James Bond 007 – Der Hauch des Todes

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Filmdaten
Deutscher Titel James Bond 007 – Der Hauch des Todes
Originaltitel The Living Daylights
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Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1987
Länge 130 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie John Glen
Drehbuch Richard Maibaum
Michael G. Wilson
nach Ian Fleming
Produktion Albert R. Broccoli
Michael G. Wilson
Barbara Broccoli
Tom Pevsner
Musik John Barry
Titelsong: a-ha
Kamera Alec Mills
Schnitt Peter Davies
John Grover
Besetzung
Synchronisation

James Bond 007 – Der Hauch des Todes (engl. Originaltitel: The Living Daylights) ist der 15. James-Bond-Film. Bond wird in diesem Film zum ersten Mal von Timothy Dalton gespielt. Der Film startete am 13. August 1987 in den bundesdeutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten]

James Bond und zwei weitere Doppel-Null-Agenten (002 und 004) sollen auf Gibraltar in einer Übung versuchen, ein neues britisches Radar-System zu überwinden. Die Soldaten auf dem Militärstützpunkt sind informiert und sollen nur mit Paintball-Waffen feuern. Jedoch wird einer der Agenten von einem unbekannten Dritten tatsächlich getötet, und man findet lediglich den Hinweis Smiert Spionam (russisch für Tod den Spionen, wie Bond im Verlauf des Films erläutert).

Nach diesem Vorfall wird Bond nach Bratislava beordert. Dort soll er zusammen mit seinem Kollegen Saunders dem KGB-General Georgi Koskov zur Flucht über die österreichisch-tschechoslowakische Grenze in den Westen verhelfen. Koskov befürchtet, dass ein Scharfschütze des KGB auf ihn angesetzt ist, der sich jedoch als die junge Cellistin Kara Milovy entpuppt – wie Bond später erfährt, ist sie Koskovs Freundin. Koskov wird zunächst vom MI6 unter Beteiligung von Bond erfolgreich über die österreichisch-tschechoslowakische Grenze und nach England gebracht. Koskov übermittelt M und anderen Mitarbeitern des Geheimdienstes die Information, dass der neue Leiter der Spionage-Abteilung des KGB, General Leonid Pushkin, den alten Plan Smiert Spionom wiedererweckt hat und auch über eine Liste der Agenten, die getötet werden sollen, verfügt. Ziel des Planes sei es, die Großmächte gegeneinander auszuspielen und so einen Krieg zu provozieren. Kurze Zeit später wird Koskov aus einer Einrichtung des britischen Geheimdienstes scheinbar entführt und zurückgebracht.

Bei seinen Ermittlungen stellt Bond jedoch Unstimmigkeiten zwischen Koskovs Angaben und den Fakten fest. Er holt zunächst Kara Milovy nach Wien und stellt – mit Hilfe von Saunders – fest, dass Koskov offensichtlich mit dem in Tanger lebenden Waffenhändler Brad Whitaker zusammenarbeitet, um mit KGB-Geld Opium zu kaufen. Auch Saunders wird getötet. In Tanger inszeniert Bond mit Pushkin zusammen dessen Tod, um Koskov in Sicherheit zu wiegen. Doch währenddessen hat Kara, die immer noch in Koskov verliebt ist, sich mit ihm in Verbindung gesetzt. Kara, die ihren Irrtum zwischenzeitlich erkannt hat, und Bond werden von Koskov auf einen russischen Stützpunkt in Afghanistan gebracht, von dem sie jedoch fliehen können. Bond befreit dabei auch Kamran Shah, einen stellvertretenden Kommandanten der Mudschahidin. Gemeinsam mit Shahs Männern vernichtet er die Opium-Lieferung und kehrt schließlich nach Tanger zurück, wo er Whitaker tötet und Koskov von General Pushkin verhaftet wird.

Hintergrund[Bearbeiten]

Entwicklung des Drehbuchs[Bearbeiten]

Nachdem feststand, dass Roger Moore nicht für einen weiteren James-Bond-Film zur Verfügung stehen würde, dachten die Verantwortlichen über einen Neustart der Serie nach. Der neue Film sollte von Bonds erstem Auftrag handeln und zeigen, wie er zu dem Geheimagenten wurde, den alle Kinogänger aus den vorhergehenden Filmen kannten. Produzent Albert R. Broccoli stand der Idee skeptisch gegenüber, er wollte am bekannten Konzept der Serie festhalten. Also entwickelten Richard Maibaum und Michael G. Wilson ein Drehbuch, das in den ersten Minuten auf Ian Flemings Kurzgeschichte The Living Daylights basiert und dann eine eigenständige Geschichte entwickelt. Während des Schreibens stand noch nicht fest, von welchem Darsteller James Bond gespielt werden würde.[1][2]

Auch wenn ein Neustart der Serie nicht in Frage kam, so versuchten die Drehbuchautoren den Wechsel des Hauptdarstellers zur Einführung eines bodenständigeren und ernsthafteren James Bonds zu nutzen, als dies in den letzten Filmen mit Roger Moore der Fall war. Bond sollten weniger technische Spielereien zur Verfügung stehen, er sollte weniger Witze reißen und ihm wurde auch nur ein Bond-Girl zur Seite gestellt.[2]

Titel[Bearbeiten]

Der Film trägt im englischen Original denselben Namen wie Ian Flemings Kurzgeschichte The Living Daylights. Im Film wird der Titel verwendet, als Bond in Hinsicht auf seinen Schuss auf die Cellistin Kara meint „I must have scared the living daylights out of her“, was soviel wie „Ich habe sie zu Tode erschreckt“ bedeutet. In der deutschen Synchronisation mutmaßt Bond, die Scharfschützin habe „bestimmt den Hauch des Todes gespürt“, womit der deutsche Titel zumindest als Annäherung an den Originaltitel angesehen werden kann.

Besetzung[Bearbeiten]

Titelfigur[Bearbeiten]

Nachdem Roger Moore angekündigt hatte, im Anschluss an Im Angesicht des Todes (1985) keinen weiteren Bond-Film mehr zu drehen, begann die Suche nach einem Nachfolger.

Angeblich wurde der bereits damals sehr bekannte Schauspieler Mel Gibson von United Artists für die Hauptrolle vorgeschlagen, von Broccoli aber abgelehnt.[3] Eine weitere Option war der neuseeländische Schauspieler Sam Neill, der Favorit bei den Buchmachern war[4] und auch schon Probeaufnahmen absolviert hatte.[3] Michael G. Wilson erklärte, dass eine Vielzahl von Schauspielern bei Probeaufnahmen getestet wurde, von denen letztlich zwei ernstzunehmende Kandidaten übrigblieben: Der Waliser Timothy Dalton und der Ire Pierce Brosnan.[5]

Produzent Albert R. Broccoli hatte bereits früh Pierce Brosnan ins Auge gefasst, den er 1981 bei den Dreharbeiten zu In tödlicher Mission kennengelernt hatte, in dem Brosnans damalige Ehefrau Cassandra Harris eine kleine Rolle spielte. Als Broccolis Interesse an Brosnan an die Öffentlichkeit drang, wurde die Fernsehserie Remington Steele von der NBC um eine Staffel verlängert. Brosnan musste seinen Vertrag erfüllen und stand für den Bond-Film nicht zur Verfügung.[1]

Letztlich wurde am 6. August 1986 bekanntgegeben, dass Timothy Dalton der neue James Bond werde. Er war bereits 1968 für Im Geheimdienst Ihrer Majestät einer der Kandidaten für die Rolle gewesen.[1][4][2]

Weitere Charaktere[Bearbeiten]

Maryam d’Abo bekam die Rolle des Bond-Girls Kara Milovy, nachdem sie ursprünglich als Pierce Brosnans Partnerin für seine Probeaufnahmen engagiert worden war. Da man von ihrem Talent überzeugt war, bot man ihr die Rolle im Film an. Zu diesem Zeitpunkt gingen alle Beteiligten noch davon aus, dass Brosnan auch ihr Partner im Film sein würde.[2]

Walter Gotell hat seinen siebten und letzten Auftritt in der James-Bond-Reihe, davon sechsmal als der russische General Anatol Gogol (in Liebesgrüße aus Moskau spielte er Morzeny). Die letzte Klappe gab es auch für Geoffrey Keen, der insgesamt sechsmal den distinguierten, britischen Verteidigungsminister Sir Frederic Gray spielte.

Für die in der Einleitungssequenz auftauchenden Agenten 004 und 002 wurden die Schauspieler Frederick Warder und Glyn Baker engagiert, da sie eine gewisse Ähnlichkeit mit den Ex-Bonds Roger Moore bzw. George Lazenby hatten. Mit diesem Kniff wollte man den Zuschauer in den ersten Minuten des Films im Unklaren darüber lassen, wer der neue Darsteller des James Bond sein würde.[2]

In Der Hauch des Todes tauchte zum ersten Mal seit 1973 in Leben und sterben lassen wieder die Figur des CIA-Agenten Felix Leiter auf. John Terry wurde für die Rolle engagiert und es blieb sein einziger Auftritt in der Bond-Serie.

Desmond Llewelyn spielte wieder Q, die Rolle, die seit Liebesgrüße aus Moskau von keinem anderen Schauspieler verkörpert wurde. Auch Robert Brown spielte zum bereits dritten Mal Bonds Vorgesetzten M.

Lois Maxwell, die von Dr. No bis Im Angesicht des Todes in vierzehn aufeinander folgenden Filmen Miss Moneypenny gespielt hatte, schied gemeinsam mit Roger Moore aus der Serie aus. An ihrer Stelle wurde die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 25-jährige, britische Schauspielerin Caroline Bliss verpflichtet.

Dreharbeiten[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten zu Der Hauch des Todes begannen am 29. September 1986 in den englischen Pinewood Studios und wurden in Marokko, Gibraltar und Österreich fortgesetzt. Die ersten Minuten von Der Hauch des Todes sind wie die gleichnamige Kurzgeschichte von Ian Fleming, die im Februar des Jahres 1962 in der ersten Ausgabe des Magazins der Londoner Sunday Times erschien. Bond soll einen Scharfschützen liquidieren, der sich dann als wunderschöne, von Maryam d’Abo gespielte Cellistin herausstellt.

Dreharbeiten in Wien[Bearbeiten]

Der Gasometer in Wien diente als Drehort

Ein Teil dieses Bond-Films spielte in Wien, und da es bereits im Vorfeld der Dreharbeiten Probleme mit den Drehgenehmigungen für Bratislava gegeben hatte, drehte man auch die dort spielenden Szenen in Wien. Regisseur John Glen, der als 17-Jähriger im Team des Films Der dritte Mann mitgearbeitet hatte, sorgte als Hommage an diesen Film für die Szene am Wiener Riesenrad. Der damalige Bürgermeister von Wien, Helmut Zilk, hatte bereits im Vorfeld seine Unterstützung bei den Dreharbeiten angeboten: sollte es notwendig sein, könne das Team „auch die U-Bahn in die Luft sprengen“, meinte er mit einem Augenzwinkern.

Die Einführung der Charaktere der tschechoslowakischen Cellistin und des Überläufers finden in der Handlung rund um die Oper von Bratislava statt, die Dreharbeiten nutzen für die Außenaufnahmen die Wiener Volksoper, die aufgrund ihrer Eckfassade gut erkennbar ist. Eine Szene mit der Flucht per Reise durch eine Gas-Pipeline von Bratislava nach Wien findet ihr Ende in einem Gasometer an der slowakisch-österreichischen Grenze, wo Georgi Koskov in einen Harrier Senkrechtstarter steigt, und durch das sich öffnende Dach des Gasometers abhebt. Die Innenaufnahmen für den Konzertsaal in Wien fanden im Schlosstheater Schönbrunn statt.

Der Wiener Prater (auf dem Bond und Kara eine romantische Fahrt auf dem Riesenrad unternehmen) diente auch dem Klassiker Der dritte Mann (1949) mit Orson Welles und Joseph Cotten als zentraler Schauplatz. Der österreichische Schauspieler Hanno Pöschl hat hier einen Kurzauftritt als Aufseher beim Riesenrad.

Prominente Gäste[Bearbeiten]

Während der Dreharbeiten in den Pinewood Studios war einen Tag lang das damalige britische Kronprinzenpaar Charles und Diana zu Gast. Die in der ersten Q-Szene gezeigte Rakete (O-Ton Q: „Das entwickeln wir für die Amerikaner – es nennt sich Ghettoblaster.“) wurde hinter den Kulissen von Prinz Charles abgefeuert. Lady Di durfte mit Einwilligung ihres Gatten eine Flasche aus ungefährlichem Zuckerglas auf dessen Haupt zertrümmern – das Bild beherrschte erwartungsgemäß am nächsten Tag die Presse. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Der Vorschlag dazu kam im Übrigen von Jeroen Krabbé.

Drehorte[Bearbeiten]

Gadgets[Bearbeiten]

Aston Martin V8 Vantage als Ausstellungsstück
  • Aston Martin V8 Vantage mit verschiedenen Gadgets. Zum Einsatz kommt ein Laser (analog zum Reifenschlitzer aus dem Film Goldfinger), der ein tschechoslowakisches Polizeiauto absägt, sowie zwei Raketen, die über ein Head-Up-Display gesteuert werden, Spikes an den Reifen, ein Raketenantrieb, ausfahrbare Kufen an den Seiten und ein Selbstzerstörungsknopf.
  • Schlüsselanhänger mit integriertem Gasauslöser und Bombe sowie Universalschlüssel.
  • Im Laboratorium von Q wird ein Gadget vorgestellt, das für die Amerikaner entwickelt wurde. Dieses Gerät, genannt „Ghetto Blaster“, ist als Radio getarnt und beherbergt einen Raketenwerfer.
  • Außerdem wird noch eine Sitzbank vorgestellt, welche sich drehen lässt und somit einen Menschen im Inneren verschwinden lassen kann.
  • In Bratislava benutzt Bond ein Scharfschützengewehr der Marke Walther WA 2000. Bei diesem Gewehr handelt es sich um ein von der Firma Carl Walther GmbH entworfenes halbautomatisches Präzisionsgewehr. Von diesem Gewehr wurden laut Earl J. Sheehan, Präsident des amerikanischen Walther-Ablegers, nur 176 Exemplare produziert.
  • Das Flugzeug, mit dem Bond und Kara Milovy nach Afghanistan gebracht werden und das später am Berg zerschellt, ist eine Lockheed C-130 Hercules.
  • Im Film spielt mehrfach ein Audi 200 C3 eine Rolle. In Bratislava dient er Bond als Fluchtfahrzeug, in Tanger verfolgt Bond mit einem Audi 200 Avant den Mercedes von General Puschkin. Auf dem Vorplatz des Hotel Palais Schwarzenberg in Wien ist ein Audi 200 im Hintergrund zu sehen.

Soundtrack[Bearbeiten]

Der Titelsong The Living Daylights wurde von der norwegischen Popgruppe a-ha gesungen. Das Video zur Single wurde auch teilweise in den Pinewood Studios gedreht und zwar im damals größten Filmstudio der Welt, in dem das Innenset für Strombergs Tanker aus Der Spion, der mich liebte entstand.

Ursprünglich sollten die Pet Shop Boys den Titelsong produzieren. Diese zogen sich jedoch zurück, als sie hörten, dass sie nur den Titel und nicht den kompletten Soundtrack komponieren durften, an dem schließlich auch die Pretenders mit den beiden Stücken „If There Was A Man“ (im Abspann) und „Where Has Everybody Gone?“ (Der Song in Necros Walkman) beteiligt wurden.

Der Hauch des Todes war der dritte Soundtrack, der auf CD erschien. 1998 brachte die australische Plattenfirma RykoDisc eine Neuauflage mit Bonustiteln und aufklappbarem Heft mit Poster heraus. Bei der Neuauflage von Capitol Records (2003) handelte es sich exakt um die gleiche CD, deren Vorder- und Rückseite der Remastered Collection angepasst wurde. Der Inhalt war der gleiche wie bei RykoDisc. Die CD war in dieser Neuauflage neben Octopussy und In tödlicher Mission eine von drei James-Bond-Soundtracks, die den Inhalt von RykoDisc Neuauflagen (fast) 1:1 übernahmen. Der englische Trailer für CD-ROM-Laufwerke wurde aufgrund der Änderung der CD-Speicherungart bei Capitol entfernt.

Originalauflage
  1. The Living Daylights (04:14) gesungen von a-ha
  2. Necros Attacks (02:00)
  3. The Sniper Was a Woman (02:27)
  4. Ice Chase (04:00)
  5. Kara Meets Bond (02:43)
  6. Koskov Escapes (02:20)
  7. Where Has Everybody Gone (03:33) gesungen von The Pretenders
  8. Into Vienna (02:44)
  9. Hercules Takes Off (02:12)
  10. Mujahadin And Opium (03:09)
  11. Inflight Fight (03:08)
  12. If There Was A Man (02:44) gesungen von The Pretenders
Extended Version (1998/2003)
  1. The Living Daylights (04:16) gesungen von a-ha
  2. Necros Attacks (02:04)
  3. The Sniper Was A Woman (02:30)
  4. Ice Chase (04:05)
  5. Kara Meets Bond (02:47)
  6. Koskov Escapes (02:23)
  7. Where Has Everybody Gone (03:37) gesungen von The Pretenders
  8. Into Vienna (02:50)
  9. Hercules Takes Off (02:17)
  10. Mujahadin And Opium (03:13)
  11. Inflight Fight (03:12)
  12. If There Was A Man (02:53) gesungen von The Pretenders
  13. Exercise At Gibraltar (06:22)
  14. Approaching Kara (02:21)
  15. Murder At The Fair (02:22)
  16. "Assassin" And Drugged (02:43)
  17. Airbase Jailbreak (04:37)
  18. Afghanistan Plan (03:34)
  19. Air Bond (01:46)
  20. Final Confrontation (01:58)
  21. Alternate End Titles (03:20)

Synchronisation[Bearbeiten]

Die Synchronisation führte die Cine Adaption GmbH in München[7] durch. Das Dialogbuch schrieb Pierre Peters-Arnolds und Dialogregie führte Michael Brennicke. Jeroen Krabbé, der Darsteller des Georgi Koskov, ist sowohl im englischen Original als auch in der deutschen Synchronisation seiner Rolle zu hören.

Rolle Schauspieler Deutsche Synchronsprecher
James Bond Timothy Dalton Lutz Riedel
Kara Maryam d’Abo Katharina Lopinski
Koskov Jeroen Krabbé Jeroen Krabbé
Whitaker Joe Don Baker Horst Naumann
Pushkin John Rhys-Davies Wolfgang Hess
Kamran Shah Art Malik Ekkehardt Belle
Necros Andreas Wisniewski Andreas Wisniewski
Saunders Thomas Wheatley Manfred Seipold
Q Desmond Llewelyn Manfred Schmidt
M Robert Brown Wolf Ackva
Sir Frederick Gray Geoffrey Keen Paul Bürks
Gogol Walter Gotell Herbert Weicker
Miss Moneypenny Caroline Bliss Dagmar Heller
Felix Leiter John Terry Michael Brennicke

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Timothy Dalton und Jeroen Krabbé bei der Premiere

Die Premiere des Films erfolgte am 29. Juni 1987 im Odeon Leicester Square in London. In den Kinos lief der Film in Großbritannien am 10. Juli 1987 an, in den USA am 31. Juli 1987.[1] In den bundesdeutschen Kinos startete er am 13. August 1987.[8]

Nachwirkung[Bearbeiten]

Timothy Dalton übernahm 1987 die Bond-Rolle und sollte „einen Gegenpol zum Klamauk der Moore-Ära [...] liefern, näher an der Romanvorlage Ian Flemings.“[9] Beim Publikum war Timothy Dalton von Beginn an umstritten,[10] letztlich kehrte er nach Der Hauch des Todes noch einmal für Lizenz zum Töten zurück, bevor er die Rolle aufgab.

Finanzieller Erfolg[Bearbeiten]

Die Zuschauerzahlen waren, wie bereits während der gesamten 1980er-Jahre, rückläufig. In den USA wurden 14,2 Millionen Kinotickets verkauft, so wenige wie seit Der Mann mit dem goldenen Colt nicht mehr.[1] In Deutschland hatte der Film 3,1 Millionen Zuschauer, auch das waren die wenigsten seit 1974 und ca. 300.000 weniger als beim Vorgängerfilm Im Angesicht des Todes.

Zeitgenössische Kritik[Bearbeiten]

Die zeitgenössischen Kritiken für Der Hauch des Todes fielen unterschiedlich aus. Raymond Benson nannte den Film in seinem 1987 neu aufgelegten Standardwerk The James Bond Bedside Companion den „beste[n] James-Bond-Film seit den Sechzigern“,[11] die Washington Post sogar den „besten Bond aller Zeiten.“[12] Das britische Magazin Starburst bezeichnete den Film als „wenn nicht gar der beste Bond, dann mit Sicherheit ganz oben“ und Timothy Dalton als „so verdammt gut als James Bond“.[13]

Für Roger Ebert hingegen hatte Der Hauch des Todes seinen Platz „irgendwo auf den unteren Sprossen der Bond-Leiter.“[14] Auch die Kritik des Guardian war verhaltener, der Film wurde als „vernünftiger Erstling“ bezeichnet, dem es ein wenig an Humor mangele. Dalton habe weder „die natürliche Autorität eines Connery, noch den natürlichen Charme eines Moore.“[13] Der Evening Standard nannte John Glen einen „laschen“ Regisseur und äußerte sich auch negativ über Timothy Dalton in der Hauptrolle.[13]

Spätere Bewertung[Bearbeiten]

Rückblickend wird Der Hauch des Todes sehr unterschiedlich bewertet. Die Urteile reichen im Jahr 2012 von „Lieblings-Bondfilm“[15][16] bis hin zu „wirklich, wirklich, wirklich schlecht.“[17]

Die Zeitschrift Entertainment Weekly erstellte bereits 2006 eine Rangfolge der James-Bond-Filme, in der Der Hauch des Todes nur den 17. von 21 Plätzen belegte.[18]

Im Jahr 2009 nannte der deutsche James-Bond-Experte Dr. Siegfried Tesche den Film dann in einer Liste der zehn besten James-Bond-Filme aller Zeiten auf Platz 9.[19]

Zwischen 2011 und 2012 wurde von den Besuchern der James-Bond-Fanseite MI6-HQ.com über die besten Bond-Filme abgestimmt, Der Hauch des Todes kam immerhin auf Platz 8.[20]

Im Jahr 2012 wurden die Bond-Filme von den Lesern des 007 Magazine bewertet. Der Hauch des Todes belegte den 7. von 24 Plätzen.[21] In einer ebenfalls 2012 veröffentlichten Liste des Rolling Stone nimmt Der Hauch des Todes hingegen nur den 22. und vorletzten Platz ein.[22] In dem 2012 erschienenen Sonderheft 50 Jahre James Bond des Stern wird der Film mit 2 von 5 Sternen („schwach“) bewertet.[23] Die Kritiker Tim Robey[24] und Brad Brevet[25] wiederum nannten ihn im selben Jahr einen der fünf besten Bond-Filme.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Der Film wurde mehrfach auf DVD veröffentlicht, u.a. als Special Edition und Ultimate Edition. Die erste Auflage der Special Edition war nur kurze Zeit im Handel erhältlich, nachdem es Probleme mit den Urheberrechten gab: Sam Neill – einer der Bond-Kandidaten – war nicht damit einverstanden, dass Demo-Aufnahmen mit ihm im Rahmen der Dokumentation Inside The Living Daylights gezeigt wurden und forderte nachträglich ein angemessenes Honorar. Nachdem man sich darüber jedoch nicht einig wurde, musste die DVD vom Markt zurückgezogen werden. Später scheint es jedoch doch noch zu einer Einigung gekommen zu sein, denn im November 2003 erschien die DVD wieder mit der betreffenden Dokumentation. Die DVDs der ersten Auflage wurden zeitweise zu einem Vielfachen des ursprünglichen Verkaufspreises gehandelt.

Auf der DVD ist auch eine entfallene Szene enthalten. Die Flucht Bonds vor den marokkanischen Polizisten, nachdem er General Puschkin „getötet“ hat, ist ein wenig länger und beinhaltet, dass Bond sich einen Teppich schnappt, diesen auf mehrere Stromleitungen wirft und dann auf dem Perser wie auf einem „fliegenden Teppich“ über die Leitungen gleitet.

Der Hauch des Todes wurde auch als Blu-ray veröffentlicht.

Computerspiel[Bearbeiten]

Logo des Computerspiels

Domark entwickelte ein Computerspiel zum Film für den C64. Die Versionen für Amiga und Atari ST wurden zwar schon beworben, kamen aber nicht über ihr Entwicklungsstadium hinaus.

Literatur[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

„Eine mit neuem Darsteller (Timothy Dalton) und zurückhaltender Erotik arbeitende Folge der ‚Bond‘-Serie; nicht ohne eine gehörige Portion Selbstironie inszeniert und daher für Freunde des Genres vergnügliche Unterhaltung.“

Lexikon des internationalen Films[26]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1988 erhielt der Film eine Nominierung für den Saturn Award als Bester Fantasy Film.
  • Komponist John Barry wurde mit BMI Film Music Award ausgezeichnet.
  • In Deutschland erhielt der Film die Goldene Leinwand.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Production Notes - The Living Daylights auf mi6-hq.com (englisch), abgerufen am 25. November 2012
  2. a b c d e Dokumentation Inside The Living Daylights auf der Kauf-DVD James Bond 007 - Der Hauch des Todes (Ultimate Edition), MGM, 2007
  3. a b The men that almost played Bond auf uk.movies.yahoo.com (englisch), abgerufen am 5. November 2012
  4. a b James-Bond-Besetzungen auf einestages.spiegel.de, abgerufen am 5. November 2012
  5. Steve Rubin, Siegfried Tesche: Die Hintergrund-Story zu 25 Jahre Bond Kino Verlag, Hamburg 1987, ISBN 3-89324-026-8, S. 211-213.
  6. http://www.jamesbondonline.de/Filme/hauch.htm
  7. Deutsche Synchronkartei
  8. Starttermine für James Bond 007 - Der Hauch des Todes auf: imdb.de, abgerufen am 4. Januar 2013.
  9. Sechs Schauspieler hatten die "Lizenz zum Töten". Auf: mdr.de. Abgerufen am 20. Februar 2013.
  10. Die Promi-Geburtstage vom 21. März 2011: Timothy Dalton. Auf: news.de. Abgerufen am 20. Februar 2013.
  11. Benson, Raymond: The James Bond Bedside Companion (Kindle-Edition), Crossroad Press, 2012, ASIN B006VOMLCY.
  12. ‘The Living Daylights’ (PG). Auf: washingtonpost.com (31. Juli 1987). Abgerufen am 5. Januar 2013.
  13. a b c The Living Daylights - The Premiere & Press. Auf: mi6-hq.com (29. Juni 2012). Abgerufen am 5. Januar 2013.
  14. The Living Daylights. Auf: suntimes.com (31. Juli 1987). Abgerufen am 5. Januar 2013.
  15. My favourite Bond film: The Living Daylights. guardian.co.uk. 5. Oktober 2012. Abgerufen am 4. Januar 2013.
  16. 'The Living Daylights' Is My Favorite James Bond Movie. hollywood.com. 6. November 2012. Abgerufen am 4. Januar 2013.
  17. Ranking Bond: #22 – The Living Daylights (1987). blusmovieblog.com. 18. Oktober 2012. Abgerufen am 4. Januar 2013.
  18. Countdown: Ranking the Bond Films auf ew.com (englisch), abgerufen am 26. Dezember 2012.
  19. Die 10 besten James Bond Filme aller Zeiten auf: zehn.de, abgerufen am 27. Dezember 2012.
  20. Best Bond Film Results. auf: mi6-hq.com (englisch), abgerufen am 26. Dezember 2012.
  21. 007 MAGAZINE readers vote On Her Majesty's Secret Service as greatest ever Bond film! auf: 007magazine.co.uk (englisch), abgerufen am 26. Dezember 2012.
  22. James Bond's Best and Worst: Peter Travers Ranks All 24 Movies auf rollingstone.com (englisch), abgerufen am 22. Dezember 2012
  23. Volltreffer und Rohrkrepierer: sämtliche Bond-Missionen in der Manöverkritik In: Stern-Edition 2/2012 50 Jahre James Bond, S. 64-71.
  24. James Bond: The best Bond films. telegraph.co.uk. 26. Oktober 2012. Abgerufen am 4. Januar 2013.
  25. Best and Worst of the James Bond Movies. Auf: ropeofsilicon.com (englisch). Abgerufen am 8. März 2013.
  26. James Bond 007 – Der Hauch des Todes im Lexikon des Internationalen Films