Lustadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lustadt
Lustadt
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lustadt hervorgehoben
49.244478.27422113Koordinaten: 49° 15′ N, 8° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Lingenfeld
Höhe: 113 m ü. NHN
Fläche: 23,51 km²
Einwohner: 3264 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 139 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67363
Vorwahl: 06347
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 018
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 60
67360 Lingenfeld
Webpräsenz: www.lustadt.de
Ortsbürgermeister: Ulrich Lothringen (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Lustadt im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Lustadt ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Im regional verwendeten Pfälzer Dialekt wird sie Loscht genannt. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lingenfeld an.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lustadt liegt im Südwesten von Rheinland-Pfalz zwischen dem Rhein und dem Pfälzerwald in der Region Südpfalz. Die Großstädte Ludwigshafen am Rhein und Karlsruhe liegen 36 km bzw. 50 km von Lustadt entfernt, nach Speyer und nach Landau in der Pfalz sind es jeweils 17 km.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen:[2]

  • Niederlustadt mit den Wohnplätzen Auf der Heide, Im Röderfeld und Am Klärwerk
  • Oberlustadt mit den Wohnplätzen An der hohen Straße, Auf der Büsche, Bei der Ziegelei, Fuchsgarten, In den Niedergärten, Lachenmühle, Ludwigsmühle und Ober dem Dorf

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden von Lustadt sind: Bellheim, Freisbach, Germersheim, Weingarten (Pfalz), Westheim (Pfalz), Zeiskam (alle Landkreis Germersheim) und Freimersheim (Pfalz) (Landkreis Südliche Weinstraße).

Geschichte[Bearbeiten]

Lustadt zählt zu den ältesten Siedlungen des Landkreises Germersheim. Urkundlich erwähnt wurde der Ort erstmals 773.

Hier, zwischen Zeiskam und Lustadt stand auch die „Johanniter-Komturei Heimbach“, ein reiches Schloss des berühmten Ordens, mit beherrschendem Einfluss auf das Gäugebiet. Es wurde im Jahre 1525 durch Bauern zerstört. Aus dem gleichen Jahrhundert stammt die katholische Pfarrkirche, ein bemerkenswerter spätgotischer Bau aus dem Jahre 1510.

Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurden mit Wirkung vom 7. Juni 1969 die beiden Gemeinden Niederlustadt und Oberlustadt zusammengeführt und aus ihrem Gebiet die neue Gemeinde Lustadt gebildet.[3]

Religion[Bearbeiten]

2012 waren 47,7 Prozent der Einwohner evangelisch und 24,0 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Lustadt besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG FWL WVL Gesamt
2009 7 5 2 4 2 20 Sitze
2004 6 5 2 4 3 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Rot ein durch einen silbernen Balken geteilter und oben durch einen silbernen Pfahl gespaltener silberner Ring, in der unteren Hälfte ein schwebendes achtspitziges silbernes Johanniterkreuz.

Es wurde 1973 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und entstand aus der Vereinigung der Symbole der historischen Wappen von Nieder- und Oberlustadt.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Lustadt

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jedes Jahr findet um den 1. Mai auf dem Handkeesplatz im Maiblumenwald zwischen Lustadt und der Nachbargemeinde Zeiskam das Loschter Handkeesfescht statt, dessen Name auf Hochdeutsch Lustadter Handkäsefest lauten würde. Die Besucherzahl des größten örtlichen Festes, das bereits 1925 auf Initiative von Georg Lehr und Georg Ott zustande kam und seither regelmäßig gefeiert wird, liegt um 40.000.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Lustadt liegt unmittelbar südlich der zweispurigen Bundesstraße 272 (LandauSchwegenheim), die als Ortsumgehung fungiert, und 4 km westlich der vierspurigen Bundesstraße 9 (Ludwigshafen-Karlsruhe), die über die Anschlussstelle Schwegenheim erreicht wird.

Bis zur Stilllegung der Bahnstrecke Germersheim–Landau besaß Lustadt einen Bahnhof. Seit Mai 2006 läuft auf der alten Trasse als touristische Attraktion ein Draisinenverkehr zwischen Lingenfeld und Bornheim; an der Strecke liegt auch Lustadt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Augustin Violet (1799–1859), erster pfälzischer Taubstummenlehrer
  • Martin Hemmer (1863–1947), katholischer Priester und Prälat
  • Jakob Nagel (1899–1973), Staatssekretär der Deutschen Reichspost 1937–45

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Jakob Schwalb (1872–1934), Priester, war zeitweise Kaplan in Oberlustadt
  • Max Seither (1914–2003), Politiker (SPD), ab 1969 Bürgermeister von Lustadt
  • Peter Brauchle (* 1970), Bildhauer, lebt und arbeitet vor Ort

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lustadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Lustadt – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 93 (PDF; 2,3 MB)
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 185 (PDF; 2,6 MB)
  4. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  7. Freizeitmagazin LEO: Volkstümliche würzige Genüsse, Ludwigshafen, 30. April 2009