Fockendorf

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Fockendorf in Thüringen. Für den gleichnamigen Ortsteil in Schleswig-Holstein siehe Beidenfleth.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Fockendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fockendorf hervorgehoben
51.04861111111112.465277777778165Koordinaten: 51° 3′ N, 12° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Altenburger Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Pleißenaue
Höhe: 165 m ü. NHN
Fläche: 8,83 km²
Einwohner: 829 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04617
Vorwahl: 034343
Kfz-Kennzeichen: ABG, SLN
Gemeindeschlüssel: 16 0 77 005
Gemeindegliederung: Hauptort, 1 Ortsteil
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 7
04617 Fockendorf
Bürgermeister: Karsten Jähnig
Lage der Gemeinde Fockendorf im Landkreis Altenburger Land
Altenburg Nobitz Langenleuba-Niederhain Altkirchen Dobitschen Drogen Fockendorf Frohnsdorf Gerstenberg Göhren (bei Altenburg) Göllnitz Göpfersdorf Gößnitz Haselbach (bei Altenburg) Heukewalde Heyersdorf Jonaswalde Jückelberg Kriebitzsch Löbichau Lödla Lucka Lumpzig Mehna Meuselwitz Monstab Nöbdenitz Ponitz Posterstein Rositz Nobitz Schmölln Starkenberg Thonhausen Treben Vollmershain Wildenbörten Windischleuba Ziegelheim Thüringen Landkreis Greiz Sachsen-Anhalt SachsenKarte
Über dieses Bild

Fockendorf ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Hauptort Fockendorf befindet sich rund sieben Kilometer nördlich der Kreisstadt Altenburg und etwa 30 Kilometer südlich von Leipzig. Durch den Nachbarort Treben führt die Bundesstraße 93.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zum Hauptort Fockendorf gehören die unmittelbar nordwestlich gelegene Ortslage Kleintreben und der etwa 1,5 Kilometer östlich gelegene Ortsteil Pahna.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An den Ort grenzen im Uhrzeigersinn die Stadt Borna mit den Ortsteilen Thräna und Wyhra und die Stadt Frohburg mit dem Ortsteil Benndorf im sächsischen Landkreis Leipzig sowie Windischleuba und Treben im Landkreis Altenburger Land.

Gewässer[Bearbeiten]

Talsperre Windischleuba

Fockendorf liegt im Tal der Pleiße. Dicht südlich der Ortslage wird der Fluss durch die Talsperre Windischleuba aufgestaut. Nach dem Ende der Braunkohleförderung wurde der Badesee Pahna mit einer Fläche von etwa 220 Hektar als Naherholungsgebiet angelegt.

Berge[Bearbeiten]

Höchste Erhebungen um Fockendorf sind der landwirtschaftlich genutzte Wustenberg (187,8 m ü. NN) und der bewaldete Teichberg (183,4 m ü. NN).[2]

Papierfabrik von der Talsperre Windischleuba aus gesehen

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1272 wurde Fockendorf das erste Mal urkundlich erwähnt, der Ortsteil Pahna allerdings bereits 1227. 1445 bestand der Ort aus 15 Höfen. Der Ortsname ist im Gegensatz zu den umliegenden Siedlungen deutschen Ursprungs und bedeutet so viel wie Dorf des Vokko. Kirchlich gehört Fockendorf zur Pfarrei Treben. Das Dorf wird von der Pleiße tangiert und 1445 wurde hier erstmals eine Mühle urkundlich erwähnt. Von 1692 bis 1995 gab es im Ort eine Papiermühle. Die Rohstoffzufuhr und der Absatz ihrer Produkte erfolgte über eine fast zwei Kilometer lange und 1898 errichtete Drahtseilbahn, die einen Anschluss zur Bahnstrecke Leipzig–Hof herstellte und deren Reste noch heute im Gelände erkennbar sind. 1946 wurde die Fabrik, zu der seit 1880 auch eine Braunkohlengrube in Pahna gehörte, auf Befehl der sowjetischen Militäradministration vollständig demontiert und als Reparationsleistung in die Sowjetunion verbracht. Der Betrieb wurde jedoch weiter geführt und 1949 ging wieder eine Papiermaschine in Betrieb. Nach Stilllegung der Fabrik 1995 übernahm die Gemeinde Fockendof das Betriebsgelände. In den Jahren 2000 und 2001 wurde ein großer Teil der Fabrikgebäude abgerissen, in den verbliebenen Gebäuden befindet sich heute das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr, mehrere Firmen und ein Heimat- und Papiermuseum, zu dem auch ein Kleinwasserkraftwerk gehört. In der Papierfabrik und in umliegenden Bauernwirtschaften wurden zur Zeit des Nationalsozialismus 60 ausländische Gefangene als Zwangsarbeiter eingesetzt.[3] Seit 1952 war Fockendorf Sitz einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft.

Entwicklung der Einwohnerzahl
  • 1583 – 135
  • 1847 – 336
  • 1880 – 351
  • 1994 – 913
  • 1995 – 913
  • 1996 – 914
  • 1997 – 926
  • 1998 – 965
  • 1999 – 984
  • 2000 – 988
  • 2001 – 974
  • 2002 – 971
  • 2003 – 951
  • 2004 – 925
  • 2005 – 917
  • 2006 – 905
  • 2007 – 900
  • 2008 – 887
  • 2009 – 867
  • 2010 – 852
  • 2011 – 854
Datenquelle: bis 1880 Löbe, ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik, Ortschronik Fockendorf 1997

Politik[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

  • CDU – 2 Sitze (18,8 %)
  • FFW – 6 Sitze (81,2 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 64,9 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Ort ist durch seine Lage an der Talsperre Windischleuba und dem Naherholungsgebiet Pahna für den Tourismus im Landkreis bedeutsam.

Papiermuseum Fockendorf[Bearbeiten]

Die ehemalige Papierfabrik beherbergt als technisches Denkmal heute das Heimat- und Papiermuseum Fockendorf, betrieben vom Traditionsverein Papierfabrik Fockendorf e.V.[4] Unter anderem verfügt es über eine Handschöpferei und eine Sammlung originaler Handbüttenpapiere ab dem 16. Jahrhundert. Weiterhin ist eine Versuchspapiermaschine aus der ehemaligen Ingenieurschule in Altenburg, die dort den Studenten zur Durchführung von Versuchen diente, in Betrieb. Mit weiteren Geräten wie einem Turbolöser (Pulper), einer Steilkegelmühle, einer Reihe von Bütten, Wasserbehältern und einem Kalander sind alle wesentlichen Bestandteile zur Papierherstellung vorhanden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Thüringer Landesvermessungsamt TK25 – Blatt 4940 Borna
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0
  4. Homepage des Papiermuseums Fockendorf. Abgerufen am 24. März 2014.

Literatur[Bearbeiten]

  • Das Altenburger Land (= Werte unserer Heimat. Band 23). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1973.
  • J. und E. Löbe: Geschichte der Kirchen und Schulen des Herzogthums Sachsen-Altenburg. Altenburg 1886
  • Frank Heinzig und Lothar Richter: Papiergeschichte des Altenburger Landes. Altenburg 2006

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fockendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien