Maßbach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Maßbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Maßbach
Maßbach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Maßbach hervorgehoben
50.18333333333310.283333333333284Koordinaten: 50° 11′ N, 10° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Bad Kissingen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Maßbach
Höhe: 284 m ü. NHN
Fläche: 59,31 km²
Einwohner: 4488 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97711
Vorwahlen: 09735, 09733 (Poppenlauer)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KG, BRK, HAB
Gemeindeschlüssel: 09 6 72 131
Marktgliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
97711 Maßbach
Webpräsenz: www.massbach.de
Bürgermeister: Johannes Wegner (Grüne/Für Bürger und Umwelt)
Lage des Marktes Maßbach im Landkreis Bad Kissingen
Dreistelzer Forst Forst Detter-Süd Geiersnest-Ost Geiersnest-West Waldfensterer Forst Kälberberg (Unterfranken) Mottener Forst-Süd Neuwirtshauser Forst Omerz und Roter Berg Römershager Forst-Nord Römershager Forst-Ost Roßbacher Forst Waldfensterer Forst Großer Auersberg Münnerstadt Thundorf in Unterfranken Maßbach Rannungen Nüdlingen Oerlenbach Bad Kissingen Aura an der Saale Bad Bocklet Euerdorf Sulzthal Ramsthal Elfershausen Fuchsstadt Hammelburg Elfershausen Wartmannsroth Oberthulba Oberthulba Oberthulba Burkardroth Burkardroth Zeitlofs Zeitlofs Bad Brückenau Bad Brückenau Oberleichtersbach Geroda (Unterfranken) Schondra Schondra Schondra Riedenberg Motten (Bayern) Wildflecken Hessen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Main-Spessart Landkreis Schweinfurt Landkreis Haßberge Landkreis Haßberge SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Maßbach ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach. Er liegt etwa 50 km nordöstlich von Würzburg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zwischen den Naturparks Bayerische Rhön und Haßberge an der Lauer.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

(im Uhrzeigersinn von Norden; die Gemeinden gehören zum Landkreis Bad Kissingen, sofern nicht anders angegeben)
Nüdlingen, Münnerstadt, Thundorf, Stadtlauringen¹, Üchtelhausen¹ und Rannungen.
¹ Landkreis Schweinfurt

Die Gemeinden Rannungen und Thundorf (inkl. Ortsteilen Theinfeld und Rothhausen) bilden mit dem Markt Maßbach die Verwaltungsgemeinschaft Maßbach, deren Sitz in Maßbach ist.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Maßbach gliedert sich in 15 Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

8.-14. Jahrhundert[Bearbeiten]

Auch wenn schriftliche Aufzeichnungen den Ort um 770 n.Chr. durch Schenkungen an das Kloster Fulda erstmals erwähnen, so ist durch die gemachten Bodenfunde eine Besiedlung seit der Sesshaftwerdung der Menschen im heutigen Markt Maßbach nachgewiesen.

Um das Jahr 825 wurde das zu Maßbach gehörende Weichtungen und 899 der Ort Poppenlauer ebenfalls zum ersten Male urkundlich erwähnt. Der Ortsteil Volkershausen ist 1198 erstmals beurkundet. Der größte Teil des nördlichen Unterfrankens – so auch Maßbach und seine Umgebung – war Teil des Lehensgebietes der Grafen von Henneberg. Die Herren von Maßbach waren deren Vasallen. Um das Jahr 1100 besaß Maßbach bereits Marktrechte. So war Maßbach von Anfang an hennebergischer Centort für Maßbach, Poppenlauer, Thundorf, Theinfeld, Rothhausen, Stadtlauringen, Reinhardshausen, Ballingshausen, Ebertshausen, Hoppachshof, Madenhausen, Volkershausen und die untergegangenen Orte Ransbach, Weissensee und Stündingshausen. Ihre Blütezeit erlebte die Cent Maßbach im 12.-14. Jahrhundert.

15.-18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Einige Male wurden die Besitztümer in Maßbach wegen Geldschwierigkeiten verpfändet bzw. weiterverkauft. 1408 kauften die Brüder Eberhard und Albrecht von Maßbach für 2000 rheinische Gulden das Schloss Maßbach mit seinem Cent- und Dorfgericht vom Fürsten Wilhelm von Henneberg-Schleusingen zurück. Als im Jahre 1583 die Linie der Henneberger ausstarb, erhielten die sächsischen Herzöge und der sächsische Kurfürst als Erben der Henneberger einen Teil der Maßbacher Besitzungen, welchen sie gemeinschaftlich von Meiningen aus verwalteten. Den anderen Teil tauschte der Fürstbischof von Würzburg mit anderen Gütern gegen das Gebiet um Meiningen. Dadurch gab es in Maßbach zwei Dorfherren nämlich die wettinischen Herzöge von Sachsen und den Fürstbischof von Würzburg.

Da aber bereits vor dieser Zeit die Reformation in Maßbach durchgeführt worden war, behielten sich die sächsischen Fürsten die Hoheit in geistlichen Fragen vor. Auch als Graf Melchior von Hatzfeld 1637 vor dem Kurfürsten von Sachsen das sächsische Lehen in Maßbach als Geschenk erhielt, geschah dies unter dem Vorbehalt, die sächsischen Kirchenhoheit unangetastet zu lassen. Die Hatzfelder Ära endete in Maßbach im Jahre 1699, in dem die Herren von Rosenbach, die bereits 1676 das Thundorfer Gut und Schloß einschließlich der Schaumberger Untertanen in Maßbach erworben hatten, den Besitz der Hatzfelder Grafen für 55.000 Gulden kauften.

Bei der Aufteilung des hennebergischen Erbes auf die einzelnen Linien des Hauses Wettin (1660) fielen die sächsischen Besitzungen in und um Maßbach, dazu die Lehnsherrschaft über Güter und Rechte in der näheren Umgebung an Sachsen-Altenburg bzw. nach Erlöschen dieser Linie (1672) an Sachsen-Eisenach. Nach dem Erlöschen des Hauses Sachsen-Eisenach (1741) trat der Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach in diese Rechte ein. Es gehörte in dieser Zeit als Exklave zum Hintergericht des Amts Lichtenberg.

19.Jahrhundert bis zur Gegenwart[Bearbeiten]

Mit der politischen Neugliederung des Reiches zu Beginn des 19. Jahrhunderts endete auch die Landesherrschaft des Herzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach in der Herrschaft Maßbach. Der Herzog konnte allerdings 1806 die durch Erlöschen der Freiherren von Rosenbach heimfallenden Lehen einziehen. Landesherr war von 1802 bis 1806 der Kurfürst von Bayern, von 1806 bis 1815 der Großherzog von Würzburg, ab 1816 der König von Bayern.[3]

Mit der Ablösung der grundherrlichen Lasten verblieb dem Großherzog lediglich das Kammergut zu Maßbach, das 1872 von Eisenhüttenbesitzer Benckiser aus Pforzheim erworben wurde. Es befindet sich noch heute im Familienbesitz. Ende des 19. Jahrhunderts errichtete die Familie Benckiser ein Schloss, genannt “Villa”, am Schalksberg, das heute das im süddeutschen Raum bekannte Fränkische Theater beherbergt. Das Fränkische Theater hat 1960 im Burghof eine beheizte Freilichtbühne eröffnet, auf der in den Sommermonaten Juni, Juli und August vor der herrlichen Kulisse des Schlosses Freilichtaufführungen stattfinden.

Maßbach zählte im Jahr 1939 schon 1.245 Einwohner und bildete auch dank seiner Eigenschaften als ehemaliger Centsitz die Mittelpunktgemeinde im oberen Lauertal mit einer großen Zahl von Handels- und Handwerksbetrieben. Doch war zu diesem Zeitpunkt noch die Landwirtschaft die Haupterwerbsquelle der Bevölkerung. Mit der Aufnahme von Heimatvertriebenen stieg die Einwohnerzahl im Jahre 1949 auf über 2.000 an. Ebenso wuchs die Einwohnerzahl von Poppenlauer auf über 2.000 Einwohner. Allmählich setzte auch eine Strukturveränderung von einer rein landwirtschaftlichen Gemeinde mit Handels- und Handwerksbetrieben zu einer überwiegenden Arbeiterwohngemeinde mit gewerblicher Mittelpunktfunktion ein.

Seit der Gebietsreform des Jahres 1972 gehören zum Markt Maßbach die Orte Poppenlauer, Volkershausen und Weichtungen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Maßbach um die bis dahin selbständigen Gemeinden Poppenlauer, Theinfeld, Volkershausen und Weichtungen vergrößert.[4]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde Theinfeld an die Nachbargemeinde Thundorf in Unterfranken abgetreten.[5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 76,5 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU     3 Sitze  (19,1 %)
  SPD 3 Sitze (16,1 %)
  Bürgerblock Poppenlauer 3 Sitze (16,2 %)
  Für Bürger und Umwelt 2 Sitze (14,8 %)
  Wählergemeinschaft Poppenlauer 2 Sitze (14,5 %)
  Christliche Wähler Weichtungen 2 Sitze (11,1 %)
  Freie Wähler Volkershausen 1 Sitz (8,1 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten von Silber und Rot mit einer durchgehenden Spitze in verwechselten Farben.

Wappengeschichte: Das Wappen der Gemeinde Maßbach ist identisch mit dem Familienwappen der Grafen von Massbach, die die Ortsherrschaft bis zu ihrem Aussterben 1637 besaßen. Es gibt Siegelabdrücke dieses Wappens seit dem 14. Jahrhundert. Von der Gemeinde wird das Wappen seit Ende des 19. Jahrhunderts geführt. Farbangaben aus dieser Zeit existieren jedoch nicht. In Abbildungen sind die silbernen Wappenflächen kreuzweise schraffiert. Die Gemeinde stellte bereits 1937 den Antrag auf Verleihung des Wappens, der jedoch wegen des Kriegsausbruch 1939 nicht weiter behandelt wurde.

Das jetzige Wappen wurde am 14. April 1949 vom Innenministerium verliehen.

Bürgerentscheid[Bearbeiten]

Am 2. August 2009 kam es zu einem Bürgerentscheid mit der Fragestellung: „Sind Sie dafür, dass die Planung und der Bau der Parkscheune (Parkhaus) zwischen dem Rathaus und der Kirche gestoppt wird?“ [6] Für den Bürgerentscheid stimmten 61,9 % (1255) der Wahlbeteiligten und 38,1 % (772) dagegen. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,08 %.[7] Der Bürgerentscheid wurde durch das Bürgerbegehren Keine Parkscheune zwischen Rathaus und Kirche in Maßbach initiiert. Für das Bürgerbegehren wurden 653 Unterschriften eingereicht. [8]

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Der Markt Maßbach unterhält mit ihren vier Ortsteilen eine Städtepartnerschaft mit 13 Orten der "Communauté de communes du Cingal" bei Caen in Frankreich. Der Sitz der Communauté de communes befindet sich in Bretteville-sur-Laize.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Fränkisches Theater Schloss Maßbach, ein privat geführtes Theater mit recht anspruchsvollem Spielplan.

Museen[Bearbeiten]

Heimatmuseum im Schrimpfschen Schloss zu Poppenlauer

Friedhöfe[Bearbeiten]

Im Friedhof der jüdischen Gemeinde von Maßbach in der Oberen Friedhofstraße befinden sich 41 Grabsteine; die letzte Bestattung fand 1945 statt. [9]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Fußballvereine[Bearbeiten]

Im Markt Maßbach hat jeder Ortsteil einen Fußballverein. Herrenmannschaften haben der FC Eintracht Poppenlauer, der TSV Maßbach und die DJK Weichtungen. Die Jugendmannschaften von FC Eintracht Poppenlauer und DJK Weichtungen bilden Spielgemeinschaften. Die Jugendmannschaften des TSV Maßbachs spielen in der JFG Wern-Lauertal. Der VfB Volkershausen nimmt nicht am aktiven Fußballspielbetrieb teil.

Sonstige Vereine[Bearbeiten]

  • Angelclub Wannig, Poppenlauer
  • Angelsportverein Forelle, Poppenlauer
  • Radfahrverein Lauertal 1921, Maßbach
  • Schützengesellschaft Maßbach
  • Sportschützenverein Lauertal, Poppenlauer
  • Turnverein Poppenlauer

Infrastruktur und Bildung[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Poppenlauer
  • Volksschule Maßbach (Mittelschule)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111111/230101&attr=OBJ&val=1570
  3. Die Herrschaft Maßbach im Archivportal Thüringen
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 427.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 739.
  6. Am Sonntag fällt die Entscheidung. 28. Juli 2009, abgerufen am 20. Juli 2011.
  7. Ergebnis Bürgerentscheid:Parkscheune wird nicht gebaut. 2. August 2009, abgerufen am 20. Juli 2011.
  8. Parkscheune: 653 Unterschriften. 13. Mai 2009, abgerufen am 20. Juli 2011.
  9. http://www.iajgsjewishcemeteryproject.org/bayern-bavaria/massbach.html
  10. Biographie von Bernhard Schweßinger [1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Maßbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien