Schönburg (Saale)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Schönburg führt kein Wappen
Schönburg (Saale)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schönburg hervorgehoben
51.16666666666711.866666666667151Koordinaten: 51° 10′ N, 11° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verbandsgemeinde: Wethautal
Höhe: 151 m ü. NHN
Fläche: 14,83 km²
Einwohner: 1064 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06618
Vorwahl: 03445
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 445
Adresse der Verbandsverwaltung: Corseburger Weg 11
06721 Osterfeld
Bürgermeister: Friedrich Prüfer
Lage der Gemeinde Schönburg im Burgenlandkreis
Sachsen Thüringen Saalekreis An der Poststraße Meineweh Bad Bibra Balgstädt Droyßig Eckartsberga Elsteraue Elsteraue Freyburg (Unstrut) Finne (Gemeinde) Finne (Gemeinde) Finneland Gleina Goseck Gutenborn Hohenmölsen Kaiserpfalz (Gemeinde) Kaiserpfalz (Gemeinde) Karsdorf Kretzschau Lanitz-Hassel-Tal Laucha an der Unstrut Lützen Mertendorf (Sachsen-Anhalt) Molauer Land Naumburg (Saale) Nebra (Unstrut) Osterfeld (Sachsen-Anhalt) Schnaudertal Schönburg (Saale) Stößen Teuchern Weißenfels Wethau Wetterzeube ZeitzKarte
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Schönburg ist eine Gemeinde im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Wethautal an.

Geografie[Bearbeiten]

Schönburg liegt ca. 5 km östlich von Naumburg und etwa 9 km westlich von Weißenfels an der Saale.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Possenhain ist ein Ortsteil der Gemeinde (eingemeindet am 1. Juli 1950), des Weiteren gehören die Splittersiedlungen Weichau und Kroppental zu Schönburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Funde aus der Eisenzeit[Bearbeiten]

Auf dem Burgstadel (Gelände einer aufgelassenen, verschwundenen Burg) bei Schönburg konnten von der Friedrich-Schiller-Universität Jena archäologisch eine Grube und ein Graben dokumentiert werden. Die Datierung der Grube erfolgt über die Keramik in die Eisenzeit. Der Graben kann über die darin gefundene Keramik ins Mittelalter datiert werden. Bei einer weiteren Grabung auf dem Fachberg in Schönburg wurden 2006 zwei im Luftbild erkannte Gräben geschnitten. In der oberen Grabenverfüllung sowie in einigen Befunden fand sich dabei eisenzeitliche Keramik, in einigen Befunden auch spätbronzezeitliche Funde.

Der Ort Schönburg[Bearbeiten]

Ort Schönburg von Süden
Kirche und evangelisches Tagungsheim

Die Burg Schönburg wurde 1137 erstmals urkundlich erwähnt. Im Wesentlichen 1175 bis 1250 erbaut, soll sie nach einer Sage durch Ludwig den Springer gegründet worden sein. Die adligen Familien von Schönberg und von Schönburg leiten ihre Abstammung hier ab.

Der Burgward Schönburg östlich von Naumburg bildete mit zwölf umliegenden Dörfern seit dem 12. Jahrhundert einen größeren zum Hochstift Naumburg/Zeitz gehörigen Güterbezirk,[2][3] aus dem im Spätmittelalter das stiftische Amt Schönburg mit den Orten Schönburg, Possenhain und anteilig Gröbitz und Plotha entstand. Die Ansiedlung Schönburg bestand zunächst aus wenigen Häusern um die Burg, in denen Burgbedienstete wohnten. Aufgrund tiefgreifender Veränderungen der Agrarwirtschaft im 13. und 14. Jahrhundert und infolge von Verwüstungen im Sächsischen Bruderkrieg (1446-1451) wurden die Orte Babendorf, Böllnitz, Bohndorf, Kathewitz, Öblitz, Pfaffendorf und zwei Dörfer Possenhain aufgegeben.[4][5] Um besseren Schutz vor Gefahren zu finden, zogen die Bewohner dieser Orte näher an die Burg, wodurch das heutige Dorf Schönburg entstand.[6]

1544 kamen Amt, Burg und Ort Schönburg an das neu gegründete hochstiftlich-naumburgische Amt Naumburg,[7] mit welchem sie seit 1564 zum Kurfürstentum Sachsen und zwischen 1656/57 und 1718 zum albertinischen Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Zeitz gehörten. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam Schönburg 1815 zu Preußen und wurde 1816 dem Landkreis Naumburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.[8]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Schönburg setzt sich aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Friedrich Prüfer wurde erstmals am 17. Februar 2008 gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Mosesbrunnen: Die Quelle des Mosesbrunnens sprudelt aus dem Felsen in das Tonnengewölbe der barocken Brunnenstube. Ein Stein im Scheitel des Rundbogens zeigt die Jahreszahl 1626 und eine eher bescheidene Darstellung des Quellenwunder Moses.

Musik[Bearbeiten]

In der Region um Schönburg und zum Teil darüber hinaus bekannt sind die traditionsreichen „Schönburger Blasmusikanten“ sowie das jüngere Ensemble „Die Burgmusikanten aus Schönburg“. Auf der Burg Schönburg findet alljährlich das Musikfest "Schönburger Herbst" statt.

Sport/Tourismus[Bearbeiten]

In Schönburg gibt es eine Kanustation, die vom lokalen Kanuverein bewirtschaftet wird.

Der Saale-Radweg führt durch den Ort.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Alle zwei Jahre finden die Schönburgfeste statt. Des Weiteren finden auf der Burg regelmäßig Ritterspiele sowie Konzerte statt.

Verkehr[Bearbeiten]

Öblitzschleuse zwischen Schönburg und Leißling, im Hintergrund Schloss Goseck

Zur Bundesstraße 180, die südlich der Gemeinde von Naumburg (Saale) nach Zeitz verläuft, sind es etwa zwei Kilometer.

Die Öblitzschleuse zwischen Schönburg und Leißling ist die oberste Saaleschleuse.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schönburg (Saale) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2013 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Germania Sacra, S.678f.
  3. Kleine Geschichten zur sächsisch-thüringischen Geschichte, Band 2, Umfang des Burgwards Schönburg S.89
  4. Germania Sacra, Beschreibung der wüsten Orte ab S.583
  5. Kleine Geschichten zur sächsisch-thüringischen Geschichte, Band 2, Beschreibung der wüsten Orte ab S.103
  6. Die Schönburg auf www.blaues-band.de
  7. Das Amt Naumburg im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt
  8. Orte des preußischen Landkreises Naumburg im Gemeindeverzeichnis 1900