Ponitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ponitz
Ponitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ponitz hervorgehoben
50.85666666666712.423055555556223Koordinaten: 50° 51′ N, 12° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Altenburger Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Gößnitz (erfüllende Gemeinde)
Höhe: 223 m ü. NHN
Fläche: 17,04 km²
Einwohner: 1563 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04639
Vorwahlen: 034493, 03764 und 03762Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ABG, SLN
Gemeindeschlüssel: 16 0 77 039
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gößnitzer Straße 1
04639 Ponitz
Bürgermeister: Marcel Greunke (CDU)
Lage der Gemeinde Ponitz im Landkreis Altenburger Land
Altenburg Nobitz Langenleuba-Niederhain Altkirchen Dobitschen Drogen Fockendorf Frohnsdorf Gerstenberg Göhren (bei Altenburg) Göllnitz Göpfersdorf Gößnitz Haselbach (bei Altenburg) Heukewalde Heyersdorf Jonaswalde Jückelberg Kriebitzsch Löbichau Lödla Lucka Lumpzig Mehna Meuselwitz Monstab Nöbdenitz Ponitz Posterstein Rositz Nobitz Schmölln Starkenberg Thonhausen Treben Vollmershain Wildenbörten Windischleuba Ziegelheim Thüringen Landkreis Greiz Sachsen-Anhalt SachsenKarte
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Ponitz ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Altenburger Land und liegt an der Grenze zum Freistaat Sachsen. Bekannt ist der Ort vor allem durch das Renaissanceschloss, wie auch durch die Friedenskirche mit ihrer unverändert erhaltenen Orgel Gottfried Silbermanns.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ponitz befindet sich nördlich der Bundesautobahn 4 und der Stadt Crimmitschau am Übergang des Zeitzer-Schmöllner-Lösshügellandes in die Vorgebirgslagen zum Thüringer Schiefergebirge und zum Erzgebirge. Durch das Gemeindegebiet fließt in Richtung Norden die Pleiße. Große Ackerflächen, Weiden und wenig Bewaldung prägen das Landschaftsbild. Die nächsten Städte sind Meerane (2 km südöstlich), Gößnitz (2 km nördlich), Crimmitschau (3 km südlich) und Schmölln (4 km nordwestlich).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Gößnitz, Heyersdorf und die Stadt Schmölln im Landkreis Altenburger Land sowie die Städte Crimmitschau und Meerane im Landkreis Zwickau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Neben Ponitz gehören zur Gemeinde die vier Ortsteile Grünberg seit 1973, Guteborn seit 1883 sowie Merlach und Zschöpel seit 1950.

Die einzelnen Ortsteile der Gemeinde Ponitz haben drei verschiedene Telefonvorwahlen. Ponitz und Guteborn haben die Vorwahl von Meerane (03764), die Ortsteile Merlach und Zschöpel die Vorwahl von Gößnitz (034493), während der Ortsteil Grünberg über die Vorwahl von Crimmitschau (03762) zu erreichen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Ponitzer Schloss mit dem Schlosshof

Der Ort ist vermutlich von slawischen Siedlern gegründet worden, was die alte Schreibweise Ponicz erklärt. Im Jahre 1254 wurde das Schloss Ponitz und sein Besitzer Fridericus de Ponicz erstmals urkundlich erwähnt, da er bei einer Schenkung als Zeuge genannt wird. 1349 ist in den Geschichtsbüchern von einer Kirche und einem Vorwerk die Rede. Nach dem Kauf des Rittergutes 1568 durch Abraham von Thumbshirn wurde die mittelalterliche Wasserburg 1574 durch einen Renaissancebau ersetzt, der auch heute noch zu besichtigen ist. Der bedeutendste Besitzer des Ponitzer Schlosses war Wolfgang Conrad von Thumbshirn, der als Diplomat 1648 den Friedensvertrag zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges mitunterzeichnete und auch maßgeblich am Zustandekommen dieses Vertrages beteiligt war. Dies war auch der Anlass, im Jahr 1650 die so genannte Friedenslinde am Dreierhäuschen zu pflanzen.

Gemeindegliederung

Der Ort besteht aus den historischen Ortsteilen Schönhain und Gosel, die heute nahtlos in den Ort übergehen. Schönhain besaß eine Brauerei und befindet sich ungefähr an der heutigen Meeraner Straße, Gosel hingegen an der Crimmitschauer Straße. Der direkt an den historischen Ortsteil anschließende Ortsteil von Crimmitschau, der ebenfalls Gosel heißt, gehörte einst größtenteils genauso wie Ponitz selbst zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Durch den Gebietsaustausch zwischen Thüringen und Sachsen kam auch der zum Amtsbezirk Ponitz gehörende Ort Waldsachsen und ein Teil des ehemaligen Gosel an die Amtshauptmannschaft Glauchau beziehungsweise die Amtshauptmannschaft Werdau im Freistaat Sachsen.

Unter sowjetischer Besatzung wurde 1945 die letzte Besitzerfamilie des Ritterguts (200 ha) und des Schlosses, Familie Mälzer, entschädigungslos enteignet und vertrieben.

Ponitz gehörte samt dem anderen Teil des Ortes Gosel zum Landkreis Altenburg und ab 1952 zum Kreis Schmölln im Bezirk Leipzig. Mit der deutschen Wiedervereinigung kam Ponitz 1990 erneut zu Thüringen; vorab gab es eine Volksbefragung, in der sich die Einwohner mehrheitlich zu Thüringen bekannten.

Nach 1990 sind als Bauprojekte hauptsächlich die Erschließung des Gewerbegebietes Guteborn, die Restaurierung von Schloss, Kirche, Gemeindeverwaltung, Schulgebäuden und Kindergarten sowie der Neubau des Feuerwehrhauses 2003 und der Ponitz-Arcaden 2012/2013 zu nennen.

Die Burgmauer mit Zinnen

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1936 wurde Niedergrünberg mit Obergrünberg zu Grünberg vereinigt,[2] das am 1. November 1973 nach Ponitz eingemeindet wurde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1580 wurden 145, 1816 276 und 1875 513 Einwohner gezählt. Nach der Eingliederung von Guteborn stieg die Einwohnerzahl 1900 auf 1341 und 1925 auf 1664. 1939 wurden 1638 Einwohner gezählt.[3]

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 1954
  • 1995: 1924
  • 1996: 1906
  • 1997: 1881
  • 1998: 1872
  • 1999: 1870
  • 2000: 1890
  • 2001: 1878
  • 2002: 1864
  • 2003: 1836
  • 2004: 1823
  • 2005: 1825
  • 2006: 1797
  • 2007: 1790
  • 2008: 1736
  • 2009: 1700
  • 2010: 1684
  • 2011: 1645
  • 2012: 1563
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindeverwaltung in der Gößnitzer Straße

Seit Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Oberes Pleißental am 21. April 1995 ist Gößnitz erfüllende Gemeinde sowohl für Ponitz als auch für Heyersdorf. Die Gemeinde Ponitz wies am 31. Dezember 2010 eine Pro-Kopf-Verschuldung von 696 Euro auf. Im Haushaltsplan des Jahres 2011 war festgelegt, dass sie durch Kredittilgung auf 507 Euro reduziert werden sollte.

Gemeinderat[Bearbeiten]

In der Wahlperiode 2009 bis 2014 bestand der Gemeinderat aus sieben Mitgliedern der CDU (58,9 %), zwei Mitgliedern der Linken (13,6 %) und drei Mitgliedern der SPD (27,6 %). Die Wahlbeteiligung am 7. Juni 2009 lag bei 54,1 %.

Seit der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

Die Wahlbeteiligung lag bei 61,7 %, wobei 0,8 % der Stimmen ungültig waren.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Von 1990 bis 1999 war der SPD-Politiker Roland Mehlig Bürgermeister der Gemeinde, bis 2012 war dies der parteilose, jedoch auf der CDU-Liste kandidierende Gerd Kühn. Bei der Kommunalwahl 2012 votierten im ersten Wahlgang bei zwei Mitbewerbern 60,9 % der gültig abstimmenden Wähler für den CDU-Politiker Marcel Greunke, die Wahlbeteiligung lag kreisweit am höchsten bei 68,8 %.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten; vorn fünfmal geteilt von Silber und Rot und belegt mit einer grünen bewurzelten Linde; hinten in Rot nebeneinander drei silberne, von rechts nach links sich verjüngende Orgelpfeifen.

Das Wappen von Ponitz zeigt die Friedenslinde zu Ehren des Friedensstifters Thumbshirn sowie drei Orgelpfeifen als Symbol für die von Gottfried Silbermann in der Dorfkirche (heute Friedenskirche) geschaffene Orgel.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ponitzer Friedenskirche aus der Blickrichtung des Schlosshofes

Ponitz ist insbesondere bekannt durch die zwischen 1734 und 1737 von Gottfried Silbermann als sein 40. Werk erbaute Orgel in der Friedenskirche.[4] Regelmäßig finden dort Konzerte statt.

Weiterer bedeutender Veranstaltungsort ist das Renaissanceschloss.[5] Der Umbau zu seiner heutigen Gestalt stammt von 1568 - 1574. Besonders berühmt ist es wegen seiner Kassettendeckenmalereien aus dem gleichen Jahrhundert. Zu Ende der DDR-Zeit befand sich das Schloss in bedauernswertem baulichem Zustand, es regnete durch mehrere Etagen durch. Der Festsaal musste 1987 baupolizeilich gesperrt werden. Seit den 1990er Jahren wird das Schloss restauriert, im Jahr 2000 konnte der Festsaal wieder eingeweiht werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Ponitz besitzt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Leipzig–Hof. Die Gemeinde liegt im Mitteldeutschen Verkehrsverbund und ist auch über die Buslinie 354 Thonhausen–Heyersdorf–Crimmitschau/Gößnitz–Schmölln erreichbar. Weiterhin ist der Ort über die 3 km entfernte Anschlussstelle Meerane der Autobahn 4 zu erreichen. Die Bundesstraße 93 verläuft durch das Gemeindegebiet und ist über die Anschlussstellen Guteborn und Merlach erreichbar.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Wirtschaftlich dominant ist die Landwirtschaft, nennenswert dabei die Agrargenossenschaft Ponitz e. G.. Ein weiteres großes Unternehmen ist das Netto-Logistikzentrum an der B 93 in Guteborn. Zahlreiche Dienstleistungsfirmen sind in der Gemeinde ansässig.

Bildung[Bearbeiten]

In Ponitz gibt es die Geschwister-Scholl-Grundschule sowie einen gemeindeeigenen Kindergarten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ponitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen – Grünberg. Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., abgerufen am 19. Oktober 2012.
  3. Stadt und Landkreis Altenburg. In: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 19. Oktober 2012.
  4. Orgel von Gottfried Silbermann in der Friedenskirche Ponitz, auf der Website der Gottfried Silbermann-Gesellschaft, abgerufen am 10. April 2013.
  5. Website des Fördervereines Renaissanceschloss Ponitz e. V.