Oberstrass (Stadt Zürich)

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Wappen von Oberstrass
Wappen von Zürich
Oberstrass
Quartier von Zürich
Karte von Oberstrass
Koordinaten 683800 / 24876047.3843378.548424487Koordinaten: 47° 23′ 4″ N, 8° 32′ 54″ O; CH1903: 683800 / 248760
Höhe 487 m
Fläche 2,64 km²
Einwohner 10'300 (31. Mrz. 2012)
Bevölkerungsdichte 3902 Einwohner/km²
BFS-Nr. 261-062
Postleitzahl 8006
Stadtkreis Kreis 6 seit 1893/1913

Oberstrass ist ein Quartier der Stadt Zürich. Die ehemals selbständige Gemeinde Oberstrass wurde 1893 eingemeindet und bildet heute zusammen mit Unterstrass den Kreis 6.

Oberstrass und Irchelpark-Campus, Oerlikon (links) und Seebach im Hintergrund, Ansicht vom Uetliberg.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Blau der einstige Krattenturm mit silbernem Gemäuer und roten Dächern

Name[Bearbeiten]

Der Name leitet sich von der Oberen Strasse ab, die nach Winterthur führte. Ihr Pendant, die Niedere Strasse, begründete den Namen des Quartiers Unterstrass.

Geschichte[Bearbeiten]

Oberstrass (rechts unten) und rechts oben das Kloster St. Martin auf dem «Gygerplan» (1667) von Hans Conrad Gyger.

Schon im Mittelalter standen entlang der am Zürichberg verlaufenden oberen Strasse nach Winterthur einzelne Hofsiedlungen. Der Name Oberstrass als Ortsbezeichnung ist seit 1377 nachgewiesen. Vor 500 Jahren bewohnten Bauern und Rebleute das Siedlungsgebiet am Zürichberg; rund 25 Einzelhöfe waren damals auszumachen. Durch die Weitläufigkeit des Gebiets wurde eine Gemeindebildung nahezu verunmöglicht. Erschwerend kam der Einfluss des strengen Zunftreglements der Stadtregierung hinzu.

Erst als 1798 mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen in Zürich die Vogteiherrschaft aufgelöst wurde, konstituierte sich in Oberstrass eine demokratische Gemeindeverwaltung (Helvetische Republik). Lange währte das Glück jedoch nicht, litt Oberstrass doch schon ein Jahr später während der Schlachten bei Zürich unter den Besatzungstruppen aus Frankreich, Österreich und Russland.

Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 1893

Während der Industrialisierung erlebte Oberstrass einen grossen Bevölkerungszuwachs. Meist waren es die reichen Fabrikanten, die sich an die sonnigen Hänge des Zürichbergs zurückzogen und dort ihre Villen erbauten. Oberstrass konnte die wachsenden Bedürfnisse der rasant zunehmenden Bevölkerung nicht mehr alleine decken: 1893 erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Zürich, der über 90 Prozent der Obersträssler zustimmten.

War Oberstrass Ende des 19. Jahrhunderts noch eine kleine Gemeinde, wo einige Häuser die Durchgangsstrasse säumten, lebten im Jahr 1950 bereits 15'000 Menschen im Quartier. Dies zeigt deutlich die Entwicklung der einstmals eigenständigen Gemeinde Oberstrass, und die sie auch markant geprägt hat.

Oberstrass heute[Bearbeiten]

Oberstrass wird vielfach als kleines Dorf auf dem Stadtgebiet bezeichnet, da das Quartier einige dörfliche Züge behalten hat. Heute ist Oberstrass, begünstigt durch die vielen Grünanlagen, die gute Infrastruktur und die Lage etwas oberhalb des Stadtkerns ein beliebtes Wohngebiet. An der Quartiergrenze zu Unterstrass liegt der Irchelpark, an den Teile der Universität Zürich und das Staatsarchiv des Kantons Zürich angrenzen.

Kirchen[Bearbeiten]

Die reformierte Kirche Oberstrass, erbaut 1908-1911, ist dank ihres wuchtigen Steinturms von weither sichtbar.

Auf dem Gebiet von Oberstrass befinden sich zwei Kirchen:[1]

Verkehr und Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Rigiplatz an der Universitätsstrasse, der ehemaligen oberen Strasse, ist das verkehrstechnische und wirtschaftliche Zentrum des Quartiers. Hier treffen sich die Tramlinien 9 und10, die Trolleybuslinie 33 sowie die auf den Zürichberg führende Seilbahn Rigiblick. Zusätzlich haben sich entlang des nahegelegenen Abschnitts der Universitätsstrasse diverse Spezialitätengeschäfte und weitere Gewerbebetriebe niedergelassen.

Meinung der Bevölkerung[Bearbeiten]

Basierend auf einer Einwohnerbefragung [2] ist erkennbar, dass Oberstrass in puncto Wohnqualität in der Stadt Zürich einen Spitzenplatz belegt. 88 Prozent der Einwohner von Oberstrass sind sowohl mit ihrer Wohnumgebung als auch mit der eigenen Wohnung zufrieden. Damit nimmt Oberstrass vor Friesenberg und Witikon den ersten Platz ein. Zudem betrachtet die Bevölkerung von Oberstrass Drogen- und Kriminalitätsprobleme in ihrem Quartier nicht als akut.

Quartierverein Oberstrass[Bearbeiten]

Der im Jahr 2003 renovierte Rigiplatz zur Weihnachtszeit, im Hintergrund das Credit Suisse-Gebäude.

Der 1897 gegründete Quartierverein Oberstrass versucht, die Verbindung zwischen Behörden und Bevölkerung zu schaffen und die Lebensqualität im Quartier trotz diverser baulicher und verkehrstechnischer Massnahmen zu erhalten und sie mittels diversen Festen und Attraktionen zu fördern. Er organisiert auch die grösste Veranstaltung des Quartiers, den alljährlich im Juni stattfindenden Oberstrass-Määrt. Heute verfügt der Quartierverein Oberstrass (QVO), zurzeit unter der Leitung von Präsidentin Christine van Merkesteyn, über mehr als 900 Mitglieder.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Adams: Oberstrass. Verlag Hans Rohr, Zürich 1983, ISBN 3-85865-069-2
  • Quartierverein Oberstrass: Quartierbroschüre 1998. Zürich 1998, S. 5 ff.
  • Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Oberstrass. Zürich 2006 (PDF; 2.21 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberstrass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. zum Folgenden: Robert Schönbächler: Kirchen und Gotteshäuser der Stadt Zürich. Neujahrsblatt Industriequartier/Aussersihl. Zürich 2013, S.73–74
  2. Befragung der Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zürich 2003 (PDF; 337 KB)