Rubigen

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Rubigen
Wappen von Rubigen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0623i1f3f4
Postleitzahl: 3113
Koordinaten: 607999 / 19420346.8988887.543611549Koordinaten: 46° 53′ 56″ N, 7° 32′ 37″ O; CH1903: 607999 / 194203
Höhe: 549 m ü. M.
Fläche: 7.0 km²
Einwohner: 2895 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 414 Einw. pro km²
Website: www.rubigen.ch
Humanus-Haus in Beitenwil (ehemaliges Schloss Rubigen)

Humanus-Haus in Beitenwil (ehemaliges Schloss Rubigen)

Karte
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Rubigen ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz. Von der ehemaligen Gemeinde Rubigen trennten sich 1993 die einstigen Viertelsgemeinden Allmendingen bei Bern und Trimstein ab.

Geographie[Bearbeiten]

Rubigen liegt auf 549 m ü. M., 10 km südöstlich der Kantonshauptstadt Bern (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf einer Geländeterrasse in der breiten Aareniederung zwischen Bern und Thun, östlich der Aare.

Die Fläche des 7.0 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Aareniederung zwischen Bern und Thun. Die westliche Grenze verläuft entlang der kanalisierten und begradigten Aare. Östlich an die Aare schliesst eine teils mehr als 500 m breite Talaue (Hunzigenau) an, welche Reste von alten Aareläufen (Giessen) aufweist. Von der Talaue erstreckt sich der Gemeindeboden ostwärts auf eine Geländeterrasse und über einen sanft geneigten Hang mit dem Schattholz und dem Schwandwald auf das Plateau von Oberholz (590 m ü. M.). Die östliche Grenze liegt in einer Senke mit dem ehemals sumpfigen Trimsteinmoos und dem Beitenwilmoos. Diese Senke wird durch den Schwarzbach in einem Tälchen beim Schattholz nach Westen zur Aare entwässert. Die höchste Erhebung von Rubigen wird mit 600 m ü. M. am Rand des Gschneitwaldes oberhalb von Beitenwil erreicht. Ganz im Norden reicht der Gemeindebann in den Raintalwald bei Allmendingen. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 19 % auf Siedlungen, 20 % auf Wald und Gehölze, 56 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 5 % war unproduktives Land.

Zu Rubigen gehören ausgedehnte Wohnquartiere, die Weiler Kleinhöchstetten (549 m ü. M.) auf einer Terrasse über der Aare, Oberholz (590 m ü. M.) auf einem Plateau östlich des Dorfes und Beitenwil (585 m ü. M.) nördlich des Schwarzbachs sowie einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Rubigen sind Allmendingen bei Bern, Worb, Münsingen und Belp.

Geschichte[Bearbeiten]

Einzelne Funde aus dem Neolithikum bei der Säge Rubigen weisen darauf hin, dass das Gemeindegebiet schon sehr früh besiedelt war. Als erstes erscheint 982 der Ortsname Huncinga (heute die Hofgruppe Hunziken nahe der Aare) in den Urkunden. Die erste urkundliche Erwähnung von Rubigen erfolgte 1267 unter dem Namen Rubingen; von 1401 ist Rubigen überliefert. Der Ortsname geht auf den althochdeutschen Personennamen Rubo zurück und bedeutet demnach bei den Leuten des Rubo.

Seit dem Mittelalter gehörte Rubigen zur Herrschaft Münsingen, welche zunächst unter der Oberhoheit der Grafen von Kyburg, seit 1406 unter Berner Herrschaft stand. Die hohe Gerichtsbarkeit über das Gebiet übte das Landgericht Konolfingen aus. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Rubigen während der Helvetik zum Distrikt Höchstetten und ab 1803 zum Oberamt Konolfingen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.

Die Einwohnergemeinde Rubigen bestand aus den drei Viertelsgemeinden Rubigen, Allmendingen und Trimstein, die bis Ende 1992 eine politische Einheit bildeten. Am 24. September 1989 wurde die Aufspaltung der Einwohnergemeinde Rubigen mit grossem Mehr beschlossen. Mit Wirkung auf den 1. Januar 1993 wurden deshalb die einstigen Viertelsgemeinden zu selbständigen Einwohnergemeinden erhoben.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 2895 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) gehört Rubigen zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 91.8 % deutschsprachig, 1.6 % französischsprachig und 1.3 % sprechen Italienisch (Stand 2000). Besonders seit 1960 wurde eine markante Bevölkerungszunahme verzeichnet.

Politik[Bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 22.3 %, SP 20.6 %, BDP 19.4 %, GPS 9.0 %, FDP 8.2 %, glp 7.3 %, EVP 4.9 %, CVP 2.1 %, EDU 2.1 %.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Rubigen war bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau, die Milchwirtschaft und die Viehzucht einen gewissen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Zahlreiche weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. Dank der guten Verkehrsanbindung entstanden auf dem Gebiet von Rubigen verschiedene Gewerbezonen. Heute sind in der Gemeinde Betriebe des Bau- und Transportwesens, der Baustoff- und Möbelindustrie, des Maschinenbaus, der Nahrungsmittelverarbeitung, verschiedene Handelsfirmen, ein Belagslieferwerk und mechanische Werkstätten vertreten. Nördlich des Dorfes wird eine grosse Kiesgrube ausgebeutet. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf dank seiner attraktiven Lage zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in der Agglomeration Bern arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch sehr gut erschlossen. Sie liegt an der alten Hauptstrasse durch das Aaretal von Bern nach Thun. Der nächste Anschluss an die Autobahn A6 (Bern-Thun), welche das Gemeindegebiet durchquert und 1973 eröffnet wurde, befindet sich rund 1 km vom Ortskern entfernt. Am 1. Juli 1859 wurde die Eisenbahnlinie von Bern nach Thun mit einem Bahnhof in Rubigen in Betrieb genommen. Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgen eine Buslinie, welche die Strecke von Belp via Rubigen nach Konolfingen bedient, und ein kleiner Bus, der nach Worb fährt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche in Kleinhöchstetten, der einzige frühromanische Apsidensaal in der Schweiz, stammt aus dem 10. Jahrhundert und war bis zur Reformation in bedeutender Wallfahrtsort. Die Kirche wurde von 1962 bis 1965 restauriert und dient heute als reformierte Kirche von Rubigen (zur Kirchgemeinde Münsingen gehörig). Das Schloss in Beitenwil wurde 1723 erbaut.

In Rubigen befinden sich ausserdem das kleinste Museum und die grösste Bowlingbahn der Schweiz.

Kultur[Bearbeiten]

Die Mühle Hunziken.
  • Konzertlokal Mühle Hunziken[3]
  • Dada Disco Club (1973 ins Leben gerufen und bis heute durch freiwillige Arbeit von jungen Leuten aus der Umgebung Rubigen weitergeführt)[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www.wahlarchiv.sites.be.ch/wahlen2011/target/NAWAInternetAction.do@method=read&sprache=d&typ=21&gem=623.html abgerufen am 18. Januar 2013
  3. muehlehunziken.ch: Mühle Hunziken, Rubigen, Bern, Zugriff am 23. September 2009
  4. dadaclub.ch: Dada Club, Rubigen, Bern, Zugriff am 24. Mai 2010