer Operation (26. März bis 14. April 1944)[Bearbeiten]

Panzer IV beim Durchqueren eines Bachs in der Ukraine

Die 3. Ukrainische Front unter Malinowski sollte zusammen mit der Schwarzmeerflotte zwei deutsche Armeen der Heeresgruppe A (6. Armee und 3. Rumänische Armee) zerschlagen und die Stadt Odessa zurückerobern. Die Heeresgruppe A wurde in Deutschland seit dem 5. April 1944 als Heeresgruppe Südukraine bezeichnet.

Die 3. Ukrainische Front begann in der Nacht zum 27. März 1944, die Brückenköpfe am Fluss Südlicher Bug zu erweitern. Die 2. Ukrainische Front überquerte bis Ende März den Fluss Pruth. Zum 28. März erweiterte die 3. Ukrainische den Brückenkopf auf 45 Kilometern Breite und 25 Kilometern Tiefe. Am 28. März wurde Mykolajiw befreit. Im Hafen der Stadt wurden vorher 67 Marineinfanteristen abgesetzt, die eine Rolle bei der Befreiung spielten. Die beiden Armeen der Achsenmächte zogen sich hinter den Dnister zurück, um nicht eingekesselt zu werden. Am 30. März wurde Otschakiw befreit und der Angriff auf Odessa begann. Der Dnister-Liman wurde erreicht und die Odessaer Besatzung begann zu flüchten, um der Einkesselung zu entgehen, und wurde dabei von der Schwarzmeerflotte angegriffen. Am 9. April drang die Rote Armee vom Norden her nach Odessa ein und befreite zusammen mit Partisanen die Stadt bis zum Morgen des 10. April 1944. Die 3. Ukrainische Front befreite am 12. April Tiraspol und eroberte am 14. einen Brückenkopf am Dnister.

Die Rote Armee zerschlug die deutsche 6. Armee und die 3. Rumänische Armee[8] und befreite die Oblast Mykolajiw, die Oblast Odessa und besetzte große Teile Moldawiens.[8]

Verluste und Folgen[Bearbeiten]

Die Rote Armee stieß auf der 1300 bis 1400 km breiten Front etwa 250 bis 450 km nach Westen vor, betrat nach dem Übergang über den Dnestr mit Rumänien zum ersten Mal ausländischen Boden und hatte mit etwa 1.110.000 Soldaten (270.000 Tote), 7.500 Geschützen, 4.700 Panzern und 700 Flugzeugen beinahe so hohe Verluste an Menschen wie in der Schlacht am Dnepr.[9][10] 34 Divisionen und 4 Brigaden der Wehrmacht wurden vom Westen nach Osten verlegt.[11][12] 10 Divisionen und eine Brigade der Wehrmacht wurden vollständig vernichtet, weitere 60 (darunter 12 Panzer- und 3 motorisierte Divisionen) verloren 50 % ihrer Personalstärke, weitere 10 Divisionen verloren 70 % und fünf wurden wegen hoher Verluste aufgelöst. (insgesamt 500.000 Mann).[13][14]

Literatur[Bearbeiten]

  • John Erickson: The Road To Berlin. (Stalin's war with Germany, Vol. 2.) Cassel, London 2003. ISBN 978-0-304-36540-1.
  • Earl F. Ziemke: Stalingrad to Berlin: The German Defeat in the East. (Army Historical Series). Office of the Chief of Military History, U.S. Army, Washington D.C. 1987. (Online)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dnepr-Karpaten-Operation – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frieser S. 446
  2. Frieser S. 447
  3. bundesarchiv.de
  4. a b c Korsun-Schewtschenkiwskyjer Operation in Russische Zivilisation, auf rustrana.ru (russisch)
  5. Spiegel 1965
  6. http://www.russiantext.com/russian_library/memo/russian/konev/05.html
  7. http://velikvoy.narod.ru/bitvy/1944/umansko-botoshan.htm (Version vom 1. Mai 2004 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  8. a b http://victory.mil.ru/war/oper/105.html (Version vom 5. Mai 2008 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  9. Dnepr-Karpaten Operation in Soldat.ru (russisch)
  10. Dnepr-Karpaten Operation in Soldaty 20 weka (russisch)
  11. http://wwii-soldat.narod.ru/OPER/ARTICLES/023-ukraine-003.htm
  12. http://www.soldat.ru/doc/casualties/book/chapter5_10_1.html#5_10_32
  13. http://militera.lib.ru/h/grylev_an/05.html
  14. http://militarymaps.narod.ru/oper_1943.html#43