Oscar

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Dieser Artikel behandelt den Filmpreis. Zu weiteren Bedeutungen siehe Oscar (Begriffsklärung).

Der Academy Award, besser bekannt unter seinem Spitznamen Oscar, ist ein Filmpreis. Er wird jährlich von der US-amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS)[1] für die besten Filme des Vorjahres verliehen, wobei wegen der Zulassungsprozedur in der Regel US-Produktionen dominieren. Die letzte Verleihung fand am 2. März 2014 in Los Angeles statt.

Die Auszeichnung wurde am 12. Februar 1929 vom damaligen Präsidenten der MGM Studios, Louis B. Mayer, ins Leben gerufen, acht Jahre nach der Verleihung des Photoplay Awards, der als erster Filmpreis der Welt gilt. Der Oscar wird jährlich in einer gemeinsamen Zeremonie in derzeit über 30 verschiedenen Kategorien in Form jeweils einer Statuette vergeben, die einen Ritter mit einem Schwert auf einer Filmrolle darstellt.

In die Auswahl zur Verleihung eines oder auch mehrerer Oscars kommen hauptsächlich amerikanische Spielfilme. In jeweils eigenen Kategorien werden Kurz-, Dokumentar-, Animations- und ausländische Filme prämiert. Für die Qualifikation eines amerikanischen Spielfilms zur Auswahl gilt die Bedingung, dass er im Vorjahr der Verleihung mindestens sieben Tage lang in einem öffentlichen Kino im Gebiet von Los Angeles County – dem Heimatbezirk von Hollywood – gegen Entgelt gezeigt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegen Ende der 1920er-Jahre befand sich die US-amerikanische Filmindustrie in einer Krise. Neue Erfindungen – zum Beispiel das Radio – führten dazu, dass die Kinos weniger Besucher verzeichneten. Für die Eigentümer der großen Studios wurde die Situation zunehmend schwieriger: Die Bildung von Gewerkschaften auch in der Filmindustrie führte dazu, dass sie die Arbeiter in ihren Studios angemessen bezahlen mussten, was bis dahin unüblich war. Im Rahmen von Demonstrationen wurden mehr Lohn und die Einführung geregelter Arbeitsverhältnisse gefordert. Eine weitere Schwierigkeit für die Studios bestand zudem durch die Zensoren.

Der Leiter der damals sehr erfolgreichen und sehr einflussreichen Metro-Goldwyn-Mayer-Studios, Louis B. Mayer, traf sich mit zwei guten Freunden, um sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen. Zusammen mit Conrad Nagel und Fred Niblo ersann er ein Instrument, das die Kunst des Filmemachens verkörpern würde und eine zentrale Steuerung der Interessen der Filmschaffenden gewährleisten sollte: Eine Akademie schien diese Anforderungen zu erfüllen.

Am 11. Januar 1927 wurde ein Gala-Dinner veranstaltet, bei dem sich 33 einflussreiche und namhafte Filmgrößen trafen, um die „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ zu gründen. Unter ihnen befanden sich Berühmtheiten wie etwa Douglas Fairbanks, Mary Pickford, Cecil B. DeMille, die Warner Brothers und andere. Das erste offizielle Bankett der Akademie fand am 11. Mai 1927 statt.[2]

In den ersten Akademie-Statuten wurde festgeschrieben, um welche Aufgaben sich die Akademie zu kümmern hatte. Die Einführung des Preises wurde Anfang 1928 beschlossen und ergänzt. Am 16. Mai 1929 wurde der Akademiepreis zum ersten Mal vergeben.

Der deutsche Schauspieler Emil Jannings war der erste Schauspieler, der mit dem „Academy Award of Merit“ ausgezeichnet wurde. Er erhielt sie in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ für seinen Auftritt im Film Der Weg allen Fleisches (1927; Regie Victor Fleming); vom Film sind heute keine Kopien mehr auffindbar und auch von der Übergabe der Auszeichnung ist kein Filmmaterial mehr zu finden. Diese Auszeichnung galt gleichzeitig auch für seinen ein Jahr später gedrehten Film Der letzte Befehl (1928; Regie Josef von Sternberg). Der Preis wurde ihm 1929 vorzeitig übergeben, da Jannings auf dem Weg zurück nach Deutschland war. Mit dieser Auszeichnung ist Jannings auch der erste und bisher einzige deutsche Schauspieler, der ihn in dieser Kategorie gewann. Die in Düsseldorf geborene Schauspielerin Luise Rainer gewann sogar zweimal (1936, 1937) den Preis als beste Hauptdarstellerin. Als erster Österreicher (mit Schweizer Herkunft) konnte in dieser Kategorie im Jahr 1961 Maximilian Schell für Das Urteil von Nürnberg gewinnen.

Um das anfänglich geringe öffentliche Interesse an der Veranstaltung zu fördern, wollte man diese interessanter gestalten und gab die Gewinner vorab nicht mehr bekannt. Seit 1941 werden die Namen der Preisträger in versiegelten Umschlägen verschlossen gehalten, außer der Jury sind die Gewinner nur den beauftragten Notaren der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse (jetzt PricewaterhouseCoopers) bekannt.

Das öffentliche Interesse stieg kontinuierlich. 1953 wurde die Verleihung zum ersten Mal im Fernsehen übertragen. Heute stimmen mehr als 5500 Mitglieder der Akademie in den einzelnen Kategorien ab; die Verleihung wird weltweit übertragen und jährlich von etwa 800 Millionen Menschen verfolgt.

Besondere Vorfälle[Bearbeiten]

Bei der Oscarverleihung 1938 wurde der Oscar für die Beste Nebendarstellerin live auf der Bühne gestohlen. Die Preisträgerin Alice Brady hatte sich den Fuß gebrochen und konnte nicht an der Verleihung teilnehmen. Die Auszeichnung wurde stattdessen von einem Betrüger entgegengenommen, der unerkannt verschwinden konnte. Der Täter konnte nie ermittelt werden. Brady wurde später eine Kopie des Preises überreicht.[3]

Mehrere Künstler verweigerten die Annahme des Oscars. Als Erster lehnte Dudley Nichols bei der Oscarverleihung 1936 seine Auszeichnung für das Beste adaptierte Drehbuch zu Der Verräter ab, da er im Streit mit der Filmakademie lag. 1971 verweigerte der Schauspieler George C. Scott die Annahme der Auszeichnung für die Hauptrolle in Patton – Rebell in Uniform und protestierte gegen die zunehmende „Fleischbeschau“ in der Filmindustrie. Marlon Brando verweigerte bei der Oscarverleihung 1973 die Preisannahme für die Hauptrolle in Der Pate aus Solidarität mit der US-amerikanischen Indianerbewegung und schickte stattdessen die Indianerin Sacheen Littlefeather zur Veranstaltung. In der von Brando vorbereiteten Rede machte Littlefeather auf die Unterdrückung der Bürgerrechte der Indianer und besonders auf die Protestaktionen des American Indian Movement bei Wounded Knee aufmerksam. Littlefeather konnte aufgrund der Zeitbegrenzung nur eine improvisierte Rede halten und verlas den gesamten Text erst hinter der Bühne vor den dort anwesenden Journalisten.[4]

Bei der Oscarverleihung 1962 gelang es dem New Yorker Taxifahrer Stan Berman, sich auf die Bühne zu schleichen und einen selbstgemachten „Oscar“ für Moderator Bob Hope zu präsentieren. Berman nannte einen Bezug auf das Jahr 1938, in dem Hope seine erste Rolle in einem abendfüllenden Spielfilm (The Big Broadcast of 1938) hatte.[5]

Bedingt durch die große Resonanz der Oscar-Verleihung, war die Veranstaltung gelegentlich auch Podium für öffentlichkeitswirksame Auftritte mit politischem Anliegen. Bei der Oscarverleihung 1974 rannte der Flitzer Robert Opel nackt über die Bühne und zeigte dabei das Friedenszeichen, als David Niven gerade eine Rede für die Schauspielerin Elizabeth Taylor hielt. Michael Moore nutzte seine Dankesrede zum Oscar für Bowling for Columbine bei der Oscarverleihung 2003, um US-Präsidenten George W. Bush wegen des amerikanisch-britischen Kriegs gegen das irakische Regime von Saddam Hussein scharf anzugreifen („Shame on you Mr. Bush!“). Die Rede wurde kurz nach Beginn ausgeblendet.

Im gleichen Jahr blieb der Rapper Eminem der Show fern, da er sich weigerte, mit einer „entschärften“ Version seines Gewinnersongs „Lose Yourself“ aus dem Film 8 Mile aufzutreten.

Bei der Oscarverleihung 2010 kam es zu einem kleinen Eklat, als Music by Prudence als Bester Dokumentar-Kurzfilm ausgezeichnet wurde. Als Regisseur Roger Ross Williams zu seiner Dankesrede ansetzte, stürmte Elinor Burkett auf die Bühne und unterbrach Williams' Dankesrede. Obwohl die ursprüngliche Idee zum Film von ihr stammte, war sie aufgrund von Differenzen bereits im Vorjahr von ihren Aufgaben beim Projekt entbunden worden.[6][7]

Der Name[Bearbeiten]

In den ersten Jahren der Verleihung wurde die Trophäe noch ausschließlich als Academy Award of Merit bezeichnet. Wer letztlich der Pate für den Namen Oscar war, ist heute nicht mehr mit Bestimmtheit zu klären. Fest steht, dass der prägnantere neue Name schon im Jahr 1931 weitgehend verwendet wurde. Vier Personen werden immer wieder als Taufpaten genannt. Erstens ist hier die ehemalige Vorstandssekretärin der Akademie, Margaret Herrick, zu nennen. Sie soll beim Anblick der Statue gesagt haben: „Der sieht ja aus wie mein Onkel Oscar!“ In den Annalen der Akademie wird sie oft als offizielle Namensgeberin angeführt. Zweitens Bette Davis, die immer wieder betont haben soll, dass die Statue sie an ihren ersten Mann Harmon „Oscar“ Nelson erinnere.[8] Als dritter gilt der Filmkolumnist Sidney Skolsky, der behauptete, der Namensgeber gewesen zu sein. Als Viertes heißt es, dass es Walt Disney gewesen sei. Als die Akademie im Geheimen einen Namen für die Trophäe gesucht habe, hätte ein Mann vorgeschlagen, die Trophäe „Oscar“ zu nennen. Walt Disney hätte dies mitbekommen und geglaubt, es sei nun der endgültige Name der Trophäe. Er bedankte sich angeblich dann bei der Verleihung 1932 für seinen „Oscar“.

Obwohl bis heute immer wieder betont wird, Oscar sei nicht die offizielle Bezeichnung, ist auch der Spitzname seit 1979 markenrechtlich geschützt.

Die Trophäe[Bearbeiten]

Horst Burbulla mit einem Oscar

Der begehrte Filmpreis ist 34,29 cm groß und besteht aus einem massiven Nickel-Kupfer-Silber-Körper (Britanniametall), der für das Gewicht von 3,856 kg sorgt. Überzogen ist er mit einer 24-karätigen dünnen Goldhaut. Lediglich in Kriegszeiten wurde auf das Gold verzichtet.

Der Materialwert einer Statue beträgt etwa 300 US-Dollar. Die Akademie lässt die Oscars seit 1983 bei der R. S. Owen Company in Chicago fertigen. In den Sockel der Statue werden erst nach der Verleihung die Namen des Preisträgers, die dazugehörige Oscar-Kategorie und der Titel des Films eingraviert.

Der Entwurf zu der Statuette stammt von dem damaligen Filmarchitekten (Art Director) der Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Cedric Gibbons. Die Gründer der Academy of Motion Picture Arts and Sciences beauftragten Conrad Nagel mit der Gestaltung des Filmpreises. Mit einem Budget von 500 Dollar machte sich Nagel über das Aussehen und die Art des Preises Gedanken. Eine schlichte Urkunde wurde als zu wenig befunden. Die Idee kam auf, den Preis durch eine entsprechende Statue zu symbolisieren. Nagel beauftragte den Produktionsdesigner Cedric Gibbons mit dem Entwurf der Oscarstatue. Er sollte dem Filmpreis eine würdige Form verleihen. Er realisierte die Vorstellungen mit dem berühmten, goldenen Schwertträger, der auf einer Filmrolle steht.

Seit 1950 müssen sich die Gewinner verpflichten, dass weder sie noch ihre Erben die Oscars verkaufen werden, ohne sie vorher der Academy für einen US-Dollar anzubieten.[9] Verweigert ein Gewinner dies, behält die Academy die Trophäe. Der versuchte Verkauf des Oscars von Michael Todd durch seinen Enkel wurde von der Academy 1989 nach einem Rechtsstreit unterbunden.[9] Mehrere vor Einführung der Regel verliehene Oscars wurden jedoch in Auktionen für sechsstellige Summen verkauft.[10] Im Dezember 2011 wurde Orson Welles' Oscar für Citizen Kane (1941) von seinen Erben in einer Auktion angeboten. Die Erben hatten den Oscar bereits 2003 verkaufen wollen, was in einem Rechtsstreit mit der Academy endete. Die Erben gewannen den Prozess, da Welles 1941 keine entsprechende Erklärung unterzeichnet hatte.[11] Am 20. Dezember 2011 wurde der Oscar für 861.542 US-Dollar an einen anonymen Bieter verkauft.[12]

Veranstaltungsorte[Bearbeiten]

Im Laufe der Jahre wurden die Academy Awards in verschiedenen Örtlichkeiten vergeben:

Die 25. bis 29. Verleihung fanden nicht nur in Los Angeles, sondern auch in New York statt:

  • NBC International Theatre (1953)
  • NBC Century Theatre (1954–1957)

Die Fernseh-Liveübertragung der Oscar-Nominierungen erfolgt aus dem Samuel Goldwyn Theater im 1975 errichteten Hauptgebäude der AMPAS.

Kategorien[Bearbeiten]

Die Akademie stellt für jede Oscarverleihung neue Regeln auf und behält sich die Einführung neuer Kategorien bzw. die Abschaffung von bereits existierenden Kategorien vor.

Reguläre Auszeichnung[Bearbeiten]

Academy Awards werden jedes Jahr in den folgenden 24 regulären Kategorien vergeben:

Kategorie Originalbezeichnung(en) Zeitraum der Verleihung
Bester Film Best Picture seit 1929
Beste Regie Best Director seit 1929
Bester Hauptdarsteller Best Actor in a Leading Role seit 1929
Beste Hauptdarstellerin Best Actress in a Leading Role seit 1929
Bester Nebendarsteller Best Actor in a Supporting Role seit 1937
Beste Nebendarstellerin Best Actress in a Supporting Role seit 1937
Bestes Originaldrehbuch Best Writing, Original Screenplay
Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen
seit 1941
Bestes adaptiertes Drehbuch Best Writing, Adaptation
Best Writing, Screenplay
Best Writing, Screenplay Based on Material from Another Medium
Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published
Best Adapted Screenplay
seit 1929
Beste Kamera Best Cinematography
Best Cinematography, Black-and-White / Color
seit 1929
Bestes Szenenbild Best Art Direction
Best Art Direction – Interior Decoration, Black-and-White / Color
Best Art Direction – Set Decoration, Black-and-White / Color
Best Art Direction – Set Decoration
seit 1929
Bestes Kostümdesign Best Costume Design seit 1949
Bester Ton Best Sound, Recording
Best Sound
Best Sound Mixing
seit 1930
Bester Schnitt Best Film Editing seit 1935
Bester Tonschnitt Best Effects, Sound Effects Editing
Best Sound Editing
seit 1964
Beste visuelle Effekte Best Effects, Visual Effects
Best Visual Effects
seit 1940
Bestes Make-up und beste Frisuren Makeup and Hairstyling
Best Makeup
seit 1982
Bester Song Best Music, Original Song seit 1935
Beste Filmmusik Best Music, Score
Best Music, Scoring of a Dramatic Picture / Scoring of a Musical Picture
Best Music, Score – Substantially Original / Scoring of Music, Adaptation or Treatment
Best Music, Original Dramatic Score / Scoring Original Song Score and/or Adaptation
Best Music, Original Score
seit 1935
Bester animierter Spielfilm Best Animated Feature seit 2002
Bester animierter Kurzfilm Best Short Subject, Cartoons
Best Short Subject, Animated
seit 1932
Bester Kurzfilm Best Short Subject, Comedy / Novelty
Best Short Subject, Two-reel / One-reel
Best Short Subject, Live Action Subjects
Best Short Subject, Live Action
seit 1932
Bester Dokumentarfilm Best Documentary, Features seit 1942
Bester Dokumentar-Kurzfilm Best Documentary, Short Subjects seit 1943
Bester fremdsprachiger Film Best Foreign Language Film seit 1947

Ehemalige Kategorien[Bearbeiten]

Kategorien, die nicht mehr zum Programm der Academy Awards gehören:

Kategorie Originalbezeichnung(en) Zeitraum der Verleihung
Beste Regieassistenz Best Assistant Director 19341938
Beste Originalgeschichte Best Writing, Original Story
Best Writing, Motion Picture Story
1929–1957
Beste Tanzregie Best Dance Direction 1936–1938

Besondere Auszeichnungen[Bearbeiten]

Diese Preise werden zum Teil nicht jedes Jahr verliehen bzw. nur nach Bedarf.

Name Originalbezeichnung verliehen für Zeitraum der Verleihung
Ehrenoscar Honorary Award Lebenswerk oder Dienste für die Academy seit 1929
„Irving G. Thalberg“-Preis The Irving G. Thalberg Memorial Award Filmproduzenten seit 1938
„Jean Hersholt“-Preis Jean Hersholt Humanitarian Award humanitäre Dienste im Bereich des Filmschaffens seit 1957
Sonderoscar Special Achievement Award außerordentliche, aus obigen Kategorien fallende Leistungen für einen einzelnen Film seit 1973
Miniatur-Oscar (Jugendpreis) Juvenile Award Kinderdarsteller 1935–1961
Studentenpreis Student Academy Award seit 1973

Auszeichnungen für Wissenschaft und Technik[Bearbeiten]

Diese Preise werden zum Teil nicht jedes Jahr verliehen bzw. nur nach Bedarf.

Name Originalbezeichnung verliehen für Zeitraum der Verleihung
„Gordon E. Sawyer“-Preis Gordon E. Sawyer Award wissenschaftliche oder technische Errungenschaften im Filmschaffen seit 1982
John A. Bonner-Medaille John A. Bonner Medal of Commendation als Anerkennung für außergewöhnliche Leistungen und das Engagement bei der Wahrung der hohen Standards der Akademie seit 1978
Academy Award of Merit Academy Award of Merit (Class I) seit 1931
Wissenschafts- und Entwicklungspreis Scientific and Engineering Award (Class II) seit 1931
Preis für Technische Verdienste Technical Achievement Award (Class III) seit 1931

Das Verfahren[Bearbeiten]

Jeder Spielfilm, der zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember eines Jahres im Gebiet von Los Angeles County erstmals mindestens sieben Tage lang in einem öffentlichen Kino gegen Entgelt gezeigt wurde, ist für die Oscars im darauffolgenden Jahr qualifiziert. Dabei wird der Begriff „Spielfilm“ definiert als ein Film, der

  • mindestens eine Länge von 40 Minuten aufweist und
  • als 35- oder 70-mm-Kopie oder als 24 bzw. 48 fps Digitalkinoformat (mit einer Mindestauflösung von 1280 × 720 Pixeln) gezeigt wurde.

Dabei ist es unerheblich, ob der Film US-amerikanischen oder ausländischen Ursprungs ist, sodass sich auch ausländische Filme außerhalb der Kategorie für den besten fremdsprachigen Film qualifizieren können. Am Ende eines jeden Jahres stellt die Akademie eine Liste der in Frage kommenden Filme zusammen.

In einem ersten Schritt wählen die Akademiemitglieder zunächst zehn Nominierungen in der Kategorie Bester Film und fünf in den restlichen Kategorien aus. In dieser Phase der Wahl können nur die jeweiligen Mitglieder eines Akademiezweigs für ihre jeweilige Profession stimmen, d. h. Regisseure wählen Regisseure, Schauspieler wählen Schauspieler usw. Lediglich bei den Nominierungen für den besten Film sind alle Mitglieder stimmberechtigt. Das erklärt, warum es manchmal passiert, dass ein Film als Bester Film nominiert wird, der Regisseur aber nicht auf der Liste auftaucht.

Spezielle Regeln für die Nominierung[Bearbeiten]

Die jeweils ersten fünf einer Kategorie, die die meisten Stimmen auf sich vereinen konnten, werden dann von der Akademie offiziell als Nominierte verkündet.

  • Für folgende Kategorien gibt es spezielle Vorauswahljurys innerhalb der Akademie, die über die Nominierung entscheiden: Animierter Spielfilm, Dokumentarfilm, Kurzfilm, Fremdsprachiger Film, Make-up, Tonschnitt und Visuelle Effekte.
  • Für den besten fremdsprachigen Film gelten abweichende Qualifikationsregeln: Hier ist jeder Film zulässig, der in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 30. September des Jahres vor der Preisverleihung in seinem jeweiligen Land uraufgeführt wurde. Jedes Land darf dabei nur einen Film der Akademie zur Nominierung vorschlagen. Nach der Nicht-Berücksichtigung des hochgelobten rumänischen Dramas 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage gab die Akademie am 19. Juni 2008 eine Änderung ihrer Auswahlrichtlinien bekannt. So werden nur noch sechs der neun vorausgewählten ausländischen Produktionen von einem aus AMPAS-Mitgliedern bestehenden Freiwilligen-Komitee bestimmt, die nur ein Minimum der eingereichten Beiträge sehen müssen. Die übrigen drei Bewerber werden von einem zwanzigköpfigen Gremium für fremdsprachige Filme, dem Foreign Language Film Award Executive Committee ausgewählt.[13]
  • Für die Dokumentarfilm-Oscars gelten abweichende Qualifikationsregeln: Hier muss der Film entweder in Los Angeles County oder im New Yorker Stadtteil Manhattan zwischen 1. September (zwei Jahre vor Preisverleihung) und 31. August des Jahres vor der Preisverleihung gezeigt worden sein. Zusätzlich muss der Film in vier weiteren Städten für mindestens zwei Tage öffentlich gezeigt worden sein.
  • Für die Kurzfilm-Oscars gelten abweichende Qualifikationsregeln: Hier ist jeder Film zulässig, der in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 30. September des Jahres vor der Preisverleihung entweder für mindestens drei Tage in Los Angeles County gezeigt wurde oder aber auf einem in den Regeln festgelegten Filmfestival ausgezeichnet wurde.
  • Nachdem bei den vergangenen Preisverleihungen im Jahr 2007 und 2008 in der Kategorie Bester Filmsong jeweils eine Produktion drei der fünf nominierten Musikstücke gestellt hatte, dürfen ab dem 19. Juni 2008 nicht mehr als zwei Stücke aus einem Film unter die finalen nominierten Kandidaten gelangen (die Vorauswahl an Musikstücken pro Film ist dagegen nach wie vor unbegrenzt).
  • Die Kategorien „Animierter Spielfilm“ und „Make-up“ sind fakultativ. Sollten nach Ermessen der Akademie in einem Jahr zu wenige Filme gezeigt worden sein, die für einen Oscar in Frage kämen, so kann die Akademie auf den Nominierungsprozess verzichten oder aber einen Sonderoscar für einen Film verleihen.
  • Sofern ein Schauspieler für zwei verschiedene Filme in einer Kategorie (zum Beispiel „Bester Hauptdarsteller“) zweimal unter die ersten fünf Nominierten gewählt wird, so wird die Nominierung mit der geringeren Anzahl an Stimmen gestrichen. Ebenso verhält es sich, wenn er in den Kategorien für Haupt- und Nebendarsteller für denselben Film nominiert werden soll. In beiden Fällen rückt der Sechstplatzierte als Nominierter nach. Hingegen ist es möglich, dass ein Schauspieler in unterschiedlichen Kategorien für unterschiedliche Filme zweifach in einem Jahr nominiert ist.

In der zweiten Wahlphase haben die Mitglieder der Akademie nun die Möglichkeit, sich im akademieeigenen Filmtheater alle nominierten Filme kostenlos anzusehen. Zudem werden besondere DVDs mit den Filmen versandt. Diese Praxis wird von der Akademie allerdings kritisch betrachtet, da im Jahr 2003 Kopien dieser DVDs in Internettauschbörsen aufgetaucht waren. Bei der eigentlichen Oscar-Wahl sind alle Mitglieder in allen Kategorien wahlberechtigt.

Alle Stimmzettel, die spätestens eine Woche vor der Verleihung bei der Akademie eingegangen sein müssen, werden von drei vereidigten Notaren der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers ausgezählt. Der Oscar wird an denjenigen Nominierten verliehen, der die meisten Stimmen der Akademiemitglieder auf sich vereinen konnte. In dem Fall, dass zwei Nominierte die gleiche Stimmenanzahl erhalten, wird der Oscar an beide zu gleichen Teilen verliehen.

Höchstens zwei Ehrenpreise werden ohne vorherige Nominierung vom Board of Governors vergeben. Da mehr als zwei verschiedene Ehrenpreis-Kategorien existieren, werden nicht alle Ehrenpreise jedes Jahr vergeben.

Die Oscars für technische Verdienste werden ebenfalls ohne vorherige Nominierung durch besondere Auswahlkomitees verliehen. Diese Verleihung findet stets im Vorfeld der eigentlichen Oscar-Verleihung statt.

Spezielle Regeln für die Vergabe[Bearbeiten]

  • In der Kategorie Szenenbild werden neben dem Szenenbildner (Production Designer) auch der Ausstatter (Set Decorator) und der Filmarchitekt (Art Director) nominiert und ausgezeichnet.
  • Für den besten animierten Spielfilm wird die hauptverantwortliche Kreativperson ausgezeichnet. Das ist in den meisten Fällen der Regisseur (und maximal ein zweiter Regisseur), kann aber auch ein Produzent sein.
  • In den Dokumentar- und Kurzfilm-Kategorien werden maximal zwei Oscars vergeben, darunter in jedem Fall an den Regisseur und einen weiteren Kreativen (in den meisten Fällen der Produzent).
  • Der Oscar für den besten fremdsprachigen Film geht an den Film selbst, nicht an den Produzenten und nicht an den Regisseur. Letzterer nimmt den Oscar lediglich stellvertretend entgegen.
  • Der Oscar für den besten Film geht an die Produzenten des Films, wobei hier nur maximal drei Produzenten nominiert und ausgezeichnet werden. Sofern mehr Produzenten im Abspann genannt werden, muss die Produktionsgesellschaft drei Produzenten benennen bzw. die Akademie bestimmt drei Produzenten.

Rekorde[Bearbeiten]

Die erfolgreichsten Filme[Bearbeiten]

Lange Zeit war der Film Vom Winde verweht aus dem Jahr 1939 mit zehn Oscars der zahlenmäßig erfolgreichste Film in der Oscargeschichte; er wurde erst 1960 von Ben Hur mit elf Trophäen abgelöst. Mit Ben Hur wiederum konnte erst im Jahr 1998 Titanic mit ebenfalls elf Auszeichnungen gleichziehen. Nur sechs Jahre sollte es dauern, bis sich mit Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs ein weiterer Film mit elf Oscars in diese Riege einreihte. Letzterer war dabei einer der wenigen Filme, der alle Nominierungen auch in Auszeichnungen umsetzen konnte. Insgesamt ist die Herr-der-Ringe-Trilogie die erfolgreichste Filmserie mit 17 Auszeichnungen bei 30 Nominierungen.

Die fünf Sparten bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, beste Hauptdarstellerin sowie die Drehbuchsparten (bestes Originaldrehbuch bzw. Drehbuch nach einer Vorlage) gelten als die wichtigsten Oscar-Kategorien und werden auch als Big Five bezeichnet. Bislang sind erst drei Filme in jeder dieser Kategorien ausgezeichnet worden: Es geschah in einer Nacht (1934), Einer flog über das Kuckucksnest (1975) und Das Schweigen der Lämmer (1991).

Alles über Eva (1950) und Titanic (1997) teilen sich den Nominierungsrekord mit 14 Nominierungen gefolgt von Vom Winde verweht, Verdammt in alle Ewigkeit, Mary Poppins, Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, Forrest Gump, Shakespeare in Love, Der Herr der Ringe: Die Gefährten, Chicago und Der seltsame Fall des Benjamin Button mit je 13 Nominierungen.

Die erfolgreichsten Filmschaffenden[Bearbeiten]

Bisher am häufigsten mit Darsteller-Auszeichnungen geehrt wurde die US-Amerikanerin Katharine Hepburn (1907–2003), die zwischen 1934 und 1982 viermal als beste Hauptdarstellerin honoriert wurde. Ihre Landsfrau Meryl Streep kann die meisten Darsteller-Nominierungen (18) auf sich vereinen. Bei den Männern errangen Jack Nicholson, Daniel Day-Lewis und Walter Brennan (1894–1974) je drei Academy Awards. Nicholson hält gleichzeitig den Nominierungsrekord bei den männlichen Darstellern (12 Nominierungen). Die am häufigsten ausgezeichnete Person ist Walt Disney (1901–1966) mit 26 Oscars (inkl. 4 Ehrenoscars) und 37 weiteren Nominierungen. Zudem gewann er 1954 mit 4 Auszeichnungen die meisten Oscars in einem Jahr. Die am häufigsten ausgezeichnete Frau ist die Kostümbildnerin Edith Head (1897–1981) mit 8 Oscars und 27 weiteren Nominierungen. Die meist ausgezeichneten, noch lebenden Filmschaffenden sind der Komponist Alan Menken (8 reguläre Preise, v.a. für Aladdin und Pocahontas) und Dennis Muren, der für seine Visual Effects u.a. für Star Wars Episode V – Das Imperium schlägt zurück , E. T. – Der Außerirdische und Indiana Jones und der Tempel des Todes insgesamt 8 Oscars (inkl. 3 Sonderpreise, 15 Nominierungen) erhielt.

Mit sieben Auszeichnungen bei 13 Nominierungen sind die Zeichentrickfiguren Tom und Jerry die meist ausgezeichneten Trickfilmstars in der Geschichte der Oscars (siehe: Oscar/Bester animierter Kurzfilm). Recht erfolgreich waren auch die beiden Schauspielerinnen Greer Garson (1904–1996) und Bette Davis (1908−1989), welche bisher als Einzige fünf Jahre nacheinander für den Oscar nominiert wurden.

Altersrekorde[Bearbeiten]

Die meisten aufeinanderfolgenden Gewinne[Bearbeiten]

Die größten „Verlierer“[Bearbeiten]

  • Die meisten Oscarnominierungen für einen Film, ohne einen Preis gewonnen zu haben
  • Die meisten Nominierungen für den Besten fremdsprachigen Film (nach Herkunftsland)
  • Die meisten Nominierungen für eine Person überhaupt
  • Die meisten Nominierungen für eine Darstellerin
  • Die meisten Nominierungen für einen Darsteller
    • Peter O’Toole (1932–2013) mit 8 (erhielt 2003 den Ehrenoscar für sein Lebenswerk)
  • Die meisten Nominierungen für einen Regisseur
  • Die meisten Nominierungen für einen Drehbuchautor
    • Federico Fellini mit 6 (erhielt neben dem Ehrenoscar für sein Lebenswerk 1993, insgesamt 4 Oscars für den besten fremdsprachigen Film)

Moderation[Bearbeiten]

In den Anfangsjahren der Akademiepreise wurde die Verleihungszeremonie häufig vom jeweiligen Präsidenten der Akademie moderiert. Ende der 1950er-Jahre gab es erstmals eine ganze Riege gleichberechtigter Moderatoren für eine Verleihung. Dieses wurde in den 1970er-Jahren nochmals aufgegriffen.

Seit Ende der 1980er Jahre führt jeweils ein Moderator durch das Programm. Unterstützt wird dieser dabei von zahlreichen Co-Hosts. In den Darstellerkategorien sind dieses im Regelfall die Gewinner des Vorjahres (jeweils beim anderen Geschlecht). So überreichte beispielsweise 2007 Reese Witherspoon (beste Hauptdarstellerin im Jahr 2006) den Oscar an den besten Hauptdarsteller Forest Whitaker.

Der ungekrönte „König“ der Moderationen ist sicherlich der Entertainer Bob Hope. Er moderierte die Veranstaltung 17 Mal. Billy Crystal hingegen wurde für seine Moderationen schon mehrfach mit dem Fernsehpreis Emmy ausgezeichnet. Auch die Moderationen von David Niven wurden legendär. In der langen Geschichte der Verleihung gab es bis heute lediglich zwei weibliche Moderatoren, die alleine durch die Show führen durften: Whoopi Goldberg (viermal seit 1994) und Ellen DeGeneres (2007 sowie abermals 2014). Die 80. Oscar-Verleihung im Jahr 2008 wurde vom US-amerikanischen Entertainer Jon Stewart moderiert, der bereits 2006 durch den Abend führte. 2009 war Hugh Jackman der Gastgeber des Abends. 2010 standen Alec Baldwin und Steve Martin auf der Bühne.[14] Auch für 2011 wurden zwei Moderatoren bestimmt, nämlich James Franco und Anne Hathaway.[15]

Weitere Listen[Bearbeiten]

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Als eine Art Gegen-Oscar wird seit 1981 die Goldene Himbeere als Negativpreis am Abend vor der Oscar-Verleihung vergeben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert Stresau: Der Oscar. Alle preisgekrönten Filme, Regisseure und Schauspieler seit 1929. Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07872-1.
  • Hans-Jürgen Kubiak: Die Oscar-Filme. Die besten Filme der Jahre 1927/28 bis 2004; die besten nicht-englischsprachigen Filme der Jahre 1947 bis 2004; die besten Animationsfilme der Jahre 2001 bis 2004. Schüren, Marburg 2005, ISBN 3-89472-386-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Oscar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Academy Awards – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.oscars.org/awards/academyawards/about/index.html
  2. http://www.oscars.org/awards/academyawards/about/history.html
  3. Heritage Auction Galleries “Signature Music & Entertainment Memorabilia Auction″ Catalog Available Online (October 2008) bei originalprop.com, abgerufen am 15. Januar 2014
  4. Text der vollständigen Rede bei nytimes.com, abgerufen am 9. Januar 2012
  5. Gatecrasher offers Bob Hope a homemade Academy Award – Oscar History bei ontheredcarpet.com, abgerufen am 14. Januar 2014
  6. Roger Ross Williams: a case study in choosing your collaborators wisely Artikel auf walletpop.com vom 8. März 2010 (englisch)
  7. Offended Roger Ross Williams Explains Elinor Burkett's Oscar Interruption!, Artikel auf gossip.whyfame.com vom 9. März 2010 (englisch)
  8. Janet Flanner: Legendäre Frauen und ein Mann. München 1993, S. 99
  9. a b Lacey Rose: Psst! Wanna Buy An Oscar?. In: Forbes, 28. Februar 2005. Archiviert vom Original am 17. April 2009. Abgerufen am 14 Januar 2014. 
  10. Emanuel Levy: All About Oscar: The History and Politics of the Academy Awards. Burns & Oates, 2003, Seite 28, ISBN 978-0-8264-1452-6
  11. Alan Duke: Orson Welles' 'Citizen Kane' Oscar for sale, CNN. 12. Dezember 2011. Abgerufen am 14. Januar 2014. 
  12. Duke, Alan: Orson Welles' 'Citizen Kane' Oscar brings $861,000. In: CNN, 21. Dezember 2011. Abgerufen am 14. Januar 2014. 
  13. vgl. ddp: Regelwerk für ausländische Filme geändert bei fr-online.de, 21. Juni 2008 (aufgerufen am 21. Juni 2008)
  14. http://www.oscars.org/
  15. http://www.oscars.org/