FedEx

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Federal Express ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Federal Express (Begriffsklärung) aufgeführt.
FedEx Corporation
Logo der FedEx Corporation
Rechtsform Corporation
ISIN US31428X1063
Gründung 1971
Sitz MemphisTennessee,
Vereinigte Staaten
Leitung Frederick W. Smith (CEO)
Mitarbeiter 290.000 (2010)[1]
Umsatz 42,68 Mrd $ (2012)[2]
Branche Logistik
Website www.fedex.com/de

Die FedEx Corporation, früher Federal Express, ist ein weltweit operierendes US-amerikanisches Kurier- und Logistikunternehmen mit Sitz in Memphis (Tennessee). Die Luftfracht-Division FedEx Express belegt in der Liste der größten Frachtfluggesellschaften der Welt Platz eins. Die österreichische Niederlassung von FedEx befindet sich in Wien, die deutsche in Kelsterbach.

Geschichte[Bearbeiten]

1971 wurde das Unternehmen unter dem Namen Federal Express von Frederick W. Smith in Little Rock (Arkansas) gegründet. 1973 zog das Unternehmen nach Memphis (Tennessee) um. Der Name des Unternehmens sollte dazu beitragen, Regierungsaufträge zu erhalten. Federal Express war das erste Transportunternehmen, das moderne Jet-Flugzeuge einsetzte. Federal Express profitierte stark von der Deregulierung im US-amerikanischen Lufttransportsektor und expandierte stetig.

1989 kaufte Federal Express die international agierende Luftfrachtgesellschaft Flying Tiger Line. 1998 erwarb das Unternehmen die Firmen Caliber System, Inc, Roberts Express, Viking Freight und Caliber Logistics. Etwas später übernahm man auch American Freightways. Die vereinten Unternehmen firmierten unter dem Namen FDX Corp.

2000 erhielt das Unternehmen seinen heutigen Namen FedEx Corporation, wobei man sich an der seit vielen Jahren gebräuchlichen Abkürzung FedEx orientierte und sie zur offiziellen Bezeichnung der Firma machte.

2004 kaufte FedEx die US-amerikanische Kette Kinko’s, die Druck-, Kopier- und Bindedienste anbietet und benannte sie in FedEx Kinko’s um.

Neben dem Heimatflughafen Memphis (Tennessee) (sog. „Superhub“) bestehen folgende weitere Drehkreuze:

Die Hauptkonkurrenten des Unternehmens sind DHL, UPS, USPS und TNT.

Aktuelles[Bearbeiten]

In einem Aufsehen erregenden Urteil vor einem US-Gericht wurden am 4. Juni 2006 zwei aus dem Libanon stammenden FedEx-Fahrern wegen Diskriminierung durch eine Vorgesetzte umgerechnet rund 47 Millionen Euro Schadenersatz zugesprochen.

Als erster Airbus-Kunde reagierte FedEx im November 2006 auf die anhaltenden Lieferverzögerungen beim Airbus A380 und stornierte seine Bestellung von zehn Airbus A380F zugunsten einer neuen Bestellung beim Rivalen Boeing von 15 Maschinen des Typs 777F. Als Begründung gab Gründer, CEO und President der FedEx Corporation Frederick W. Smith an, dass die Entschädigungszahlungen in keiner Relation zu den entstehenden Umsatzverlusten stehen würden.[4]

FedEx wurde 2008 im jährlich erscheinenden Bericht des „Forbes-Magazine“ auf Platz sieben der US-amerikanischen „most admired companies“ gewählt.[5]

Am 27. Oktober 2010 gab FedEx bekannt, das neue Umschlagzentrum für Mittel- und Osteuropa am Flughafen Köln/Bonn in Betrieb genommen zu haben. Bisher befand sich das Drehkreuz in Frankfurt am Main.[6] Ein Grund für den Umzug war das mögliche Nachtflugverbot in Frankfurt. Eine Nachtflugbeschränkung für Frachtflieger soll es in Köln bis 2030 hingegen nicht geben.

FedEx Luftflotte[Bearbeiten]

FedEx begann ursprünglich mit 14 Dassault Falcon 20 Jets und lieferte 186 Sendungen in 25 US-Städte. Inzwischen betreibt die Firma eine der weltweit größten Luftfrachtflotten. Die folgende Tabelle führt von FedEx selbst betriebene Maschinen und alle weiteren Maschinen von Subunternehmen auf, die im Auftrag für FedEx Sendungen transportieren. Mit Stand Juli 2014 besteht die Flotte von FedEx aus 646 Flugzeugen:[7][8]

Flugzeugtyp aktiv bestellt[9] Anmerkungen Bild
Airbus A300F 070 FedEx ist weltgrößter Betreiber des Airbus A300 und erhielt 2007 den letzten produzierten (insg. wurden 42 neu geliefert) FedEx A300-600F von FedEx
Airbus A310-200F/-300F 023 FedEx ist weltweit größter Betreiber des Airbus A310. Weitere Ausflottung geplant.[10] Airbus A310-200F von FedEx
ATR 42F 026 ATR 42F von FedEx
ATR 72F 021 ATR 72F, für FedEx eingesetzt
Boeing 757-200F 0111 inkl. 21 noch in Konversion zum Frachter (keine Maschine neu gekauft). Ersatz u.a. für A310[10] Boeing 757-200F von FedEx
Boeing 767-300F 4 46 FedEx hat am 4. September 2013 ihre erste B767-300F in Dienst gestellt (alle neu geliefert). Ersetzen MD-10[10]
Boeing 777F 025 7 FedEx ist weltgrößter Betreiber der Boeing 777F.[11] Boeing 777F von FedEx
Cessna 208B 243 Die Cargomaster wurden von Cessna in Zusammenarbeit mit FedEx entwickelt. FedEx nahm 300 Stück ab.[12] Cessna Super Cargomaster von FedEx
McDonnell Douglas MD-101 060 FedEx ist weltweit größter Betreiber der McDonnell Douglas MD-10. Weitere Ausflottung geplant.[10] 11 originäre Frachter bei McDonnell Douglas erworben. MD-10-10F von FedEx
McDonnell Douglas MD-11F 063 FedEx ist weltweit größter Betreiber der McDonnell Douglas MD-11; 22 originäre Frachter bei McDonnell Douglas/Boeing erworben McDonnell Douglas MD-11F von FedEx
Gesamt 646 53

1Bei der MD-10 handelt es sich um mit neuer Avionik ausgestattete McDonnell Douglas DC-10. Sie werden teilweise – z. B. von FedEx – auch Boeing MD-10 genannt, da Boeing McDonnell Douglas übernommen hat und die Umrüstung von der DC- zur MD-Version verantwortet.

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 7. April 1994 kam es an Bord einer McDonnell Douglas DC-10-30 beim Flug FedEx 705 zu einem Entführungsversuch. Auburn Calloway, ein ehemaliger Pilot der United States Navy, versuchte, mit Hämmern und einer Speerpistole bewaffnet, die Flugzeugbesatzung auszuschalten und die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen und es so abstürzen zu lassen. Dabei wollte er es wie einen Unfall aussehen lassen und sterben, um so seiner Familie ein besseres Leben durch seine Lebensversicherung zu ermöglichen. Es kam zu einem langen Kampf zwischen Calloway und der Besatzung. Einer der Piloten versuchte durch riskante Manöver, bei denen die Frachtmaschine kurzzeitig sogar die Schallgeschwindigkeit überschritt, Calloway in eine ungünstige Lage zu bringen und somit für seine Kollegen greifbar zu machen. Während des Kampfes konnte die Besatzung den Flughafen Memphis informieren und forderte Krankenwagen und eine SWAT-Mannschaft an. Nach einem weiteren Kampf versuchte einer der Piloten mit schweren Kopfverletzungen und auf einem Auge blind das Flugzeug zu landen. Dabei kam es zu einem weiteren schweren Kampf, bei dem Calloway ausgeschaltet wurde. Es folgte die sichere Landung, bei der sich herausstellte, dass zwei der Piloten lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatten.
  • Am 31. Juli 1997 verunglückte die McDonnell Douglas MD-11F mit der Registrierung N611FE bei der Landung auf dem Newark International Airport, NJ (EWR) (Vereinigte Staaten) durch einen Pilotenfehler, fing dabei Feuer und brannte vollständig aus. Alle 5 Insassen konnten sich retten.[13]
  • Am 17. Oktober 1999 verunglückte die MD-11F, Registrierung N581FE bei der Landung auf dem Subic Bay International Airport (SFS) (Philippinen). Sie rollte über das Ende der Landebahn und landete im Meer. Alle Insassen konnten sich retten.
  • Am 23. März 2009 verunglückte die aus Guangzhou, China kommende MD-11F mit der Registrierung N526FE bei der Landung auf dem Flughafen Tokio-Narita, Japan. Vorläufigen Berichten zufolge gelten starke Böen von bis zu 72 km/h als Ursache für den Absturz. Bei dem Unglück starben die beiden Piloten.[14]

Trivia[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FedEx – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFedEx Corporation: Geschäftsbericht 2010. Abgerufen am 14. September 2011 (englisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFedEx: Geschäftsbericht 2012. Abgerufen am 9. November 2013 (PDF).
  3. Köln/Bonn neuer Knotenpunkt des FedEx-Express-Netzwerks. Abgerufen am 6. Dezember 2010.
  4. Financial Times Deutschland-ArtikelVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter, Video des Originalinterviews auf Financial Times USA
  5. FedEx: FedEx Among Top Ten on FORTUNE’s Lists of Most Admired Companies 3. März 2008
  6. FedEx eröffnet Köln-Bonner Drehkreuz abgerufen am 11. November 2010
  7. http://www.ch-aviation.ch/portal/airline.php?cha=FX
  8. About FedEx. FedEx Express. 17. Dezember 2013, abgerufen am 18. Dezember 2013 (englisch).
  9. boeing.com – Customer Summary (englisch) abgerufen am 19. November 2010
  10. a b c d http://worldairlinenews.com/2012/06/05/fedex-to-retire-18-airbus-a310-200-and-six-mcdonnell-douglas-md-10-freighters/
  11. http://active.boeing.com/commercial/orders/displaystandardreport.cfm?cboCurrentModel=777&optReportType=AllModels&cboAllModel=777&ViewReportF=View+Report
  12. http://www.airliners.net/aircraft-data/stats.main?id=158
  13. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network abgerufen am 11. Mai 2010
  14. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network abgerufen am 11. Mai 2010
  15. Interview mit Lindon Leader, dem Designer des Logos abgerufen am 6. Oktober 2011