Berg (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Berg (Pfalz)
Berg (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Berg (Pfalz) hervorgehoben
48.9830555555568.1997222222222108Koordinaten: 48° 59′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Hagenbach
Höhe: 108 m ü. NHN
Fläche: 6,77 km²
Einwohner: 2045 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 302 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76768
Vorwahlen: 07273,
07277 (Neulauterburg)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 002
Adresse der Verbandsverwaltung: Ludwigstraße 20
76767 Hagenbach
Webpräsenz: www.berg-pfalz.de
Ortsbürgermeister: Günther Roitsch (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Berg (Pfalz) im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Berg (Pfalz) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hagenbach an.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der deutsch-französischen Grenze. Mit seinem Ortsteil Neulauterburg bildet der Ort eine Nahtstelle zu Frankreich. Auf französischer Seite schließt sich unmittelbar die Stadt Lauterbourg an.

Geschichte[Bearbeiten]

Älteste Nachrichten über ein Rittergeschlecht, das in Berg seinen Sitz hatte, gehen ins 12. Jahrhundert zurück. Es ist die Rede über Wezelo von Bergen, der unter den Ministerialen des Bischofs von Speyer, Günther von Henneberg, erscheint, aber auch als Zeuge in kaiserlichen Urkunden oder gar als Begleiter des Königs Heinrich VI. erwähnt wird. Urkundlich wird Berg zum ersten Male im Jahre 1176 genannt. 1281 kam Berg zur Vogtei Hagenbach und gelangte 1407 mit derselben in kurfürstlichen Besitz.

In den Jahren 1802 bis 1815 gehörte Berg zum französischen Kanton Lauterbourg, 1815 kam es zum Kanton Kandel und 1816 wurde es bayerisch. In all den kriegerischen Auseinandersetzungen der früheren und späteren Vergangenheit – Dreißigjähriger Krieg, Spanischer Erbfolgekrieg, Deutsch-Französischer Krieg und der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts blieb die Gemeinde nie verschont.

Berg im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Nördlich von Berg verlief der Westwall, sodass der Ort mit seiner Grenze im Süden zu Frankreich in der „Roten Zone“ lag. Im September 1939 wurde der Ort evakuiert und die Bewohner in die Region Mainfranken (u. a. nach Gerolzhofen, Volkach, Haßfurt und Sommerach) gebracht. Nachdem bereits einige Familien wieder näher zur Heimat gezogen waren, kehrten ab Juni 1940 wieder Familien nach Berg zurück. Eine zweite Evakuierung fand im Dezember 1944 aufgrund der heranrückenden amerikanischen Truppen statt. Diesmal fanden die Menschen teilweise in nahegelegenen Orten in der Südpfalz Zuflucht. Im Januar 1945 war die Rückkehr möglich. Im weiteren Verlauf lösten französische Soldaten die amerikanischen ab.[2]

Religion[Bearbeiten]

2012 waren 56,7 Prozent der Einwohner katholisch und 19,4 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Berg besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU GRÜNE FWG Gesamt
2014 4 4 2 6 16 Sitze
2009 4 4 2 6 16 Sitze
2004 5 5 1 5 16 Sitze

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

  • 1956-1982: Otto Fried (CDU)
  • 1983–1994: Alois Steigleder (FWG)
  • 1994–2004: Rainer Gebhard (CDU)
  • seit 2004: Günther Roitsch (FWG)

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Gold auf grünem Fünfberg ein von je einer roten Rose flankierter schwarzer Mittelschild, darin ein rotbewehrter und -bezungter goldener Löwe“.

Es wurde 1966 vom Mainzer Innenministerium genehmigt. Der Pfälzer Löwe nimmt Bezug auf die ehemalige Zugehörigkeit zur Kurpfalz, der Fünfberg entstammt dem Wappen der Ritter von Berg, die bis zum Spätmittelalter die Ortsherrschaft innehatten und die Rosen gehen zurück auf das Dorfsiegel von 1737.[5]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Berg ist verschwistert mit Vordernberg in der Steiermark.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

In Neulauterburg gab es im sogenannten „Zollmuseum“ eine Ausstellung zur Grenze im ehemaligen „Zollpavillon“. Dieser wurde in seiner aktiven Zeit für die Zollformalitäten beim Grenzübertritt zwischen Deutschland und Frankreich genutzt und diente den deutschen Zollbeamten als Büro- und Arbeitsräume.

Bauwerke[Bearbeiten]

Durch Berg verlief die römische Rheinuferstraße, ein Leugenstein bezeichnete die Entfernung nach Speyer. Von diesem römischen Meilenstein an der Römerstraße von Basel nach Mainz ist nur noch der Sockel erhalten, er findet sich am Ortsausgang neben der Bundesstraße 9. Dies ist der erste Stein dieser wichtigen römischen Fernverbindung auf deutschem Gebiet. An der Fortsetzung der Römerstraße Richtung Osten befindet sich ein weiterer Meilenstein.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Berg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Berg besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Wörth–Strasbourg.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berg (Pfalz) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Historischer Stammtisch in Berg - Thema: Die Zeit der Evakuierung von Berg während des zweiten Weltkrieges
  3. Ewois, Stand: 31. Juli 2012
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3