Lustadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lustadt
Lustadt
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lustadt hervorgehoben
49.244478.27422113Koordinaten: 49° 15′ N, 8° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Lingenfeld
Höhe: 113 m ü. NHN
Fläche: 23,51 km²
Einwohner: 3280 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67363
Vorwahl: 06347
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 018
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 60
67360 Lingenfeld
Webpräsenz: www.lustadt.de
Ortsbürgermeister: Volker Hardardt (WG Hardardt[2])
Lage der Ortsgemeinde Lustadt im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Lustadt ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Im regional verwendeten Pfälzer Dialekt wird sie Loscht genannt. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lingenfeld an.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Lustadt liegt im Südwesten von Rheinland-Pfalz zwischen dem Rhein und dem Pfälzerwald in der Region Südpfalz. Die Großstädte Ludwigshafen am Rhein und Karlsruhe liegen 36 km bzw. 50 km von Lustadt entfernt, nach Speyer und nach Landau in der Pfalz sind es jeweils 17 km.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen[3]

  • Niederlustadt mit den Wohnplätzen Auf der Heide, Im Röderfeld und Am Klärwerk
  • Oberlustadt mit den Wohnplätzen An der Hohen Straße, Auf der Büsche, Bei der Ziegelei, Fuchsgarten, In den Niedergärten, Lachenmühle, Ludwigsmühle und Ober dem Dorf

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden von Lustadt sind Bellheim, Freisbach, Germersheim, Weingarten (Pfalz), Westheim (Pfalz), Zeiskam (alle Landkreis Germersheim) und Freimersheim (Pfalz) (Landkreis Südliche Weinstraße).

Gewässer[Bearbeiten]

Von West nach Ost durchfließt der Hofgraben das Gemeindegebiet, ein linker Mündungsarm der Queich. Er mündet in Lingenfeld von links in den Lingenfelder Altrhein, einen westlichen Mäander des Rheins.

Geschichte[Bearbeiten]

Lustadt zählt zu den ältesten Siedlungen des Landkreises Germersheim, urkundlich erwähnt wurde der Ort erstmals 773.

Zwischen Zeiskam und Lustadt stand die Komturei Heimbach, ein großer mittelalterlicher Klosterhof des Johanniter-, später Malteserordens mit beherrschendem Einfluss auf die Region. Die Anlage samt Kirche wurde 1525 im Bauernkrieg zerstört. Aus dem gleichen Jahrhundert stammt die katholische Pfarrkirche St. Laurentius in Niederlustadt, ein bemerkenswerter spätgotischer Bau aus dem Jahre 1510.

Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurden mit Wirkung vom 7. Juni 1969 die beiden Gemeinden Niederlustadt und Oberlustadt zusammengelegt und die neue Gemeinde Lustadt gebildet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Wenn nicht gesondert aufgeführt, ist die Quelle der Daten das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz.[5] Die Zahlen beziehen sich auf das heutige Gemeindegebiet, also Nieder- (N) und Oberlustadt (O) zusammengefasst.

Jahr Einwohner (N/O)
[6]1802 1.384 (562/822)
1815 1.729
1835 2.082
[6]1849 2.425 (932/1.493)
[6]1861 2.330 (862/1.468)
[7]1871 2.305 (905/1.400)
1905 2.063
Jahr Einwohner
1939 2.286
1950 2.572
1965 2.937
1970 2.967
1975 2.893
1980 2.785
1985 2.793
Jahr Einwohner
1990 3.021
1995 3.137
2000 3.272
2005 3.376
2010 3.186
2013 3.280

Religion[Bearbeiten]

2012 waren 47,7 % der Einwohner evangelisch und 24,0 % katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[8] Im Jahr 1871 waren von insgesamt 905 Einwohnern Niederlustadts 81 % evangelisch, 16 % katholisch und 3 % jüdisch (29 Personen). Von den 1400 Einwohnern Oberlustadts waren 79 % evangelisch, 12 % katholisch und 9 % jüdisch (132 Personen).[7]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Lustadt besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[9]

Wahl SPD CDU FWG FWL WVL Gesamt
2014 7 4 4 3 2 20 Sitze
2009 7 5 2 4 2 20 Sitze
2004 6 5 2 4 3 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot ein durch einen silbernen Balken geteilter und oben durch einen silbernen Pfahl gespaltener silberner Ring, in der unteren Hälfte ein schwebendes achtspitziges silbernes Johanniterkreuz.

Es wurde 1973 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und entstand aus der Vereinigung der Symbole der historischen Wappen von Nieder- und Oberlustadt.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jedes Jahr findet um den 1. Mai auf dem Handkeesplatz im Maiblumenwald zwischen Lustadt und der Nachbargemeinde Zeiskam das Loschter Handkeesfescht statt, dessen Name auf Hochdeutsch Lustadter Handkäsefest lauten würde. Die Besucherzahl des größten örtlichen Festes, das bereits 1925 auf Initiative von Georg Lehr und Georg Ott zustande kam und seither regelmäßig gefeiert wird, liegt um 40.000.[11]

Verkehr[Bearbeiten]

Lustadt liegt unmittelbar südlich der zweispurigen Bundesstraße 272 (LandauSchwegenheim), die als Ortsumgehung fungiert, und vier Kilometer westlich der vierspurigen Bundesstraße 9 (Ludwigshafen-Karlsruhe), die über die Anschlussstelle Schwegenheim erreicht wird.

Bis zur Stilllegung der Bahnstrecke Germersheim–Landau in den 1990er Jahren besaß Lustadt einen Bahnhof. Seit Mai 2006 läuft auf einem Großteil der alten Trasse als touristische Attraktion ein Draisinenverkehr. An dieser Strecke (Bornheim–Westheim) liegt auch Lustadt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Augustin Violet (1799–1859), erster pfälzischer Taubstummenlehrer
  • Martin Hemmer (1863–1947), katholischer Priester und Prälat
  • Jakob Nagel (1899–1973), Staatssekretär der Deutschen Reichspost 1937–1945
  • Werner Doppler (* 1941), Agrarökonom und Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Hohenheim

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lustadt – Sammlung von Bildern
 Wikisource: Lustadt – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011). (Hilfe dazu)
  2. Wahlen RLP
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 93 (PDF; 2,3 MB)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 185 (PDF; 2,6 MB)
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Lustadt
  6. a b c Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz, 1863, S. XXVIII f. des Anhangs
  7. a b Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, 1873, S. 65
  8. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Gräber, Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  11. Freizeitmagazin LEO: Volkstümliche würzige Genüsse, Ludwigshafen, 30. April 2009