Pohlheim

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pohlheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Pohlheim
Pohlheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Pohlheim hervorgehoben
50.5258.7333333333333240Koordinaten: 50° 32′ N, 8° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Gießen
Höhe: 240 m ü. NN
Fläche: 38 km²
Einwohner:

17.452 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 459 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35415
Vorwahlen: 06403, 0641, 06404, 06004
Kfz-Kennzeichen: GI
Gemeindeschlüssel: 06 5 31 014
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Ludwigstraße 31
35415 Pohlheim
Webpräsenz: www.pohlheim.de
Bürgermeister: Karl-Heinz Schäfer (SPD)
Lage der Stadt Pohlheim im Landkreis Gießen
Niederdorfelden Biebertal Wettenberg Lollar Staufenberg (Hessen) Allendorf (Lumda) Rabenau (Hessen) Heuchelheim (Hessen) Gießen Buseck Grünberg (Hessen) Fernwald Linden (Hessen) Langgöns Pohlheim Reiskirchen Lich Hungen Laubach Wetteraukreis Vogelsbergkreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-KreisKarte
Über dieses Bild

Pohlheim ist eine Stadt im Landkreis Gießen in Hessen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Pohlheim liegt im südlichen Teil des Landkreises Gießen, direkt an der Gemarkung der Universitätsstadt Gießen. Pohlheim liegt am Lückebach (fließt über den Kleebach in die Lahn).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Pohlheim grenzt im Norden an die Stadt Gießen und die Gemeinde Fernwald, im Osten an die Stadt Lich, im Süden an die Stadt Münzenberg (Wetteraukreis), sowie im Westen an die Gemeinde Langgöns und die Stadt Linden.

Stadtteile, Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Zur Stadt Pohlheim gehören die Stadtteile Dorf-Güll, Garbenteich, Grüningen, Hausen, Holzheim und Watzenborn-Steinberg, die zugleich einen Ortsbezirk mit Ortsbeirat bilden[2].

Jahr (Datum) Einwohner[3]
31.12.1999 17.119
31.12.2000 17.153
31.12.2002 17.442
31.12.2004 17.830
31.12.2005 17.909
31.12.2006 18.043
31.12.2007 18.051
30.9.2009 18.072
30.6.2010 18.108

Geschichte[Bearbeiten]

Durch das Gebiet von Pohlheim führt der Obergermanische Limes (nördlich liegen Hausen, Watzenborn-Steinberg und Garbenteich; südlich Grüningen, Dorf-Güll und Holzheim). Der Name Pohlheim lässt sich auf das ehemalige Dorf „Pfahlheim“ zurückführen, was wiederum auf den Limes hinweist („Dorf an den Pfählen“).

Der Name Garbenteich lässt sich auf „Garwards Eich“ zurückführen. Die nördlichen Dörfer gehörten im Mittelalter der Gerichtsbarkeit von Hüttenberg an, die südlichen zum Amt Gambach (1464 an Solms verpfändet). Holzheim wurde im Jahre 790 erstmals urkundlich erwähnt, Grüningen und Dorf Güll im Jahre 799, Hausen 886 und als jüngste Garbenteich und Watzenborn („Wazenburne“) in 1141. Grüningen hatte bereits im Mittelalter – als einzige der früheren Einzelgemeinden – seit dem Jahre 1400 Stadtrechte.

Nördlich an Pohlheim angrenzend liegt zu Füßen des Schiffenbergs der in den 1960er Jahren gegründete Stadtteil Gießen-Petersweiher.

Die Gemeinde Pohlheim wurde am 31. Dezember 1970 im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Dorf-Güll, Garbenteich, Grüningen, Hausen, Holzheim und Watzenborn-Steinberg gegründet. Der Name Pohlheim geht auf eine zentral im Gemeindegebiet gelegene im Dreißigjährigen Krieg untergegangene Ortschaft zurück.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
39,1 %
34,5 %
13,9 %
9,8 %
2,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,1 %p
-1,0 %p
+6,6 %p
-2,0 %p
-1,4 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 39,1 14 41,2 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,5 13 35,5 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,9 5 7,3 3
FWG Freie Wählergemeinschaft 9,8 4 11,8 4
FDP Freie Demokratische Partei 2,7 1 4,1 2
Gesamt 100 37 100 37
Wahlbeteiligung in % 49,2 47,6

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Stadt Pohlheim ist seit 1997 Karl-Heinz Schäfer (SPD), der bei der Bürgermeisterwahl am 7. September 2008 mit 50,8 % bei einer Wahlbeteiligung von 52 % zum dritten Mal gewählt wurde.

Wappen[Bearbeiten]

Am 15. Mai 1975 erhielt die Stadt Pohlheim die Genehmigung, das nachfolgend beschriebene Wappen zu führen.

Wappenbeschreibung:
„In Rot eine geschweifte goldene Spitze mit einem blauen Limes-Wachturm; vorn ein goldener Eichenzweig, hinten zwei in goldene Notenlinien gesetzte, ebenfalls goldene Achtelnoten.“[5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Pohlheim unterhält Städtepartnerschaften mit der Marktgemeinde Admont in Österreich, der Stadt Zirc in Ungarn und dem sächsischen Strehla.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Watzenborn-Steinberg

Pohlheim liegt mit den Haltepunkten Watzenborn-Steinberg und Garbenteich an der Bahnstrecke Lahn-Kinzig-Bahn, die von Gießen nach Gelnhausen führt. Dabei befindet sich der Haltepunkt Watzenborn-Steinberg auf dem Gebiet von Petersweiher, das zur Stadt Gießen gehört. Im ÖPNV gehört die Stadt zum Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes.

Weiterhin ist Pohlheim über die A 5 Frankfurt–Kassel, Anschlussstelle Fernwald, die A 45 Hanau–Dortmund (Sauerlandlinie), Anschlussstelle Münzenberg und die Anschlussstelle Gießen, Schiffenberger Tal der A 485 (Gießener Ring) erreichbar.

Durch den Stadtteil Grüningen führt der Deutsche Limes-Radweg. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Wirtschaftsstruktur[Bearbeiten]

So wird im Kreis Gießen gearbeitet: 0,6 % der Beschäftigten sind in der Land- und Forstwirtschaft tätig, 26,6 % im Produzierenden Gewerbe und 72,8 % im Dienstleistungsbereich.

Steuereinnahmen[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet des Kreises Gießen werden pro Einwohner im Durchschnitt 602,9 Euro gemeindliche Steuern eingenommen. Dieser Wert liegt, bezogen auf die Bundesrepublik, im bundesdeutschen Mittelfeld (BRD-Durchschnitt: 494 Euro).

Kirche[Bearbeiten]

Die Bevölkerung Mittelhessens ist überwiegend evangelisch. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen viele katholische Vertriebene auch in die Dörfer Pohlheims. In dieser Zeit wurde die St.-Hedwig-Kapelle in Hausen gegründet. Diese wurde nach dem Neubau der katholischen Kirche St. Martin in Watzenborn-Steinberg an eine syrisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft verkauft.

In den Jahren 1954/1955 wurde in Watzenborn-Steinberg die Christuskirche erbaut und am 24. Juli 1955 geweiht. Die erste Pfarrei bestand in dem Ort aber bereits im Jahr 1606/1607. Die alte Kirche, das erste Gotteshaus wurde im Jahre 1141 errichtet, in zeitlicher Nähe zur Gründung des Klosters Schiffenberg. Sie wurde 2006 umfassend renoviert.

Das kirchliche Leben wird mitgeprägt durch die Freie evangelische Gemeinde Pohlheim und die Evangelische Stadtmission, die in drei Ortsteilen vertreten ist. Weiterhin ist die Neuapostolische Kirche in Pohlheim Watzenborn-Steinberg vertreten und drei Kirchengemeinden der Aramäer.

Sport[Bearbeiten]

  • Größter Sportverein der Stadt ist der TV07 Watzenborn-Steinberg mit 1800 Mitgliedern. Die Angebotspalette reicht von Aerobic, Tauchen, Turnen und Tennis bis hin zu Skilanglauf und Osteoporose-Gymnastik. Neben zahlreichen Breitensportangeboten wird auch der Leistungssport - vor allem im Turnen und Schwimmen - besonders gefördert.
  • 1927 wurde der Fußballverein SC Teutonia Watzenborn-Steinberg gegründet. Der Verein hat über 500 Mitglieder und spielt heute in der Verbandsliga Mitte.
  • Der im Stadtteil Holzheim ansässige aramäische Fußballverein FC Turabdin-Babylon Pohlheim spielt gegenwärtig in der Gruppenliga Gießen/Marburg.
  • 1928 wurde der Sportverein Garbenteich gegründet. Der Verein hat über 1000 Mitglieder. Langjähriges Vorstandsmitglied (seit 1948) und seit 1967 Präsident ist Ewald Stumpf.
  • Seit den 1980er Jahren bilden die Handballabteilungen des TV Hausen und des TV07 Watzenborn-Steinberg die HSG Pohlheim. 1998 wurden die Jugendmannschaften aller Pohlheimer Sportvereine (Garbenteich, Grüningen, Hausen, Holzheim, Watzenborn-Steinberg) unter dem Dach der JSG Limes zusammengefasst. Diese wurde im Rahmen der Gründung der HSG Pohlheim aufgelöst und in diese überführt. Die 1. Mannschaft der Männer spielt in der Saison 2010/11 in der 3. Liga.
  • Obwohl es in Pohlheim und der näheren Umgebung keine Eissporthalle gibt, wurde in den 1990er Jahren von Rollerskatefahrern der Eis- und Rollsportclub Pohlheim gegründet.
  • Ursprünglich 1961 als Fußballverein gegründet ist der Neue Sportclub Watzenborn-Steinberg heute mit 15 Mannschaften und etwa 300 Mitgliedern einer der größten Tischtennisvereine im Hessischen Tischtennisverband. Die 1. Damenmannschaft spielt seit ihrem Aufstieg 2000 in der 2. Bundesliga. Die 1. Herrenmannschaft tritt in der Regionalliga Südwest an.
  • In der Tanzsportabteilung des CV-1956 „Die Mollys“ Watzenborn-Steinberg e. V. praktizieren über 100 Mädchen und junge Frauen den karnevalistischen Garde- und Schautanz, auch die Einzelkatekorie Mariechentanz wird besetzt. Auf dem Weg in die bundesdeutsche Tanzsportspitze werden hessische Meistertitel (letzter 2010) und Qualifikationen für die Süddeutsche Meisterschaften errungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Waldemar Küther (Bearb.): Pohlheim : junge Stadt am Pfahlgraben ; die Geschichte ihrer Ortsteile, Magistrat der Stadt Pohlheim (Hrsg.), Herr, Gießen 1982
  • Pohlheim : Informationsbroschüre mit Stadtplan, 8. Aufl., WEKA-Info-Verl., Mering 2004
  • Kulturdenkmäler in Hessen. Landkreis Gießen II: Die Gemeinden Buseck, Fernwald, Grünberg, Langgöns, Linden, Pohlheim und Rabenau, Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Herausgeber), Konrad Theiss Verlag, 2010, ISBN 978-3806221787

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Pohlheim, Landkreis Gießen (PDF; 23 kB) vom 7. März 2005 (GVBl I S. 142) zuletzt geändert durch Gesetz vom 24. März 2010 (GVBl I S. 119)
  3. Hessisches Statistisches Landesamt
  4. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 307
  5. Satzung zum Schutz des Stadtwappens, abgerufen am 30. Juni 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pohlheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien