Regional-Express

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Regionalexpress)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Regional-Express in MV kurz vor Rostock Hauptbahnhof
Zwei Regionalexpresszüge (Rhein-Erft-Express) treffen sich kurz vor dem Unkeler Bahnhof.
Der „Airport-Express Schönefeld“ im Berliner Hauptbahnhof

Regional-Express (kurz: RE, in Österreich: REX) ist die Bezeichnung einer Zuggattung in Deutschland, Österreich und Luxemburg. In der Schweiz wird der analoge Begriff RegioExpress gebraucht.

Deutschland[Bearbeiten]

Namensrecht[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 2012 wurden ausschließlich Züge der Deutschen Bahn AG als Regionalexpress bezeichnet. Private Eisenbahnverkehrsunternehmen nutzten ihren eigenem Namen als Produktbezeichnung, beispielsweise metronom (Me) oder Erfurter Bahn (EBx). Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 hat der VBB als Vorreiter eine einheitliche Produktbezeichnung für alle Linien eingeführt. Seither dürfen auch Privatbahnen ihre Züge Regionalexpress nennen.[1] Die ehemalige Schreibweise der Deutschen Bahn AG RegionalExpress, mit Binnenmajuskel, ist weiterhin eine beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragene Wortmarke.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Regional-Express der ODEG in Berlin Hauptbahnhof

Der Regional-Express in Deutschland ist eine Zuggattung der Deutschen Bahn, die ab 1994 aus dem früheren Eilzug (E) sowie der RegionalSchnellBahn hervorgegangen ist. Von der Regionalbahn (RB) unterscheidet er sich häufig durch größere Haltestellen-Abstände, höhere Reisegeschwindigkeit, höhere Transportkapazität und längere Laufwege. Die Abgrenzungen sind jedoch nicht genau definiert, da einige Regional-Express-Linien nicht parallel zu Regionalbahnlinien verkehren und so beispielsweise auf allen Stationen halten. Weil andere nichtbundeseigene Eisenbahnverkehrsunternehmen die Bezeichnung Regional-Express nicht nutzen durften, verschwimmen die Grenzen zwischen den Zuggattungen weiter.

Als spezielle Form des Regional-Expresses kann die eigene Zuggattung Interregio-Express (IRE) angesehen werden, der sich häufig durch noch weniger Verkehrshalte vom RE unterscheidet. Einige IRE-Verbindungen werden von der Deutschen Bahn eigenwirtschaftlich betrieben, wohingegen die Regional-Express-Linien über Regionalisierungsmittel finanziert werden.

In den meisten Ländern in Deutschland verkehren Regional-Express-Züge auf festgelegten Linien jede oder alle zwei Stunden im Rahmen eines integrierten Taktfahrplansystems. Oft tragen diese Linien innerhalb eines Landes Namen. Der Name des Zielbahnhofs und teilweise ihre Kurzbezeichnungen (Zuggattung und Liniennummer) werden in und an den Zügen angebracht.

Mit dem Regional-Express können häufig größere Entfernungen überbrückt werden. Deshalb ist er bei Fahrgästen mit dem Schönes-Wochenende-Ticket oder den Ländertickets sehr beliebt. Auf einigen Hauptverkehrsachsen ist er nicht oder nur geringfügig langsamer als die Züge des Fernverkehrs. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit der Züge beträgt 70 bis 90 km/h.

In der Regel verkehren moderne Doppelstock-Wendezüge oder einstöckige Elektrotriebwagen. Zum Teil verkehren auch noch n-Wagen mit E-Loks als Wendezüge oder Dieseltriebwagen auf nicht elektrifizierten Strecken. Auf einigen RE-Linien, wie etwa der Donautalbahn oder dem Nahe-Express, werden auch moderne und schnelle Dieseltriebwagen mit Neigetechnik eingesetzt.

Bereits Ende der 1980er-Jahre gab es als Vorläufer des Regional-Express auf einigen Strecken die RegionalSchnellBahn (RSB).

Schnellste Regional-Express-Züge[Bearbeiten]

München-Nürnberg-Express, bis 200 km/h schnell, bei der Einfahrt im Bahnhof Kinding (Altmühltal)

Seit Dezember 2006 verkehren auf der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München zweistündlich Regional-Express-Züge als München-Nürnberg-Express. Diese werden aus ehemaligen und umlackierten Intercity-Wagen und Elektrolokomotiven der Baureihe 101 gebildet. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von etwa 100 km/h sind die Züge dieser Relation die schnellsten Regionalzüge Deutschlands.

Bereits im Fahrplanjahr 2001/2002 gab es auf der Relation KölnEmmerich Regional-Express-Züge, die aus Intercity-Wagen und Loks der Baureihe 103 gebildet waren und zwischen Köln und Duisburg 200 km/h erreichten.

Seit 1997 werden Doppelstockwagen auch mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h beschafft. Eine der ersten planmäßig mit 160 km/h verkehrenden Regionalexpresslinien war der RE 1 in Berlin-Brandenburg. Anfangs wurden diese Regionalexpresslinien im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg als RE160 vermarktet. Inzwischen fahren viele RE-Linien mit Rollmaterial, das eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zulässt. Allerdings werden je nach Linie weiterhin auch Fahrzeuge eingesetzt, die eine Höchstgeschwindigkeit von 140 oder 120 km/h besitzen.

In Mittel- und Süddeutschland kommen als Regionalexpress auch Triebwagen der Baureihen 611 und 612 mit Neigetechnik zum Einsatz. Diese erreichen im bogenschnellen Betrieb auf vielen Abschnitten ebenfalls 160 km/h, insbesondere dort wo konventionelle Fahrzeuge nur höchstens 120 km/h fahren können. Beispiele sind die Abschnitte Leinefelde-Gotha, Erfurt-Weimar oder Nürnberg-Marktredwitz.

Langlaufende Regional-Express-Züge[Bearbeiten]

Als Ende der 1990er-Jahre der DB Fernverkehr den eigenwirtschaftlich betriebenen Interregio (IR) aus seinem Programm nahm, wurden diese Linien häufig von DB Regio auf Kosten der Länder als Regional-Express oder Interregio-Express (IRE) (etwa in Baden-Württemberg) übernommen, teilweise ersetzen diese sogar ehemalige Intercity- und Eurocity-Verbindungen.

Dampflokbespannte Regionalexpresszüge[Bearbeiten]

Bereits seit über zehn Jahren verkehrt zwischen Eisenach, Oberhof und Arnstadt jeweils an vier Wochenenden im Winterhalbjahr ein planmäßiger Regional-Express mit Dampfbespannung, der „Rodelblitz“. 1998 wurde dieser Zug von der DB Regio, Verkehrsbetrieb Thüringen, nach Bestellung durch die Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH erstmals eingelegt. Seitdem ist das Zugpaar fester Bestandteil des jeweiligen Jahresfahrplanes und erfreut sich steigender Beliebtheit. Der Zug wird von Beginn an aus aufgearbeiteten Reisezugwagen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn gebildet und mit einer Dampflokomotive bespannt. Während in den ersten Jahren noch die Lokomotive 52 8075 der IGE Werrabahn Eisenach den Zug durch den Thüringer Wald zog, kommt heute vorwiegend die 41 1144 der Eisenacher Eisenbahnfreunde zum Einsatz, die dazu über alle erforderlichen technischen Einrichtungen wie TB-0, Digitalfunk mit Zuganbindung etc. verfügt.

Ein weiterer sogar internationaler Dampfregionalexpress verkehrt regelmäßig an vier Herbstwochenenden vom thüringischen Gera in das böhmische Bäderdreieck nach Cheb (Eger, Tschechien) und zurück. Dabei kommt die auch beim "Rodelblitz" verwendete Zuggarnitur zum Einsatz.

Jingles[Bearbeiten]

Seit 1999 wurden kurze Melodien vor anfangs jedem, später wichtigen Bahnhöfen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angespielt. Sie sind kleine Teile von „Jetzt kommen die lustigen Tage“ in Berlin, „Wer recht in Freuden wandern will“ in Brandenburg, und „Dat du min Leevsten büst“ in Mecklenburg-Vorpommern.[3]

Österreich[Bearbeiten]

Regional-Express im Bahnhof Wien Heiligenstadt

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) verwendeten lange für schnellere Regionalzüge die Bezeichnung Eilzug. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 werden alle Eilzüge (E) und Sprinter (SPR) österreichweit als Regional Express (REX) geführt. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 werden zusätzlich Züge unter der Bezeichnung Regional Express 200 geführt, wobei 200 auf die erreichte Höchstgeschwindigkeit (in km/h) hinweist, die der Zug auf der zeitgleich neu eröffneten Westbahnstrecke erreicht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Regional-Express – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neuer Fahrplan, neue Angebote und alte Probleme
  2. Registerauskunft Registernummer: 39615928
  3. Peter Neumann: Im Regionalexpress musiziert der Chef. Berliner Zeitung. 30. August 2002. Abgerufen am 9. September 2012.