UPS Airlines

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UPS Airlines
Logo der UPS Airlines
Boeing 767-300ERF der UPS Airlines
IATA-Code: 5X
ICAO-Code: UPS
Rufzeichen: UPS
Gründung: 1981
Sitz: Louisville, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Drehkreuz:
Heimatflughafen: Louisville
IATA-Prefixcode: 406
Leitung: Robert L. Lekites
Mitarbeiterzahl: 20.513 (2008)
Flottenstärke: 248 (+ 1 Bestellung)
Ziele: 400 US-amerikanische und 435 internationale
Webseite: ups.com

UPS Airlines ist eine US-amerikanische Frachtfluggesellschaft mit Sitz in Louisville. Sie ist für den Transport der Luftfracht der Muttergesellschaft United Parcel Service zuständig und gehört zu den drei größten Frachtfluggesellschaften der Welt.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Jahre[Bearbeiten]

1929 gründete Merchants Parcel Delivery (Vorgängergesellschaft der UPS) die United Air Express. Diese vermittelte den Pakettransport auf regulären Passagier-Linienflügen. So wurden zum Beispiel Ford AT-5 der United Airlines genutzt. Nach acht Monaten stellte das Unternehmen wegen des Börsencrashs Schwarzer Donnerstag und der darauf folgenden Weltwirtschaftskrise den Betrieb ein.

Der Vorläufer der heutigen Luftfracht-Fluggesellschaft UPS Airlines war die im Jahr 1953 eingeführte Firma UPS Blue Label. Diese Paketmarke wurde für Sendungen benutzt, die innerhalb von drei Tagen beim Empfänger ankommen sollten. Es wurden wieder Frachtkapazitäten auf regulären Linienflügen genutzt. Vorwiegend wurden dazu Flugzeuge der Trans World Airlines und der Flying Tiger Line eingesetzt. Zunächst war diese Unternehmenssparte unrentabel; dies änderte sich aber mit der steigenden Nachfrage der Kunden nach schnellen Sendungen.

Aufnahme des eigenen Flugbetriebs[Bearbeiten]

Im Zuge des Airline Deregulation Act im Jahr 1978 sah UPS Airlines die Chance, einen eigenen Flugbetrieb zu starten. 1983 wurde die Ryan Aviation beauftragt, die UPS-Frachterflotte zu stellen. Mit Boeing 727-200-Frachtern wurde der Flugbetrieb auf dem Flughafen Louisville aufgenommen. Als weiteres Flugzeugmuster wurden Boeing 757-200F genutzt. Der Standort Louisville wurde gewählt, da innerhalb von drei Flugstunden ein Großteil der US-amerikanischen Bevölkerung erreicht werden kann und der Flughafen für wenige Betriebseinschränkungen bekannt ist (so musste der Flughafen bis heute nur einmal 1994 kurzzeitig während eines Schneesturms schließen).

1988 wurde seitens der amerikanischen Luftfahrtaufsichtsbehörde der eigene Flugbetrieb erlaubt. Zu diesem Zeitpunkt waren 41 Länder in Europa und in Asien im Streckennetz der UPS Airlines. Mit der Übernahme der Challenge Air Cargo Ende der 1990er-Jahre kam der südamerikanische Markt hinzu. Mit der Einbindung Russlands ins Streckennetz und Verträgen mit anderen Versandunternehmen zur Lieferung von Paketen in den Nahen Osten und nach Afrika wurde UPS Airlines die größte reine Frachtfluggesellschaft der Welt. Die Flugzeuge waren in dem UPS-typischen Braunfarbton lackiert. Sie waren mit einem Strich über die Fenster auf dem Rumpf bemalt und das Seitenruder trug neben der braunen Grundbemalung auch das damalige Logo. Der Schriftzug UPS befand sich über dem Strich am vorderen Teil des Rumpfes.

Seit 1982 wurde Bulk-Ware transportiert, wie zum Beispiel Maschinen, Früchte und Computerteile. Dieser Geschäftsbereich erlangte mit dem Kauf des Unternehmens Fritiz Corporation seitens der Muttergesellschaft UPS und der Reorganisierung als UPS Supply Chain Solutions an Wichtigkeit. UPS Supply Chain Solutions war für die vollständige Organisation eines Frachttransportes für die Kunden zuständig. Lediglich lebende Tiere wurden nicht transportiert.

Da am Wochenende kein Flugbetrieb war, entschloss sich UPS Airways acht Boeing 727-200F in Boeing 727-200QC (QC = quick changable) umzubauen. Der Umbau kostete pro Maschine rund 2,5 Millionen Dollar. Dies sind spezielle Flugzeuge, die als Frachter und als Passagiermaschine genutzt werden können. Die Umrüstung dauert drei bis vier Stunden. Somit waren die Maschinen auch am Wochenende in Benutzung und parkten nicht ungenutzt über diese Tage. Die Inseln Bahamas und Puerto Plata in Mexiko waren zu dieser Zeit Flugziele. Die Maschinen besaßen 113 Sitzplätze und hatten drei bis acht Zentimeter mehr Beinfreiheit als andere amerikanische Fluggesellschaften zu dieser Zeit. Die meisten Passagiere buchten die Flüge über Reiseveranstalter. So transportierte UPS Airlines im ersten Jahr 50.000 Passagiere, im darauf folgenden Jahr bereits rund 124.000.

1997 organisierte die Gewerkschaft International Brotherhood of Teamsters einen Streik der Bodenmitarbeiter. Viele Mitarbeiter arbeiteten 35 Stunden die Woche, hatten aber nur einen Vertrag über eine Teilzeitstelle und erhielten somit keine Gesundheitsversicherung. Die UPS-Pilotengewerkschaft Independent Pilots Association unterstützte den Streik. Somit beschränkte sich der Flugbetrieb während der 15-tägigen Streikphase auf ein Minimum. Die Kunden nutzten andere Paketzusteller und somit verlor UPS etliche Millionen durch den Streik.

Entwicklung seit 2000[Bearbeiten]

Wegen der aufkommenden Konkurrenz durch Fluggesellschaften mit Flugzeugen, die über mehr als 200 Sitzplätze verfügten, entschloss sich UPS Airlines 2001, den Passagierflugbetrieb einzustellen und sich wieder ausschließlich auf den Frachttransport zu konzentrieren.

2003 wurde im Zuge der neuen Corporate Identity der Muttergesellschaft auch die Flottenlackierung aktualisiert. Das Braun des Seitenruders verteilt sich nun auch auf dem hinteren Teil des Rumpfes und wird von einer goldenen Umrandung begrenzt. Das Logo am Seitenruder wurde durch das aktuelle ersetzt. Der Schriftzug fehlt nun am Rumpf völlig. Stattdessen ist die Werbebotschaft „Worldwide Services“ und darunter „synchronizing the world of commerce“ an dieser Stelle geklebt worden.

Am 5. Februar 2007 gab United Parcel Service bekannt, dass 27 neue Boeing 767-300ERF bestellt wurden. Diese werden zwischen 2009 und 2012 ausgeliefert.[1]

Im Jahr 2008 beschäftigt die Fluggesellschaft 20.513 Mitarbeiter.[2] Für das Jahr 2009 wurde die Fluglinie von der Zeitung Air Transport World als „Frachtfluggesellschaft des Jahres“ gewählt.[3]

Frachtverteilzentren[Bearbeiten]

UPS Airlines betreibt 13 Hauptdrehkreuze auf der ganzen Welt. Mit 959 nationalen und 763 internationalen täglichen Flügen werden 400 nationale und 435 internationale Flüge angeboten. In weiteren kleineren Drehkreuzen werden die Pakete vorsortiert und zu den Hauptstandorten geflogen. Diese Flüge werden meistens von kleinen Subunternehmen durchgeführt. Der Flughafen Louisville im US-amerikanischen Bundesstaat Kentucky ist die Heimatbasis (Worldport) der Frachtfluggesellschaft. Dort können täglich bis zu 8,4 Millionen Pakete bearbeitet werden. Durchschnittlich startet oder landet alle sechs Minuten ein Flugzeug der UPS-Flotte von diesem Flughafen. Das europäische Drehkreuz befindet sich in Deutschland auf dem Flughafen Köln/Bonn, welches über eine Bearbeitungskapazität von 2,64 Millionen Paketen verfügt.[2]

Drehkreuz Belieferungsgebiet Größe des Paketsortierzentrums in m² Bearbeitungskapazität pro Stunde Größe des Vorfelds Parkpositionen auf dem Vorfeld Tägliche Flüge (durchschnittlich)
Louisville Weltweit 483.100 350.000 Pakete 527.000 m² 117 230
Philadelphia US-amerikanische Ostküste 063.300 080.000 Pakete 201.100 m² 025 058
Ontario US-amerikanische Westküste 047.000 036.000 Pakete 194.250 m² 022 045
Dallas Mittler Westen der USA 030.000 046.000 Pakete 072.850 m² 017 045
Rockford USA 054.400 121.000 Pakete 202.350 m² 040 040
Columbia Südosten der USA 026.100 041.000 Pakete 044.500 m² 014 040
Hartford Nordosten der USA 021.100 020.000 Pakete 014.150 m² 004 006
Miami Süden der USA, Süd- und Zentralamerika 003.400 006.500 Pakete 060.050 m² 009 029
Hamilton Kanada 002.900 006.000 Pakete 019.800 m² - 024
Köln/Bonn Weltweit 030.000 190.000 Pakete 075.700 m² 064 076
Pampanga Asien 005.900 007.500 Pakete - - 017
Hong Kong Asien 004.100 004.800 Pakete - - 008
Shanghai China 092.900 017.000 Pakete - - 014

Flotte[Bearbeiten]

Mit Stand Dezember 2013 besteht die Frachtflotte der UPS Airlines aus 249 Flugzeugen:[4]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[5] maximale Nutzlast Anmerkungen Bild
Airbus A300-600F 052 49-54t alle neu geliefert Airbus A300-600F
ATR 72-200F 010 7t betrieben durch Farnair Europe ATR-72-200F
Boeing 737-400SF 02 10.5t betrieben durch ATRAN Boeing 737-400F
Boeing 747-400F 013 117t erste Auslieferung am 28. Juni 2007 Boeing 747-400F
Boeing 757-200PF 075 40t erste Auslieferung am 17. September 1987 (alle 75 neu geliefert) Boeing 757-200PF
Boeing 767-300ERF 059 60t Auslieferungen vom 12. Oktober 1995 bis 2012 (alle neu)[1] Boeing 757-300ERF
McDonnell Douglas MD-11F 038 94t keine neu gekauft McDonnell Douglas MD-11F
Gesamt 249 0

Weitere Flugzeuge werden von Subunternehmen nach Bedarf geleast (besonders während der Weihnachtssaison in den Monaten November und Dezember). Nach Angaben der Fluggesellschaft erfüllen alle Flugzeuge strenge Lärmschutzrichtlinien, sowohl die Zubringerflugzeuge als auch die Interkontinentalflugzeuge.

UPS Airlines verfügte noch bis 2009 über eine umfangreiche Flotte von über 40 Douglas DC-8F, diese wurden jedoch seither ausgemustert.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 8. Februar 2006 brannte die Douglas DC-8 mit der Kennung N748UP am Philadelphia International Airport aus, nachdem ein Feuer im Frachtraum ausgebrochen war. Die Ursache des Feuers konnte nie geklärt werden.[6]
  • Am 3. September 2010 stürzte die Boeing 747-400F mit dem Luftfahrzeugkennzeichen N571UP nur wenige Kilometer nach dem Start in Dubai ab, nachdem ein Feuer im Frachtraum ausgebrochen war. Beladen war das Flugzeug unter anderem mit Lithium-Ionen-Akkus. Beide Piloten starben bei dem Unfall.[7] Bereits im Februar 2006 geriet ein UPS-Frachtflugzeug in Philadelphia in Brand, möglicherweise ebenfalls wegen Lithium-Ionen-Akkus.[8]
  • Am 29. Oktober 2010 nahm ein UPS-Flugzeug mit der Nummer UPS17 aus Hongkong kommend bei einem Zwischenstopp in Dubai Fracht aus dem Nahen Osten und Pakete aus dem Jemen auf.[9] Behörden aus den vereinigten Arabischen Emiraten, Großbritannien und den USA bestätigten, dass es sich dabei um Bomben handelte, die bei der Abfertigung unentdeckt blieben.[10] Die Bombe kam um 22.56 Uhr in Köln-Bonn an, wurde von UPS umgeladen und nach Großbritannien weiter transportiert. Sie konnte erst auf dem britischen Flughafen in Nottingham aus dem Verkehr gezogen werden.[11]
  • Am 14. August 2013 stürzte ein Airbus A300-600F, UPS-Airlines-Flug 1354, mit der Kennung N155UP (Bj. 2003) auf eine Wiese in der Nähe des Flughafens Birmingham-Shuttlesworth International Airport in Alabama, USA. Die zwei Piloten starben.[12]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b UPS kauft 27 Boeing-Frachtflugzeuge - A380-Überprüfung läuft noch Februar 2003
  2. a b UPS: UPS Air Operations Facts
  3. UPS: UPS Airlines Honored as 2009 Cargo Airline of the Year 5. Februar 2009
  4. ch-aviation.ch – UPS Airlines (englisch), abgerufen am 20. Dezember 2013
  5. Boeing – Customer Summary (englisch), Stand: 31. Juli 2013
  6. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  7. Abschlussbericht der GCAA, (englisch, 8,42 MB; PDF)
  8. wiwo.de - Brandgefahr in Flugzeugen, 17. August 2006
  9. rundschau-online.de - Eine Bombe, zehntausende Pakete, 2. November 2010
  10. online-presseportal.com - Bomben auf Cargo-Flugzeuge von FedEx und UPS- weiterhin erhöhter Alarm in den USA, 30. Oktober 2010
  11. welt.de - Bombe drei Stunden in Deutschland, 2. November 2010
  12. foxnews.com - Authorities probing cause of UPS jumbo cargo plane crash that killed 2 pilots (englisch), 14. August 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: UPS Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien