Paulo Coelho

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Paulo Coelho (2008)

Paulo Coelho [ˈpau̯lu ˈkwɛʎu] (* 24. August 1947 in Rio de Janeiro) ist ein brasilianischer Schriftsteller und Bestseller-Autor, der in portugiesischer Sprache schreibt. Neben seinen literarischen Erfolgen ist Coelho durch seine Erlebnisse mit der Psychiatrie und der Militärdiktatur im damaligen Brasilien sowie durch seine spirituelle Suche und Entwicklung bekannt, die Drogenkonsum ebenso beinhaltete wie Experimente mit Schwarzer Magie. Heute engagiert sich Coelho politisch und sozial.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Paulo Coelho wurde am 24. August 1947 in Rio de Janeiro in eine gutbürgerliche brasilianische Familie hineingeboren[1], sein Vater Pedro ist Ingenieur, seine Mutter Lydia Hausfrau. Er hat eine ältere Schwester namens Sonia.[2] Paulo Coelhos Leben war von Beginn an religiös geprägt. Als siebenjähriger Junge besuchte er die Jesuitenschule San Ignacio in Rio de Janeiro, in der er bei einem schulischen Lyrikwettbewerb einen Preis erhielt. Coelho studierte Rechtswissenschaften[3] gegen den Wunsch seines Vaters, der ihn gerne in seinen Fußstapfen als Ingenieur gesehen hätte, unterbrach 1970 jedoch sein Studium, um als Hippie eine zweijährige Weltreise durch Südamerika, Nordafrika und Europa zu unternehmen.[4]

Coelhos anschließende Tätigkeit als Theater- und Drehbuchautor sowie sein Drogenkonsum in dieser Zeit wurden von seinen streng katholischen und konservativen Eltern scharf verurteilt. Sein rebellisches Aufbegehren gegen die Vorstellungen und Ziele seiner Eltern ließ diese glauben, ihr Sohn sei geistesgestört. Insgesamt drei Mal ließen sie ihn in die psychiatrische Anstalt „Casa de Saúde Dr. Eiras“ einweisen (1966, 1967 und 1968), wo er auch mit Elektrokrampftherapie behandelt wurde. Die Erfahrung stationärer psychiatrischer Behandlung schilderte er später in seinem Roman Veronika beschließt zu sterben.

1970–1979[Bearbeiten]

Coelho war und ist politisch tätig. Gemeinsam mit dem Musiker Raul Seixas wurde Coelho 1973 Mitglied der antikapitalistischen „Alternativen Gesellschaft“, die Freiheit und Selbstbestimmung propagierte und in der magische Rituale praktiziert wurden. Coelho engagierte sich in dieser Zeit für eine Comicserie, genannt „Kring-ha“, die ebenfalls für mehr Freiheit im vom Militär regierten brasilianischen Staat eintrat. Aufgrund der möglichen Gefahr einer Oppositionsbildung verhaftete das Militärregime die beiden Männer 1974.

Zwischen den Jahren 1974 und 1976 schrieb er unter anderem zusammen mit Raul Seixas provokante Songtexte. Es entstanden insgesamt fünfundsechzig Rocklieder, die sich in Brasilien großer Beliebtheit erfreuten. Weitere Texte schrieb er für Rita Lee, Elis Regina und für Maria Bethânia. Coelho interessierte sich stets für die unterschiedlichsten alternativen Lebensmodelle und Anschauungen, so unter anderem für die Ideen und Riten der Hare Krishna und der Wicca. 1977 verließ er Brasilien und zog mit seiner ersten Frau für ein Jahr nach London, wo er sich erfolglos als Schriftsteller versuchte. Nach seiner Rückkehr nach Brasilien im Jahr darauf arbeitete er drei Monate als leitender Angestellter bei den Plattenfirmen Columbia Broadcasting System und PolyGram. Ebenfalls war er kurze Zeit für ein Musikmagazin und eine eigene Untergrundzeitschrift als Redakteur tätig. Abrupt beendete er nach drei Monaten seine beruflichen Ambitionen und trennte sich von seiner ersten Frau.

1980–1989[Bearbeiten]

Auf einer Reise durch Europa besuchte Coelho mit seiner Freundin und späteren zweiten Frau, der Malerin Christina Oiticica, unter anderem das Konzentrationslager von Dachau. Er berichtete, dort eine Vision gehabt zu haben, bei der ihm ein Mann erschienen sei, der ihm zwei Monate später in einem Café in Amsterdam begegnete. Im Gespräch überzeugte ihn dieser, zum katholischen Glauben zurückzufinden, und sich auf den Pilgerweg nach Santiago de Compostela zu begeben. Von 1980 bis 1985 lebte Coelho nach eigener Darstellung zurückgezogen in einem spanischen alten Orden namens „Tradition“, um die christliche Symbolsprache zu studieren; ebenfalls nach seiner eigenen Darstellung handelte es sich dabei um einen Orden namens „R.A.M.“ mit katholischem Ursprung, der 1492 ohne Amtssitz gegründet worden sei. (Allerdings ist R.A.M. = „Regnus Agnus Mundi“ nur unter der Voraussetzung, dass „Regnus“ ein Eigenname ist, korrektes Latein, und hieße dann auf Deutsch „Regnus, das Lamm der Welt“.) Seine Begehung des Jakobswegs 1986 – eine Erfahrung, die er als Wendepunkt seines Lebens versteht – sowie Exerzitien des R.A.M. verarbeitete Coelho im gleichnamigen Buch Auf dem Jakobsweg - Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela, das ein Jahr später erschien.

1988 folgte ein zweites Buch mit dem Titel Der Alchimist.[5] Hier verarbeitete er die elf Jahre lang betriebenen alchimistischen Studien in Form eines symbolischen Textes, eines Gleichnisses. Von der Erstauflage wurden allerdings nur neunhundert Exemplare verkauft, woraufhin sich der Verlag von ihm trennte.

Coelho verfolgte weiterhin hartnäckig sein Ziel, als Schriftsteller Erfolg zu haben. Als sich ein größerer Verlag, Editora Rocco, für sein Werk interessierte, erschien 1990 das Buch Brida. Das Werk fand bei der Presse große Aufmerksamkeit und verhalf dadurch auch den beiden anderen Büchern an die Spitze der Bestsellerlisten. Der Alchimist wurde ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen, da es in Brasilien die Verkaufszahlen sprengte.

1990–1999[Bearbeiten]

Im Mai 1993 ging der amerikanische Verlag HarperCollins unter der Direktion von John Loudon mit einer Erstauflage von fünfzigtausend Exemplaren des Alchimisten an den Start. Dieser Durchbruch in den USA stand am Anfang seines weltweiten Erfolges. In Hollywood interessierten sich mehrere Produktionsfirmen gleichzeitig für die Rechte, die 1993 von Warner Brothers erworben wurden. In verschiedenen Ländern erreichte das Buch die Bestsellerlisten und wurde sogar u. a. in Frankreich zum meist verkauften Buch des Jahres.

1994 wurde in Brasilien das Buch Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte veröffentlicht, welches Coelhos internationalen Ruf festigte. In diesem Werk wendete er sich seiner femininen Seite zu. Zwei Jahre später wurde er in Italien mit den angesehenen Preisen Super Grinzane Cavour und Flaiano International ausgezeichnet. Mit seinem nächsten Roman, Der fünfte Berg, wechselte Coelho zum Verlag Editorial Objetiva. Im selben Jahr wurde er zum Sonderbeauftragten des UNESCO-Projektes für interkulturellen Dialog („Convergences spirituelles et dialogues interculturels“) ernannt.

Ein Jahr später wurde sein Handbuch des Kriegers des Lichts, eine Sammlung von gleichnishaften Geschichten und Maximen, veröffentlicht. 1998 folgte der Roman Veronika beschließt zu sterben. Er absolvierte eine erfolgreiche Tour zunächst durch Asien, dann im Herbst eine zweite durch fast alle Länder Osteuropas, die in Istanbul mit dem Orient-Express begann und ihn über die bulgarische Hauptstadt Sofia bis ins lettische Riga führte.

Mit dem prestigeträchtigen Crystal Award des World Economic Forum in Davos wurde er 1999 ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde Coelho durch den damaligen französischen Kulturminister Philippe Douste-Blazy in die Ehrenlegion aufgenommen.

Ab 2000[Bearbeiten]

Im Mai 2000 besuchte Coelho auf Einladung des Internationalen Zentrums für den Dialog zwischen den Zivilisationen (International Centre for Dialog Among Civilizations) den Iran. Im September erschien sein fünfter Roman Der Dämon und Fräulein Prym. Im selben Jahr wurde er zum Mitglied des Stiftungsrates der Schwab Foundation for Social Entrepreneurship gewählt.

Coelho erhielt 2001 den Bambi, den populärsten deutschen Medienpreis. Am 25. Juli 2002 folgte die für brasilianische Schriftsteller größte Auszeichnung: Er wurde zum Mitglied der altehrwürdigen Academia Brasileira de Letras mit Sitz in Rio de Janeiro gewählt, die sich unter anderem die Aufgabe gesetzt hat, die portugiesische Sprache zu pflegen. Mit einer Antrittsrede, in der er für Utopien und einen starken Glauben plädierte, trat er am 28. Oktober 2002 sein Amt in der Akademie an. In Deutschland erhielt er im selben Jahr in Frankfurt am Main den Planetary Consciousness Award des Club of Budapest und in München den internationalen Buchpreis Corine für Belletristik. Anfang des Jahres war Coelho zum ersten Mal nach China gereist, wo er Shanghai, Beijing und Nanjing besuchte. Aus Anlass der internationalen Buchmesse von Bogotá reiste er dann zum ersten Mal nach Kolumbien, anschließend nach Russland, Mexiko und in die skandinavischen Länder, wo er u. a. Tanum, Oslo, Helsinki und Stockholm besuchte.

Im Juni 2005 äußerte der Autor aus Anlass der englischen Präsentation seines Romans Der Zahir seinen Unmut darüber, dass es den Produzenten von Warner Brothers immer noch nicht gelungen sei, den Roman Der Alchimist zu verfilmen, obwohl das Studio die Rechte bereits seit 1993 besaß. Weder wollte das Studio die Rechte zum vierfachen Preis des ursprünglichen Verkaufswertes, also 1 Million Dollar, an Coelho zurückverkaufen, noch akzeptierte man dort den Drehbuchentwurf des Schauspielers und Regisseurs Laurence Fishburne, den der Brasilianer ausdrücklich begrüßt hatte.[6]

Einen Teil seines Vermögens spendete er in seine selbst gegründete Stiftung „Instituto Paulo Coelho“. Mit einem jährlichen Budget von vierhunderttausend Dollar hilft Coelho Favelas, hilfsbedürftigen Kindern sowie alten Menschen und unterstützt die Übersetzung brasilianischer Literatur in andere Sprachen. Außerdem spendete er an Kinderkrankenhäuser und andere Institutionen im Ausland beträchtliche Summen. Am 21. September 2007 wurde er von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zum Friedensbotschafter berufen. Mit seinem Institut, das Coelho zusammen mit seiner Frau gegründet hat, setzte sich der internationale Bestsellerautor seit Jahren für die unterprivilegierte Bevölkerungsschicht in Brasilien ein.

Zurzeit lebt er mit seiner Frau in Rio de Janeiro und in Tarbes, Frankreich, in unmittelbarer Nähe von Lourdes. Er bezeichnet sich als Fan der brasilianischen Fußballnationalmannschaft.

„Anima Mundi“[Bearbeiten]

Coelhos Anschauung der Anima Mundi, der Weltenseele, die in allen Erscheinungen der Welt erfahren werden könne, wurde während seines fünfjährigen Aufenthaltes im oben genannten spanischen Orden geprägt. Coelho glaubt fest an Zeichen, die ihm alltäglich widerfahren. Er deutet sie für sich persönlich als Hinweise und stimmt darauf sein weiteres Handeln ab. Ein Beispiel ist die weiße Feder, die er erst finden muss, bevor er ein neues Buch beginnen kann. Dieses Verständnis von Zeichenmystik veranschaulicht der Autor in seiner gesamten Publikation.

Coelhos weltweite Engagements für mehr Toleranz und Vielfalt, sein Einsatz für zivilbürgerliches Engagement und die Gestaltung einer besseren Zukunft können als immanente und konsequente Fortführung dieser Betrachtungsweise der Weltenseele gedeutet werden.

Werke[Bearbeiten]

  • 1974: O Manifesto de Krig-há.
nicht auf deutsch erschienen.
  • 1974: Teatro da Educação.
nicht auf deutsch erschienen.
nicht auf deutsch erschienen.
  • 1986: O Manual Prático do Vampirismo.
nicht auf deutsch erschienen.
  • 1987: O Diário de um Mago.
dt.: Die heiligen Geheimnisse eines Magiers: 12 Einweihungen auf dem Jakobsweg. Verlag Peter Erd, München 1991, ISBN 3-8138-0228-0.
dt.: Das Schwert des Magiers: 12 Einweihungen auf dem Jakobsweg. Verlag Peter Erd, München 1995, ISBN 3-8138-0365-1.
dt.: Auf dem Jakobsweg – Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela. Diogenes, Zürich 1999, ISBN 3-257-23115-6.
  • 1988: O Alquimista.
dt.: Der Schatz der Pyramiden – oder die Reise ins Meister-Bewusstsein. Verlag Peter Erd, München 1991, ISBN 3-8138-0208-6.
dt.: Der Alchimist. Diogenes, Zürich 1996, ISBN 3-257-06126-9.
  • 1990: Brida.
dt.: Brida. Diogenes, Zürich 2008, ISBN 978-3-257-24026-9.
  • 1991: O Dom Supremo.
nicht auf deutsch erschienen.
  • 1992: As Valkírias.
dt.: Schutzengel. Diogenes, Zürich 2011, ISBN 978-3-257-06767-5.
  • 1994: Na Margem do Rio Piedra eu Sentei e Chorei.
dt.: Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte. Diogenes, Zürich 1997, ISBN 3-257-06148-X.
  • 1994: Maktub (Kolumnen).
dt.: Der Wanderer: Geschichten und Gedanken. Diogenes, Zürich 1998, ISBN 3-257-70132-2.
  • 1996: O Monte Cinco.
dt.: Der fünfte Berg. Diogenes, Zürich 1998, ISBN 3-257-06164-1.
  • 1997: Letras do amor de um profeta.
nicht auf deutsch erschienen.
  • 1997: Manual do guerreiro da luz.
dt.: Handbuch des Kriegers des Lichts. Diogenes, Zürich 2001, ISBN 3-257-06277-X.
nicht auf deutsch erschienen
  • 1998 Veronika decide morrer.
dt.: Veronika beschließt zu sterben, Diogenes, Zürich 2000, ISBN 3-257-06235-4.
  • 2000: O Demônio e a Srta Prym.
dt.: Der Dämon und Fräulein Prym. Diogenes, Zürich 2001, ISBN 3-257-06282-6.
  • 2003: Onze Minutos.
dt.: Elf Minuten. Diogenes, Zürich 2003, ISBN 3-257-06373-3.
  • 2005: O Zahir.
dt.: Der Zahir. Diogenes, Zürich 2005, ISBN 3-257-06464-0.
  • 2006: Ser Como o Rio que Flui. Relatos (1998-2005).
dt.: Sei wie ein Fluss, der still die Nacht durchströmt. Neue Geschichten und Gedanken 1998–2005, Diogenes, Zürich 2006, ISBN 978-3-257-06542-8.
  • 2006: A bruxa de Portobello.
dt.: Die Hexe von Portobello. Diogenes, Zürich 2007, ISBN 978-3-257-06600-5.
  • 2008: Vencedor está só.
dt.: Der Sieger bleibt allein. Diogenes, Zürich 2009, ISBN 978-3-257-06719-4.
  • 2010: O Aleph.
dt.: Aleph. Diogenes, Zürich 2012, ISBN 978-3-257-06810-8.
  • 2012: Manuscrito Encontrado em Accra.
dt.: Die Schriften von Accra. Diogenes, Zürich 2013, ISBN 978-3-257-06848-1.[7]
  • 2013 Adultério (Ehebruch)

Über die Werke[Bearbeiten]

Die Bücher Coelhos tragen autobiografische Züge; die beschriebenen Landschaften und Länder hat er auf seinen Reisen selbst besucht. Coelho schreibt meist in einfacher, schmuckloser Sprache. Er verarbeitet ursprüngliche Symbole, metaphysische Elemente und christliche Mystik in märchenhaften Gleichnissen, Parabeln und Fabeln. Dabei arbeitet er auch immer biblische und spirituelle Elemente in den Kontext ein. Seine Themen sind unter anderem immer wieder die Liebe zu einem anderen Menschen im Kontrast zu der Liebe zu sich selbst, die Suche nach dem Sinn des Lebens sowie die spirituelle Selbstfindung, die er vor allem an der Weisheit „Verwirkliche Deinen Traum“ fest macht.

Rezeption[Bearbeiten]

Erfolg und Verkaufszahlen[Bearbeiten]

Internationale Bekanntheit erlangte Paulo Coelho mit seinem Roman Der Alchimist, der bisher in über 80 Sprachen erschienen ist und sich rund 65 Millionen Mal verkaufte. Seitdem gehört Coelho zu den erfolgreichsten Bestsellerautoren weltweit: Seine Bücher wurden in über 80 Sprachen übersetzt, erschienen in über 170 Ländern und verkauften sich bislang über 150 Millionen Mal.

Kritik[Bearbeiten]

Von der Literaturkritik und Feuilletons wird Coelhos Werk tendenziell negativ besprochen oder gar "leidenschaftlich gehasst",[8] oftmals auch mit dem Vorwurf, Coelho gebe sich als literarisch-esoterischer "Guru".[9] So schreibt etwa die Süddeutsche Zeitung: "Coelhos poetisches Verfahren ist bekannt und von der Literaturkritik so häufig mit Häme bedacht worden, dass er vor ein paar Monaten sogar einen ganzen Roman veröffentlicht hat, um sich zu rechtfertigen", und erklärt sich den riesigen Erfolg Coelhos damit, dass er "die Komplexitäten des modernen Lebens auf so einfache wie stabile Wahrheiten reduziert."[10] Der Kritiker Denis Scheck bezeichnete den Autoren als "Schwachsinnsschwurbler" und "unangefochtenen König des Esoterikschunds", [11] und in der Zeit heißt es in der Rezension zu Der Zahir: "Nach dem Abschluss peinigender Lektüre-Stunden bin ich um zwei Gewissheiten reicher: Millionen von Lesern können irren und: Mein erster Coelho wird mein letzter gewesen sein."[12]

Der Unterschied in der Rezeption von Kritik und Lesern wird auch in vielen anderen Rezensionen thematisiert: Während in der Kritik sein Werk oft "als klischeehaft und trivial" bewertet wird, kann sich Coelho eben einer riesigen Leserschaft rühmen.[13]

Daniel Kehlmann lässt in seinem Roman Ruhm einen brasilianischen Bestsellerautoren auftreten, der klar als Parodie auf Coelho und Kritik an dessen Werk zu verstehen ist.[14] Dieser Erfolgsschrifsteller esoterischer Lebenshilfebücher beginnt an seinem naiv-spirituellen Optimismus zu zweifeln ("Das einzige, was uns hilft, sind wohlige Lügen"[15]) und denkt darüber nach, sich das Leben zu nehmen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Zahir wurde auf der 18. Internationalen Buchmesse von Teheran im Iran ohne Angabe von Gründen konfisziert.

1999 stellte Coelho einige seiner Bücher auf seiner Webseite gratis zum Download zur Verfügung, seit 2005 tut er dies auf der von ihm betriebenen Webseite „Pirate Coelho“.[16] Da so seine Werke einen größeren Bekanntheitsgrad erreichten, stiegen auch die offiziellen Verkaufszahlen in den Buchläden, und die Verlage duldeten die Downloadmöglichkeit. Coelho erklärte, dass es klüger wäre, "die Vorteile der neuen Technologie zu nutzen, um gute Literatur zu unterstützen und zu verbreiten.“ [17]

Im September 2006 erhielt Der Alchimist in Wien das Platin-Buch, einen Preis in Anlehnung an die Aktion Die Platin-Schallplatte vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels für 50.000 oder mehr (in diesem Fall: über 200.000) verkaufte Exemplare.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1993: Auszeichnung Bedeutende Kunstbegegnung, Brasilien
  • 1995: Literaturpreis der Zeitschrift Elle, Frankreich
  • 1996: Chevalier dans l’Ordre des Arts et des Lettres, Frankreich
  • 1997: Ehrenorden, Spanien
  • 1998: Ehrenmitglied des Ordens von Rio Branco, Brasilien
    • Diplom des Bruderordens Sonnenkreuz, Brasilien
    • Verdienste um die Menschenrechte, Brasilien
    • Sarah-Kubitscheck-Preis, Brasilien
    • Ehrenmedaille der Stadt Paris, Frankreich
    • Preis von Ljubljana, Slowenien
    • Verdienste um das 17. Buch Istanbuls, Türkei
    • Persepolis Achaemenian Soldié, Iran
  • 1999: Crystal Award des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz
    • Golden Medal of Galicia am Jakobstag (25. Juli) für Coelhos Verdienste um den Pilgerweg von Santiago de Compostela, Spanien
    • Auszeichnung von Zagreb, Kroatien
  • 2000: Chevalier de L’Ordre national de la Legion d’honneur, Frankreich, auf Empfehlung Jacques Chiracs
    • The Crystal Mirror Award von Warschau, Polen
  • 2001: Literaturpreis Premio Fregene, Italien
    • Bambi für Kultur, Deutschland
  • 2002: 6. Oktober Planetary Consciousness Award des Club of Budapest
    • 28. Oktober Mitglied der Academia Brasileira de Letras, Brasilien
    • Corine – Internationaler Buchpreis für Belletristik für Der Alchimist, München, Deutschland
    • Globales Bewusstsein, Literaturpreis, Frankreich
  • 2003: Guinness-Weltrekord™ für die meisten in einer Stunde signierten Bücher (53 Ausgaben von ›Der Alchimist‹ an der Frankfurter Buchmesse).
    • Offizielle Medaille für Kunst und Literatur, Frankreich
  • 2004: Außerordentlicher Literaturpreis Giovanni Verga für einen nicht–italienischen Autor, Italien
    • Offizielle Medaille für Kunst und Literatur für Der Alchimist, Großbritannien
    • Goldener Bestsellerpreis der Zeitung Vecernje Novosti für die größte publizistische Verbreitung, Serbien
    • Ex-Libris-Preis für Elf Minuten, Serbien
    • Ehrenorden der Ukraine, Kiew, Ukraine
    • Orden der Heiligen Sophie, Medaille für besondere Verdienste in Wissenschaft und Kunst, Ukraine
    • Goldener Nielsen-Buchpreis für Der Alchimist, Großbritannien
  • 2005: Goldene Feder, Ehrenpreis für schriftstellerische Leistung der Bauer Verlagsgruppe, Deutschland
    • Hans-Christian-Andersen-Botschafter anlässlich des 200. Geburtstags des dänischen Schriftstellers, Dänemark
    • DirectGroup International Author Award, Berlin, Deutschland
  • 2006 Platin-Buch vom Hauptverband des österreichischen Buchhandels, für 10 Jahre Der Alchimist
    • Wilbur Award des Religion Communicators Council für Der Zahir
    • 3. Platz in der Rubrik Literatur, Romane, Belletristik des österreichischen Publikumspreises Buchliebling, für den Roman Der Zahir, Österreich
  • 2007 Las Pergolas, neuer Literaturpreis der mexikanischen Buchhändler, Mexiko

Filme[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Juan Arias: Las confesiones del peregrino. Editorial Planeta, Barcelona 1999.
    • Bekenntnisse eines Suchenden – Juan Arias im Gespräch mit Paulo Coelho. Dt. von Maralde Meyer-Minnemann. Diogenes, Zürich 2001, ISBN 3-257-23294-2.
  • Fernando G. de Morais: Der Magier – Die Biographie des Paulo Coelho, Diogenes, Zürich 2010, ISBN 978-3-257-06752-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paulo Coelho – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPaulo Coelho. In: Who's Who. Abgerufen am 13.November 2012.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDer Autor Paulo Coelho wird 65. In: Mittelbayrische. 21.August 2012, abgerufen am 13.November 2012.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPaulo Coelho. In: Who's Who. Abgerufen am 13.November 2012.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPaulo Coelho. In: Who's Who. Abgerufen am 13.November 2012.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPaulo Coelho. In: Who's Who. Abgerufen am 13.November 2012.
  6. Der Spiegel, 26/2005, S. 164.
  7. Windmaschine der Seligkeit in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 13.Januar 2013, Seite 40
  8. [1] Frankfurter Rundschau: Paulo Coelho: "Ich war bereit zu sterben"
  9. [2] New York Times: Writing in a global language
  10. [3] Süddeutsche Zeitung Magazin: Das Prinzip Paulo Coelho
  11. http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/kultur/literatur/ard-buecherguru-denis-scheck-ueber-verrisse-schwierige-buecher-und-jrr-tolkien_13143940.htm
  12. [4] Die Zeit: Wenn Leser irren
  13. [5] Perlentaucher: Presseschau zu Elf Minuten
  14. [6] Goethe-Institut: Daniel Kehlmann Ruhm
  15. Daniel Kehlmann: Ruhm. Hamburg, 2009. S. 129
  16. paulocoelhoblog.com Pirate Coelho – Coelhos Blog + Downloadlinks für seine Bücher
  17. Verbote sind selten eine Lösung, Warum erfolgreiche Schriftsteller von den elektronischen Medien profitieren, Berliner Zeitung vom 30. Dezember 2009
  18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatPaulo Coelho - Mein Leben (2011). In: IMDb. Abgerufen am 13.November 2012.
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVeronika beschließt zu sterben (2009). In: IMDb. Abgerufen am 13.November 2012.