Ottersheim bei Landau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Ottersheim bei Landau
Ottersheim bei Landau
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Ottersheim bei Landau hervorgehoben
49.1905555555568.2302777777778124Koordinaten: 49° 11′ N, 8° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Bellheim
Höhe: 124 m ü. NHN
Fläche: 7,9 km²
Einwohner: 1839 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 233 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76879
Vorwahl: 06348
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 023
Adresse der Verbandsverwaltung: Schubertstraße 18
76756 Bellheim
Webpräsenz: www.ottersheim-pfalz.de
Ortsbürgermeister: Gerald Job
Lage der Ortsgemeinde Ottersheim bei Landau im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Ottersheim bei Landau ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bellheim an.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt zwischen Germersheim und Landau in der Pfalz im Queichtal. Zu Ottersheim gehören auch die Wohnplätze Eichenhof, Gärtnerhof, Marienhof und Rosenhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

In der Ottersheimer Gemarkung wurden ein Steinbeil aus der jüngeren Steinzeit und verschiedene Gegenstände aus der Römerzeit gefunden. Der heutige Ort Ottersheim wurde während der Fränkischen Landnahme um das Jahr 500 gegründet, als dem Krieger Udomar und seiner Sippe das heutige Gemarkungsgebiet zugeteilt worden sein soll. Der Ort wurde nach heutiger Kenntnis erstmals 768 im Lorscher Kodex als Udomarsheimer marca urkundlich erwähnt. Über Hudamareshaim, Hoteresheim, Othersheim hat sich dann bis zum Jahre 1318 der bis heute gültige Name gebildet.[3]

1618 bis 1619 wurde die heutige Kirche an der Stelle eines baufälligen Gotteshauses errichtet. Zur Zeit der Erbauung waren die Dorfbewohner reformierten Glaubens, was sich aber 1626 nach dem Erlangen der Kurwürde durch Maximilian von Bayern im Dreißigjährigen Krieg und 1650 mit der Umsetzung der Verpflichtung der Wiederherstellung der alten kirchlichen Verhältnisse als Bestandteil des Westfälischen Friedens jeweils änderte. Nach der Besetzung der Orte südlich der Queich durch Ludwig XIV. 1680 nahmen die Ottersheimer nach und nach wieder den katholischen Glauben an und die Kirche wurde 1697 ausschließlich und bis heute endgültig den Katholiken zugesprochen.[4]

In der Zeit der Weimarer Republik schlug sich die katholische Prägung des Ortes in den Reichstagswahlen nieder, bei denen stets das Zentrum bzw. die Bayerische Volkspartei als Schwesterpartei die Mehrheit hatte. Bei den letzten in Wahlvorgang und Auszählung freien Wahlen im März 1933 nach der Machtergreifung Adolf Hitlers hatte die NSDAP einen vergleichsweise geringen Stimmenanteil von 28,7 %[5] (Wahlkreis Pfalz: 46,5 %[6], Deutsches Reich: 43,9 %[7]).

79 Ottersheimer Männer starben als Soldaten im Zweiten Weltkrieg.[8] Das Dorf selbst überstand den Krieg weitestgehend unbeschadet: Es gab keinen Bombenangriff auf den Ort.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Wenn nicht gesondert aufgeführt, ist die Quelle der Daten das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz.[10]

Jahr Einwohner
[11]1802 644
1815 927
1835 986
[11]1849 1.068
[11]1861 974
[12]1871 975
1905 1.029
Jahr Einwohner
1939 1.177
1950 1.240
1965 1.273
1970 1.351
1975 1.370
1980 1.406
1985 1.488
Jahr Einwohner
1990 1.613
1995 1.784
2000 1.851
2005 1.848
2010 1.809
2013 1.839

Religionen[Bearbeiten]

2012 waren 68,2 Prozent der Einwohner katholisch und 18,7 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[13] Im Jahr 1871 waren von insgesamt 975 Einwohnern 804 katholisch (82 Prozent), 169 evangelisch (17 Prozent) und zwei jüdisch.[12]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ottersheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[14]

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2014 2 6 8 16 Sitze
2009 2 5 9 16 Sitze
2004 2 7 7 16 Sitze

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

1974–1979 Hugo Müller (CDU)
1979–2004 Helmut Stadel (FWG)
2004– Gerald Job (FWG)

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Geteilt und oben gespalten, oben rechts von Silber und Blau gerautet, oben links in Rot zwei silberne Balken, belegt mit einer schwarzen Armbrust, unten in Gold ein mit einem knopfartigen Zapfen am unteren Ring versehener schwarzer Ring, in dessen Mitte ein sechsstrahliger roter Stern schwebt“.

Es wurde 1954 vom Mainzer Innenministerium genehmigt. Die Rauten symbolisieren die ehemalige Zugehörigkeit zur Kurpfalz, die Farben Silber und Rot stehen für die Herren von Ochsenstein, die im 14. und 15. Jahrhundert die Lehnsherrschaft ausübten und die Armbrust entstammt dem Kloster Eußerthal, das seit 1311 Patronsherr war. Der Ring geht zurück auf das örtliche Gerichtssiegel aus dem Jahr 1746.[15]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ottersheim hat im Jahr 2011 sowohl den Kreis-, Gebiets- und den Landesentscheid beim Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft gewonnen und ist damit der rheinland-pfälzische Landessieger 2011.[16]

Die Lange Straße in Ottersheim, ein wesentlicher Bestandteil des Ortskerns, wurde 2014 in der Reihe „Hierzuland“ im SWR-Fernsehen porträtiert.[17]

Verkehr[Bearbeiten]

Östlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 9, die von Karlsruhe nach Speyer führt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Steegmüller: Ottersheim. Im Landkreis Germersheim. Ein Heimatbuch zur 1200–Jahrfeier des Dorfes im Jahre 1968. Kraemer, Landau 1968. Online.
  • Fritz Steegmüller: Ottersheim by Landau- A Home Town History. übersetzt von Stephen Hank, Amazon Leipzig, 2013. ISBN 1-4793-7428-8
  • Berthold Feldmann: Daheim in Ottersheim − Geschichte & Geschichten. Odenwald, Bellheim 2000. ISBN 3-929893-10-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ottersheim bei Landau – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 92 (PDF; 2,3 MB)
  3. Steegmüller, S. 20 ff.
  4. Steegmüller, S. 156 ff.
  5. Steegmüller, S. 129
  6. wahlen-in-deutschland.de: Wahlkreis Pfalz
  7. gonschior.de: Deutschland: Wahl zum 8. Reichstag 1933
  8. Steegmüller, S. 140 f.
  9. Steegmüller, S. 138
  10. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Ottersheim bei Landau
  11. a b c Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz, 1863, S. XXXI des Anhangs
  12. a b Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, 1873, S. 65
  13. Ewois, Stand: 31. Dezember 2012
  14. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  15. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  16. http://www.isim.rlp.de/no_cache/einzelansicht/archive/2011/september/article/lewentz-gibt-wettbewerbssieger-unser-dorf-hat-zukunft-bekannt/
  17. "Hierzuland: Lange Straße in Ottersheim" - Landesschau Rheinland-Pfalz, SWR Fernsehen, 17. Januar 2014