Sint Eustatius

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Sint Eustatius
Sint Eustatius von der ISS fotografiert
Sint Eustatius von der ISS fotografiert
Gewässer Karibisches Meer
Inselgruppe Inseln über dem Winde
Geographische Lage 17° 29′ 7″ N, 62° 58′ 23″ W17.485277777778-62.973055555556601Koordinaten: 17° 29′ 7″ N, 62° 58′ 23″ W
Sint Eustatius (Kleine Antillen)
Sint Eustatius
Fläche 21 km²
Höchste Erhebung The Quill
601 m
Einwohner 2886 (2010)
137 Einw./km²
Hauptort Oranjestad
Der Vulkan The Quill
Der Vulkan The Quill

Sint Eustatius (niederländisch, in deutsch veraltet: St. Eustaz) ist eine der drei niederländischen BES-Inseln in der Karibik und hatte 2007 ca. 3300 Einwohner. Die Insel bildet eine „Besondere Gemeinde“ der Niederlande.

Geographie[Bearbeiten]

Lagekarte von Sint Eustatius
Detailkarte von Sint Eustatius
Detailkarte von Sint Eustatius

Im Südosten liegt die Insel St. Kitts, im Norden Saint-Barthélemy und im Nordwesten Saba.

Sint Eustatius gehört, wie auch Saba und Sint Maarten, zu den Inseln über dem Winde, genauer zu dem im Englischen Leeward Islands genannten Nordteil. Sie hat eine Landfläche von 21 km² und ist damit nach Saba die zweitkleinste der fünf bewohnten, ehemaligen Inseln der Niederländische Antillen. Die Hauptstadt von Sint Eustatius ist Oranjestad (nicht zu verwechseln mit Oranjestad auf Aruba).

Auf Sint Eustatius selbst befindet sich im Südosten mit dem ca. 600 m hohen The Quill ein schlafender Schichtvulkan, dessen Krater eine touristische Attraktion ist. Im Nordosten liegt eine weniger hohe Hügelgruppe um den Boven Mountain. Der Großteil der Bevölkerung der Insel lebt in dem Tal zwischen den beiden Erhebungen (siehe Karte bei „Weblinks“). Es gibt einen internationalen Flughafen, den F.D. Roosevelt Airport (IATA-Flughafencode: EUX). Die südlich des Flughafens gelegene Hauptstadt Oranjestad zählte 2004 etwa 1.100 Einwohner. Die zweite Ortschaft der Insel, Concordia, liegt nördlich von Oranjestad beim Flughafen. Auf einer touristischen Karte sind noch weitere Orte verzeichnet: Zealandia im Norden an der Zealandia Bay, Fort de Wind an der Südspitze der Insel, und Golden Rock zwischen Oranjestad und Concordia.[1]

Klima[Bearbeiten]

  • Durchschnittliche Tageshöchsttemperatur, Januar 29 °C, Juli 32 °C
  • Durchschnittliche Tagestiefsttemperatur, Januar 22 °C, Juli 24 °C
  • Jahresniederschlag liegt bei etwa 500 mm
  • Die Insel liegt (laut CIA-World Factbook) im Hurricane-Gürtel. Hurricane-Zeit ist von Juli bis Oktober.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert, als die Insel ihren wirtschaftlichen Höhepunkt erreichte, lebten auf der Insel ungefähr 20.000 Einwohner. Bei einer im Jahr 2001 durchgeführten Volkszählung bewohnten 2.292 Personen Sint Eustatius, das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 109 Einwohner/km². Ende 2007 zählte die Insel ungefähr 3.300 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hafen von Sint Eustatius
Flagge von Sint Eustatius
Wappen von Sint Eustatius
Flagge Wappen

Benannt wurde sie nach Eustasius, einem katholischen Heiligen. Vor allem von Einheimischen wird sie oft als „Statia“ bezeichnet.

Sint Eustatius wurde 1493 von Christoph Kolumbus entdeckt und innerhalb der nächsten 150 Jahre von verschiedenen Nationen in Anspruch genommen. 1638 kolonisierte die Abteilung der niederländischen Provinz Zeeland der Niederländischen Westindien-Kompanie die Insel. Von der inzwischen durch den Zuckeranbau profitierenden Kolonie wurden auch die angrenzenden Gebiete Saba und Sint Maarten verwaltet.

1739 wurde hier mit der Honin-Dalim-Synagoge eine der ersten jüdischen Gemeinden in Amerika begründet.

Im 18. Jahrhundert gelangte die Insel zu Reichtum, indem sie über Handelsembargos hinweg an jeden Staat, der bereit war dafür zu zahlen, vor allem Waffen und Munition lieferte. Nutzen daraus konnten vor allem auch die Dreizehn Kolonien ziehen, die auf diese Weise Waffen für ihre Rebellion gegen Großbritannien bekommen konnten.

Diese guten Beziehungen zu den nach Selbstständigkeit strebenden Kolonien führten zu einem historisch nicht unbedeutenden Ereignis: Am 16. November 1776 beantworteten - auf Befehl des Gouverneurs Johannes de Graeff - die Kanonen von Fort Orange den Salut der 'Andrew Doria', die unter der rot und weiß gestreiften Flagge des Amerikanischen Nationalkongresses segelte. Damit wurde die Souveränität der Vereinigten Staaten zum ersten Mal von einer fremden Macht anerkannt (nachzulesen bei Barbara Tuchman: „Der erste Salut“ - The First Salute).

Soviel diese Handelsbeziehung auch wirtschaftlichen Fortschritt brachte, sie war auch einer der Hauptgründe für den Vierten Englisch-Niederländischen Seekrieg, der von 1780 bis 1784 dauerte und eine Katastrophe für den niederländischen Handel war. Im Verlauf dieses Seekrieges übernahmen die Briten am 3. Februar 1781[2] Sint Eustatius vom niederländischen Kommandeur Johannes de Graeff, der sich angesichts der großen Übermacht britischer Truppen unter General John Vaughan und Admiral George Brydges Rodney kampflos ergab. Zehn Monate später eroberte Frankreich, Verbündeter der Niederlande, die Insel, die am Ende des Krieges (1784) wieder in niederländische Hand kam und seitdem in deren Besitz ist.

1954 wurde Sint Eustatius als eilandgebied („Inselgebiet“, eine Art Gemeinde) Teil des neu gegründeten autonomen Bundeslandes „Niederländische Antillen“.

Sint Eustatius hat sich in einem Referendum dafür entschieden, im Landesverband der Niederländischen Antillen zu bleiben, stand mit seiner Meinung jedoch alleine, da alle anderen Inseln sich für Auflösung aussprachen. Seitdem befürworteten die Politiker direkte Beziehungen mit den Niederlanden. Am 11. Oktober 2006 einigten sich Sint Eustatius, Saba und Bonaire mit der niederländischen Regierung auf die Eingliederung der Inseln in die Niederlande als bijzondere gemeente („besondere Gemeinde“). Am 10. Oktober 2010 wurde der Landesverband Niederländische Antillen aufgelöst. Sint Eustatius gehört seit diesem Tag als besondere Gemeinde zu den Niederlanden.

Währung ist seit dem 1. Januar 2011 der US-Dollar, welcher den Niederländische-Antillen-Gulden als gesetzliches Zahlungsmittel auf der Insel ablöste. Die alte Währung wurde in den drei Besonderen Gemeinden innerhalb eines Monats ungültig.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Touristische Karte von St. Eustatius
  2. Carl Renatus Hausen: Historisches Portefeuille, Wien 1782, S. 1112, abgefragt am 2. Februar 2012
  3. Frequently asked questions. De Nederlandsche Bank, abgerufen am 11. Januar 2011 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sint Eustatius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Sint Eustatius – Reiseführer