Nabburg
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberpfalz | |
| Landkreis: | Schwandorf | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Nabburg | |
| Höhe: | 407 m ü. NN | |
| Fläche: | 62,39 km² | |
| Einwohner: |
6033 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 97 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 92507 | |
| Vorwahl: | 09433 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SAD | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 3 76 144 | |
| Stadtgliederung: | 28 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Oberer Markt 16 92507 Nabburg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Armin Schärtl (SPD) | |
| Lage der Stadt Nabburg im Landkreis Schwandorf | ||
Nabburg (Aussprache: Nab-Burg) ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Nabburg.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Die Stadt Nabburg liegt im Naturpark Oberpfälzer Wald beiderseits der Naab. Die Altstadt von Nabburg erhebt sich westlich der Naab auf einem ca. 200 m breiten und ca. 450 m langen Bergrücken, der nach Norden bis zu 45 m über die Naab ansteigt und gute Verteidigungmöglichkeiten bot.
Geologie [Bearbeiten]
Bei Nabburg beginnt der Pfahl, ein 150 km langer Quarzfelsenzug. In der Umgebung gab es viele Lagerstätten von Fluorit, z. B. bei Wölsendorf.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Nabburg hat 28 amtlich benannte Ortsteile[2]:
Geschichte [Bearbeiten]
Nabburg im Mittelalter [Bearbeiten]
Keimzelle der Stadt war eine frühmittelalterliche Burganlage, die sich im Bereich der heutigen Altstadt befand. Früheste Siedlungsspuren lassen sich archäologisch für den Übergang vom 7. zum 8. Jahrhundert datieren. Für das 10. Jahrhundert ist eine massive Befestigung der Haupt- und Vorburg archäologisch belegt. Seit karolingischer Zeit war Nabburg ein wichtiger Mittelpunkt der administrativen Organisation im östlichen Nordgau.
Die marca Napurch, wie sie in Urkunden vom 29. Juli 1040 und vom 13. Februar 1061 genannt wird, erlebte ihre Blütezeit unter der Herrschaft der Diepoldinger ab etwa 1100; nach deren Aussterben 1146 kam die Nabburg wohl kurzzeitig an die Grafen von Sulzbach. Nachdem sie bis 1188 wohl in Reichsbesitz war, kam sie an die Wittelsbacher. 1271 ist Nabburg erstmals als Stadt überliefert. Herzog Rudolf bestätigte am 31. März 1296 alle bisherigen Privilegien und verlieh Nabburg in Absatz 17 des Freiheitsbriefes alle Rechte der Stadt Amberg. Nach dem Tode des Herzogs fiel die Stadt an Kaiser Ludwig den Bayern, der ihr weitere Privilegien einräumte und sie im Jahr 1317 als unverkäuflich erklärte. Von 1353 bis 1410 war Nabburg Sitz eines Vizedomamtes. Während der Glanzzeit des Bürgertums entstanden die Rechtsstatuten der Stadt, die Instituta Civilia (1405).
Im Jahr 1420 zogen hussitische Truppen plündernd und brandschatzend durch den Ort. Daraufhin wurde die Fertigstellung der schon vorher begonnenen Befestigungsanlage beschleunigt. Im Spätsommer des Jahres 1433 widerstand die befestigte Stadt einer erneuten Belagerung durch hussitische Truppen. 1536 brannte der nördliche Turm der Stadtpfarrkirche durch Blitzschlag ab.
Nabburg in der Neuzeit [Bearbeiten]
Nabburg war bis zu den Verwaltungsreformen unter Montgelas Pflegamt, besaß ein Pfleggericht und gehörte zum Rentamt Amberg.
Im Zweiten Weltkrieg zerstörte kurz vor Kriegsende ein Brandbombenabwurf einen Teil der Vorstadt Venedig um das Gasthaus zur Krone. Durch den Zuzug von vornehmlich Heimatvertriebenen der Sudetendeutschen stieg die Einwohnerzahl sprunghaft an.
1961 bezog der Bundesgrenzschutz die neu erbaute Unterkunft Am Fichtenbühl im Grenzgebiet zum Eisernen Vorhang in der Tschechoslowakei. Nach Gründung der Tschechischen Republik 1993 befand sich dort bis 1999 die Grenzschutzabteilung 4 Süd. Seither ist in der Liegenschaft eine Außenstelle der VII. Bereitschaftspolizeiabteilung Sulzbach-Rosenberg untergebracht.
Nabburg war bis zur Gebietsreform am 1. Juli 1972 Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Brudersdorf eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1975 kam Diendorf hinzu. Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Hohentreswitz folgten am 1. Mai 1978.[4]
Perschen [Bearbeiten]
Der Stadtteil Perschen wurde 1122 erstmals urkundlich erwähnt. Er war der Hauptort zwischen Nabburg und Pfreimd, beide gehörten zur Pfarrei Perschen. 1216 wurde Pfreimd zur eigenständigen Pfarrei erhoben und der Sitz der Pfarrei Perschen um 1420 nach Nabburg verlegt.
Politik [Bearbeiten]
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: In Rot über silbernen Wellen, in denen ein blauer Fisch schwimmt, eine silberne Burg mit breitem Turm über Zinnenmauer, an deren Ecken je ein niedriger spitzbedachter Turm steht. Wappen seit dem 14. Jahrhundert.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- die zu großen Teilen restaurierte historische Altstadt
- das (alte) Rathaus
- die gotische Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist (früher mit zwei Türmen, von denen der nördliche 1536 durch Blitzschlag abbrannte)
- das Stadtmuseum im Zehentstadl, u.a. mit Museum der heimischen Tierwelt, wechselnden Ausstellungen und Konzerten
- die hervorragend erhaltene Stadtmauer mit zwei befahrbaren Stadttoren, dem Mähntor im Süden und dem Obertor im Norden
- das Pflegschloss (jetzt Vermessungsamt) und der Pulverturm an der Nordseite der Stadtmauer
- das Museum im Schmidt-Haus
- der Teufelsschuh an der nordwestlichen Stadtmauer am Obertor
- die Friedhofskirche St. Georg mit dem Storchennest
- die spätgotische Kirche St. Laurentius von 1489, die 1911 dem Verein der Protestanten Nabburgs überlassen wurde. Der Vorgängerbau dürfte die Burgkapelle gewesen sein.
- die romanische Nikolauskirche im Stadtteil Venedig, vermutlich aus dem 12. Jahrhundert
- das Storchenbiotop östlich der Autobahn
- das Naherholungsgebiet Alte Naab
- das Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen mit regelmäßigen Aktionstagen, zumeist sonntags
- der Karner (Beinhaus) in Perschen
- Liste der Baudenkmäler in Nabburg
Bilder aus Nabburg [Bearbeiten]
-
Nabburg mit Naab (2011)
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- jährlich wechselnd zwischen Tonart-Musikfestival und Mittelalterlicher Markt
- Kleinkunst im Schmidt-Haus
- Streetfighter-Treffen
- Woodpop Rockkonzert
- Brünnl-Ritt
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Unternehmen [Bearbeiten]
- Emz-Hanauer, Elektrotechnikhersteller
Verkehr [Bearbeiten]
Nabburg liegt an der A 93, Anschlussstelle Nabburg. Einige Kilometer westlich von Nabburg liegt die Anschlussstelle Nabburg-West der A 6 (Nürnberg – Prag). Der Bahnhof wird regelmäßig von Zügen der Bahnstrecke Regensburg–Oberkotzau bedient. In Schwandorf hat man Anschlussmöglichkeiten nach Cham und Nürnberg. Früher zweigte hier die Bahnstrecke Nabburg–Schönsee ab.
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
Nabburg ist neben Sulzbach-Rosenberg der zweite Ausbildungsstandort der VII. Bereitschaftspolizeiabteilung (Hauptsitz im oberpfälzischen Sulzbach-Rosenberg). Auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne des Bundesgrenzschutzes (heute Bundespolizei) Am Fichtenbühl wurde eine der neuesten und modernsten Unterkünfte der Bayerischen Polizei errichtet. Hier wird ein Teil des Nachwuchses für den Mittleren Polizeivollzugsdienst ausgebildet. Darüber hinaus finden dort Fortbildungsveranstaltungen der Bayerischen Polizei statt.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Peter Gollwitzer, Motivationspsychologe, erhielt 1990 den Max-Planck-Forschungspreis
- Michael Haller, Kirchenmusiker
- Wolfgang Hesl, Fußballprofi
- Johann Franz Lidtmann, Barockmaler, Werke in Perschen, Neunaigen und Niedermurach
- Christoph Luybl, Kunstschreiner der Rokoko-Zeit, schuf unter anderem die Kanzel in der Kirche zu Neunaigen 1790 und arbeitete des Öfteren mit seinem Bruder Johann Michael Luybl, der in Bruck bei Roding wohnte, zusammen
- Johannes Rickl, Stadtmaurermeister, erbaute 1788/1790 die Kirche zu Neunaigen
- Karl Schmidt-Wolfratshausen, Künstler
- Rolf Stahlhofen, Sänger der Gruppe Söhne Mannheims
- Andreas Weiß, Begründer einer bedeutenden Orgelbauerfamilie in der Oberpfalz des 18. und 19. Jahrhunderts.
Literatur [Bearbeiten]
- Ernst Dausch: Stadtführer Nabburg. Nabburg, 1991
- Günter Moser, Bernhard Setzwein, Walter Baehnisch, Josef Götz: Nabburg. Stadt mit Tradition und Charme (Bild-Text-Band). Buch- und Kunstverlag Oberpfalz, Amberg 2010, ISBN 978-3-935719-64-3.
- Die Kunstdenkmäler der Oberpfalz, Bd. 18: Bezirksamt Nabburg. 2. Auflage 1983. ISBN 978-3-486-50448-4
- Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
- Karl-Otto Ambronn: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe II, Heft 3, Landsassen und Landsassengüter des Fürstentums der Oberen Pfalz im 16. Jahrhundert, München 1982, ISBN 3-7696-9932-7
- Mathias Hensch: Auf den Spuren König Heinrichs I. - erste archäologische Erkenntnisse zur frühmittelalterlichen Nabepurc. In: Beiträge zur Archäologie in der Oberpfalz 8, Büchenbach 2008, S. 81-116.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111208/002757&attr=OBJ&val=1051
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 530.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 667 und 668.
Weblinks [Bearbeiten]
- Luftbilder der Stadt
- Nabburg: Wappengeschichte vom HdBG
- Kugelpanoramen der Stadt bei denen man mit gedrückter linker Maustaste in alle Richtungen schauen kann
- Nabburg: Amtliche Statistik des LStDV
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