Köniz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Köniz
Wappen von Köniz
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0355i1f3f4
Postleitzahl: 3098
UN/LOCODE: CH CHT (Thörishaus)
Koordinaten: 598221 / 19710146.9250027.41528572Koordinaten: 46° 55′ 30″ N, 7° 24′ 55″ O; CH1903: 598221 / 197101
Höhe: 572 m ü. M.
Fläche: 51.10 km²
Einwohner: i39'375 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 771 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 14,8 % (2009)[2]
Arbeitslosenquote: 3,1 % (2010)[3]
Gemeindepräsident: Ueli Studer (SVP)[4]
Website: www.koeniz.ch
Das «Schloss» im Zentrum von Köniz

Das «Schloss» im Zentrum von Köniz

Karte
Bielersee Gerzensee (Gewässer) Moossee Moossee Murtensee Neuenburgersee Thunersee Wohlensee Clavaleyres Münchenwiler Kanton Freiburg Kanton Neuenburg Kanton Solothurn Kanton Freiburg Kanton Waadt Verwaltungskreis Berner Jura Verwaltungskreis Biel/Bienne Verwaltungskreis Emmental Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli Verwaltungskreis Oberaargau Obersimmental-Saanen Verwaltungskreis Seeland Verwaltungskreis Thun Allmendingen bei Bern Arni BE Bäriswil Belp Bern Biglen Bolligen Bowil Bremgarten bei Bern Brenzikofen Deisswil bei Münchenbuchsee Diemerswil Ferenbalm Ferenbalm Fraubrunnen Frauenkappelen Freimettigen Gelterfingen Gerzensee BE Golaten Grosshöchstetten Guggisberg Gurbrü Häutligen Herbligen Iffwil Ittigen Jaberg Jegenstorf Jegenstorf Kaufdorf Kehrsatz Kiesen Kirchdorf BE Kirchenthurnen Kirchlindach Köniz Konolfingen Kriechenwil Landiswil Laupen Linden BE Lohnstorf Mattstetten Meikirch Mirchel Moosseedorf Mühleberg Mühledorf BE Mühlethurnen Münchenbuchsee Münsingen Muri bei Bern Neuenegg Niederhünigen Niedermuhlern Noflen BE Oberbalm Oberdiessbach Oberhünigen Oberthal BE Oppligen Ostermundigen Riggisberg Rubigen Rüeggisberg Rüeggisberg Rümligen Rüschegg Schlosswil Schwarzenburg BE Stettlen Tägertschi Toffen Urtenen-Schönbühl Vechigen Wald BE Walkringen Wichtrach Wiggiswil Wileroltigen Wohlen bei Bern Worb Zäziwil Zollikofen Zuzwil BEKarte von Köniz
Über dieses Bild
w

Köniz ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland im Kanton Bern in der Schweiz.

Köniz liegt südwestlich der Stadt Bern und ist mit 39'375 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012), darunter 5'425 Ausländer, die viertgrösste Gemeinde im Kanton Bern und die zwölftgrösste der gesamten Schweiz. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 51 km². Die Gemeinde gilt als die grösste Agglomerationsgemeinde der Schweiz. Trotz der hohen Einwohnerzahl hat die Gemeinde weitgehend eher dörflichen als städtischen Charakter, da die Einwohner sich auf viele einzelne Dörfer verteilen.

Köniz bietet sehr viele Arbeitsplätze. Die Berner Kantonalbank und Swisscom unterhalten grosse Standorte in Liebefeld, hinzu kommt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen u. a. mit dem Institut für Virologie und Immunologie und das Bundesamt für Gesundheit.

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Gemeindegebiet ist Altsiedelland; es gibt verschiedene bronze- und eisenzeitliche Fundstellen, römische Gutshöfe (villae rusticae) und frühmittelalterliche Gräberfelder. Die heutige reformierte Pfarrkirche (ehem. Sankt Peter und Paul) geht in ihren ältesten aufrecht stehenden Teilen in die Zeit um 1100 zurück. Vorgängerbauten sind zu vermuten, archäologische Ausgrabungen fehlen bislang.

Der Sitz des Bundesamtes für Veterinärwesen befindet sich in Köniz-Liebefeld

Der Sage nach soll die Kirche auf eine Stiftung des burgundischen Königs Rudolf II. und seiner Gattin Bertha zurückgehen. Die Pfarrei umfasste nicht nur das heutige Gemeindegebiet, sondern auch die rund 5 km entfernte Gegend der späteren Stadt Bern. 1191 wurde sie somit Pfarrkirche der neu gegründeten Stadt, bis diese 1276 zu einer eigenen Pfarrei erhoben wurde.

Seit unbekannter Zeit bestand an der Kirche ein Stift der Augustiner-Chorherren, welches 1226 von König Heinrich VII., dem Sohn und Stellvertreter des römisch-deutschen Kaisers Friedrich II., dem Deutschen Orden geschenkt wurde. Der Orden errichtete an der Pfarrkirche eine Kommende, die zur Ballei Schwaben-Elsass-Burgund gehörte, sowie eine Niederlassung in Bern. Einer der Ordensbrüder amtete als Pfarrer. Mit der Entstehung der Pfarrei Bern wurde die dortige Niederlassung zur eigenständigen Kommende erhoben, deren Vorsteher der jeweilige Berner Stadtpfarrer war.

Die Kommende Köniz wurde 1528 anlässlich der bernischen Reformation säkularisiert, jedoch 1552 dem Orden auf Druck der katholischen Kantone wieder zurückgegeben. 1729 verkaufte der Orden die Kommende an Bern. Es wurde eine Landvogtei eingerichtet, die bis zum Untergang des Alten Bern 1798 bestand. Die politische Gemeinde Köniz in der heutigen Form entstand 1846.

2012 erhielt Köniz den Wakkerpreis des Schweizerischen Heimatschutzes (SHS) zugesprochen.

Politik[Bearbeiten]

Exekutive[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Ueli Studer (SVP).

Die Exekutive ist ein fünfköpfiger Gemeinderat, dieser besteht seit den Gemeindewahlen 2013 aus Rita Haudenschild (Grüne), Katrin Sedlmayer(SP), Thomas Brönnimann (Grünliberale) und Urs Wilk (FDP)[5].

Legislative[Bearbeiten]

Gemeindelegislative ist das 40-köpfige Gemeindeparlament, dessen Sitze sich wie folgt verteilen[6]:

5
10
2
3
1
5
5
9
10 
Von 40 Sitzen entfallen auf:
Partei 1989 1993 1997 2001 2005 2009 2013[7]
SP 10 10 12 12 12 10 10
SVP 9 9 8 9 8 8 9
BDP - - - - - 5 5
FDP (inkl. JF) 8 8 9 9 9 7 5
Grüne1 3 2 2 3 5 5 5
glp - - - - - 1 3
EVP 3 3 3 3 3 3 2
CVP 3 2 2 2 2 1 1
Rechte2 3 5 3 2 1 - -
LdU 2 1 1 - - - -

1 beinhaltet Demokratische Alternative/Grüne Partei (1989), Grüne Partei (1993), Grüne Freie Liste (1993, 20012005), Grünes Bündnis (1997,2001,2005), Grüne Köniz (2009,2013) und Junge Grüne (2013)

2 Sammelbegriff für folgende Parteien und Listen: Schweizer Demokraten (1989,2001), Auto-Partei (1993), Partei für gerechte Steuerpolitik (PGSP,2001), "SD, FPS und PGSP" (1997), "SD und PGSP" (2005)

Nationale Wahlen[Bearbeiten]

Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SP 24.0 %, SVP 20.4 %, BDP 13.4 %, GPS 11.9 %, FDP 9.6 %, glp 6.8 %, EVP 4.5 %, CVP 3.6 %, EDU 1.8 %.[8]

Dörfer der Gemeinde[Bearbeiten]

Könizer Quartiere
Quartier Köniz

Die Gemeinde Köniz besteht aus zahlreichen Ortschaften (Stand 1. Januar 2010):

Ortschaft Einwohner BFS-Code
Köniz 6'901 355004
Wabern 6'780 355001
Liebefeld 5'519 355003
Spiegel 4'431 355002
Schliern 3'964 355006
Niederscherli 2'300 355011
Niederwangen 1'710 355005
Oberwangen 1'277 355008
Schwanden 1'140 ?
Thörishaus 996 355010
Mittelhäusern 908 ?
Ried 881 ?
Gasel 769 355007
Oberscherli 521 355009
Hahlen 331 ?
Liebewil 149 ?
Moos 107 ?
Ulmiz 112 ?
Mengestorf 103 ?
Oberried 80 ?
Schlatt 92 ?
Herzwil 52 ?
Total 39'123

Achtung: Da die BFS-Codes das Gemeindegebiet vollständig abdecken, müssen die Ortschaften ohne Code in einem der elf Gebiete von Ortschaften inbegriffen sein, die einen solchen zugeteilt erhielten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Brauerei Gurten (bis 1997)

Literatur[Bearbeiten]

  • Armand Baeriswyl: Archäologische Untersuchungen im Schloss in Köniz: Neue Ergebnisse und Hypothesen zum Bau- und Funktionstyp der Ritterordenskommende. In: Mittelalter, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins 6, 2001, 81-94.
  • Helvetia Sacra Abt. IV, Die Orden mit Augustinerregel. Bd. 7: Die Serviten, die Pauliner-Eremiten, die Lazariter und Lazariterinnen, die Templer, die Johanniter und der Deutsche Orden in der Schweiz. Basel 2006, ISBN 978-3-7965-2153-9.
  • Peter Mosimann: Auf historischen Wegen. Köniz und Umgebung. Stämpfli, Bern 2009, ISBN 978-3-7272-1201-7.
  • Köniz. Kulturbuchverlag, Bern 2011, ISBN 978-3-905939-11-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Köniz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Mitarbeiter: Köniz Kennzahlen. Bevölkerung. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, deutsch).
  3. Mitarbeiter: Köniz Kennzahlen. Arbeit. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, deutsch, Jahresdurchschnitt).
  4. Die Mitglieder des Gemeinderats. koeniz.ch. Abgerufen am 11. Februar 2014.
  5. Die Mitglieder des Gemeinderats. koeniz.ch. Abgerufen am 11. Februar 2014.
  6. http://www.koeniz.ch/documents/Resultate2009undaelterPar.pdf
  7. Verteilung der Sitze. Gemeinde Köniz, 24. November 2013, abgerufen am 25. November 2013 (PDF; 46 kB).
  8. http://www.nawa.apps.be.ch/nawa/action/NAWAInternetAction.do?method=read&sprache=d&typ=21&gem=355 abgerufen am 3. Februar 2012