Victor Young

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Dieser Artikel behandelt den Komponisten Victor Young; für den gleichnamigen Schauspieler siehe Victor Sen Yung, für den gleichnamigen Fußballspieler Victor Young (Fußballspieler).

Victor Young (* 8. August 1900 in Chicago, Illinois; † 10. November 1956 in Palm Springs, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Violinist, Komponist und Bandleader, der vor allem durch seine Komposition zahlreicher Filmmusiken bekannt geworden ist, aber auch durch Jazz-Standards wie (I Don't Stand) a Ghost of a Chance (With You), Stella by Starlight und Street of Dreams.

Leben[Bearbeiten]

Bereits mit 10 Jahren kam der musikalisch hochbegabten Victor Young nach Europa, wo er am Warschauer Konservatorium bei Isidor Lotto Violine studierte und als Geiger an mehreren internationalen Tourneen der Warschauer Philharmoniker teilnahm.

Zurück in den USA arbeitete Young als Konzertmeister für verschiedene Klassikorchester, bevor er sich als Geiger und Arrangeur der Big-Band von Ted Fiorito anschloss und sich fortan verstärkt der Unterhaltungsmusik widmete. In den 1920er und frühen 1930er Jahren arbeitete Young für zahlreiche Radiosender in seiner Heimatstadt Chicago und in New York City, unter anderem als Orchesterleiter für Al Jolson.

Mitte der 1930er Jahre übersiedelte Young nach Kalifornien, wo er sein eigenes Orchester gründete und damit zahlreiche Vokalisten bei ihren Studioaufnahmen begleitete, so etwa Bing Crosby bei vielen seiner Einspielungen für Decca Records. 1938 begleitete er mit seinem Orchester unter anderem Judy Garland bei ihrer Erstaufnahme des Evergreens Over the Rainbow.

Als Liedkomponist hatte Young 1932 einen ersten großen Hit mit (I Don't Stand) A Ghost of a Chance (With You), den er zusammen mit Ned Washington und Bing Crosby geschrieben hatte und der rasch zum Jazz-Standard wurde. Im selben Jahr erschien das ähnlich erfolgreiche, mit Sam M. Lewis geschriebene Stück Street of Dreams. Zusammen mit Washington entstanden später weitere Hits wie Stella by Starlight (1944) für den Film Der unheimliche Gast (The Uninvited), Mad About You (1949) und My Foolish Heart (1949).

Außer mit Washington arbeitete Young auch erfolgreich mit anderen Textern zusammen, etwa mit Ray Evans und Jay Livingston für Golden Earrings (1946), Mona Lisa (1950) und mit Edward Heyman für When I Fall In Love (1952), einen Hit von Doris Day. Youngs Lieder wurden von vielen bekannten Künstlern aus Jazz und Pop interpretiert, darunter neben Crosby Nat King Cole, Ella Fitzgerald, Judy Garland, Billie Holiday, Harry James und Frank Sinatra, für dessen Fernsehshow Young und Washington 1950 das Stück You're the One (For Me) komponierten.

Nach seinem Umzug nach Kalifornien begann Young Ende der 1930er Jahre in Hollywood auch als Filmkomponist zu arbeiten und wurde innerhalb weniger Jahre zu einem der erfolgreichsten Vertreter dieser Zunft. Bis 1956 entstanden über 350 Filmmusiken aus seiner Feder, darunter für Union Pacific (1939), Golden Boy (1939), Rhythm on the River (1940), Aloma, die Tochter der Südsee (1941), Der Weg nach Marokko (1942), Der gläserne Schlüssel (1942), Wem die Stunde schlägt (1943), Keine Zeit für Liebe (1943), Der beste Mann (1948), Die Nacht hat tausend Augen (1948), Samson und Delila (1949), Korea (1952), Mein großer Freund Shane (1953) und Drei Münzen im Brunnen (1954).

Seine Werke brachten ihm insgesamt 22 Oscar-Nominierungen ein; allein zwischen 1938 und 1943 wurde er fünfzehn Mal für einen Oscar nominiert, 1939 und 1940 sogar jeweils für vier Filme gleichzeitig. Gewinnen konnte er die Auszeichnung jedoch nur ein einziges Mal, für In 80 Tagen um die Welt; der Preis wurde ihm ein halbes Jahr nach seinem Tod postum verliehen. Mit einem Text von Ned Washington wurde ein Instrumentalthema aus diesem Film unter dem Titel Around The World durch Aufnahmen von Bing Crosby und Frank Sinatra (beide 1957) auch Youngs letzter Hit als Liedschreiber. In Deutschland war Around The World In 80 Days Youngs einziger Charterfolg, der Titel erreichte 1957 Platz 16 der Singles-Charts.[1]

In den 1950er Jahren arbeitete Young gelegentlich auch als Komponist fürs Fernsehen; seine Titelmelodien für die Serien Medic und Light's Diamond Jubilee brachten ihm 1955/56 zwei Emmy-Nominierungen ein. Am 10. November 1956, noch vor der Uraufführung seiner letzten Filmarbeit Sturm über Persien, erlag er den Folgen einer tags zuvor erlittenen Hirnblutung.

Postum wurde Victor Young ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame (6363, Hollywood Boulevard) in der Kategorie Musikaufnahmen verliehen. Ferner wurde er 1970 in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen.

Bekannte Liedkompositionen (Auswahl)[Bearbeiten]

Mit Text von Ned Washington[Bearbeiten]

  • Any Time, Any Place, Anywhere (1933, mit Lee Wiley)
  • Can't We Talk It Over (1931)
  • Got the South In My Soul (1932, mit Lee Wiley)
  • A Hundred Years From Today (1933)
  • (I Don't Stand a) Ghost of a Chance (With You) (1932, mit Bing Crosby)
  • Love Is the Thing
  • A Love Like This
  • Mad About You (1949)
  • The Maverick Queen
  • My Foolish Heart (1949)
  • My Love
  • Shadows on the Moon
  • Stella by Starlight (1944)
  • Sweet Madness
  • Waltzing in a Dream (mit Bing Crosby)
  • You're the One (For Me) (1950)
  • You're Not In My Arms Tonight

Weitere[Bearbeiten]

  • Around the World In Eighty Days (1956, Musik & Text)
  • Beautiful Love (1930, mit Haven Gillespie)
  • Blue Star (mit Edward Heyman)
  • Golden Earrings (1946, mit Ray Evans und Jay Livingston)
  • Lawd, You Made the Nights Too Long (Musik & Text)
  • Love Letters (1945, mit Edward Heyman)
  • Love Me (1934, Musik & Text)
  • Love Me Tonight (Musik & Text)
  • A Man With a Dream (mit Stella Unger)
  • The Old Man n the Mountain (mit Billy Hill)
  • The Rose and the Butterfly (mit Stella Unger)
  • Sam, You Made the Pants Too Long (mit Sam M. Lewis)
  • Street of Dreams (1932, mit Sam M. Lewis)
  • Sweet Sue, Just You (1928, mit Will Harris)
  • Too Late (mit Sam M. Lewis)
  • A Weaver of Dreams (mit Jack Elliott)
  • When I Fall In Love (1952, mit Edward Heyman)
  • Written on the Wind (1956, mit Sammy Cahn)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Academy Awards (Oscars)

Preise

Nominierungen

Golden Globe Awards

Preis

Nominierung

Emmy Awards

Nominierungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ehnert, Günter (Hrsg.): Hit Bilanz. Deutsche Chart Singles 1956-1980. Hamburg: Taurus Press, 1990, S. 222

Weblinks[Bearbeiten]