L’Oréal

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L’Oréal
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Rechtsform Société Anonyme
ISIN FR0000120321
Gründung 1909
Sitz Paris, Frankreich
Mitarbeiter 72.600[1]
Umsatz 22,46 Mrd. Euro[1]
Gewinn 3,69 Mrd. Euro[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Branche Konsumgüter
Produkte KosmetikVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.loreal.com
Stand: 31. Dezember 2012 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2012

Die L’Oréal S.A. ist ein französischer Konsumgüterkonzern mit Hauptsitz in Clichy und derzeit der größte Kosmetikhersteller der Welt. Der einzige Produktionsort für eine reine deutsche Herstellung liegt in Karlsruhe.

Geschichte[Bearbeiten]

1907 begann in Paris der Chemiker Eugène Schueller mit der kleingewerblichen Produktion von Haarfärbetinkturen. Er nannte eines dieser Mittel Auréole (Glorienschein). Der Name der 1909 gegründeten Firma stammt wahrscheinlich aus dieser Bezeichnung, hat aber in dieser Form keine Bedeutung. Die Firma erweitert ihre Produktion und stellt bald alle möglichen Arten von Schönheitsprodukten her. Mit einem Portfolio von über 500 Marken und tausenden Einzelprodukten steigt L’Oréal bald zum Weltmarktführer in Kosmetik auf und vertreibt seine Produkte in über 150 Staaten.

Anfang des 20. Jahrhunderts gab Schueller finanzielle Hilfe an Cagoule, eine anti-kommunistische, rechtsextreme Gruppierung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden mehrere Mitglieder in Führungspositionen eingestellt.

1956 wird die Marke Ambre Solaire für Sonnenschutz lanciert.

Lancôme wird als neue Luxus-Marke 1964 kreiert.

1965 übernimmt L’Oréal Garnier und baut es weiter aus.

1973 erwirbt L’Oréal den französischen Pharma-Konzern Synthélabo, der 1999 mit Sanofi verschmilzt.

Für das Testen von Fertigprodukten ersetzt L’Oréal im Jahr 1989 erfolgreich Tierversuche mit einem eigens entwickelten Hautmodell namens Episkin.[2] Im Mai 2007 erhält L’Oréal vom ECVAM (European Centre for the Validation of Alternative Methods) die Anerkennung des Modells als vollwertige Ersatzmethode bei Hautirritationen. Mit der 20 Jahre lang erforschten in vitro-Methode können nun in Zukunft die Toleranz von Inhaltsstoffen und Fertigprodukten ohne Tierversuche bewertet werden.[2] Dennoch veranlasste L’Oréal nach Aussagen der Tierrechtsorganisation PETA noch im Jahr 2000, dass einzelne Inhaltsstoffe für Kosmetikprodukte im Tierversuch getestet wurden.[3]

Seit den 1990er-Jahren beruht die Grundlage für das Konzernwachstum hauptsächlich auf der Expansion in Schwellenländer wie Volksrepublik China, Indien und Südafrika.[4] Zudem leitet der Konzern eine aggressive Akquisitionsstrategie ein: 1991 Dralle, 1995 Jade, 1996 Maybelline, 1998 Soft Sheen, 2000 Kiehl’s, Carson Products, 2001 Bio-Medic und Colorama, 2003 shu uemura, 2003 Mininurse, 2004 Yue-Sai, 2005 SkinCeuticals, 2006 Sanoflore und SkinEthic, 2007 Canan, Beauty Alliance, PureOlogy und Maly’s West, 2008 Columbia Beauty Supply, 2011 Clarisonic.

Im Februar 2002 gründen L’Oréal und Nestlé einen Joint Venture namens Laboratoires innéov, das sich auf kosmetische Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert hat.[4]

L’Oréal unterhält 19 Forschungszentren weltweit: u. a. in Aulnay-sous-Bois (F), Chevilly (F), Clark (New Jersey, USA), Kawasaki (JP) und seit 2005 in Shanghai.

Im März 2005 gab L’Oréal bekannt, die britischen Naturkosmetik-Kette The Body Shop für umgerechnet 940,3 Millionen Euro zu übernehmen.[5] Zunächst wurde öffentlich eine ethische Richtungsänderung der Kette befürchtet, jedoch stellt L’Oréal später klar, The Body Shop als unabhängige Tochter zu behandeln und keine Änderungen bezüglich Produkten, Management und ethischer Werte vorzunehmen.

Im Juli 2007 verurteilte ein Pariser Gericht den Kosmetikkonzern L’Oréal wegen rassistischer Diskriminierung. Der Konzern und dessen Agentur wurden zu jeweils 30.000 Euro verurteilt, da die Tochtergesellschaft Garnier bei der Suche nach Frauen für eine Werbekampagne dunkelhäutige Kandidatinnen ausgeschlossen hatte. L’Oréal wies alle Vorwürfe zurück und kündigte an, bis vor den obersten Gerichtshof zu ziehen. „Wir tolerieren keinerlei Form von Rassismus und Diskriminierung“, heißt es in einer Mitteilung.[2]

Firmenprofil[Bearbeiten]

2012 erzielte der Konzern bei einem Jahresumsatz von 22,46 Milliarden Euro einen operativen Gewinn von 3,69 Mrd. Euro.[1] Umsatz, Gewinn und Umsatzrendite stiegen in den letzten 20 Jahren kontinuierlich an.

Die Aufwendungen für Werbung und Verkaufsförderung betragen ein Mehrfaches des Forschungsaufwandes (6,3 Milliarden Euro gegenüber 721 Millionen Euro, Stand 2011).[6] Wichtigste Anteileignerin mit 30,8 % ist Liliane Bettencourt (* 1922), die Tochter von Eugène Schueller. 41,1 % dieses Anteils hat sie ihrer Tochter Françoise Bettencourt-Meyers übereignet, jedoch ohne die damit verbundenen Stimmrechte. Zweitgrößter Gesellschafter ist der Nestlé-Konzern mit 29,6 %. Die Familie Bettencourt und Nestlé haben sich bis Ende 2013 gegenseitig ein Vorkaufsrecht für ihre Anteile eingeräumt.[7]

Die übrigen Anteile werden auf dem öffentlichen Kapitalmarkt gehandelt.

Vorstandsvorsitzender ist Jean-Paul Agon. Die erste Frau im Vorstand war Béatrice Dautresme. Heute sind drei Frauen im Konzernvorstand: Brigitte Liberman, An Verhulst-Santos sowie Sara Ravella.

Der Konzern besitzt 27 Marken, welche sich in vier Divisionen aufteilen.

Der Konzern fördert mit den UNESCO-L’Oréal-Preisen herausragende Frauen in der Wissenschaft.

Kritik[Bearbeiten]

Im Spiegel (10/2005) werfen Kritiker dem Konzern nicht eingehaltene Werbeversprechen vor. Die teuren Parfums enthielten fast ausschließlich synthetische Geruchsstoffe, die Herstellungskosten der Substanzen betrügen weniger als 3 % des Verkaufspreises. Kosmetika des Konzerns wirkten weder der Cellulite noch der Alterung der Haut entgegen, obwohl in der Konzernwerbung derartiges suggeriert werde. Weiter wird L’Oréal durch den Spiegel-Artikel vorgeworfen, haut- und umweltschädliche Substanzen wie Phthalate, die als fortpflanzungsschädigend gelten, und Phenylendiamin, ein aggressives Allergen, in einigen Produkten zu verwenden.[8]

Die Tierrechtsorganisation PETA kritisiert L’Oréal seit Jahren, weil sie nach wie vor Tierversuche durchführen bzw. in Auftrag geben (Stand: 7. Januar 2014).[9]

Trotz des aktuellen Versuchsverbots für kosmetische Rohstoffe verkauft L’Oréal aber immer noch die Produkte in Ländern, in denen Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben sind. Das aktuelle Statement von L’Oréal International zum Thema Tierversuche lautet:

„Die (L’Oréal-)Gruppe führt nirgendwo auf der Welt mehr Tierversuche durch oder gibt diese bei Dritten in Auftrag. Ausnahmen können vorkommen, wenn Behörden diese aus Gründen der Sicherheit fordern (…).“

Animals’ Liberty[10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: L’Oréal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Annual Report 2012. L’Oréal, 2. April 2013, abgerufen am 24. August 2013 (englisch, PDF; 9,7MB).
  2. a b c Pressemitteilung Invitroskin
  3. [1]
  4. a b L’Oréals großer Bluff
  5. L’Oréal will Kosmetik-Kette schlucken
  6. Annual Results 2011
  7. Le Monde, 4. Dezember 2009, S. 13
  8.  Der große Bluff. In: Der Spiegel. Nr. 10, 2005, S. 88 (7. März 2005, online).
  9. Companies That Do Test on Animals : J-L
  10. Animals’ Liberty: Produktinformationen. Abgerufen am 17. April 2014.