Guimarães

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Guimarães (Begriffsklärung) aufgeführt.
Guimarães
Wappen Karte
Wappen von Guimarães
Guimarães (Portugal)
Guimarães
Basisdaten
Region: Norte
Unterregion: Ave
Distrikt: Braga
Concelho: Guimarães
Koordinaten: 41° 27′ N, 8° 18′ W41.442830555556-8.2939972222222Koordinaten: 41° 27′ N, 8° 18′ W
Einwohner: 158.108 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 241,04 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 656 Einwohner pro km²
Postleitzahl: 48xx
Kreis Guimarães
Flagge Karte
Flagge von Guimarães Position des Kreises Guimarães
Einwohner: 158.108 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 241,04 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 656 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 69
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Guimarães
Largo Cónego José Maria Gomes
4800-419 Guimarães
Präsident der Câmara Municipal: António Magalhães da Silva (PS)
Webpräsenz: www.cm-guimaraes.pt


Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/alte Parameter trotz LAU


Vorlage:Infobox Município/Wartung/Verwaltungadresse ist leer



Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Keine Freguesia


Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Karte ist leer Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/alte Parameter trotz LAU


Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Höhe ist leer

Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Bürgermeister ist leer

Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Straße ist leer

Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Verwaltungsort ist leer Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Webseite ist leer

Guimarães [gimɐ'ɾɐ̃ĩʃ] ist eine Stadt mit rund 52.000 Einwohnern im Norden von Portugal im Distrikt Braga. Hier soll Alfons I. (Afonso Henriques), der erste König Portugals, geboren sein, weswegen sie die erste Hauptstadt des Landes war und als „Wiege der Nation“ gilt.[3]

Die Altstadt von Guimarães gehört zum Welterbe der UNESCO.

Die Stadt[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

Guimarães liegt am Fuße der Serra da Penha, etwa 45 km nordöstlich von Porto und 20 km südöstlich von Braga an der Nationalstraße 101.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine reiche galicische Gräfin namens Mumadona Dias soll hier um 960 eine Klosterburg (Castelo de Vimaranes) errichtet haben. Heinrich von Burgund machte die Stadt 1096 zur Hauptstadt seiner Grafschaft Portuguale und ließ um den Schutzturm des Klosters eine Burg errichten, in der (wahrscheinlich) ca. 1109 sein Sohn Alfons I. (Afonso Henriques) geboren wurde. Mit der Schlacht von São Mamede vom 24. Juni 1128 wurde die portugiesische Gräfin Theresia, die Mutter von Alfons, die zu Gunsten ihres Geliebten den Sohn von der Nachfolge verdrängen wollte, entmachtet. 1139 ließ sich Alfons nach dem Sieg über die Mauren in der Schlacht von Ourique zum portugiesischen König ausrufen und bestimmte zunächst Guimarães zur ersten Hauptstadt des jungen Reiches.[3] 1143 anerkannte Kastilien im Vertrag von Zamora die portugiesische Unabhängigkeit; im gleichen Jahr wurde die Hauptstadt nach Coimbra verlegt.[4][3]

Im 15. Jahrhundert residierten in Guimarães die Herzöge von Bragança. 1853 erhielt Guimarães das Stadtrecht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahl der Stadt Guimarães (1864–2011)
1864 1878 1890 1900 1911 1920 1930 1960 2001
7 568 7 980 8 611 9 104 9 550 9 023 9 541 23 233 52 182

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Guimarães wurde vom Rat der Europäischen Union zur Kulturhauptstadt Europas 2012 ausgerufen. Maribor in Slowenien war ebenfalls Kulturhauptstadt 2012.[5]

Museen[Bearbeiten]

In Guimarães sind hauptsächlich drei Museen von internationaler kultureller Bedeutung. Dazu zählt das Museu Alberto Sampaio (Sakrale Kunst), das Museu de Arte Primitiva Moderna (Moderne naive Kunst) und das Museu da Socidedade Martins Sarmento.

Bauwerke[Bearbeiten]

An Bauwerken und anderen Sehenswürdigkeiten sind vor allem die historische Altstadt, das Castelo sowie die Kirchen Igreja do São Miguel do Castelo, Igreja Nossa Senhora da Oliveira und Igreja dos Santos Passos als sehenswert zu nennen. Auch die Paläste Paço dos Duques de Bragança und Palácio de Vila Flor zählen zu den Sehenswürdigkeiten Guimarães.

  • Castelo: Die alte romanische Burg wurde in der Mitte des 10. Jahrhunderts auf Anweisung der galizischen Gräfin Mumadona gebaut, um die Stadt und das Kloster vor den Angriffen der Normannen und Araber zu schützen. Der Sohn Heinrichs von Burgund, der spätere König Alfons I., wurde 1109 hier geboren. Nach dem Sieg über die Araber und der Ausrufung des Königreichs Portugal, einem Gebiet zwischen den Flüssen Minho und Tejo, machte er Guimarães 1140 zur ersten Hauptstadt Portugals. Der Bergfried (Torre de Menagem) hat eine Höhe von 27 m. Die Burganlage gilt als eine der besterhaltenen romanischen Festungen Portugals. In den 1940er Jahren ließ Salazar die Burg renovieren. Die Umfassungsmauern sind zinnen- und turmbewehrt und umschließen einen verhältnismäßig kleinen dreieckigen Burghof.
  • In der nahe gelegenen Capela São Miguel do Castelo vom Anfang des 12. Jahrhunderts wurde 1111 der erste portug. König Afonso I. (Henriques) getauft. Gleich am Eingang steht eine Nachbildung des Taufsteins, dessen Original heute in der Igreja de Nossa Senhora da Oliveira zu finden ist. Die karge Ornamentik und die nur schießschartengroßen Fenster erzeugen einen etwas düsteren Eindruck. Sehenswert sind die vielen Grabplatten, die im Boden eingelassen sind.
  • Paço Ducal (Paço dos Duques de Bragança): Der Palast wurde um 1420 von Afonso H. nach französischem Vorbild im normannisch-burgundischen Stil erbaut und zählt zu den prächtigsten Adelssitzen des 15. Jahrhunderts. Anlässlich der Jahrtausendfeier ließ Salazar den Bau 1960 zur offiziellen Staatsbleibe umfunktionieren.
  • Das Denkmal des Afonso Henriques wurde vom Bildhauer António Soares dos Reis 1887 geschaffen und steht unweit des Herzogspalastes.
  • Der Largo do Brasil gehört zu den schönsten Plätzen der Stadt. An seinem südöstlichen Ende steht die barocke Igreja dos Santos Passos aus 1769.
  • Eine Vielzahl von Gassen und Gässchen, Geschäften und Konventen bildet die liebevoll restaurierte Altstadt. Die wohl schönste und älteste Straße der Stadt, die Rua de Santa Maria, führt vom Burg- und Palastensemble zum zentralen Platz, dem Largo da Oliveira ("Ölbaumplatz").
  • Wichtigstes Bauwerk auf dem Largo da Oliveira ist die Igreja de Nossa Senhora da Oliveira. Hier ließ die Gräfin Mumadona Dias um 960 das Kloster errichten, das 1387–1393 erweitert wurde. Der bedeutendste Prior des Klosters war der spätere Papst Johannes XXI.
  • Im Kreuzgang und anderen Teilen der Kirche ist seit 1928 das Museo Alberto Sampaio untergebracht. Es beherbergt bedeutende Exponate aus Kirchen der Region.
  • Der Alpendre ist eine quadratische manuelinisch-gotische Säulenhalle. Er steht seit 1342 vor dem Westportal der Kirche.
  • Das frühere Rathaus (antigos paços do conselho) aus dem 14. Jahrhundert, erneuert Ende des 17. Jahrhunderts, steht gegenüber der Igreja de Nossa Senhora da Oliveira.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • In der ersten Augustwoche finden seit 1906 die "Gualterianas" zu Ehren des Hl. Gualter statt. Zu den Festivitäten gehören Cortejo do Linho (Leinenfestzug) und die Batalha das Flores (Blumenschlacht). Ein großer Umzug beschließt das Fest.
  • Vom 29. November bis 7. Dezember feiern die Studenten von Guimaraes die "Nicolinas" zu Ehren des Hl. Nikolaus von Mira. Besonders beliebt sind die "Ceias Nicolinas": nach dem Abendessen in den Restaurants der Stadt ziehen die Teilnehmer durch die Straßen und stimmen die "Toques Nicolinos" auf ihren Trommeln an.
  • Am 13. Dezember wird jedes Jahr das Fest der Santa Luzia bei der Capela de Santa Luzia in der Rua Francisco Agra gefeiert. Traditionell wird dazu ein besonderes Gebäck aus Roggenmehl und Zucker hergestellt, dessen Formen eindeutig sexuelle Konnotationen haben. Verliebte junge Männer schenkten das phallusartige Gebäck der Angebeteten; wenn die Zuneigung erwidert wurde, schenkte das Mädchen ein Vögelchen.
  • Die "Romaria Grande de Sao Torcato" findet jährlich im Juli in der Gemeinde Sao Torcato statt und gilt als die größte Romaria in der Region Minho. Vier Tage lang wird gefeiert, dazu gehört die Prozession zu Ehren des Hl. Torcato.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Guimarães gibt es vorwiegend Textil- und Schuhindustrie.

Verkehr[Bearbeiten]

Seit 1884 ist Guimarães über die Linha de Guimarães nach Porto an das portugiesische Eisenbahnnetz angebunden. Die ursprünglich in Meterspur erbaute Strecke wurde 2004, rechtzeitig zu den in Guimarães ausgetragenen Spielen der Fußball-Europameisterschaft 2004, auf die iberische Breitspur umgespurt und elektrifiziert. Seitdem gibt es neben den im dichten Takt angebotenen Vorortzügen der Urbanos do Porto auch ein Intercidades-Zugpaar nach Lissabon.

Sport[Bearbeiten]

Im Dom-Afonso-Henriques-Stadion des Fußballclubs Vitória Guimarães mit 30.000 Sitzplätzen fanden mehrere Spiele der Fußball-Europameisterschaft 2004 statt.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Guimarães unterhält Städtepartnerschaften mit[6]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Der Kreis[Bearbeiten]

Verwaltung[Bearbeiten]

Guimarães ist Sitz eines gleichnamigen Kreises (Concelho). Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Póvoa de Lanhoso, Fafe, Felgueiras, Vizela, Lousada, Santo Tirso, Vila Nova de Famalicão sowie Braga.

Die folgenden Gemeinden (Freguesias) liegen im Kreis Guimarães:

Die Gemeinden von Guimarães

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahl im Kreis Guimarães (1801–2011)
1801 1849 1864 1878 1890 1900 1911 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1981 1991 2001 2004 2008 2011
47 465 46 619 44 188 46 277 49 738 54 910 58 997 56 359 65 417 82 120 97 064 116 272 121 145 146 959 157 589 159 576 161 876 162 636 158 124

Kommunaler Feiertag[Bearbeiten]

  • 24. Juni

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Guimarães – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. a b c Melanie Preisner, Bianca Dost, Lena Förster: Guimarães. Portugiesische Erinnerungskulturen, TU Chemnitz, abgerufen am 6. Oktober 2013.
  4.  Regis St. Louis, Robert Landon: Lonely Planet Portugal. Lonely Planet, 2007, ISBN 978-1-74059-918-4, S. 404 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. tagesschau.de: Guimarães und Maribor werden Kulturhauptstädte (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  6. Website von Guimarães