Shaun Murphy (Snookerspieler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Shaun Murphy
Shaun Murphy
Geburtstag 10. August 1982
Geburtsort Northampton
Nationalität EnglandEngland England
Spitzname(n) Whiston Warrior, The Magician
Profi seit 1998
Preisgeld 2.319.933 £[1]
Höchstes Break 147 (4×)[1]
Century Breaks 332[2]
Main-Tour-Erfolge
Weltmeisterschaften 1
Ranglistenturniersiege 5
Minor-Turniersiege 4
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 3 (07/0809/10)
Aktueller WRL-Platz 7 (Stand: 22. Februar 2015)

Shaun Murphy (* 10. August 1982 in Northampton) ist ein englischer Snookerspieler aus Rotherham bei Sheffield. Er wurde 2005 Snooker-Weltmeister.

Karriere[Bearbeiten]

Shaun Murphy (Spitzname „Whiston Warrior“, „The Magician“) wurde 1998 Snookerprofi. Nach der Saison 2001/02 bekam er die Auszeichnungen World Snooker Newcomer of the Year und YPD of the Year awards, nachdem er 2000 die Benson & Hedges Championship gewonnen hatte, womit er sich die Teilnahme am Masters in London sicherte.

2005 gewann er überraschend die Snookerweltmeisterschaft in Sheffield. Er belegte damals lediglich Platz 48 der Snookerweltrangliste und musste sich zunächst in der Qualifikation den Platz in der WM-Endrunde erkämpfen. Murphy schlug im Finale Matthew Stevens mit 18:16 Frames. Er war erst der zweite Snookerspieler nach Terry Griffiths im Jahr 1979, der als ungesetzter Spieler den Weltmeistertitel gewinnen konnte. Durch diesen Sieg rückte Murphy nach Abschluss der Saison auf Platz 21 der offiziellen Weltrangliste vor.

Sein bestes Ergebnis in der Saison 2005/06 erreichte er bei den Welsh Open. Im Finale unterlag er dort Stephen Lee mit 4:9. Bei der Weltmeisterschaft 2006 konnte er seinen Titel nicht verteidigen, im Viertelfinale unterlag er Peter Ebdon mit 7:13. In der Weltrangliste für die Saison 2006/07 rückte er dennoch auf Platz 5 vor.

Beim Malta Cup 2007 gewann Murphy das Finale am 4. Februar 2007 gegen Ryan Day mit 9:4. Während der Vorbereitung auf die WM 2007 nahm er 18 kg an Körpergewicht ab. Bei dieser WM schaffte er den Einzug ins Halbfinale und sammelte damit ausreichend Punkte, um am Ende Platz 3 der Weltrangliste einzunehmen.

Beim Pot Black Cup der Saison 2007/2008 unterlag er im Finale Ken Doherty; im Februar 2008 konnte er beim Malta Cup mit einem Sieg über denselben Gegner seinen Titel verteidigen. Beide Turniere waren jedoch keine Ranglistenturniere. Durch seine konstante Leistung während der Saison mit mehreren Halbfinalteilnahmen und dem Einzug ins Finals der China Open, in dem er Stephen Maguire knapp mit 9:10 Frames unterlag, konnte er dann aber genug Punkte sammeln, um als Führender in der provisorischen Rangliste an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Allerdings unterlag er dort bereits in der zweiten Runde dem späteren Finalisten Allister Carter, weshalb er am Ende in der offiziellen Weltrangliste erneut auf Platz 3 abrutschte.

Nachdem er mit mäßigem Erfolg in die Saison 2008/09 gestartet und bei mehreren Main-Tour-Turnieren in der ersten Runde ausgeschieden war, gelang ihm bei der UK Championship der Einzug ins Finale und schließlich ein umkämpfter 10:9-Finalsieg gegen Marco Fu. Er war damit der zehnte Spieler, der mit der Weltmeisterschaft und der UK Championship die beiden wichtigsten Snookerturniere gewinnen konnte. Trotz einer Erkältung, die ihm im Vorfeld Probleme bereitet hatte, erreichte er das Finale der Snookerweltmeisterschaft 2009. Mit 9:18 unterlag er dort sehr deutlich John Higgins, der sich in der zweiten Session einen großen Vorsprung erspielt hatte.

Neben der Main Tour nahm er in der Saison 2008/09 auch bei zwei Einzelturnieren sowie am Finalturnier in Portimão der neu gegründeten World Series of Snooker teil. Im Endspiel des Finalturniers konnte er sich mit 6:2 gegen John Higgins durchsetzen und sich damit für die Niederlage im WM-Finale revanchieren. In der Saison 2009/10 nahm er erneut an der World Series of Snooker teil und gewann das erste Turnier mit 5:1 im Finale gegen Jimmy White.

Die Saison 2010/11 begann für Murphy mit einem Sieg bei den Wuxi Classic. Weltranglistenpunkte sammelte er auf der Players Tour Championship, einer zu dieser Saison neu eingeführten Serie von Minor-Ranking-Turnieren. Bei den Brügge Open 2010 gewann er das Finale gegen Matthew Couch. Auch bei den Ruhr Championship in Hamm kam er bis ins Finale, unterlag dort aber John Higgins. Er qualifizierte sich auch für das Finalturnier der Serie in Dublin im März 2011 und gewann die Grand Finals mit einem Endspielsieg über Martin Gould mit 4:0. Bei der Snookerweltmeisterschaft 2011 kam er mit seinem 10:1-Sieg über Marcus Campbell ins Achtelfinale, das er mit 10:13 gegen Ronnie O’Sullivan verlor.

In der Saison 2011/2012 gewann er am 18. September 2011 das Brazil Masters gegen Graeme Dott mit 5:0.

Shaun Murphy, 2013

Anfang der Saison 2012/13 verlor er das Finale der 6-Red World Championship 2012 gegen Mark Davis mit 4:8. Am Ende der Saison wurde er in die Snooker Hall of Fame aufgenommen.

Im Januar 2014 gelang Murphy sein zweites offizielles Maximum Break in Gruppe 2 der Championship League 2014.[3] Im Februar 2014 gewann er im Rahmen der Players Tour Championship 2013/14 die Gdynia Open, wo er zudem in seinem Achtelfinal-Match gegen Jamie Jones ein weiteres Maximum Break spielte.[4] Einen Monat später gewann er mit den Haikou World Open 2014 sein fünftes Ranglistenturnier.

Anfang Oktober 2014 gewann er die Bulgarian Open durch einen 4:2-Finalerfolg über seinen Landsmann Martin Gould. Es war sich sein dritten Titel bei einem PTC-Turnier. Zwei Wochen später erreichte er in Hongkong beim General Cup das Finale, das er mit 6:7 gegen Allister Carter verlor. Im November gewann er die Ruhr Open durch einen 4:0-Finalerfolg über Robert Milkins. Dabei gelang ihm im zweiten Frame des Endspiels sein viertes Maximum Break seiner Karriere.

Am 18. Januar 2015 gewann er das Finale des Masters gegen Neil Robertson mit 10:2. Damit ist er - nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft (2005) und der UK Championship (2008) - der zehnte Spieler, der die Triple Crown 'trägt'.[5]

Stärken und Schwächen[Bearbeiten]

Murphys große Stärke ist das Lochspiel. Er versenkt extrem schwierige Bälle und ist dadurch auch in der Lage, eine „festgespielte“ Situation zu retten, in der für viele andere Spieler nur eine Safety, also der kontrollierte Ausstieg, infrage käme. Murphy nutzt nach der Frame-Eröffnung die kleinste Chance auf den ersten Punkt und ist nicht selten in der Lage, so lange am Tisch zu bleiben, bis der Frame zu seinen Gunsten entschieden ist.

Seine große Risikobereitschaft ist zugleich auch die Chance für den Gegner. Versenkt er den anvisierten langen Ball nicht, hinterlässt er häufig einen offenen Tisch und damit dem Gegner alle Möglichkeiten. Auch seine Fähigkeiten im taktischen Spiel gehörten zunächst keineswegs zu den besten der Szene. Nach seinem WM-Sieg 2005 baute er diese Defizite sukzessive ab.

Erfolge[Bearbeiten]

Ranglistenturniere[Bearbeiten]

Minor-Ranking-Turniere[Bearbeiten]

Einladungsturniere[Bearbeiten]

Sonstige[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Profil von Shaun Murphy bei CueTracker (Stand: 24. November 2014)
  2. Snooker Info - 100Centuries (Stand 23. November 2014)
  3. Murphy produces maximum magic at Championship League. ESPN, 8. Januar 2014, abgerufen am 10. Februar 2014 (englisch).
  4. Rolf Kalb: Snooker – Murphy holt Maximum und Titel in Polen. In: eurosport.de. 9. Februar 2014, abgerufen am 10. Februar 2014.
  5. Dafabet Masters (2015). Snooker.org. Abgerufen am 18. Januar 2015.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Shaun Murphy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien