Rickenbacker Motor Company

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Rickenbacker Motor Company war ein US-amerikanischer Automobilhersteller aus Detroit, der von 1922 bis 1927 existierte. Gründer waren Barney Everitt, William Metzger und Walter Flanders, die vorher die E-M-F Company betrieben hatten, und zusätzlich der bekannte Rennfahrer und Jagdflieger Eddie Rickenbacker.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Januar 1922 stellte die Firma auf der New York Automobile Show ihren ersten Wagen vor, den Six. Der als 4-sitziges Coupé, 5-sitziger Tourenwagen oder 5-sitzige Limousine erhältliche Mittelklassewagen war mit einem Reihensechszylindermotor eigener Produktion ausgestattet. Das Aggregat besaß einen Hubraum von 3572 cm³ und leistete 58 bhp (43 kW). Es hatte drei Hauptlager und lief leise und vibrationsarm, weil es an beiden Kurbelwellenenden je ein Schwungrad besaß. Der Hersteller garantierte eine Höchstgeschwindigkeit von 96,5 km/h (60 mph).

Eine Aufsehen erregende Neuerung 1923 waren die Vierradbremsen, die ersten bei einem US-amerikanischen Mittelklassefahrzeug. Duesenberg hatte Bremsen an allen Rädern zwar schon früher angeboten, die Luxuswagen waren für die meisten Amerikaner aber unerschwinglich.

Ein schwerer Schlag für die Firma war der Tod von Flanders bei einem Verkehrsunfall 1924. 1925 brachte Rickenbacker den ersten Achtzylinder, den Eight, heraus, einen seitengesteuerten Reihenmotor mit sieben Hauptlagern und 4391 cm³ Hubraum, der 80 bhp (59 kW) leistete. Neu war auch der Sechszylindermotor mit 3867 cm³, der es auf 68 bhp (50 kW) brachte.

Die Verkaufszahlen der Rickenbacker-Automobile waren nie besonders hoch gewesen. Zum Ende des Jahres 1925 wurde die Ertragslage aber so schlecht, dass im Januar 1926 ein Konkursantrag gestellt werden musste. Eddie Rickenbacker verließ die Firma im darauf folgenden September und auch Metzger hatte sich verabschiedet. Der einzig verbleibende Gründer Everitt stellte am 1. Dezember 1926 die Modellpalette für 1927 vor und versprach, noch im alten Jahr 500 Exemplare herzustellen. Sechs- und Achtzylindermotoren waren verstärkt worden und leisteten nun 70–95 bhp (51–70 kW). Im Februar 1927 musste die Firma ihre Tore schließen. Insgesamt entstanden in 5 Jahren ca. 34.500 Automobile.

1928 kaufte Jørgen Skafte Rasmussen die Produktionseinrichtungen für die zuletzt gefertigten Sechs- und Achtzylindermotoren auf und ließ sie nach Deutschland transportieren. Dort wollte er unter eigenem Namen eine Motorenfabrik eröffnen, fand aber keine Interessenten unter den deutschen Automobilherstellern, mit Ausnahme der von ihm selbst kurz vorher aufgekauften Audi-Werke. 1929–1932 entstanden ca. 100 Stück Audi Typ T mit 3,9 l-R6-Motor und ca. 400 Stück Audi Typ SS mit 5,1 l-R8-Motor[1].

Modelle[Bearbeiten]

Modell Bauzeitraum Zylinder Leistung Radstand
Six / B / C 1922–1924 6 Reihe 58 bhp (43 kW) 2972 mm
C / Six 1925–1926 6 Reihe 68 bhp (50 kW) 2972 mm
Eight 1925–1926 8 Reihe 80 bhp (59 kW) 3086 mm
6-70 1927 6 Reihe 70 bhp (51 kW) 3010 mm
8-80 1927 8 Reihe 80 bhp (59 kW) 3086 mm
8-90 1927 8 Reihe 95 bhp (70 kW) 3454 mm

Fertigungszahlen[Bearbeiten]

Baujahr Ausstoß
1922 3709 Stück
1923 8539 Stück
1924 7187 Stück
1925 9214 Stück
1926 ca. 5400 Stück
1927 ca. 450 Stück

Quelle[Bearbeiten]

  • Kimes, Beverly Ray & Clark jr,. Henry Austin: Standard Catalog of American Cars 1805–1942, Krause Publications, Iola WI (1985), ISBN 0-87341-045-9

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Oswald, Werner: Deutsche Autos 1920–1945, 10. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart (1996), ISBN 3-87943-519-7