Britische Jungferninseln

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British Virgin Islands

Britische Jungferninseln

Flagge der Britischen Jungferninseln
Wappen der Britischen Jungferninseln
Flagge Wappen
Wahlspruch: The Land, The People, The Light
(engl. „Das Land, das Volk, das Licht“)
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Road Town
Staatsform Britisches Überseegebiet
Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II.

vertreten durch
Gouverneur David Peary
Regierungschef Premierminister Ralph T. O’Neal
Fläche 153 km²
Einwohnerzahl 31.148 (Schätzung Juli 2012, Quelle: CIA)
Bevölkerungsdichte 204 Einwohner pro km²
Währung US-Dollar (USD)
Nationalhymne God Save the Queen
Zeitzone UTC−4
Kfz-Kennzeichen VG
ISO 3166 VG
Internet-TLD .vg
Telefonvorwahl +1 (284) siehe NANP
Bahamas Kuba Haiti Navassa Jamaika Turks- und Caicosinseln Dominikanische Republik Kolumbien ABC-Inseln Venezuela Trinidad und Tobago Puerto Rico Amerikanische Jungferninseln Britische Jungferninseln Grenada Saint Vincent und die Grenadinen Saint Lucia Barbados Martinique Dominica Guadeloupe Montserrat Antigua und Barbuda Anguilla Sint Maarten/ Saint Martin Saint Kitts and Nevis Sint Eustatius Saba Guyana Panama Nicaragua Honduras El Salvador Guatemala Mexiko BelizeBritish Virgin Islands in its region.svg
Über dieses Bild
Karte Britische Jungferninseln.png
Die politische Aufteilung der Jungferninseln in (von links nach rechts) Spanische Jungferninseln, Amerikanische Jungferninseln und Britische Jungferninseln
White Bay der Insel Jost Van Dyke

Die Britischen Jungferninseln (engl. British Virgin Islands, offiziell nur Virgin Islands) sind ein britisches Überseegebiet in der Karibik. Sie umfassen geographisch über 60 Inseln und Riffs im nordöstlichen Teil der Inselgruppe der Jungferninseln am nördlichen Ende des Inselbogens der Kleinen Antillen. Die insbesondere durch Zuwanderung schnell wachsende Bevölkerung (Wanderungssaldoziffer 2012: 18,56 pro 1000 Ew., weltweit dritthöchster Wert) bewohnt 16 der etwa 100 km östlich von Puerto Rico gelegenen Inseln.

Die Wirtschaft ist eng verknüpft mit den bevölkerungsstärkeren Amerikanischen Jungferninseln, die offizielle Währung ist daher der US-Dollar. Dominierend ist der Dienstleistungssektor, darin insbesondere die Tourismus- und die Offshore-Finanzbranche.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gebiet der Britischen Jungferninseln umfasst die Inseln Anegada, Beef Island, Cooper Island, Ginger Island, Jost Van Dyke, Norman Island, Peter Island, Salt Island, Tortola, Virgin Gorda und darüber hinaus noch andere kleine Inseln um den Sir-Francis-Drake-Kanal.

Die Insel Anegada besteht aus Steinkorallen und Kalkstein und ist relativ flach, die anderen Inseln sind vulkanischen Ursprungs, bergig und hügelig. Der höchste Punkt der Inseln ist der Mount Sage mit 521 m auf Tortola.

Das Klima ist tropisch und feucht, die Temperaturen sind durch Winde gemäßigt. Hurrikane und tropische Stürme gibt es von Juli bis Oktober. Die natürlichen Süßwasservorkommen sind begrenzt mit Ausnahme einiger Flüsse, die im Sommer austrocknen, und von Quellen auf Tortola. Der bedeutendste Teil der Wasserversorgung der Inseln kommt aus Brunnen und Regenwasser-Gebieten.

Siehe auch: Liste der Siedlungen auf den Britischen Jungferninseln

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Britischen Jungferninseln haben etwa 27.800 Einwohner. Die Mehrheit der Bevölkerung ist ganz oder zum Teil afrikanischer Abstammung. 33 % sind Methodisten, 17 % sind Anglikaner, 10 % Katholiken, 9 % Mitglieder der Gemeinde Gottes, 6 % Adventisten des siebenten Tages, 4 % Baptisten, 2 % Zeugen Jehovas und 19 % bekennen sich zu einer anderen oder keiner Religion.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Im 1. Jahrhundert v. Chr. besiedelten Arawak die Inseln, wurden aber im 15. Jahrhundert von Kariben unterworfen. 1493 entdeckte Christoph Kolumbus die Jungferninseln für die Europäer. 1555 besiegten spanische Truppen die indigene Bevölkerung und rotteten sie in den kommenden Jahrzehnten aus. Nachdem die Niederlande 1648 als erste die Inseln besiedelten, wurde das Gebiet 1672 von England annektiert. Die Briten setzten den auf der Sklaverei basierenden Zuckerrohranbau durch. Heute sind daher 90 % der Bevölkerung schwarzafrikanischer Abstammung.

Politik[Bearbeiten]

Die Britischen Jungferninseln sind assoziiertes Mitglied der Karibischen Gemeinschaft und Mitglied der Organisation Ostkaribischer Staaten. Sie gehören zu den Trägern der University of the West Indies.

Die oberste exekutive Autorität der Britischen Jungferninseln hat Königin Elisabeth II. inne. In dieser Funktion wird sie vom Gouverneur vertreten, der von ihr auf Vorschlag der britischen Regierung ernannt wird. Für die Außen- und Verteidigungspolitik ist das Vereinigte Königreich zuständig.

Die Verfassung der Inselgruppe wurde zuletzt 2007 neu erlassen.[2] Regierungschef ist der Premier, bis 2007 Chief Minister, der zusammen mit den vier anderen Regierungsmitgliedern aus den Mitgliedern des Legislativrates vom Gouverneur ernannt wird. Der Legislativrat (House of Assembly) besteht aus 13 vom Volk gewählten Abgeordneten, dem Speaker sowie dem nicht stimmberechtigten Attorney General.

Seit 2006 hat David Pearey das Amt des Gouverneurs inne. Amtierender Premier ist seit August 2007 Ralph T. O’Neal, Virgin Islands Party (VIP), der Orlando Smith, National Democratic Party (NDP), dessen Vorgänger er bereits von 1995 bis 2003 war, nach einem klaren Sieg bei den im selben Monat erfolgten Wahlen zum Legislativrat ablöste.[3]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Das Straßennetz ist 177 km lang, es herrscht Linksverkehr. In Road Town gibt es einen Hafen.

Auf den Inseln gibt es fünf Flughäfen: Anegada auf der Insel Anegada (IATA-Flughafencode: NGD), Beef Island auf der Insel Beef Island (EIS), North Sound Virgin auf der Insel Virgin Gorda (NSX), Virgin Gorda auf der Insel Virgin Gorda (VIJ) und West End SPB auf der Insel Tortola (TOV).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft, eine der stabilsten und florierendsten in der Karibik, ist sehr stark vom Tourismus abhängig, welcher für etwa 45 % des nationalen Einkommens verantwortlich ist. Circa 350.000 Touristen, die Mehrheit aus den USA, besuchten 1998 die Inseln. 2002 litt der Tourismus auch unter der schwachen US-Wirtschaft. Seit Mitte der 1980er Jahre bietet die Regierung Unternehmen die Möglichkeit, auf den Inseln mit einer Briefkastenfirma ansässig zu sein. Die Gebühren für die Gründung solcher Gesellschaften machen mehr als 50 % des Staatseinkommens aus. Etwa 400.000 Briefkastenfirmen waren Ende 2000 auf den Inseln registriert.

Die Viehzucht stellt den bedeutendsten Anteil an der Landwirtschaft. Die schlechte Bodenqualität ermöglicht nur eine begrenzte Versorgung der heimischen Bevölkerung.

Die Wirtschaft ist eng an die Amerikanischen Jungferninseln gebunden und seit 1959 ist der US-Dollar die offizielle Währung.

Kultur[Bearbeiten]

Britische Jungferninseln

Feiertage[Bearbeiten]

Datum Name Deutscher Name Anmerkungen
1. Januar New Years Day Neujahr
4. März H. Lavity Stoutt's Birthday Geburtstag von Hamilton Lavity Stoutt Minister von 1957–1995
März Commonwealth Day Commonwealth-Tag Zweiter Montag im März
März/April Good Friday und Easter Monday Karfreitag und Ostermontag Ostern
Juni Whit Monday Pfingstmontag
Juni Sovereign's Day Feier zum Geburtstag von Elisabeth II.
1. Juli Territory Day Fest des Territoriums
August Festival Holidays Festival (drei Tage) der erste Montag – Mittwoch im August
zur Befreiung von der Sklaverei 1834
21. Oktober St. Ursula's Day Fest der Heiligen Ursula
25. und 26. Dezember Christmas Day und Boxing Day Weihnachten

Literatur[Bearbeiten]

  • Isaac Dookhan: A history of the British Virgin Islands. University of the West Indies, Mona, 1968.
  • Norwell Harrigan, Pearl I. Varlack: The British Virgin Islands (a Chronology) Research and Consulting Services, Tortola 1970.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CIA World Factbook: Britische Jungferninseln (englisch)
  2. BVI Government: 2007 Virgin Islands Constitution Order
  3. Foreign & Commonwealth Office: British Virgin Islands

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: British Virgin Islands – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

18.5-64.5Koordinaten: 18° 30′ N, 64° 30′ W