Steve Davis

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Dieser Artikel behandelt den Snookerspieler Steve Davis. Für den gleichnamigen Jazzbassisten siehe Steve Davis (Bassist), für den Jazzposaunisten siehe Steve Davis (Posaunist).
Steve Davis
Steve Davis
Geburtstag 22. August 1957
Geburtsort Plumstead
Nationalität EnglandEngland England
Spitzname(n) The Nugget
The Legend
Profi 1978–2014
Preisgeld 5.599.106 £[1]
Höchstes Break 147 (1x)[2]
Century Breaks 353[1]
Main-Tour-Erfolge
Weltmeisterschaften 6
Ranglistenturniersiege 28
Minor-Turniersiege
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 1 (83/8489/90)
Steve Davis bei einem Trickshot während der German Masters 2012.
Davis locht eine Kugel unter einem Tuch ebendort.

Steve Davis, OBE (* 22. August 1957 in Plumstead, London) ist ein englischer Snookerspieler.

Karriere[Bearbeiten]

Steve Davis begann seine Profikarriere 1978 und wurde in den 1980er-Jahren sechsmal Weltmeister (1981, 1983, 1984, 1987 bis 1989). Insgesamt konnte er 28 Weltranglistenturniere gewinnen, das letzte 1995. Im Lauf seiner Karriere erspielte er bisher über 5.000.000 Pfund Preisgeld.

Am 11. Januar 1982 gelang ihm während der Lada Classics das erste im Fernsehen übertragene Maximum Break. Als Prämie erhielt er damals einen Lada, was er angesichts aktueller Prämien von bis zu 147.000 Pfund während der WM bis heute gern scherzhaft kommentiert. Für die höchsten jemals erzielten Einschaltquoten bei einer Sportübertragung im britischen Fernsehen sorgte er 1985, als er im Weltmeisterschaftsfinale gegen Dennis Taylor in einem sowohl für die beiden Spieler als auch die Zuschauer nervenzerreibenden und bis nach Mitternacht dauernden Match ganz knapp – die Entscheidung fiel erst mit der letzten Schwarzen – mit 17:18 unterlag.

Trotz seiner Dominanz in den 1980er Jahren, verbunden mit einer überbordenden Medienpräsenz, war er zu der Zeit nicht immer der Liebling des Publikums. Sein während des Spiels völlig ausdrucksloses Gesicht und seine fast maschinenhafte Spielweise brachte ihm damals den sarkastischen Spitznamen Steve „interesting“ Davis ein. Trotzdem wurde er 1988 als erster und bislang einziger Snookerspieler zum Sportler des Jahres in Großbritannien gewählt. Heute zeigt er mehr Emotionen beim Spiel und ist auch beim Publikum beliebter. So bekam er beispielsweise beim Gewinn des Halbfinales der UK Championship in York 2005 großen Applaus vom Publikum. Durch diesen Sieg erreichte er am 18. Dezember sein 100. Finale auf der Snooker Main Tour. Dieses verlor er allerdings gegen Ding Junhui 6:10. Damit erreichte er vorübergehend Platz drei der provisorischen Weltrangliste, nachdem er einige Jahre zuvor bereits aus den Top 16 verschwunden war und erst 2003 wieder dorthin zurückkehrte.

Anfang 2006 versäumte er es, sein Qualifizierungsspiel für die China Open zu bestreiten, so dass Ricky Walden kampflos gewann. Ein derartiger Fehler war Davis in seiner Karriere noch nie passiert, weshalb dies in der Sportpresse auf eine hohe Resonanz stieß. Allerdings erhielt er für dieses Versäumnis keine Strafe von der World Snooker Association.

Sein selbst gestecktes Ziel, sich an seinem 50. Geburtstag noch in den Top 16 der Weltrangliste zu befinden, hat er bei Abschluss der Saison 2006/2007 mit Platz 15 erreicht. Für die Saison 2008/2009 wurde er als 29. der Weltrangliste geführt. Für die Saison 2009/10 konnte er sich wieder auf Rang 23 verbessern, fiel jedoch in der Folge-Saison auf Platz 44 zurück[3], um nach der folgenden Saison mit Ranglistenplatz 51 ganz knapp aus den Top 50 zu fallen.[4] Er ist derzeit noch mit Erfolg bei großen Turnieren aktiv und mit seinem Einzug ins Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft 2010 ist er seit mehr als 20 Jahren der erste Spieler über 50, dem dies gelang.

Davis spielt auch erfolgreich Poolbillard. Bei der 9-Ball-WM 2000 erreichte er das Viertelfinale. Außerdem war er insgesamt elf mal Mitglied des europäischen Teams beim 9-Ball Poolbillard-Turnier Mosconi Cup. Er gewann drei Mal die Trickshot-Weltmeisterschaft (1994, 1995 und 1997), wo er regelmäßig humorvoll auftrat.

Während der Weltmeisterschaft 2010 im Crucible Theatre in Sheffield spielte er zusammen mit Dennis Taylor aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums ihres legendären WM-Endspieles 1985 den Entscheidungsframe als Unterhaltungsshow sehr zur Freude des Publikums nach.

Seit Dezember 2009 ist er Mitglied im Vorstand der WPBSA.

2011 wurde er in die Snooker Hall of Fame aufgenommen.

Erfolge[Bearbeiten]

Ranglistenturniere[Bearbeiten]

Snookerweltmeisterschaft 1981, 1983, 1984, 1987, 1988, 1989
International Open 1983, 1984, 1987, 1988, 1989
Classic 1984, 1987, 1988, 1992
UK Championship 1984, 1985, 1986, 1987
Grand Prix 1985, 1988, 1989
British Open 1986, 1993
Asian Open 1992
European Open 1993
Welsh Open 1994, 1995

Privates[Bearbeiten]

Steve Davis ist seit frühester Kindheit ein begeisterter Schachspieler und betätigte sich, nicht zuletzt aufgrund seiner Popularität als Snookerspieler, bereits als Co-Autor eines Schachbuches und für eine gewisse Zeit sogar als Präsident der English Chess Federation. Dies ist auch insofern erwähnenswert, als das Snooker-Spiel gerne mit Schach verglichen wird, weil es auch hier für ein erfolgreiches Spiel unabdingbar ist, die Abfolge einzelner Aktionen im Voraus zu planen.

Steve Davis ist mittlerweile von seiner Frau Judith geschieden und Vater von zwei Söhnen. Er ist nicht mit den Brüdern und früheren Snooker-Weltmeistern Joe Davis und Fred Davis verwandt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steve Davis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Profil von Steve Davis bei CueTracker (Stand: 12. Juni 2014)
  2. Century Breaks (Stand 23. Oktober 2011)
  3. Weltrangliste 2010/2011 auf www.snooker.org, abgerufen am 8. März 2012
  4. Weltrangliste 2011/2012 auf www.snooker.org, abgerufen am 26. August 2012