Waris Dirie
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Waris Dirie (* 1965 in der Region von Gaalkacyo, Somalia) ist ein ehemaliges Mannequin und Fotomodell und war 1997–2003 UN-Sonderbotschafterin gegen die Beschneidung von Frauen und Mädchen. Sie ist heute als Schriftstellerin tätig. Seit 2005 ist sie österreichische Staatsbürgerin.
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[Bearbeiten] Leben
Waris Dirie stammt aus einer muslimischen Somali-Nomadenfamilie vom Clan der Darod. Waris bedeutet „Wüstenblume“. Ihr Geburtsdatum ist unbekannt, das zumeist mit 1965 angegebene Geburtsjahr unbelegt. Als Fünfjährige erlebte sie die traditionelle Beschneidung in Form der Infibulation als einschneidenden Lebensschock.
Als sie im Alter von 13 Jahren an einen alten Mann verheiratet werden sollte, floh sie durch die Wüste in die Landeshauptstadt Mogadischu zu einem dort lebenden Onkel. Als dieser 1981 als Botschafter nach London berufen wurde, nahm er Waris als Dienstmädchen mit. In London ging sie erstmals zur Schule, lernte Lesen und Schreiben und schlug sich mit Hilfsjobs durch. Mit 18 wurde sie als Model von einem englischen Fotografen entdeckt. Sie arbeitete u.a. für L’Oréal und Revlon oder auch für die Marke Levi's. 1987 war sie im James-Bond-Film Der Hauch des Todes mit Timothy Dalton zu sehen. Schließlich arbeitete sie in London, Mailand, Paris und New York auf dem Laufsteg. 1995 drehte die BBC die Dokumentation „Eine Nomadin in New York“ über ihren Werdegang.
Im Jahr 1997, auf dem Höhepunkt ihrer Modelkarriere, berichtete Waris Dirie erstmals der Journalistin Laura Ziv für die Zeitschrift Marie Claire über ihre Beschneidung und löste damit ein weltweites Medienecho aus. Im selben Jahr wurde sie UN-Sonderbotschafterin gegen Beschneidung. Außerdem besuchte sie 1997 ihre Mutter und 2000 ihre Familie im unterdessen bürgerkriegsgeplagten Somalia. Sie veröffentlichte 1998 das Buch Wüstenblume (Originaltitel: Desert Flower), in dem sie u.a. von ihrer Beschneidung erzählt. Durch ihre Berühmtheit schaffte sie es, auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Es folgten Nomadentochter (Originaltitel: Desert Dawn), Schmerzenskinder und Brief an meine Mutter als weitere Bücher. Im Jahr 2002 gründete Dirie die Waris Dirie Foundation in Wien. Die Stiftung sammelt Geld für eigene Projekte in Somalia, Senegal und Sudan. Im März 2005 wurde Waris Dirie die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Ihr Sohn Aleeke (* 1997) lebt bei seinem Vater in den USA.
Dirie verschwand am Abend des 4. März 2008 in Brüssel auf mysteriöse Weise spurlos. Daher konnte sie auch am 7. März 2008 nicht wie geplant die Martin-Buber-Plakette 2007 im Rathaus der niederländischen Stadt Kerkrade in Empfang nehmen. Am Abend des 7. März 2008 erkannte sie ein Polizist in der Nähe des Grote Markt in Brüssel. Sie gab vorerst an, ihr Hotel nicht mehr wiedergefunden zu haben. Am 10. März jedoch gab ihr Anwalt bekannt, sie sei einer Entführung und einer versuchten Vergewaltigung durch einen Taxifahrer zum Opfer gefallen.[1] In anderen Medienberichten werden unter anderem aufgrund ihrer Alkoholkrankheit Zweifel an dieser Darstellung angemeldet.[2], [3]
[Bearbeiten] Werke
- Wüstenblume. Autobiographie (mit Cathleen Miller). Schneekluth, München 1998
- Nomadentochter (mit Jeanne D’Haem). Blanvalet, München 2002
- Schmerzenskinder (mit Corinna Milborn). Marion von Schroeder, Berlin 2005
- Brief an meine Mutter. Ullstein, Berlin 2007
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- Deutscher Afrika-Preis 1999
- Corine 2002 für „Nomadentochter“
- Women’s World Award 2004 - World Social Award
- Erzbischof-Oscar-Romero-Preis 2004
- Prix des Générations 2007
- Martin-Buber-Plakette der Stichting Euriade 2007
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Waris Dirie im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Waris Dirie Foundation
- Waris: From Somalia to modeling
- „Ich bin nicht hier, um anderen zu gefallen“ Artikel aus der ZEIT vom 10. Juli 2008
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Diries Manager spricht von versuchter Vergewaltigung, Der Spiegel vom 10. März 2008
- ↑ Siehe etwa Waris Dirie: „Ja, ich bin alkoholkrank“ Artikel in Österreich-online
- ↑ Oder auch: „Sie hat sich doch nicht selbst geschlagen“, Der Spiegel vom 12. März 2008
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dirie, Waris |
| KURZBESCHREIBUNG | somalische Schriftstellerin, vormals Mannequin, Fotomodell und UN-Sonderbotschafterin |
| GEBURTSDATUM | 1965 |
| GEBURTSORT | Somalia |

