Michelin

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Michelin (Begriffsklärung) aufgeführt.
Michelin
Logo von Michelin
Rechtsform Société en commandite par actions
ISIN FR0000121261
Gründung 1889
Sitz Clermont-Ferrand, Frankreich
Leitung Jean-Dominique Senard
Mitarbeiter 113.400 (2012)[1]
Umsatz 21,4 Mrd. Euro (2012)[2]
Gewinn 2,4 Mrd. Euro (2012)[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Branche Reifen, Straßenkarten, Reiseführer
Website www.michelin.com

Michelin (franz. [miˈʃlɛ̃], vollständiger Name: Manufacture Française des Pneumatiques Michelin, in Deutschland offiziell [mɪçəˈlin]) ist ein französischer Reifenhersteller mit Sitz in Clermont-Ferrand, Frankreich. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 113.400 Mitarbeiter und besitzt Vertriebsorganisationen in über 170 Ländern. Produziert wird in 69 Werken in 18 Ländern auf fünf Kontinenten.[1] Michelin besitzt Versuchs- und Entwicklungszentren in Europa, den USA und Japan. Das Unternehmen ist derzeit (Stand 2012), gemessen am Umsatz, der zweitgrößte Reifenhersteller der Welt.[3] Neben Reifen vertreibt Michelin Straßenkarten, Hotel- und Reiseführer sowie Navigationsgeräte (Via Michelin).

Geschichte[Bearbeiten]

Michelin-Werke auf der Welt
Konzernzentrale von Michelin im französischen Clermont-Ferrand

1889–1900[Bearbeiten]

Am 28. Mai 1889 übernahmen die Brüder André und Édouard Michelin eine kautschukverarbeitende Produktionsstätte in der Nähe des Place des Carmes, Clermont-Ferrand, und gaben ihr den Namen Michelin & Compagnie. Sie bauten sie aus und produzierten dort mit anfangs 52 Mitarbeitern Industrieabdichtungen, Gummibälle für Kinder sowie Bremsklötze für Kutschen – das erste Produkt der Gebrüder Michelin im Transportbereich. Noch heute findet sich der Unternehmenssitz am selben Ort. Zwei Jahre später hatte Edouard Michelin bei der Reparatur eines Fahrradreifens die Idee für einen auswechselbaren Luftreifen. Er ließ die Idee patentieren und legte damit den Grundstein für die weitere Entwicklung des Unternehmens.[4] Im selben Jahr gewann der französische Radprofi Charles Terront die Erstauflage des Radrennens Paris–Brest–Paris auf Michelin-Reifen. 1895 nahm dann l’Eclair (der Blitz) als erstes Auto auf Luftreifen an einem Autorennen von Bordeaux nach Paris und zurück teil. Der Wagen – eine Eigenkonstruktion auf Peugeot-Basis und angetrieben von einem 4-PS-Daimler-Motor – erreichte innerhalb des Zeitlimits das Ziel.[5] Die Fahrer wechselten unterwegs die Reifen und wurden deshalb disqualifiziert – trotzdem war die Alltagstauglichkeit der Erfindung von Edouard Michelin erwiesen.[6]

1900–1930[Bearbeiten]

1900, ein Jahr nach der ersten Tour de France für Automobile und zur Pariser Weltausstellung, erschien der erste Michelin-Führer (Guide Michelin) in einer Auflage von 35.000 Stück.[5] Die Exemplare wurden kostenlos an Autofahrer verteilt. Der Guide war damals noch kein Reiseführer, sondern ein Werkstattführer mit wichtigen Informationen rund um das Auto und die Reifen.

1906 gewann Ferenc Szisz im Renault den ersten Grand Prix der Welt. Wichtig für den Rennausgang war eine technische Innovation: die abnehmbaren Radfelgen von Michelin. Der Vorteil: Während die anderen Rennfahrer vor dem Reifenwechsel mühevoll mit einem Messer die heißen Gummireste von den Felgen kratzen mussten, tauschten Szisz und sein Beifahrer die hölzernen Kompletträder in kaum vier Minuten aus.[7] Abseits der Rennstrecke führte die wachsende Popularität des Autos dazu, dass die Gebrüder Michelin ihr Stammwerk ausweiteten und 1906 bereits 4000 Mitarbeiter beschäftigten.[4] Zur gleichen Zeit gründeten sie in London die Michelin Tyre Co. Ltd. und in Frankfurt am Main die Deutsche Michelin Pneumatik AG. In Turin entstand das erste Werk im europäischen Ausland. Ein Jahr später folgte in Milltown das erste Werk in Nordamerika. 1908 eröffnete André Michelin schließlich sein Pariser „Routenplanungsbüro“ – hier konnten sich Reiselustige kostenlos über Routen in verschiedenen Ländern informieren. Kurz darauf, im Jahr 1910, brachte Michelin die erste Straßenkarte heraus.[8] Zu dieser Zeit entstand auch die Idee, die besten und beliebtesten Reiserouten Frankreichs in Reiseführern zu erfassen. Die zunächst für die Regionen Frankreichs herausgegebenen Führer bildeten die Grundlage für den späteren Grünen Reiseführer, der erstmals 1926 erschien.[9] Während des Ersten Weltkriegs war Michelin auch im Flugzeugbau tätig, konzentrierte sich nach Kriegsende jedoch wieder auf die Reifenherstellung.[10]

1930–1980[Bearbeiten]

1931 gründete Michelin in Karlsruhe das erste Werk in Deutschland. Außerdem legte das Unternehmen noch im selben Jahr die erste firmeneigene Kautschukplantage im damaligen Indochina an. Wichtige Wegmarke war der ab 1949 vertriebene Radialreifen Michelin X, der dem Unternehmen neue Märkte erschloss. Michelin verkaufte seine Produkte Anfang der 1950er-Jahre bereits in 140 Ländern.[5] 1969 beschäftigte der Reifenhersteller weltweit 81.000 Mitarbeiter, 43.000 davon außerhalb Frankreichs.[4] Der von Michelin erfundene Radialreifen kam 1978 auch in der Formel 1 zum Einsatz. Im Folgejahr gewann Ferrari mit Jody Scheckter auf Michelin-Reifen die Formel-1-Weltmeisterschaft.[11]

1981–1999[Bearbeiten]

1981 rüstete das Unternehmen erstmals ein Flugzeug mit Radialreifen aus – eine Mirage III E der französischen Luftwaffe. Auch Boeing entschied sich 1994 dazu, die 777 standardmäßig mit Michelin Flugzeugreifen auszustatten.[12] Die amerikanischen Raumfähren landeten ebenfalls auf Reifen von Michelin. 1988 erwarb man den US-amerikanischen Konkurrenten Uniroyal Goodrich. Bei der Bereifung von Pkw setzte Michelin verstärkt auf Energiesparmaßnahmen und führte 1992 kraftstoffsparende Reifen ein.[13] 1998 veranstaltete Michelin zum ersten Mal die Michelin Challenge Bibendum in Clermont-Ferrand, ein Forum für nachhaltige Mobilität im Straßenverkehr, das seitdem regelmäßig auf wechselnden Kontinenten stattfindet.[14]

2000 bis heute[Bearbeiten]

Mit dem Tochterunternehmen Euromaster etablierte Michelin einen eigenen Reifenhandel in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 2005 und 2006 war der Reifenhersteller außerdem Reifenpartner des Formel-1-Weltmeisters Fernando Alonso. 2006 folgte jedoch der Ausstieg aus der Formel 1. Grund war die von der Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) festgelegte Regeländerung, nach welcher ab der Saison 2007 Einheitsreifen von einem einzigen Hersteller eingesetzt werden müssen.[15] Am 26. Mai 2006 starb Édouard Michelin, Nachfahre des gleichnamigen Firmengründers und bis zuletzt Geschäftsführer des Unternehmens, bei einem Bootsunglück nahe der Île de Sein.[16][17][18] Sein Partner in der Geschäftsführung, Michel Rollier, leitet seitdem das Unternehmen. 2011 wurde Jean-Dominique Senard zu Rolliers Nachfolger berufen.[19][20][21] Senard trat am 10. Mai 2012 als erster Manager, der nicht der Gründerfamilie entstammt, seinen Job an.[22]

Michelin in Deutschland, Österreich und der Schweiz[Bearbeiten]

Michelin ist seit 1906 mit einer eigenen Vertriebsgesellschaft in Deutschland vertreten und produziert seit 1931 am Standort Karlsruhe, der auch den deutschen Stammsitz bildet. Hier befinden sich die Vertriebszentrale und zentrale Verwaltungsbereiche für Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie ein Werk für Leicht-Lkw-Reifen. Karlsruhe ist ebenfalls Standort des Michelin Museums. 1966 eröffnete Michelin den Standort Bad Kreuznach, dem fünf Jahre später die Werke Bamberg, Homburg und Trier folgten. Das Logistikzentrum für Deutschland befindet sich in Landau in der Pfalz. An den Standorten gibt es rund 5.730 Arbeitsplätze in der Produktion, dem Vertrieb, der Verwaltung und der Logistik. Dazu kommen rund 2.380 Mitarbeiter bei Tochterunternehmen wie dem Reifen-Räder-Spezialisten EUROMASTER und rund 230 Mitarbeiter bei dem Runderneuerungsbetrieb LAURENT Reifen. Im Mai 2006 wurde die Michelin Reifenwerke KGaA in Deutschland umfirmiert in Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA. Das Unternehmen firmiert in Deutschland auch offiziell unter der ohnehin allgemein üblichen deutschen Aussprache [mɪçəˈlin], beispielsweise in der Fernsehwerbung und firmenintern.

In Österreich und der Schweiz existieren keine produzierenden Standorte, aber Vertriebslager.

Produkte von 1891 bis heute[Bearbeiten]

Michelin ist nicht nur in der Reifenherstellung tätig, sondern vertreibt auch Straßenkarten und Navigationsgeräte (ViaMichelin) sowie Hotel- und Reiseführer.

Reifen[Bearbeiten]

Michelin entwickelt und produziert Reifen für Fahrräder, Motorroller, Motorräder, Pkw, Transporter, Leicht-Lkw, Lkw und Busse für Nah- und Fernverkehr, Ackerschlepper, Landmaschinen, Erdbewegungsmaschinen, Sonderfahrzeuge, Stadtbahnen wie zum Beispiel die Pariser Métro, Flugzeuge, Raumfähren, historische Fahrzeuge aller Art sowie Wettkampf- und Rennreifen für nahezu alle Motorsportklassen. Das Unternehmen unterhält in Ladoux ein großes Testgelände, wo es seine eigenen Produkte in Extremsituationen testet. Besondere Bekanntheit erlangte der Mille Pattes, ein fünfachsiges Sonderfahrzeug, das in den 1970er und 1980er Jahren für Reifentests eingesetzt wurde.

Mit dem von Edouard Michelin erfundenen auswechselbaren Fahrradluftreifen beginnt die Produktgeschichte. 1891 meldete Michelin den demontierbaren Luftreifen als Patent an und schon bald gab es eine Version für Automobile. Der neue Pneu steigerte den Fahrkomfort und das Reisen wurde durch die luftgefüllten Reifen um einiges angenehmer.[6] 1913 erfand Michelin das demontierbare Stahlrad und 1923 den ersten Niederdruckreifen (2,5 Bar) für Pkw[4], der bereits eine pannenfreie Laufleistung von 15.000 Kilometern ermöglichte. 1930 folgte schließlich das Patent auf einen Reifen mit einvulkanisiertem Schlauch, den Vorläufer des heute üblichen schlauchlosen Autoreifens „Tubeless“.[5] Ebenfalls 1930 entwickelte das Unternehmen das Zickzack-Profil, das die Haftung auf der Straße erhöhte. Es folgten weitere technische Neuheiten: Der „Super Comfort Stop“ ermöglichte mit seinem Lamellenprofil bessere Haftung auf nasser Straße[5] und der erste Niederquerschnittsreifen namens „Pilote“ verbesserte das Fahrverhalten bei hoher Geschwindigkeit.[5] 1938 kam der erste Stahlgürtelreifen mit Stahldrähten zur Verstärkung des Pneus. 1946 patentierte Michelin den ersten Reifen mit Radialkarkasse, der ab 1949 unter dem Namen „X“ in den Handel kam und einen neuen Industriestandard markierte. Ab 1955 übernahmen dann die meisten europäischen Automobilhersteller das Konzept des Radialreifens.[4] Nach und nach erreichte Michelin auf diesem Weg zahlreiche weitere Fahrzeugtypen und Märkte. Zur gleichen Zeit startete die Serienfertigung für das „Tubeless“-System: Eine robustere luftdichte Gummischicht direkt im Innern des Reifens ersetzte den Luftschlauch, der zuvor oft Ursache gefährlicher plötzlicher Druckverluste war. Mit dem „ZX“ kam 1967 der Nachfolger des „X“ auf den Markt. Er ermöglichte Geschwindigkeiten bis 180 km/h bei höherer Sicherheit. Die nächste Innovation folgte schließlich 1975: das Modell TRX, das erstmals Reifen und Felge vereinte. 1987 wurde der Radialreifen auch für Motorräder eingeführt.

1992 gelang Michelin nach über zehn Jahren intensiver Forschung und Entwicklung ein weiterer Durchbruch mit der Einführung von rollwiderstandsarmen „grünen“ Reifen.[6] Der Rollwiderstand eines Reifens hat direkten Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeugs: Jede fünfte Tankfüllung im Pkw geht zulasten des Rollwiderstands, beim Lkw ist es sogar jede dritte Tankfüllung. Intelligenter Reifenaufbau und die Zugabe von Silica als Füllstoff in die Reifenmischung ermöglichten es, den Rollwiderstand der MICHELIN Pneus zu senken. Heute ist mit dem MICHELIN ENERGYTM Saver+ bereits die fünfte Generation rollwiderstandsoptimierter Reifen auf dem Markt.

Drei Jahre später, 1995, führte der Reifenhersteller in Nordamerika den Pkw-Reifen XH4 ein, der eine Laufleistung von 130.000 Kilometern erreichte. Nur wenige Jahre später folgte das Michelin PAX-System: Selbst mit defektem Reifen kommt ein Fahrzeug damit bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h noch 80 Kilometer weit. Unter anderem kam das System beim Bugatti Veyron zum Einsatz. 2001 führte Michelin als wichtigste Neuheit den Vier-Meter-Erdbewegungsreifen ein: Bei einem Durchmesser von 4,03 Metern und einer Breite von 1,50 Metern bringt er 5.300 Kilogramm Gewicht auf die Waage. Mit einer Traglast von bis zu 99 Tonnen kommt er auf den größten Muldenkippern der Welt zum Einsatz. Außerdem bildete der Lkw-Reifen MICHELIN X® One eine neue Alternative zum Zwillingsreifen und trug dazu bei, Emissionen bei der Herstellung, Kosten bei der Anschaffung und Treibstoff beim Betrieb zu sparen.[23] Eine weitere Erfindung für Lkw-Reifen war die patentierte „Antisplash“-Ableitkontur, die das von Nutzfahrzeugen bei Regen aufgewirbelte Spritzwasser reduziert und die Sicherheit auf regennasser Fahrbahn verbessert. Darüber hinaus erschien mit dem MICHELIN XeoBib ein Landwirtschaftsreifen, der konstant mit einem Luftdruck von nur einem Bar gefahren werden kann und so den Boden schont.[5] 2010 kamen dann der Pkw-Sommerreifen MICHELIN Pilot Sport 3 sowie der Pkw-Winterreifen MICHELIN Alpin A4 auf den Markt. Ein weiteres bekanntes Produkt der jüngeren Zeit ist die Reifen-Felgen-Kombination Tweel[24]: Die völlig neue Reifenkonstruktion kommt völlig ohne Luft aus. Rad und Reifen sind mittels flexibler Speichen fest miteinander verbunden. Ohne Einbußen beim Komfort bietet der Tweel hohe Sicherheit, da kein plötzlicher Druckverlust auftreten kann. Er kommt unter anderem bei Militärfahrzeugen und Spezialfahrzeugen des Katastrophenschutzes zum Einsatz.

Straßenkarten und Navigation[Bearbeiten]

1910 entschieden die Brüder Michelin, ihr Heimatland Frankreich kartografisch zu erfassen. Die detaillierten Straßenkarten sollten den Automobilisten das Reisen erleichtern und dazu beitragen, den Reifenabsatz weiter zu steigern. Mit der ersten Straßenkarte Frankreichs im Maßstab 1:200.000 legte André Michelin 1910 den Grundstein für den erfolgreichen Michelin Reiseverlag, der schon kurz darauf auch Straßenschilder und Reiseführer fertigte und so neue Geschäftsfelder erschloss.[25] Heute vertreibt Michelin weltweit Straßenkarten für 32 Länder.[26] Darüber hinaus bietet das interaktive Reiseportal „ViaMichelin“ einen Online-Routenplaner sowie Informationen rund um Tourismus, Unterkünfte und Gastronomie. Navigationsgeräte und -software werden über das Portal ebenfalls vertrieben.

Hotel- und Restaurantführer[Bearbeiten]

1923 erschienen mit dem Guide Michelin erstmals Hotel- und Restaurantempfehlungen von Michelin. In den Jahren darauf begann die Vergabe der Michelin-Sterne für eine mindestens sehr gute Küche. Die Michelin-Führer stehen heute in breiterer Auswahl denn je zur Verfügung – ob als iPhone-Anwendung, die überall unterwegs den Weg zum nächsten Restaurant weist, als Website (viamichelin.com) zur komfortablen Auswahl von zu Hause inklusive Online-Routenplanung oder in Buchform. Die gedruckte Auflage der Reihe lag 2010 weltweit bei über einer Million Exemplaren. Der Michelin-Führer – richtigerweise müsste man von den Michelin-Führern sprechen – besteht 2011 aus einer Reihe von 25 separaten Veröffentlichungen, die 23 Länder umfassen.

Michelin Lifestyle-Kollektion[Bearbeiten]

Michelin vertreibt über seine Lifestyle-Kollektion Automobilzubehör (Schneeketten, Fußmatten, Scheibenwischer, Eiskratzer etc.), Fahrradzubehör (Luftpumpen, Reparaturzubehör, Trinkflaschen, Beleuchtung etc.), Sportartikel (Tennisschuhe und Tischtennisschläger) sowie Geschenke und Sammlerstücke (Modellautos, Kinderspielzeug etc.).

Der Michelin-Mann[Bearbeiten]

1894 schlug die Geburtsstunde des bekannten Markenzeichens Bibendum, auch bekannt als Michelin-Mann oder Michelin-Männchen. Seitdem ist Bibendum Markenzeichen und wichtiger Werbeträger des Unternehmens.[27] 2000 wählte eine Jury der Financial Times den Michelin-Mann zum besten Unternehmenslogo aller Zeiten.[28]

Engagement[Bearbeiten]

Michelin engagiert sich in verschiedenen Bereichen wie Umwelt, Strukturhilfe und Verkehrssicherheit. An den deutschen Standorten betreibt das Unternehmen regionale Wirtschaftsförderung (Michelin Development) mit dem Ziel, Arbeitsplätze in kleinen und mittleren Betrieben zu schaffen.[29][30] Zu diesem Zweck leistet Michelin in den betreffenden Städten oder Regionen Finanzhilfen, bietet technische und personelle Ressourcen sowie Beratung. Zusammen mit den Automobilclubs ADAC, ÖAMTC und TCS engagiert sich Michelin außerdem für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.[31]

Michelin Challenge Bibendum[Bearbeiten]

Seit 1998 veranstaltet der Reifenhersteller regelmäßig die Michelin Challenge Bibendum. Es handelt sich um eines der weltweit größten Foren für nachhaltige Mobilität, benannt nach dem Markenzeichen Bibendum. Zahlreiche Autohersteller und weitere Akteure präsentieren dort technische Lösungen und Konzepte für eine nachhaltige Mobilität im Straßenverkehr. Ziel der Veranstaltung ist es, den Energieverbrauch von Fahrzeugen zu senken, den CO2-Ausstoß zu minimieren, die Energieversorgung für den Straßenverkehr zu sichern, die Lärmbelästigung zu reduzieren, die Unfallzahlen zu vermindern und den Verkehrsfluss zu verbessern. Die jüngste Auflage fand im Mai 2011 in Berlin statt.[32]

Umwelt[Bearbeiten]

Michelin achtet auf eine umweltverträgliche Produktion und ökologische Rohstoffgewinnung. Durch Nutzung von erneuerbaren Energien wie Solarenergie und Windkraft reduziert das Unternehmen den CO2-Ausstoß. An den deutschen Standorten Karlsruhe, Homburg, Bad Kreuznach und Bamberg sowie dem Logistikzentrum Landau realisiert Michelin gemeinsam mit Partnern eines der größten Dachsolarprojekte der Welt.[33][34] In Bad Kreuznach betreibt das Unternehmen außerdem eine Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung und eine Konditherm-Anlage zur Energierückgewinnung aus Prozessdampf.[35] Darüber hinaus arbeiten die Forscher und Entwickler im Unternehmen ständig an der Reduzierung des Rollwiderstands der Reifen. Ein geringerer Rollwiderstand trägt dazu bei, Kraftstoff zu sparen. Durch die längere Laufleistung des Reifens werden außerdem Rohstoffe geschont. Ab November 2012 werden Verbraucher mit einem standardisierten Label erstmals europaweit über die Sicherheits- und Umwelteigenschaften von Pkw- und Lkw-Reifen informiert.[36] Michelin ist mit seiner Philosophie der Balance of Performance seit Langem auf das Label vorbereitet.[37] Balance of Performance steht für Kraftstoffersparnis, Sicherheit und Langlebigkeit.
Jedoch ist das Unternehmen auch wegen der Abholzung von Regenwald in die Kritik geraten. So in Indien, wo sich die lokale Bevölkerung gegen den Bau der Michelin-Fabrik in Thervoy Kandigai und die damit einhergehende Abholzung des Gemeindewaldes ausspricht.[38] Aber auch in Nigeria steht das Unternehmen in der Kritik, Regenwald zu roden, um die gestiegene Reifennachfrage durch weitere Kautschukplantagen zu befriedigen.[39]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Michelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://www.michelin.de/unternehmen/michelin-weltweit
  2. a b http://www.faz.net/aktuell/finanzen/kurs/aktien/michelin-nom-eo-2/FR0000121261/
  3. Neue Reifenzeitung - Die Größten Unternehmen der Reifenbranche, Stand 29. Mai 2012 (abgerufen am 7. Oktober 2012) (PDF; 187 kB)
  4. a b c d e Nunc est bibendum - 120 Jahre Michelin. In: Motor Klassik. 28. November 2010, abgerufen am 13. Dezember 2011.
  5. a b c d e f g Unternehmensgeschichte auf michelin.de
  6. a b c Oliver Kammern: Mit dem Fahrradreifen fing es an … In: Oldtimer-TV. 7. April 2011, abgerufen am 13. Dezember 2011.
  7. http://news.michelin.de/de/news/news_detail_popup.jsp?id=17991&codeRubrique=1080
  8. http://www.lifepr.de/pressemeldungen/michelin-reiseverlag-michelin-reifenwerke-ag-co-kgaa/boxid/154763
  9. http://www.acgcm.com/d_8grunen.html
  10. http://www.auto-motor-und-sport.de/news/michelin-historie-auf-den-spuren-des-michelin-maennchens-1419201.html
  11. http://www.reifenvergleich.de/michelin-reifen/
  12. http://www.nytimes.com/1992/03/07/business/company-news-boeing-michelin.html
  13. http://www.auto-news.de/auto/news/anzeige_Gruene-Reifen-von-Michelin-sorgen-fuer-weltweite-Kraftstoffersparnis_id_22295
  14. http://www.michelinchallengebibendum.com/de/Berlin-2011/Mehr/Fruehere-Events
  15. http://www.spiegel.de/sport/formel1/a-390484.html
  16. http://www.faz.net/artikel/C30350/portait-edouard-michelin-lausbub-und-harter-hund-30024643.html
  17. http://www.guardian.co.uk/business/2006/may/29/france.guardianobituaries
  18. http://money.cnn.com/2006/05/26/news/newsmakers/michelin/?cnn=yes
  19. http://news.michelin.de/de/news/news_detail_popup.jsp?id=27925&codeRubrique=1080
  20. http://www.automobile-koepfe.de/blog/blog-post/2011/02/14/senard-wird-neuer-firmenchef-von-michelin/
  21. http://www.reifenpresse.de/news/alle-news/detail/article/jean-dominique-senard-zum-rollier-nachfolger-bei-michelin-gewaehlt.html
  22. Raus aus der Führungskrise auf Europe Online Magazine, veröffentlicht am 11. Mai 2012, abgerufen am 12. Mai 2012
  23. http://www.autosieger.de/article10403.html
  24. http://www.spiegel.de/auto/werkstatt/0,1518,347597,00.html
  25. http://www.auto.de/magazin/showArticle/article/39738/Die-Brueder-Michelin-entwarfen-1910-erste-detaillierte-Strassenkarten
  26. http://news.michelin.de/de/news/news_detail.jsp?id=26945&codeRubrique=1080
  27. http://www.michelin.de/unternehmen/michelin-mannchen-bibendum
  28. http://money.cnn.com/magazines/fortune/fortune_archive/2005/09/19/8272906/index.htm
  29. http://www.reifenfachhandel.eu/renate-haessler-leiterin-michelin-development/
  30. http://news.michelin.de/de/front/affich.jsp?codeRubrique=31102005095921
  31. http://www.michelin.de/unternehmen/unser-engagement
  32. http://www.michelinchallengebibendum.com/de/
  33. http://www.energieportal24.de/pn_1477.htm
  34. http://news.michelin.de/de/front/affich.jsp?codeRubrique=1013
  35. http://www.kreuznach-blog.de/2011/06/28/michelin-bad-kreuznach-100-millionen-kilowattstunden-energie-aus-prozessdampf-zuruckgewonnen/
  36. http://www.autonews-123.de/nutzfahrzeugreifen-fuer-den-winter-reifen-fuer-lkw-und-bus/
  37. http://www.reifenpresse.de/news/alle-news/detail/article/balance-of-performance-michelin-workshop-zu-einer-trilogie-der-leistungsmerkmale.html
  38. https://www.regenwald.org/aktion/819/indien-stoppt-das-michelin-werk-im-wald-der-unberuhrbaren
  39. http://www.regenwald.org/regenwaldreport/1995/156/nigeria-autoreifen-statt-regenwald