Airbus (Zivilflugzeugsparte)

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Airbus S.A.S.

Rechtsform Société par actions simplifiée (Aktiengesellschaft)
Gründung 1970 als Airbus Industrie
Sitz Toulouse, Frankreich Frankreich
Leitung Guillaume Faury[1]
Mitarbeiterzahl 80.985 (2019)[2]
Umsatz 54,8 Milliarden Euro (2019)[3]
Branche Flugzeugbau
Website www.airbus.com/en/products-services/commercial-aircraft
Stand: 31. Dezember 2019

Die Airbus S.A.S. ist ein europäischer Flugzeughersteller von Verkehrsflugzeugen mit Sitz im französischen Toulouse und verantwortet als Tochtergesellschaft der Airbus-Gruppe die Airbus Commercial Aircraft genannte Zivilflugzeugsparte.[4] Sie ist der größte europäische und seit Ende 2019 auch weltweit der größte Flugzeughersteller.[5] Zusammen mit Boeing bildet Airbus ein Duopol für Großraumflugzeuge.

Airbus lieferte das erste Flugzeug vom Typ Airbus A300, dessen Prototyp erstmals am 28. Oktober 1972 geflogen war, am 30. Mai 1974 an den Erstkunden Air France ab. Im Oktober 2016 wurde das 10.000. Flugzeug, ein A350-900 für Singapore Airlines, ausgeliefert.[6] Montagewerke befinden sich in Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien, China und den USA.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Dezember 1970 wurde die Airbus Industrie in der Gesellschaftsform einer groupement d’intérêts économiques von den Gründungsmitgliedern der staatlichen französischen Aérospatiale und durch die Deutsche Airbus GmbH gegründet.[7] Die spanische CASA trat Airbus 1971 bei, British Aerospace folgte 1979.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke und Produktionsstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Transport der Rumpfteile einer A380 auf der Ville de Bordeaux, hier auf der Garonne bei Bordeaux

Die einzelnen Standorte von Airbus sind zum Teil historisch begründet. Dabei richtet sich die Arbeitsverteilung nach den nationalen Besitzanteilen an Airbus, die sich dann wieder auf Frankreich, Deutschland, Spanien und das Vereinigte Königreich verteilen.

Es wurden aber auch neue Standorte gegründet. Im Tausch gegen große Flugzeugorders wurden ebenfalls Arbeitsplätze in anderen Staaten geschaffen. Beispielsweise wurde in China, als Joint Venture mit einem lokalen Unternehmen, eine Endmontagelinie (FAL = final assembly line) für die A320-Familie gebaut. Die einzelnen Airbus-Standorte haben sich auf bestimmte Teilgebiete spezialisiert, so findet etwa die Endfertigung aller Tragflächen in Broughton statt. Eine schnelle Schließung der britischen Werke ist daher nach einem Verkauf des 20-prozentigen Anteils der BAE Systems an EADS nicht zu erwarten.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buxtehude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Standort Buxtehude beschäftigt insgesamt rund 450 Mitarbeiter auf einer Fläche von ca. 17.000 m². Buxtehude hat sich auf die Entwicklung und Integration des elektronischen Kabinenmanagementsystems CIDS spezialisiert, weitergehend werden am Standort wichtige Bestandteile der Kabinen- und Sitzelektronik entwickelt. Im Jahr 2010 wurde Airbus Buxtehude für die Entwicklung des „Digital Cabin Logbook“ der „Crystal Cabin Award“, die bedeutendste Auszeichnung für Flugzeugkabinen, verliehen.[8] Eine Besonderheit des Standortes ist die Tatsache, dass dort neben Airbus auch die 100-Prozent-Airbus-Tochter KID-Systeme GmbH beheimatet ist.

Frankfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ersatzteillager in Frankfurt am Main befinden sich über 600 Großbauteile, die z. B. bei Versicherungsschäden benötigt werden.

Standorte von Airbus Aerostructures GmbH

Die hundertprozentige Airbus-Tochter umfasst vier Produktionsstandorte in Deutschland: die Hamburger Zentrale, das Werk in Stade sowie die ehemaligen Premium Aerotec-Werke Nordenham und Bremen.

Hamburg

  • Sitz der Geschäftsführung
  • Kompetenzzentrum für strukturelle Rumpfmontage
  • Strukturelle Montage und Ausstattung von Rumpfsektionen der A320-Familie
  • Strukturelle Montage und Ausrüstung der vorderen und hinteren Rumpfsektionen von A330 und A350
  • Die modernste Strukturmontagelinie von Airbus mit Robotern, automatischer Positionierung durch Lasermessung und verbesserter Ergonomie
Werksgelände Hamburg-Finkenwerder (östlicher Teil)
Airbus-Werk Hamburg-Finkenwerder (westlicher Teil von der Elbe gesehen)

Das Werk im Stadtteil Finkenwerder liegt auf dem Gelände der 1933 gegründeten Hamburger Flugzeugbau (speziell für den Bau von Wasserflugzeugen gegründet, da Finkenwerder eine Halbinsel ist) und besitzt einen eigenen Werksflughafen. Um neue Produktionshallen für den Airbus A380 zu errichten, wurde ein Teil des ehemals für den Bau von Wasserflugzeugen vergrößerten Mühlenberger Lochs wieder zugeschüttet.[9] Der Standort war umstritten. Kritiker monierten, dass sich das Areal schlecht für Erweiterungen des Werkes eigne, schlecht zu erreichen und auch nicht sicher vor Sturmfluten sei (siehe Sturmflut 1962). Die Entscheidung für die Halbinsel Finkenwerder sei politisch motiviert gewesen. Airbus beschäftigte in Finkenwerder im Jahr 2000 7.628 Mitarbeiter und im Jahr 2006 11.449 Mitarbeiter, 2017 bereits 12.500 Mitarbeiter.[10] In Hamburg findet in zwei Fertigungsendlinien die Endmontage (FAL, engl. Final Assembly Line) für die A318, A319 und A321 statt. Wegen großer Nachfrage wird seit März 2008 die A320 in einer dritten Fertigungslinie auch in Hamburg endmontiert.[11] 2018 wurde eine vierte Fertigungslinie für die Endmontage der A320-Familie eröffnet.[12] Bei der A380 wird in Hamburg die Sektionsmontage mehrerer Rumpfsektionen sowie die Kabinenausstattung und Lackierung durchgeführt.[13] Über das Hamburger Airbus-Gelände und durch ausgewählte Werkshallen gibt es mit gültigen Ausweispapieren nach Voranmeldung und mit Werksschutzbegleitung eine Führung.[14]

In Hamburg-Groß Borstel befindet sich das „Airbus Material Support Center“(MSC),[15] das mit rund 450 Mitarbeitern die weltweite Ersatzteil-Logistik steuert und die Kunden mit Fachkräften und Werkzeug zur Wartung und Instandsetzung unterstützt. Ein Vorrat an Ersatzteilen von rund 115.000 verschiedenen Teilen bei fast 2,5 Millionen Artikeln liegt dort bereit. Weitere zehn Lager weltweit, der direkte Versand der Airbus-Werke und der Unterlieferanten stellen eine jederzeitige schnelle Versorgung sicher.

Nordenham

  • Eine der weltweit modernsten Produktionsstätten im Bereich der integrierten Schalenfertigung
  • Produktion von rund 5.000 Rumpfschalen pro Jahr mit modernsten automatischen Nietanlagen
  • Umfassende Fertigungskompetenz von der Rohbaufertigung (Metall und CFK) über den Oberflächenschutz bis hin zur Montage von Rumpfsektionen
Werksgelände ASA Nordenham in Nordenham (Mai 2012)

Bremen

  • Kompetenzzentrum für Technologieentwicklung, Industrialisierung und Fertigung komplexer metallischer und thermoplastischer CFK-Bauteile
  • Spezialisiert auf die Produktion hochwertiger Blechumformteile in drei effizienten Fertigungslinien
  • Reaktionsfähigkeit auf dringende Kundenanfragen innerhalb von 24 Stunden dank spezieller Speedline-Fertigungslinie

Stade

Das Werk in Stade aus der Luft
  • Führendes globales Kompetenzzentrum für leichten kohlefaserverstärkten Kunststoff (CFK)
  • Produktionslinie für Seitenleitwerke aus CFK für alle Flugzeuge der A320-Familie, A330, A350 und A400M
  • Produktion der A350-Flügelabdeckung (eines der größten integralen CFK-Bauteile weltweit) und der A400M-Flügelabdeckungen
Deutsche Standorte der Airbustochter Premium Aerotec[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Werke wurden ausgegliedert und in der Tochtergesellschaft Premium Aerotec zusammengefasst.

  • Augsburg: Augsburg ist der Firmensitz von Premium Aerotec. Etwa 4.000 Mitarbeiter sind auf Teilfertigungen bei Großaufträgen in der europäischen Luftfahrt spezialisiert.
  • Varel: In Varel arbeiten knapp 1.500 Mitarbeiter in der Produktion von Flugzeugteilen und in der Herstellung von Fertigungs- und Montagevorrichtungen.
Ehemalige Airbuswerke in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Werke sind nicht mehr Teil von Airbus.

  • Rostock: Am Standort Rostock und seinem Großraum sind mehrere größere Firmen als Zulieferer mit insgesamt rund tausend Mitarbeitern aktiv,[16] darunter die ehemalige Airbus-Gesellschaft RST Rostock-System-Technik GmbH (2015 an die FERCHAU Engineering GmbH verkauft)[17] mit über 150 Mitarbeitern, die sich am 2007 eröffneten Zentrum für Luft- und Raumfahrt des Technologieparks Warnemünde befindet.[18] Unter den dort gefertigten Komponenten sind Simulatoren für das Training von Flugpersonal, Kabelbäume, Vorrichtungen und Montagesysteme, Geräte zur automatisierten Funktionsprüfung, fernbedienbare Manipulatoren, spezialisierte Testinfrastruktur und Gas-Sensorsysteme für Sicherheitsanwendungen.[19]
  • Laupheim: Das ehemalige Airbuswerk in Laupheim wurde im Oktober 2008 im Rahmen des Sparprogramms „Power8“ an die Firma Diehl Aerospace GmbH verkauft.

Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toulouse

Werksgelände St. Martin
Airbuswerk in Nantes

In Toulouse befindet sich der größte Airbus-Standort. Dabei handelt es sich sowohl um den administrativen Hauptsitz (Central Entity) als auch um mehrere Airbus-Werke. Die Werksgelände teilen sich im Wesentlichen in St. Martin du Touch, Clement Ader und J. L. Lagardère auf. Diese liegen direkt um den Flughafen Toulouse-Blagnac verteilt.

In Toulouse werden auf mehreren Fertigungslinien die A320, A330, A350 und A380 endmontiert, bis 2007 gehörten auch die A300 und A310 dazu und bis November 2011 die A340.

Weitere Standorte in Frankreich: Nantes, Méaulte, Saint-Nazaire

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sevilla In Sevilla (ca. 2000 Mitarbeiter) findet die Endmontage der militärischen Transportflugzeuge CN-235, C-295 und A400M von Airbus Defence and Space statt.

Weitere Standorte in Spanien sind Getafe, Illescas (Provinz Toledo), Puerto Real.

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Großbritannien werden die Tragflächen entwickelt und hergestellt. Standorte befinden sich in Filton (mit über 4500 Mitarbeitern in Verwaltung, Entwicklung von Tragflächen, Kraftstoffsystemen und Fahrwerksbaugruppen so wie anderen Bereichen) und Broughton (mit ca. 5000 Mitarbeitern mit Schwerpunkt Fertigung und Entwicklung von Tragflächen). Im September 2008 wurde ein Teil des Filtoner Werks an das britische Luftfahrtunternehmen GKN im Zuge des Sparprogramms Power8 verkauft.[20][21]

China[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Endmontagelinie der A320-Familie in Tianjin (Aufnahme: 2008)

Neben Toulouse und Hamburg wurde eine weitere Endmontagelinie für Flugzeuge der A320-Familie in Tianjin/Volksrepublik China aufgebaut. Pläne für die weitere Produktion sehen eine stückweise Erhöhung auf sechs Maschinen monatlich ab 2020 vor,[22] entsprechende Vorverträge wurden im Januar 2018 geschlossen.[23]

USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. September 2015 eröffnete Airbus sein erstes Werk in Mobile, Alabama, wo sich seit 2007 ein Entwicklungszentrum von Airbus befindet. Laut Airbus-Chef Fabrice Brégier bedeute dies, dass das Unternehmen nun "zum ersten wirklich globalen Flugzeughersteller und gleichzeitig zu einem wirklich amerikanischen Hersteller" werde. In dem Werk sollen vor allem Maschinen des Typs A321, aber auch die A320 und die A319 und seit 2017 die A320 Neo hauptsächlich für den nordamerikanischen Markt gefertigt werden. Seit der Eröffnung beschäftigt die Produktionsstätte 250 Mitarbeiter, es sollen bis zu 1.000 werden. Da die Mindestlöhne und Personalkosten in Alabama besonders niedrig sind, rechnet Airbus mit Kosteneinsparungen.[24]

Das erste Flugzeug, ein A321 der Jetblue Airways, verließ die Montagehalle im Februar 2016 und wurde im März 2016 fertig lackiert.[25] Die Auslieferung erfolgte am 25. April 2016. Airbus erklärte im Zuge der Auslieferung, die Produktion bis Ende 2017 auf vier Flugzeuge im Monat hochfahren zu wollen.[26]

Kanada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Übernahme der Flugzeugserie C-Series (inzwischen als Airbus A220 vermarktet) von Bombardier Aerospace besitzt Airbus seit Juli 2018 die Mehrheitsanteile dieser Werke in Kanada. Diese Gesellschaft firmiert inzwischen als Airbus Canada Limited Partnership. Bombardier hielt seit 2018 nur mehr einen Minderheitsanteil und stieg Anfang 2020 vollständig aus diesem Unternehmen aus.

Weltweit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für eine schnelle Reaktionszeit und einen engen Kontakt zu Kunden unterhält Airbus weltweit Ersatzteilzentren und Kundenbüros. So gibt es Entwicklungszentren in Peking/China, Moskau/Russland, Bangalore/Indien.

Mitarbeiter und Management[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland gehörten im Jahr 2010 rund 16.000 Beschäftigte zur Airbus-Stammbelegschaft. Hinzu kamen 4800 Leiharbeiter, die nach Angaben der IG Metall zum Teil seit sieben bis acht Jahren für Airbus arbeiteten. Eine weitere Beschäftigtengruppe arbeitete mit Werkvertrag für das Unternehmen. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Johann Dahnken kritisierte dieses als Drei-Klassen-Gesellschaft der Arbeitnehmer.[27]

Anzahl Mitarbeiter pro Standort am 31. Dezember des Jahres
Airbus-Werk oder -Standort Land 2002[28] 2003[29] 2004[30] 2005[31] 2006[32] 2007[33] 2008[34] 2009[35] 2010[36]
Broughton (GBR) 3.844 4.309 5.165 5.129 5.031 4.882 4.866 4.557 4.546
Filton (GBR) 4.269 4.379 4.303 4.562 4.642 4.409 4.195 2.894 2.815
Summe Vereinigtes Königreich 8.113 8.688 9.468 9.691 9.673 9.291 9.061 7.451 7.361
Toulouse (FRA) 9.773 10.311 10.686 11.459 12.021 11.805 11.413 11.893 11.885
Blagnac Zentrale Verwaltung (FRA) 3.322 3.822 4.091 4.476 4.971 4.962 5.052 5.351 5.623
Saint-Nazaire (FRA) 2.245 2.227 2.271 2.321 2.387 2.308 2.217 2.278 2.392
Nantes (FRA) 1.863 1.869 1.903 1.952 1.996 1.959 1.911 1.857 1.849
Méaulte (FRA) 1.098 1.129 1.175 1.230 1.288 1.274 1.273 1.288 1.276
Sèvres und Rochefort (FRA) 112 91
Summe Frankreich 18.301 19.358 20.126 21.438 22.663 22.308 21.866 22.779 23.116
Hamburg (DEU) 8.777 9.459 9.746 10.616 11.447 11.476 11.314 11.355 11.575
Bremen (DEU) 2.966 3.051 3.072 3.115 3.330 3.371 3.244 3.199 3.239
Augsburg (DEU) 2.382 2.391
Nordenham (DEU) 2.096 2.106 2.122 2.112 2.086 2.072 2.053 2.036 2.027
Stade (DEU) 1.277 1.416 1.450 1.512 1.567 1.543 1.524 1.550 1.603
Varel (DEU) 1.168 1.172 1.166 1.168 1.191 1.146 1.130 1.102 1.062
Laupheim (DEU) 738 909 1.015 1.093 1.116 1.099
Dresden (DEU) 966 935
Buxtehude (DEU) 283 310 335 352 362 343 343 337 338
Stuttgart und Ulm (DEU) 18 16
Summe Deutschland 17.305 18.423 18.906 19.968 21.099 21.050 19.608 22.945 23.186
Getafe (ESP) 1.921 1.811 1.956 2.056 1.979 1.870 1.757 2.972 1.743
Madrid (ESP) 2.257 2.351
Sevilla (ESP) 835 1.974
Cádiz Puerto Real (ESP) 455 483 497 513 448 478 469 740 730
Illescas (ESP) 432 471 494 505 444 496 490 480
Summe Spanien 2.376 2.726 2.924 3.063 2.932 2.792 2.722 7.294 7.278
Miami Springs (USA) 118 115
Herndon (USA) 105 104
Wichita (USA) 28 64
Mobile (USA) 19 42
Washington, D.C. und andere (USA) 314 325 374 398 422 400 456 283 298
Summe Vereinigte Staaten 314 325 374 398 422 400 456 553 623
Peking (CHN) 135 136 150 169 174 675 904
Warschau (POL) 485 485
Dublin (IRL) 26 27 27 19 19 18 16
Dubai (UAE) 2 2
Summe 46.415 49.520 51.959 54.721 56.966 56.029 53.906 62.202 62.751

Manche Veröffentlichungen haben unterschiedliche Personalzahlen, je nach Zählweise von Teilzeitbeschäftigten.[31] Größere Sprünge in der Gesamtzahl ergeben sich durch hinzugefügte oder verkaufte Standorte. Im Jahr 2008 entfielen die Mitarbeiter des Werks Laupheim. Im Jahr 2009 wurden 8399 Mitarbeiter des EADS-Bereichs MTAD, der Elbe Flugzeugwerke und von Premium Aerotec Augsburg erstmals mitgezählt.[35]

Das große Airbus-Werk Tianjin (China) und das Airbus-Entwicklungszentrum Bangalore[37] sind in der EADS-Personalstatistik nicht enthalten. Tianjin ist kein Airbus-Werk, sondern ein Joint Venture; Bangalore als hundertprozentige Airbus-Tochter[37] fehlt in der Firmenstatistik.

Flugzeugtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zivilflugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

A220[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus A220-300

Der Airbus A220 wurde vom kanadischen Flugzeughersteller Bombardier unter der Bezeichnung Bombardier CSeries entwickelt und hergestellt. Nachdem Airbus am 10. Juli 2018 50,01 % der Anteile von Bombardier übernahm, wurde der Flugzeugtyp in Airbus A220 umbenannt.

A300/A310-Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Entwicklung von Airbus war die A300, ein Großraumflugzeug für Kurz- und Mittelstrecken, dessen Jungfernflug im Juni 1972 stattfand. Die A300 war damals das einzige Produkt von Airbus und wird teilweise auch heute noch als „der Airbus“ bezeichnet, was zu Verwirrungen führen kann, da inzwischen viele Airbus-Produkte auf dem Markt sind.

Eine kürzere Variante der A300 mit dem Namen A310 und einer etwas größeren Reichweite hatte 1982 ihren Erstflug. Die größte Neuerung an diesem Typ war die neue Tragfläche mit Transsonikprofil und ein neues Zwei-Mann-Cockpit mit teilweiser Bildschirmtechnologie, welches dann auch bei den A300-600-Baureihen verwendet wurde. Die Produktion der Widebody-Baureihen A300/A310 wurde im Juli 2007 eingestellt, die letzte Auslieferung war eine A300F4-600R für FedEx am 12. Juli 2007. Airbus hat insgesamt 561 A300 und 255 A310 ausgeliefert, insgesamt 816 Flugzeuge der A300/310-Familie.

A320-Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Airbus A318 ist das kleinste Mitglied der A320-Familie. Hier eine A318 von Air France

In den 1980ern wurde das Kurzstreckenflugzeug A320 mit kleinem Rumpfdurchmesser (Single-Aisle) eingeführt. Die A320 steht vornehmlich im Wettbewerb mit der Boeing 737 Next Generation.

Die A320 war das weltweite erste in Serie gebaute Zivilflugzeug, das über digitales Fly-by-wire gesteuert wird.[38] Steuerungsbefehle werden dabei nicht mehr mechanisch per Drahtseil an die Steuerklappen weitergegeben, sondern elektronisch über einen Datenbus übertragen. Die Concorde setzte zwar bereits im Jahr 1969 Fly-by-wire ein, hierbei handelte es sich jedoch um eine analoge elektrische Übertragung, die durch ein mechanisches Backup-System abgesichert wurde.[38]

Auch aus der A320 wurden in den folgenden Jahren weitere verschieden große Derivate entwickelt: die A319 als kürzere Variante und die A321 als längere Variante. Als kleinstes Mitglied der Familie wurde die A318 entwickelt, die gegenüber der A320 einen um sechs Meter verkürzten Rumpf hat und die letzte Lücke im unteren Bereich der Airbus-Familie schließt. Im Gegenzug wurde durch die Gewichtsersparnis die Reichweite vergrößert. Auf Basis der A319 entwickelte Airbus zwei weitere Modelle, den Corporate Jetliner (ACJ) und die A319LR. Beide Flugzeuge verfügen über zusätzliche Tanks und haben so eine Reichweite von mehr als 8000 Kilometer. Jüngstes Modell dieser VIP-Familie ist die A318 Elite, die mit VIP-Innenausstattungen versehen wird, was u. a. in der Werft der Lufthansa Technik in Hamburg durchgeführt werden kann. Die A320-Familie soll frühestens 2024 durch einen neu entwickelten Airbus-A320-Nachfolger abgelöst werden,[39] wahrscheinlich aber erst in den 2030er Jahren.[40] Seit dem Jahr 2015 folgen deshalb zur Modernisierung die neo (New Engine Option)-Versionen von A319, A320 und A321 mit neuen Triebwerken für geringeren Treibstoffverbrauch.

A330/A340-Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1990ern wurden für den Interkontinentalverkehr die Typen A330 (zweistrahlig) und A340 (vierstrahlig) eingeführt. Beide werden ebenfalls über Fly-by-wire gesteuert und sind auf hohe Wirtschaftlichkeit ausgelegt. Die A330 und A340 haben den Rumpfdurchmesser der A300/A310. Die beiden Entwürfe sind sehr ähnlich und wurden von Grund auf parallel entwickelt, um maximale Synergieeffekte zu erzielen. Während die A340 für Ultralangstreckenflüge geplant wurde, stellt die A330 aufgrund ihrer zweistrahligen Ausführung die treibstoffsparendere Variante mit geringerer Reichweite dar. Die Inneneinrichtungen (nach Bedürfnissen der Airline variierend) und das Cockpitdesign sind in beiden Typen weitgehend gleich. Die A340-500 ist nach der Boeing 777-200LR das Passagierflugzeug mit der größten Reichweite. In der Dreiklassenbestuhlung können dabei bis zu 313 Passagiere befördert werden.

A350[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus A350 beim Jungfernflug am 14. Juni 2013

Mit dem Airbus A350[41] (Marketing-Bezeichnung: A350 XWB) reagierte Airbus auf die sehr erfolgreichen Langstreckentypen Boeing 787 und Boeing 777 mit 210 bis 365 Sitzplätzen. Sie soll die bisherigen Langstreckentypen bei Airbus – A330 und A340 – ersetzen. Die Erstauslieferung der A350 erfolgte im Jahr 2014.

Die ursprünglich geplante und inzwischen verworfene erste Version der A350 sollte als Ableitung der A330 entwickelt werden. Auf der Farnborough International Airshow kündigte Airbus im Juli 2006 an, die Entwicklung der A350 als Airbus A350 XWB neu zu starten.[42] Der Airbus A350 hat einen größeren Kabinenquerschnitt als der vorhergehende Entwurf und wurde völlig neu konstruiert. Er soll in seiner Wirtschaftlichkeit die Boeing 787 übertreffen. Der Grund für die Neukonzeption liegt darin, dass Airbus beim Absatz von Mittel- und Langstreckenflugzeugen gegenüber dem Konkurrenten Boeing zunehmend ins Hintertreffen geriet und dieses Manko durch den ersten Entwurf der A350 nicht hätte ausgleichen können. Mehrere potentielle Abnehmer-Fluggesellschaften der A350 beschwerten sich über deren wenig fortschrittliche Konzeption. Diesem Druck gab Airbus schließlich nach. Durch die Neuentwicklung stiegen die Entwicklungskosten auf 10 Milliarden Euro an.

A380[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung des größten Passagierflugzeugs der Welt geht auf die 1980er Jahre zurück, als erste Machbarkeitsstudien für ein neues Großflugzeug durchgeführt wurden. Erst in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre aber ergab sich eine Marktsituation, die eine Entwicklung gestattete. Der Airbus A380 (frühere Bezeichnung: A3XX) ist ein komplett neu entwickelter Typ von Großraumflugzeug. In der Standardversion können in Drei-Klassen-Auslegung ca. 550 Passagiere befördert werden, in einer besonders auf den asiatischen Markt abzielenden Einklassenbestuhlung sind sogar 853 Passagiersitze möglich. Es ist das weltweit erste Flugzeug mit einem Rumpf, der zwei unterschiedlich breite Großraumkabinen übereinander bietet (zwei Großraumkabinen mit jeweils zwei Mittelgängen, auch Twin-Aisle genannt). Das markante Merkmal ist der ovale Querschnitt dieses Rumpfmodells. Die A380 löst damit die Boeing 747 (400 Sitzplätze bzw. maximal 568) als größtes Passagierflugzeug ab.

Der Erstflug fand am 27. April 2005 statt.[43] Die A380 mit der Produktionsnummer MSN3 ging am 25. Oktober 2007 in der Version A380-800 in den Liniendienst; erster Betreiber wurde Singapore Airlines.[44] Am 14. Februar 2019 kündigte Airbus an, die Produktion des A380 bis zum Jahr 2021 aufgrund der schwächer gewordenen Nachfrage einzustellen.[45]

ACJ-Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Namen Airbus Corporate Jets (kurz ACJ; bis 2011 Airbus Corporate Jetliner) werden verschiedene Verkehrsflugzeuge an private Anwender als VIP- und Geschäftsreiseflugzeuge hergestellt und vertrieben. Diese Flugzeuge sind im Vergleich zu den originalen Flugzeugen für weniger Personen zugelassen, besitzen dafür aber mehr Reichweite und eine individuelle Innenausstattung mit zum Beispiel einem Empfangsbereich, einer Bar, einem oder mehreren Schlafzimmern, einem Wohnbereich oder Bad mit Dusche. Des Weiteren können diese Flugzeuge auch für weitere Anwendungsfälle angepasst werden, wie zum Beispiel für die militärischen Luftfahrt als Krankentransportflugzeug oder als Flugzeug für Regierungsmitglieder. Vertrieben werden die Flugzeugvarianten ACJ350-900 und ACJ350-1000, die auf dem Airbus A350 basieren und beide unter dem Namen ACJ350 XWB vertrieben werden, der ACJ330neo der auf dem Airbus A330neo basiert, der ACJ TwoTwenty der auf dem Airbus A220 basiert sowie der ACJ319neo und ACJ320neo die beide auf der Airbus-A320neo-Familie basieren. Zudem wurde früher die Varianten ACJ318, ACJ319, ACJ320 und ACJ321 die alle drei auf der A320-Familie basieren, der ACJ330 auf Basis des Airbus A330-200 und die Airbus-A340-Varianten ACJ340-300, ACJ340-500 und ACJ340-600 vertrieben. Ein ACJ380 auf Basis des A380-800 wurde zwar einige Zeit von Airbus angeboten, aber nie von einem Kunden bestellt.[46][47][48][49][50][51]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht (Stand: 9. Mai 2020)
Flugzeugtyp Bestellungen Auslieferungen Im Flugdienst Erstauslieferung Produktionsende
Airbus A220-100 94 40 40 Juli 2016
Airbus A220-300 548 73 73 November 2016
Airbus A300 561 561 235 1974-05 Mai 1974 2007-07 Juli 2007
Airbus A310 255 255 61 1985-12 Dezember 1985 2007-07 Juli 2007
Airbus A318 80 80 63 2003-10 Oktober 2003 2013
Airbus A319 1486 1479 1408 1996-04 April 1996
Airbus A319neo 84 2 2 August 2019
Airbus A320 4770 4750 4368 1988-03 März 1988
Airbus A320neo 3948 961 961 2016 Januar 2016
Airbus A321 1791 1757 1728 1994-01 Januar 1994
Airbus A321neo 3413 326 326 April 2017
Airbus A330-200 660 642 607 1998 April 1998
Airbus A330-200F 41 38 38 2010-09 September 2010
Airbus A330-300 785 771 747 1993-12 Dezember 1993
Airbus A330-800 14 0 0 2018 ?
Airbus A330-900 319 46 46 2017 ab 2018
Airbus A340-200/300 246 246 127 1993-01 Januar 1993 2011-11 November 2011
Airbus A340-500/600 131 131 107 2002-07 Juli 2002 2011-11 November 2011
Airbus A350-900 760 321 321 2014-12 Dezember 2014
Airbus A350-1000 170 41 41 2018 Februar 2018
Airbus A380 251 251 243 2007-10 Oktober 2007 2011-11 2021[52]
Gesamt (4/2022)[53] 21059 13989 12573

Die genaue Bezeichnung eines Flugzeugs variiert in den letzten zwei Stellen, im Gegensatz zu Boeing werden jedoch keine Kundencodes verwendet, sondern es erfolgt eine Codierung des Triebwerksherstellers und des Modells beziehungsweise der Ausbaustufe. So bedeutet beispielsweise A340-642X, dass es sich um eine A340-600 mit höherem Gesamtgewicht (X) und einem tendenziell etwas älteren (Ziffer 2) Rolls-Royce-Triebwerk handelt (Ziffer 4).

Das Alter oder Modell eines Triebwerks wird normalerweise durch die Ziffern 0 bis 7 ausgedrückt, jedoch nicht einheitlich bei allen Modellen, für den Hersteller gilt:

Bis zur Auslieferung erhalten die Typen ein vorläufiges Luftfahrzeugkennzeichen. Diese ist für alle Großraumflugzeuge und diejenigen A320, die in Frankreich gebaut wurden, F-WWxx, für die A318 D-AUxx und für alle anderen Typen D-AVxx. xx steht dabei für ein individuelles Flugzeug, wobei diese Kennzeichen allerdings mehrfach verwendet werden, z. T. dutzende Male.

Zeitleiste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitleiste ziviler Verkehrsflugzeuge von Airbus
Typ 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er 2020er
Strecke Rumpf Antrieb 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
kurz/mittel schmal zweistrahlig A220
kurz/mittel schmal zweistrahlig A318
kurz/mittel schmal zweistrahlig A320
mittel schmal zweistrahlig A319
mittel schmal zweistrahlig A321
mittel Großraum zweistrahlig A300
mittel/lang Großraum zweistrahlig A310
mittel/lang Großraum zweistrahlig A330
lang Großraum zweistrahlig A350
lang Großraum vierstrahlig A340
lang Großraum,
zwei Decks
vierstrahlig A380

Militärflugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus A310-300 MRT/MRTT[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der Airbus Military
Airbus A310 MRT

Der Airbus A310-300 MRT (Multi Role Transport) ist ein flexibel einsetzbarer militärischer Flugzeugtyp. Insgesamt wurden sieben Exemplare gebaut, davon gingen vier an die Deutsche Luftwaffe. Dabei wurden ehemalige A310 der Lufthansa bei EADS Elbe Flugzeugwerke in Dresden und bei der Lufthansa Technik in Hamburg umgebaut. Der Erstflug eines MRT fand am 25. März 1999 statt.

Eine Weiterentwicklung des A310 MRT stellt der A310-300 MRTT (Multi-Role Transport Tanker) dar. Dieser verfügt zusätzlich über zwei Luftbetankungs-Pods sowie fünf zusätzliche Treibstofftanks.

Airbus A330 MRTT[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus A330 MRTT der Vereinigten Arabischen Emirate

Der Airbus A330 MRTT ist ein „Multi Role Tanker Transport“ Flugzeug, also ein Tankflugzeug mit der zusätzlichen Fähigkeit Personentransport, Fracht und Lazarett. Ähnlich wie bei der kleineren Schwester A310-300 MRTT wurden die Tragflächen um zwei Luftbetankungs-Pods erweitert. Speziell für die US-Luftwaffe wurde unter dem Namen KC-45A zusammen mit Northrop Grumman ein ähnliches Flugzeug entwickelt, das in einer Ausschreibung gegen die KC-767 antrat und die veralteten Boeing KC-135 ersetzen sollte. Dieses sollte neben den Luftbetankungs-Pods einen Schlauchausleger unterhalb des Rumpfes erhalten. Im Februar 2008 erhielt der nun als KC-45A bezeichnete Entwurf zunächst den Zuschlag vor der Boeing KC-767. Im Sommer 2008 wurde aber die Bestellung zurückgezogen und neue Ausschreibung erfolgte. Im März 2010 zog sich Northrop Grumman aus dem Verfahren zurück, woraufhin EADS eigenständig den KC-45 anbot, aber im Februar 2011 dann der Boeing KC-46 unterlag. Hauptargument für die A330 MRTT ist deren enorme Kapazität. Selbst ohne Zusatztanks kann das Flugzeug 111 Tonnen Treibstoff fassen. 65 Tonnen davon werden während eines zweistündigen Einsatzes – das entspricht etwa einer Strecke von 2000 Kilometern – in der Luftbetankungsrolle abgegeben. Dies sind etwa 50 Prozent mehr als bei vergleichbaren Flugzeugtypen. Die A330 MRTT kann also wesentlich weiter entfernte Einsatzgebiete anfliegen und dort Flugzeuge betanken. Weil keine Treibstoff-Zusatztanks benötigt werden, ist der gesamte Frachtraum verfügbar, wodurch auch LD3- oder LD6-Container oder Militärpaletten aufgenommen werden können. Im Januar 2004 entschied sich bereits das britische Verteidigungsministerium im Rahmen eines 13-Milliarden-Pfund-Programms zur zukünftigen strategischen Luftbetankung für die A330 MRTT. Im März 2008 wurde der Vertrag über 14 Flugzeuge unterschrieben. Am 1. Juni 2011 hat die australische Luftwaffe die erste von fünf Maschinen mit der australischen Typbezeichnung „KC-30A MRTT“ übernommen. Das erste von sechs bestellten Flugzeugen für die Royal Saudi Air Force sollte 2011 ausgeliefert werden; tatsächlich konnte dies erst im Juni 2013 erfolgen. Die United Arab Emirates Air Force erhielt im 3. Quartal 2013 die erste von drei bestellten Maschinen.

Airbus A400M[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Airbus A400M im Flug.

Der Airbus A400M ist ein militärisches Transportflugzeug, das von Airbus Military entwickelt wird, um in verschiedenen europäischen Luftwaffen den alternden Bestand an Transportflugzeugen zu ersetzen, unter anderem die deutsche Transall. Es ist mit vier Turboprop-Triebwerken ausgestattet und zeichnet sich gegenüber seinen Vorläufern unter anderem durch höhere Nutzlast, Reichweite, Betankungsfähigkeit aus; außerdem ist er in der Lage Treibstoff an andere Flugzeuge abzugeben (Luftbetankung). Der Rollout der ersten Maschine erfolgte im Juni 2008, der Erstflug am 11. Dezember 2009. Die erste Auslieferung erfolgte im September 2013.

CASA Transportflugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Eingliederung der Construcciones Aeronáuticas S.A. (CASA) in den EADS-Konzern im Jahr 1999 gehörte das Unternehmen zur damaligen Military Transport Aircraft Division (MTAD). Heute heißt die Militärflugzeugsparte mit Sitz im spanischen Madrid Airbus Military. Zur Produktpalette gehören die Flugzeugtypen CASA C-212, CASA CN-235 und CASA C-295. Damit gehört Airbus heute zu den größten Anbietern kleinerer militärischer Transport- und Mehrzweckflugzeuge.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand November 2016[54]
Typ Flugzeugart Bestellungen Auslieferungen Im Flugdienst 1. Auslieferung Produktionsende
Airbus A310-300 MRT/MRTT mil. Mehrzweckflugzeug Betankungsflugzeug 6 (nur MRTT) 6 6 25. März 1999 (Erstflug Umrüstung) März 1998 (Neubauten)
Airbus A330 MRTT Betankungsflugzeug 51 28 28 15. Juni 2007 (Erstflug)
Airbus A400M militärisches Transportflugzeug 174 34 34 1. August 2013
CASA C-212 militärisches Transportflugzeug 483 478 218 Mai 1974 Dezember 2012
CASA CN-235 militärisches Transportflugzeug 283 279 234 1. März 1988
CASA C-295 militärisches Transportflugzeug 169 156 154 Oktober 2001

Kommunalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cockpit eines Airbus A319

Eine Eigenschaft, die Airbus-Flugzeuge von der Konkurrenz abhebt, ist die sogenannte Kommunalität (Gemeinsamkeit) zwischen den Typen. Die Bauteile und -gruppen für die verschiedenen Typen sind möglichst baugleich, was Vorteile bietet

  • für die Logistik der Fluggesellschaften (geringe Anzahl von Ersatzteilen für eine gemischte Flotte),
  • für die Wartung (ein Mechaniker kann viele Typen warten) und
  • für den Betrieb (die Piloten sind flexibel auf mehreren Typen einsetzbar).

So sind die Cockpits innerhalb der A320-Familie identisch, und denen der nachfolgenden Typen (A330 usw.) sehr ähnlich. Piloten können schnell auf andere Typen umschulen, zum Beispiel von A320 auf A330 oder A340 in acht Tagen (anstatt 25 für eine volle Musterberechtigung). Von A330 auf A340 kann innerhalb von drei Tagen umgeschult werden, umgekehrt bedarf es sogar nur eines Tages.

Die älteren Typen A300 und A310 haben jedoch Cockpits, die auf konventioneller Technik mit normalen Steuerhörnern anstatt Sidesticks basieren. Sie besitzen deshalb keine Cockpit-Kommunalität zu den späteren Typen. Deshalb ist bei der Umschulung auf die Glascockpits der A320–A380 erheblich höherer Schulungsaufwand nötig.

Ausblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell des Airbus „Quadcruiser“ bei der CeBit 2016
Model eines Blended-Wing-Body ähnlich zum „Maveric“

Airbus entwickelte 2013 in Zusammenarbeit mit der SFL-GmbH einen Quadrocopter mit fünf Rotoren und einer Abflugmasse von 12 kg und einer Stunde Flugzeit, um sich an der Erforschung unbemannter Luftfahrtsysteme zu beteiligen. Im Januar 2018 hatte Vahana seinen Erstflug, ein achtmotoriges elektrisch angetriebenes senkrechtstartendes Kippflügel-Wandelflugzeug, das sich selbst steuert.[55]

Ferner arbeitet Airbus an Überschallflugzeugen und meldete im April 2015 dazu ein Patent für ein hybrides Flugzeug an, das über Düsen- und Raketenantrieb verfügt.[56][57]

Auf der ILA 2016 in Berlin wurde das Fluggerät Thor vorgestellt, das bis auf Motoren, Fahrwerk, Propeller und Steuerung vollständig mit einem 3D-Drucker produziert wurde.

Der harte Brexit sei nach Aussage des Airbus-Managements „ökonomisch unverantwortlich“; „wenn wir Zölle zahlen müssten oder unsere Leute nur noch räumlich beschränkt einsetzen könnten, würde das unsere Wettbewerbsfähigkeit stark beeinträchtigen“, so Airbus-Chef Enders.[58]

Auf der Luftfahrtmesse in Singapur stellte Airbus im Februar 2020 das Konzept „Maveric“ vor, bei dem die Form von bisherigen Modellreihen abweicht und an einen Rochen erinnert.[59]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Großbongardt: 50 Jahre Airbus. Wie alles begann... In: AERO International. Nr. 6/2019, S. 82–85.
  • Airbus at 50. (Titelgeschichte) In: Airliner World, Januar 2021, S. 96–105
  • Ulrich Kirchner: Geschichte des bundesdeutschen Verkehrsflugzeugbaus: Der lange Weg zum Airbus. Campus, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-593-36140-X.
  • Karl Morgenstern, Dietmar Plath: Airbus. Geschichte – Unternehmen – Flugzeugtypen. 2. Auflage. Motorbuch, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-613-02566-0.
  • Gerald Braunberger: Airbus gegen Boeing. Wirtschaftskrieg der Giganten. Frankfurter Allgemeine Buch, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-89981-116-2.
  • John Newhouse: Boeing versus Airbus. Knopf, New York 2007, ISBN 978-1-4000-4336-1.
  • Achim Figgen, Dietmar Plath: Das große Airbus-Typenbuch. GeraMond Verlag, München 2012, ISBN 978-3-86245-305-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Airbus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Airbus – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Guillaume Faury. Abgerufen am 27. Dezember 2019 (englisch).
  2. Anzahl der Beschäftigten der Airbus Group in den Jahren 2017 und 2019 nach Geschäftssegmenten. In: Statista. Abgerufen am 15. Februar 2020.
  3. Airbus reports Full-Year (FY) 2019 results. airbus.com, abgerufen am 15. Februar 2020.
  4. Airbus Group wird Airbus. In: aerosieger.de. 13. April 2017, abgerufen am 1. Mai 2017.
  5. manager-magazin de-Redakteur Lutz Reiche: Verkaufte Maschinen: Airbus löst Boeing an der Spitze ab. In: Spiegel Online. 2. Januar 2020 (spiegel.de [abgerufen am 2. Januar 2020]).
  6. travelink: travelink.de, abgerufen am 17. Oktober 2016
  7. fjs.de (Seite der Hanns-Seidel-Stiftung über Franz Josef Strauß): Franz Josef Strauß – Wirken – Luft- und Raumfahrt (Memento vom 10. Juni 2011 im Internet Archive).
  8. Crystal Cabin Award 2010: The Winners! (PDF; 46 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) crystal-cabin-award.com, archiviert vom Original am 19. Februar 2014; abgerufen am 13. Juni 2019.
  9. Letzte Sandfuhre: Jetzt ist das Mühlenberger Loch zu. In: Hamburger Abendblatt. 27. August 2004.
  10. Airbus in Germany. (Nicht mehr online verfügbar.) Airbus, archiviert vom Original am 22. August 2008; abgerufen am 12. November 2010 (englisch).
  11. Hamburger Abendblatt: Airbus baut erstmals den A320 in Hamburg, 26. März 2008.
  12. Hamburg: Airbus eröffnet vierte Final Assembly Line. Abgerufen am 21. Juni 2019.
  13. Airbus in Germany. (Nicht mehr online verfügbar.) Airbus, archiviert vom Original am 22. August 2008; abgerufen am 12. November 2010 (englisch).
  14. Globetrotter Werksführung. Let's visit Airbus.
  15. Customer support and services (Memento vom 1. Juli 2012 im Internet Archive)
  16. Wachstumsbranche Luft- und Raumfahrt-Zulieferindustrie (Memento vom 8. Juni 2013 im Internet Archive), Wirtschaftsministerium MV, abgerufen am 12. November 2014.
  17. ferchau.com
  18. Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt in Warnemünde eröffnet. In: airliners.de. 16. November 2007, abgerufen am 12. November 2014.
  19. Airbus/RST Rostock-System-Technik GmbH (Memento vom 12. November 2014 im Internet Archive)
  20. Airbus schließt Verhandlungen zum Verkauf seiner Fertigungs-Einheiten in Filton für Flügelkomponentenbau und Montage an GKN ab. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Press releases. Airbus, 15. September 2008, archiviert vom Original am 24. Dezember 2012; abgerufen am 10. Dezember 2010.
  21. Sparprogramm „Power8“ Airbus verkauft Werk in Filton an britische GKN. In: Handelsblatt.com, 15. September 2008.
  22. Airbus will Produktion in China ausbauen. In: handelsblatt.com. Abgerufen am 16. März 2018.
  23. China will 184 Airbus-Maschinen kaufen. In: faz.net. Abgerufen am 16. März 2018.
  24. Artikel auf tagesschau.de (Memento vom 16. September 2015 im Internet Archive)
  25. Erste A321 aus Mobile verlässt die Halle. In: FlugRevue.de. 24. Februar 2016, abgerufen am 7. März 2016.
  26. Erster in den USA gebauter Airbus-Jet ausgeliefert. (Nicht mehr online verfügbar.) In: airbus.com. 25. April 2016, archiviert vom Original am 4. Mai 2016; abgerufen am 13. Juni 2019.
  27. Hermannus Pfeifer: Airbus-Belegschaft protestiert. In: Frankfurter Rundschau. 19. August 2010, S. 17.
  28. EADS Personnel Report 2002, EADS N.V. HR-PP / Beechavenue 130–132 / 1119 PR Schiphol-Rijk/NL, erschienen im Juli 2003.
  29. EADS Personnel Report 2003, EADS N.V. HR-PP / Beechavenue 130–132 / 1119 PR Schiphol-Rijk/NL, erschienen im Mai 2004.
  30. EADS Personnel Report 2004, EADS N.V. HR-PP / Beechavenue 130–132 / 1119 PR Schiphol-Rijk/NL, erschienen im April 2005.
  31. a b EADS Personnel Report 2005, EADS N.V. HR-IO / Beechavenue 130–132 / 1119 PR Schiphol-Rijk/NL, erschienen im März 2006.
  32. EADS Personnel Report 2006, EADS N.V. HR-IO / Beechavenue 130–132 / 1119 PR Schiphol-Rijk/NL, erschienen im März 2007.
  33. EADS Personnel Report 2007, EADS N.V. HR-IO / Beechavenue 130–132 / 1119 PR Schiphol-Rijk/NL, erschienen im März 2008.
  34. EADS Personnel Report 2008, EADS N.V. HR-OD / Mendelweg 30 / 2333 CS Leiden/NL, erschienen im März 2009.
  35. a b EADS Personnel Report 2009, EADS N.V. HR-OD / Mendelweg 30 / 2333 CS Leiden/NL, erschienen im März 2010.
  36. EADS Personnel Report 2010, EADS N.V. HR-OD / Mendelweg 30 / 2333 CS Leiden/NL, erschienen im März 2011.
  37. a b Airbus: Airbus Engineering Centre India (Memento vom 4. Juli 2011 im Internet Archive), abgerufen am 13. Juni 2019.
  38. a b Ian Moir, Allan G. Seabridge: Civil Avionics Systems. Professional Engineering Publishing, London 2003, ISBN 1-86058-342-3.
  39. No A320 replacement 'until 2024': Airbus. In: Flight Global. 17. September 2009.
  40. Neues Airbus Single Aisle-Programm wohl nicht vor 2030. In: Aero.de, 8. April 2011, abgerufen am 2. September 2011.
  41. EASA Type Certificate Data Sheet A350 (englisch), abgerufen am 23. Dezember 2020.
  42. Airbus presents A350 XWB: new Extra Wide Body Family for the 21st century. Airbus, 17. Juli 2006, abgerufen am 13. Juni 2019 (englisch).
  43. Airbus: A380, the 21st century flagship, successfully completes its first flight (Memento vom 2. März 2008 im Internet Archive), 27. April 2005.
  44. World's Largest Airliner Enters Commercial Service (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) Singapore Airlines, 25. Oktober 2007.
  45. Airbus stellt Produktion des A380 ein In: ZEIT Online. 14. Februar 2019.
  46. ACJ TwoTwenty. Abgerufen am 23. Dezember 2020 (englisch).
  47. ACJ350 XWB. Abgerufen am 23. Dezember 2020 (englisch).
  48. ACJ319neo. Abgerufen am 23. Dezember 2020 (englisch).
  49. ACJ320neo. Abgerufen am 23. Dezember 2020 (englisch).
  50. ACJ330neo. Abgerufen am 23. Dezember 2020 (englisch).
  51. Von ACJ318 bis ACJ380 - Airbus: Frischer Wind bei VIP-Flotte. Abgerufen am 23. Dezember 2020.
  52. Airbus und Emirates erzielen Einigung zur A380 Flotte, Auftragsunterzeichnung von Großraumflugzeugen neuester Generation ● Emirates reduziert A380-Bestellungen um 39 Maschinen. (Nicht mehr online verfügbar.) AIRBUS, 14. Februar 2019, ehemals im Original; abgerufen am 16. Februar 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.airbus.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  53. Orders and Deliveries. In: Airbus.com. Abgerufen am 13. Mai 2022 (englisch).
  54. Airbus Defence & Space – Orders, Deliveries, In Operation Military aircraft by Country (Memento vom 24. Dezember 2016 im Internet Archive), abgerufen am 13. Juni 2019.
  55. Vahana startet zum Erstflug. In: flugrevue.de. 2. Februar 2018, abgerufen am 10. März 2018.
  56. Airbus meldet Patente für Superjet an. Paris – Tokio in drei Stunden. In: n-tv.de. Abgerufen am 15. August 2015.
  57. Airbus patents plane that could fly from Paris to Tokyo in three hours. Paris – Tokio in drei Stunden. In: theguardian.com. Abgerufen am 15. August 2015: „Plane manufacturer wins US approval for proposed hypersonic jet that would slash flight times by jumping above the atmosphere“
  58. Ein harter Brexit wäre nach Ansicht von Airbus-Chef Thomas Enders ökonomisch unverantwortlich. (Nicht mehr online verfügbar.) 16. Dezember 2016, archiviert vom Original am 15. Januar 2018; abgerufen am 13. Juni 2019.
  59. DER SPIEGEL: Airbus stellt neues Flugzeugdesign-Modell "Maveric" vor - DER SPIEGEL - Wissenschaft. Abgerufen am 3. April 2020.