Hungen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hungen
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Hungen hervorgehoben
Koordinaten: 50° 28′ N, 8° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Gießen
Höhe: 144 m ü. NN
Fläche: 86,75 km²
Einwohner: 12.759 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35410
Vorwahl: 06402
Kfz-Kennzeichen: GI
Gemeindeschlüssel: 06 5 31 008
Adresse der Stadtverwaltung: Kaiserstraße 7
35410 Hungen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Klaus Peter Weber (SPD)
Lage der Stadt Hungen im Landkreis Gießen
Karte

Hungen ist eine Stadt im Landkreis Gießen in Hessen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Die Stadt Hungen liegt im südöstlichen Teil des Landkreises Gießen, Hessen, Bundesrepublik Deutschland. Sie liegt an der Grenze zwischen Wetterau und Vogelsberg.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Hungen grenzt im Norden an die Stadt Laubach, im Osten an die Stadt Nidda (Wetteraukreis), im Süden an die Gemeinde Wölfersheim (Wetteraukreis) und im Westen an die Städte Münzenberg (Wetteraukreis) und Lich.

[Bearbeiten] Gemeinden, Einwohnerzahl

Durch die Eingliederung der Gemeinden Bellersheim, Inheiden, Rodheim-Horloff, Rabertshausen, Nonnenroth, Langd, Obbornhofen, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, und Villingen in den 1970er Jahren zählt die Stadt Hungen heute rund 13.000 Einwohner.

[Bearbeiten] Stadtteile

Siehe unten in der Navigationsleiste.

[Bearbeiten] Politik

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 hatte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,8 11 32,9 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 43,6 16 41,3 15
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,1 3 6,9 3
FWG Freie Wählergemeinschaft Hungen 19,6 7
ÜWG Überparteiliche Wählergemeinschaft Hungen 18,8 7
Gesamt 100 37 100 37
Wahlbeteiligung in % 51,0 56,4

[Bearbeiten] Bürgermeister

Amtsinhaber Klaus Peter Weber (SPD) setzte sich am 26. Juni 2005 im ersten Wahlgang mit 60,9 % der Stimmen gegen Manfred Paul ( CDU) durch. Die Wahlbeteiligung betrug 51,9 %.

[Bearbeiten] Partnerstadt

  • Saint-Bonnet-de-Mure (bei Lyon, Département Rhône, Frankreich)

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Bauwerke

[Bearbeiten] Römerkastell Inheiden

Südlich von Hungen, nahe Hof Graß, liegt das ca. 1200 Jahre alte Römerkastell. Wenn man der Horloff weiter folgt, trifft man auf den Grabstein des ehemaligen römischen Provinzherrschers Spendus omnus. Unter dem Grabstein soll, der Legende nach, sein immer noch schlagenes Herz versteckt sein.

[Bearbeiten] Hungener Schloss

Schloss Hungen
Schloss Hungen
Schloss Hungen
Schloss Hungen

Über die ersten Anfänge einer Befestigung des kleinen Burghügels, knapp 15 Meter über der Horloff, können nur Mutmaßungen angestellt werden. Das heutige Schloss wurde seit der Mitte des 15. Jahrhunderts anstelle einer älteren Burganlage, die 1383 urkundlich verbürgt ist, errichtet. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Schloss mehrmals erweitert, verändert, 1974 von einer Eigentümergemeinschaft erworben und unter großem Einsatz in seinen heutigen Zustand versetzt.

[Bearbeiten] Evangelische Stadtkirche

Evang. Stadtkirche Hungen
Evang. Stadtkirche Hungen

Die evangelische Stadtkirche, das älteste Bauwerk Hungens, wurde 1286 erstmals urkundlich erwähnt. In ihrem in Jahrhunderten gewachsenen Erscheinungsbild vereint sie die Baustile der Romantik, Gotik, Renaissance und des Barock.Gegen Ende des 12. Jahrhunderts entstand der romanische untere Teil des Turmes, der sich zwischen Chor und Schiff befindet. Die zwei oberen Geschosse stammen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Sie weisen spätromanische und frühgotische Stilelemente auf. 1905 wurden bei Renovierungsarbeiten wertvolle Wandmalereien im Turm entdeckt und freigelegt. Diese Gemälde hatte man nach der Reformation (um 1600) schlichtweg übermalt. Die jahrhundertealten Freskenmalereien wurden sorgfältig von der Tünche befreit und anlässlich des Stadtjubiläums von dem Restaurateur Velte aufgefrischt. Ein kunstvolles schmiedeeisernes Gitter trennt den alten Turm von dem spätgotischen, 1518 geweihten Chorraum. Da der Chor nach der Reformation nicht mehr für den Gottesdienst genutzt wurde, diente er dem Grafenhaus Solms-Hungen, das fast 100 Jahre lang seinen Sitz in Hungen hatte, als Grabkapelle. Die mit Wappen und Schriften geschmückten gräflichen Grabplatten wurden an den Wänden aufgestellt. Heute wird der Chorraum als Kapelle genutzt. Das Kirchenschiff, einst nur so breit wie der heutige Turm, wurde zwischen 1596 und 1608 vergrößert. Für den damaligen Kirchenbau stellte das Gebäude etwas völlig Neues dar: gedrungenes Rechteck im Grundriss, zweigeschossig im Aufriss, südlicher Treppenturm als Außenaufgang zu den Emporen und zum Kirchenboden. Die Stadtkirche wurde im 17. und 18. Jahrhundert zum Vorbild für zahlreiche protestantische Kirchenbauten der näheren Umgebung (z. B. Heiliggeistkirche in Nidda). Zwischen 1981 und 1983 wurde der Innenraum des Kirchenschiffs umfassend renoviert.

[Bearbeiten] Ehemaliges Kreisamtsgebäude

Schlossgasse 6. Der verputzte zweigeschossige Fachwerkbau mit Mansarddach wurde wohl im späten 18. Jahrhundert errichtet.

[Bearbeiten] Wohnbauten

Innerhalb des durch Neubauten und Abbrüche gestörten Ortskernes haben sich einige ältere Fachwerkhäuser erhalten, von denen etliche jedoch durch Verputz oder Schaufensterdurchbrüche entstellt sind. Erst in jüngster Zeit kam es zur verstärkten Freilegung und fachgerechten Restaurierung einiger Bauten im Zuge der Stadtsanierung. Nennenswert sind:

[Bearbeiten] Obertorstraße 13

Das jetzt als Gaststätte genutzte Giebelhaus mit gebogenen Fußstreben wurde wohl um 1500 errichtet. Sein Hintergebäude ist sicherlich jünger. Das gesamte Fachwerkgefüge wurde bei der jüngsten Restaurierung erneuert und zum Teil ergänzt.

[Bearbeiten] Gasthaus Sterntaler

Obertorstraße 29. Der dreigeschossige Bau mit beschnitzten Balken ist mit 1661 bezeichnet. 1763 wurde er erneuert.

[Bearbeiten] Stadtmauer

Von der mittelalterlichen Stadtmauer sind größere Partien vor allem im Südosten erhalten, die zumeist in Häusern verbaut sind. Hier sind auch Reste des Stadtwalls mit Graben sichtbar.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

[Bearbeiten] Geschichte

Hungens wirtschaftliche Bedeutung begann schon im frühen Mittelalter durch den günstigen Standort an einer Kreuzung zweier wichtiger Handelswege, der Salzstraße und der Alten Gelnhäusener Poststraße. Ein weiterer wichtiger Faktor war die Erlangung der Stadt- und Marktrechte, wovon noch heute der jährlich am 1. November abgehaltene Allerheiligenmarkt zeugt.

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Die bis Ende 2006 durch den Ort führenden Bundesstraßen B 457 und B 489 folgten in etwa diesen alten Handelswegen. Durch die Neue Ortsumgehung liegt deren Kreuzung heute südöstlich außerhalb des Ortes und ist als Kreisverkehr ausgebaut.

[Bearbeiten] Eisenbahn

Hungen war früher ein Eisenbahnknoten. Davon zeugen noch die Reste des großzügig angelegten Bahnhofs mit eigener Güterabfertigung. Diese Einrichtung sicherte die Existenz vieler kleiner Spediteure für Nah- und Mittelstrecken. Die Horlofftalbahn (Friedberg–Hungen LaubachMücke) und die Lahn-Kinzig-Bahn (GießenGelnhausen), beide errichtet von den Großherzoglich Hessischen Staatseisenbahnen, kreuzten sich hier. Die Lahn-Kinzig-Bahn wird noch heute im Rahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) betrieben. Die Strecke Hungen–Laubach wurde 1999 stillgelegt, die Strecke aus Richtung Friedberg zwischen Wölfersheim-Södel und Hungen 2005. Für letztere besteht ein Infrastruktursicherungsvertrag bis Ende 2007, der die Trasse vorläufig sichert. Über eine Wiederinbetriebnahme wird in den Anliegergemeinden diskutiert.

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

  • Ketty Guttmann (1883-1967), kommunistische Politikerin und Aktivistin für die Rechte der Prostituierten
  • Amalie Seckbach-Buch (1870-1944), berühmte Kunstsammlerin und international anerkannte Künstlerin
  • Amigos, Schlager-Duo
  • Wilhelm Crecelius (1828-1889), deutscher Historiker und Lehrer

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
 Commons: Hungen – Bilder, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge