Guimarães
| Guimarães | ||||||
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| Basisdaten | ||||||
| Region: | Norte | |||||
| Unterregion: | Ave | |||||
| Distrikt: | Braga | |||||
| Concelho: | Guimarães | |||||
| Koordinaten: | 41° 27′ N, 8° 18′ W41.442830555556-8.2939972222222Koordinaten: 41° 27′ N, 8° 18′ W | |||||
| Einwohner: | 158.108 (Stand: 30. Juni 2011)[1] | |||||
| Fläche: | 241,04 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2] | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 656 Einwohner pro km² | |||||
| Postleitzahl: | 48xx | |||||
| Kreis Guimarães | ||||||
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| Einwohner: | 158.108 (Stand: 30. Juni 2011)[1] | |||||
| Fläche: | 241,04 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2] | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 656 Einwohner pro km² | |||||
| Anzahl der Gemeinden: | 69 | |||||
| Verwaltung | ||||||
| Adresse der Verwaltung: | Câmara Municipal de Guimarães Largo Cónego José Maria Gomes 4800-419 Guimarães |
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| Präsident der Câmara Municipal: | António Magalhães da Silva (PS) | |||||
| Webpräsenz: | www.cm-guimaraes.pt
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Guimarães [gimɐ'ɾɐ̃ĩʃ] ist eine Stadt mit rund 52.000 Einwohnern im Norden von Portugal im Distrikt Braga. Hier soll Alfons I. (Afonso Henriques), der erste König Portugals, geboren sein, weswegen sie die erste Hauptstadt des Landes war und als „Wiege der Nation“ gilt.
Die Altstadt von Guimarães gehört zum Welterbe der UNESCO.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt [Bearbeiten]
Geographie [Bearbeiten]
Guimarães liegt am Fuße der Serra da Penha, etwa 45 km nordöstlich von Porto und 20 km südöstlich von Braga an der Nationalstraße 101.
Geschichte [Bearbeiten]
Eine reiche galicische Gräfin namens Mumadona Dias soll hier um 960 eine Klosterburg (Castelo de Vimaranes) errichtet haben. Heinrich von Burgund machte die Stadt 1096 zur Hauptstadt seiner Grafschaft Portuguale und ließ um den Schutzturm des Klosters eine Burg errichten, in der (wahrscheinlich) ca. 1109 sein Sohn Alfons I. (Afonso Henriques) geboren wurde. Mit der Schlacht von São Mamede vom 24. Juni 1128 wurde die portugiesische Gräfin Theresia, die Mutter von Alfons, die zu Gunsten ihres Geliebten den Sohn von der Nachfolge verdrängen wollte, entmachtet. 1139 ließ sich Alfons nach dem Sieg über die Mauren in der Schlacht von Ourique zum portugiesischen König ausrufen und bestimmte Coimbra zur ersten Hauptstadt des jungen Reiches. 1143 anerkannte Kastilien im Vertrag von Zamora die portugiesische Unabhängigkeit.
Im 15. Jahrhundert residierten in Guimarães die Herzöge von Bragança. 1853 erhielt Guimarães das Stadtrecht.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Guimarães wurde vom Rat der Europäischen Union zur Kulturhauptstadt Europas 2012 ausgerufen. Maribor in Slowenien war ebenfalls Kulturhauptstadt 2012.[3]
Museen [Bearbeiten]
In Guimarães sind hauptsächlich drei Museen von internationaler kultureller Bedeutung. Dazu zählt das Museu Alberto Sampaio (Sakrale Kunst), das Museu de Arte Primitiva Moderna (Moderne naive Kunst) und das Museu da Socidedade Martins Sarmento.
Bauwerke [Bearbeiten]
An Bauwerken und anderen Sehenswürdigkeiten sind vor allem die historische Altstadt, das Castelo sowie die Kirchen Igreja do São Miguel do Castelo, Igreja Nossa Senhora da Oliveira und Igreja dos Santos Passos als sehenswert zu nennen. Auch die Paläste Paço dos Duques de Bragança und Palácio de Vila Flor zählen zu den Sehenswürdigkeiten Guimarães.
- Castelo: Die alte romanische Burg wurde in der Mitte des 10. Jahrhunderts auf Anweisung der galizischen Gräfin Mumadona gebaut, um die Stadt und das Kloster vor den Angriffen der Normannen und Araber zu schützen. Hier wurde 1109 der Sohn von Heinrich von Burgund, Afonso Henriques, geboren, der 1140 die Stadt zur ersten Hauptstadt Portugals machte, nach einem Sieg über die Araber. Er wurde der erste König des jungen Portugal, dem Gebiet zwischen dem Minho und dem Tejo. Der Bergfried (Torre de Menagem) hat eine Höhe von 27 m. Die Burganlage gilt als eine der besterhaltenen romanischen Festungen Portugals. Salazar ließ die Burg in den 40er Jahren des 20. Jh. erneuern. Die Umfassungsmauern sind zinnen- und turmbewehrt und umschließen einen verhältnismäßig kleinen dreieckigen Burghof.
- In der nahe gelegenen Capela São Miguel do Castelo vom Anfang des 12. Jahrhunderts wurde 1111 der erste portug. König Afonso I. (Henriques) getauft. Gleich am Eingang steht eine Nachbildung des Taufsteins, dessen Original heute in der Igreja de Nossa Senhora da Oliveira zu finden ist. Die karge Ornamentik und die nur schießschartengroßen Fenster erzeugen einen etwas düsteren Eindruck. Sehenswert sind die vielen Grabplatten, die im Boden eingelassen sind.
- Paço Ducal (Paço dos Duques de Bragança): Der Palast wurde um 1420 von Afonso H. nach französischem Vorbild im normannisch-burgundischen Stil erbaut und zählt zu den prächtigsten Adelssitzen des 15. Jahrhunderts. Anlässlich der Jahrtausendfeier ließ Salazar den Bau 1960 zur offiziellen Staatsbleibe umfunktionieren.
- Das Denkmal des Afonso Henriques wurde vom Bildhauer António Soares dos Reis 1887 geschaffen und steht unweit des Herzogspalastes.
- Der Largo do Brasil gehört zu den schönsten Plätzen der Stadt. An seinem südöstlichen Ende steht die barocke Igreja dos Santos Passos aus 1769.
- Eine Vielzahl von Gassen und Gässchen, Geschäften und Konventen bildet die liebevoll restaurierte Altstadt. Die wohl schönste und älteste Straße der Stadt, die Rua de Santa Maria, führt vom Burg- und Palastensemble zum zentralen Platz, dem Largo da Oliveira ("Ölbaumplatz").
- Wichtigstes Bauwerk auf dem Largo da Oliveira ist die Igreja de Nossa Senhora da Oliveira. Hier ließ die Gräfin Mumadona Dias um 960 das Kloster errichten, das 1387–1393 erweitert wurde. Der bedeutendste Prior des Klosters war der spätere Papst Johannes XXI.
- Im Kreuzgang und anderen Teilen der Kirche ist seit 1928 das Museo Alberto Sampaio untergebracht. Es beherbergt bedeutende Exponate aus Kirchen der Region.
- Der Alpendre ist eine quadratische manuelinisch-gotische Säulenhalle. Er steht seit 1342 vor dem Westportal der Kirche.
- Das frühere Rathaus (antigos paços do conselho) aus dem 14. Jahrhundert, erneuert Ende des 17. Jahrhunderts, steht gegenüber der Igreja de Nossa Senhora da Oliveira.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- In der ersten Augustwoche finden seit 1906 die "Gualterianas" zu Ehren des Hl. Gualter statt. Zu den Festivitäten gehören Cortejo do Linho (Leinenfestzug) und die Batalha das Flores (Blumenschlacht). Ein großer Umzug beschließt das Fest.
- Vom 29. November bis 7. Dezember feiern die Studenten von Guimaraes die "Nicolinas" zu Ehren des Hl. Nikolaus von Mira. Besonders beliebt sind die "Ceias Nicolinas": nach dem Abendessen in den Restaurants der Stadt ziehen die Teilnehmer durch die Straßen und stimmen die "Toques Nicolinos" auf ihren Trommeln an.
- Am 13. Dezember wird jedes Jahr das Fest der Santa Luzia bei der Capela de Santa Luzia in der Rua Francisco Agra gefeiert. Traditionell wird dazu ein besonderes Gebäck aus Roggenmehl und Zucker hergestellt, dessen Formen eindeutig sexuelle Konnotationen haben. Verliebte junge Männer schenkten das phallusartige Gebäck der Angebeteten; wenn die Zuneigung erwidert wurde, schenkte das Mädchen ein Vögelchen.
- Die "Romaria Grande de Sao Torcato" findet jährlich im Juli in der Gemeinde Sao Torcato statt und gilt als die größte Romaria in der Region Minho. Vier Tage lang wird gefeiert, dazu gehört die Prozession zu Ehren des Hl. Torcato.
Wirtschaft [Bearbeiten]
In Guimarães gibt es vorwiegend Textil- und Schuhindustrie.
Verkehr [Bearbeiten]
Seit 1884 ist Guimarães über die Linha de Guimarães nach Porto an das portugiesische Eisenbahnnetz angebunden. Die ursprünglich in Meterspur erbaute Strecke wurde 2004, rechtzeitig zu den in Guimarães ausgetragenen Spielen der Fußball-Europameisterschaft 2004, auf die iberische Breitspur umgespurt und elektrifiziert. Seitdem gibt es neben den im dichtem Takt angebotenen Vorortzügen der Urbanos do Porto auch ein Intercidades-Zugpaar nach Lissabon.
Sport [Bearbeiten]
Im Dom-Afonso-Henriques-Stadion des Fußballclubs Vitória Guimarães mit 30.000 Sitzplätzen fanden mehrere Spiele der Fußball-Europameisterschaft 2004 statt.
Partnerstädte [Bearbeiten]
Guimarães unterhält Städtepartnerschaften mit[4]
- Compiègne, Frankreich, seit 2004
- Londrina, Brasilien, seit 1987
- Mé-Zóchi, São Tomé und Príncipe, seit 1989
- Brive-la-Gaillarde, Frankreich, seit 1992
- Igualada, Spanien, seit 1994
- Tacoronte, Spanien, seit 1996
- Rio de Janeiro, Brasilien, seit 1998
- Kaiserslautern, Deutschland, seit 2000
- Colonia del Sacramento, Uruguay, seit 2000
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Alfons I. der Eroberer (1109–1185), erster König von Portugal
- Gil Vicente (1465–1536), Dramatiker
- Emídio Guerreiro (1899–2005), Freiheitskämpfer und Antifaschist
- José de Guimarães (* 1939), bildender Künstler
- Dionísio Castro (* 1963), Leichtathlet
- Domingos Castro (* 1963), Leichtathlet
- Joaquim Sampaio (* 1970), Radrennfahrer
- Ricardo Fernandes (* 1978), Fußballspieler
- Fernando Meira (* 1978), Fußballspieler
- Pedro Mendes (* 1979), Fußballspieler
- César Peixoto (* 1980), Fußballspieler
- Ana Dulce Félix (* 1982), Leichtathletin
- Vieirinha (* 1986), Fußballspieler
Der Kreis [Bearbeiten]
Guimarães ist Sitz eines gleichnamigen Kreises. Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Póvoa de Lanhoso, Fafe, Felgueiras, Vizela, Lousada, Santo Tirso, Vila Nova de Famalicão sowie Braga.
Die folgenden Gemeinden (freguesias) liegen im Kreis Guimarães:
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Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Webseite der Stadt (portugiesisch)
- Homepage der Kulturhauptstadt 2012 Guimarães (engl. Fassung)
- Info-Seite in deutscher Sprache
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
- ↑ a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
- ↑ tagesschau.de: Guimarães und Maribor werden Kulturhauptstädte (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.) → Erläuterung
- ↑ Website von Guimarães
Kulturlandschaften und Naturerbe
Weinregion Alto Douro | Lorbeerwald Laurisilva von Madeira | Weinbaukultur der Insel Pico | Kulturlandschaft Sintra
Historische Stadtzentren
Altstadt von Angra do Heroísmo auf den Azoren | Elvas | Évora | Guimarães | Porto
Archäologische Stätten
Prähistorische Felszeichnungen im Parque Arqueológico do Vale do Côa
Einzelbauten oder Gebäudeensembles
Kloster Alcobaça | Kloster Batalha | Turm von Belém in Lissabon | Hieronymuskloster in Lissabon | Christuskloster in Tomar
Kulturstadt Europas: 1985: Athen | 1986: Florenz | 1987: Amsterdam | 1988: West-Berlin | 1989: Paris | 1990: Glasgow | 1991: Dublin | 1992: Madrid | 1993: Antwerpen | 1994: Lissabon | 1995: Luxemburg | 1996: Kopenhagen | 1997: Thessaloniki | 1998: Stockholm
Kulturhauptstadt Europas: 1999: Weimar | 2000: Avignon, Bergen, Bologna, Brüssel, Helsinki, Krakau, Prag, Reykjavík, Santiago de Compostela | 2001: Porto, Rotterdam | 2002: Brügge, Salamanca | 2003: Graz | 2004: Genua, Lille | 2005: Cork | 2006: Patras | 2007: Hermannstadt, Luxemburg zusammen mit der Großregion | 2008: Liverpool, Stavanger | 2009: Linz, Vilnius | 2010: Istanbul, Pécs, Essen zusammen mit dem Ruhrgebiet | 2011: Tallinn, Turku | 2012: Guimarães, Maribor | 2013: Košice, Marseille | 2014: Riga, Umeå | 2015: Mons, Pilsen | 2016: Breslau, Donostia-San Sebastián
Amares | Barcelos | Braga | Cabeceiras de Basto | Celorico de Basto | Esposende | Fafe | Guimarães | Póvoa de Lanhoso | Terras de Bouro | Vieira do Minho | Vila Nova de Famalicão | Vila Verde | Vizela