Börger

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Börger in Niedersachsen, für weitere Bedeutungen siehe Börger (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Börger
Börger
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Börger hervorgehoben
52.9127847.53679340Koordinaten: 52° 55′ N, 7° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Sögel
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 55,25 km²
Einwohner: 2777 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26904
Vorwahl: 05953
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 005
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Waldstraße 4
26904 Börger
Webpräsenz: www.boerger-huemmling.de
Bürgermeister: Hans Schwarz (CDU)
Lage der Gemeinde Börger im Landkreis Emsland
Niederlande Landkreis Cloppenburg Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Landkreis Osnabrück Andervenne Bawinkel Beesten Bockhorst Börger Breddenberg Dersum Dörpen Dohren (Emsland) Emsbüren Esterwegen Freren Fresenburg Geeste Groß Berßen Handrup Haren (Ems) Haselünne Heede (Emsland) Herzlake Hilkenbrook Hüven Klein Berßen Kluse (Emsland) Lähden Lahn (Hümmling) Langen (Emsland) Lathen Lehe (Emsland) Lengerich (Emsland) Lingen (Ems) Lorup Lünne Lünne Meppen Messingen Neubörger Neulehe Niederlangen Oberlangen Papenburg Rastdorf Renkenberge Rhede (Ems) Salzbergen Schapen Sögel Spahnharrenstätte Spelle Stavern Surwold Sustrum Thuine Twist (Emsland) Vrees Walchum Werlte Werpeloh Wettrup WippingenKarte
Über dieses Bild

Börger ist eine Gemeinde im Nordosten des Landkreises Emsland im westlichen Niedersachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Börger liegt im Hümmling, einer Geestlandschaft im Emsland. Die Gemeinde befindet sich zwischen den Städten Meppen im Südwesten, Papenburg im Nordwesten und Friesoythe im Nordosten am Oberlauf der Ohe, das knapp unterhalb seines Quellbereichs durch die östlich von Börger gelegene Niederung verläuft. Die Ortschaft liegt auf nur 40 m über NN; unweit süd-südwestlich des Ortszentrums befindet sich der 66 m hohe Sunderberg. Östlich von Börger fließt die Ohe, ein Bach, an dem früher die Walkemühle stand. Im Südwesten des Ortes liegen die größtenteils durch Landwirtschaft geprägten Ortsteile Nordkamp und Dosfeld.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Surwold und Breddenberg in der Samtgemeinde Nordhümmling, im Osten die Gemeinden Lorup in der Samtgemeinde Werlte und die Gemeinde Spahnharrenstätte, im Süden die Gemeinde Werpeloh und im Westen die Gemeinden Wippingen und Neubörger in der Samtgemeinde Dörpen.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein genaues Datum für die Gründung des Dorfes kann nicht festgelegt werden. Schriftlich wurde Börger erstmals als "Burgiri" (=Birkenhöhe) in den Schriften des Klosters Corvey um 854 erwähnt. Germanische Stämme siedelten erstmals in der Zeit um Christi Geburt auf dem Hümmling. Der Ort und das Umland sind durch zahlreiche Relikte megalithische Monumente der Trichterbecherkultur gekennzeichnet, darunter das Ganggrab (Steenhus) und der Opferstein im Ort. Auch das hauptsächlich in der Sage überlieferte Grab des Königs Surwold hat sich hier befunden. Aus 18 Höfen entwickelte sich die Gemeinde, die heute ca. 2800 Einwohner hat. Die alte Dorfstruktur ist heute noch zu erkennen: Höfe und deren Lage zeugen von der alten Siedlungsweise (Haufendorf).

Im Mittelalter wurde der gesamte Hümmling zum Opfer von Plünderungen und Brandschatzungen durch die benachbarten Stämme der Friesen, Holländer und Stedinger, obwohl er nur dünn besiedelt war und die Gegend sehr agrarisch geprägt war. 1266 versuchten die Einwohner des Hümmlings vergeblich, sich den Friesen unterzuordnen, um einen Schutzherren zu gewinnen. 1394 gewannen die Einwohner des Hümmlings den Bischof von Münster als Schutzherren, als sie sich diesem unterordneten, nachdem er die Macht über die Region Cloppenburg erlangt hatte.

Während des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1647 wurden viele Dörfer im Gebiet um die Ems geplündert und niedergebrannt. Die Bevölkerung Börgers flüchtete in die umliegenden Moore. Es ist überliefert, dass die Einwohner ein Lösegeld zahlten, um der Plünderung durch die Söldner zu entgehen. In den Jahren nach dem Dreißigjährigen Krieg trat auf dem gesamten Hümmling und auch in Börger mehrmalig die Pest auf und dezimierte die Bevölkerung drastisch.

Erstmals erwähnt wird eine Kirche in Börger im Jahre 1490. 1573 wurde die Pfarrgemeinde Börger gegründet. Von 1543 bis 1659 war Börger als Folge der Reformation und des Dreißigjährigen Krieges protestantisch. 1652 wurde in Börger der erste Pfarrer ansässig.

1788 begann die Siedlung von Bauern aus Börger im Nordosten und Nordwesten, aus diesen Ansiedlungen entstanden die Gemeinden Breddenberg und Neubörger Bis zum Beginn der Autonomie der Tochtergemeinden Breddenberg und Neubörger war Börger mit ca. 130 Quadratkilometern Fläche die größte Gemeinde im Königreich Hannover.

Da der Boden im Gebiet der Gemeinde hauptsächlich aus Sandboden, Heide und Moor bestand, war die Landwirtschaft bis zur Erfindung des Kunstdüngers und des Tiefpfluges nur mit mittelmäßigen Erträgen möglich. Viele Bauern betrieben auch Schaf- und Bienenhaltung in der Heide. Die Bevölkerung war demnach arm. Deshalb arbeiteten viele der Bauern zusätzlich als Torfstecher - außerhalb der Saison - in den Niederlanden. Aufgrund der ärmlichen Verhältnisse wurde Börger von der Auswanderungswelle nach Amerika im 1900 Jahrhundert erfasst. 1887, mit dem Ende der Feudalherrschaft des Herzogs von Arenberg erlebte die Region einen wirtschaftlichen Aufschwung, da die Bedingungen für die Bauern besser wurden und sich mehr von ihnen neue Ackerflächen kaufen konnten. In dieser Zeit begann auch das Torfstechen in Börger.

1879 siedelten Bauern im Norden von Börger, jenseits des Waldes, es bildete sich die Siedlung Börgerwald. 1930 bis 1940 siedelten Bauern am Nordrand des Gemeindegebietes, d.h. nördlich von Börgerwald und Börger im Moor - es bildete sich die Siedlung Börgermoor. 1934 wurden die beiden Ortsteile Börgermoor und Börgerwald unabhängig von Börger und zur Gemeinde Surwold vereinigt.

Börger gehörte bis zum 31. Dezember 2004 zum Regierungsbezirk Weser-Ems, der infolge einer Verwaltungsreform mit Ablauf dieses Datums aufgelöst wurde.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011[2]
Wbt.: 61,42 % (2006: 65,16 %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,77 %
35,23 %
18,00 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,36 %p
+7,49 %p
-3,13 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen am 11. September 2011 kam es zu einem überraschenden Wahlergebnis, statt der 13 zu besitzenden Sitze wurden nur 12 besetzt. Die SPD hätte stimmenmäßig 5 Sitze erhalten, hatte aber nur 4 Kandidaten aufgestellt. So kommt es zu folgender Zusammensetzung:

Robert Klaßen, Ansgar Kossen, Hermann Kossenjans, Hermann Rekers, Hans Schwarz und Konrad Ubbenjans.

Jürgen Ermes, Klaus Fleer, Johannes Müller und Hans-Hermann Rolfes

Heinz Engbers und Hermann Wöste

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hans Schwarz (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Rot über Gold geteilt, darin oben in verwechselten Farben ein Bienenkorb zwischen zwei Birkenblättern, unten ein Mühlstein mit Mühleisen.

Die Birkenblätter symbolisieren die Namensdeutung "Burg iri". Der Bienenkorb bezieht sich auf die im Heidegebiet des Hümmlings vielfach betriebene Bienenzucht. Der Mühlstein erinnert daran, dass in Börger früher viele Mühlenbetriebe ihren Standort hatten. Die rot-goldene Schildteilung entspricht dem Wappen der Reichsabtei Corvey, zu deren umfangreichem emsländischen Besitz Börger bis zum 13. Jahrhundert gehörte. Die Farben Rot und Gold sind zugleich die des Fürstbistums Münster, das als Nachfolger Corveys bis zum Ende des alten Reiches 1803 die Landesherrschaft innehatte.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Dr. Ulf-Dietrich Korn aus Münster gestaltet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Neben einigen Gasthöfen und Privatunterkünften gibt es ein Jugendgästehaus und einen Campingplatz. Die Gemeinde Börger hat einen sehr stark ausgeprägten „sanften Tourismus“ wie zum Beispiel etliche Wander-, Rad- und Reitwege. In den Sommermonaten steht das örtliche Freibad den Gästen zur Verfügung. Das Steenhus von Börger (auch "Börger I" genannt), ist ein neolithisches Ganggrab, mit der Sprockhoff-Nr. 819.

Sport[Bearbeiten]

Die DJK Eintracht Börger wurde bereits 1919 gegründet. Folgende Sportarten werden angeboten: Fußball, Tennis, Tischtennis, Karate, Volleyball, Leichtathletik, Schach, Line-Dance, Aerobic und Basketball. Der Reit- und Fahrverein Börger ist im Besitz einer Reitsportanlage mit einer 600 m² großen Abreitehalle, einem Dressurplatz und einem großen Springplatz. Eine Vielzahl von Reitstrecken im benachbarten Wald bieten viel Platz zum Ausreiten in der Natur. Im Norden befindet sich das Motodrom Börger, welches mit einem 1800 m langen Kurs Platz für Motocross-Sportler bietet. Hier findet jährlich der Niedersachsencup statt.

Naturschutz[Bearbeiten]

In der Gemeinde Börger gibt es vier Naturschutzgebiete: „Windelberg“ im Nordosten, „Am Busch“ im Süden und „Oberlauf der Ohe“ im Süd-Osten des Ortes. Der Eichenwald am süd-östlichen Ortsrand ist als Naturdenkmal „Osterbrink“ notiert. Unmittelbar neben diesem Eichenwald befindet sich der Dorfteich und das Heimathaus. Das Biotop „Segelflugplatz Surwold“ im Norden zeichnet sich durch ausgeprägte dichte Heidebestände und Komplexe aus Sand-Magerrasen und Borstgrasnasen aus. Das Gelände des Flugplatzes steht als Naturschutzgebiet „Steinberg“ unter Schutz. Im Biotop „Heideweg“ sind basen- und nährstoffarme Sandflächen sowie dichte Heidegewächse zu finden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Börger liegt im Schnittpunkt der Landstraßen L 32, L 51 und L 62 zwischen den Nachbargemeinden Werpeloh, Surwold, Neubörger, Spahnharrenstätte und Breddenberg.

Die nächsten Autobahnanschlussstellen befinden sich an der Autobahn A 31 bei Dörpen und Lathen und sind jeweils etwa 30 km entfernt. In diesen Orten befinden sich auch die Regionalbahnhöfe der Kursbuchstrecke 395 zwischen Münster und Leer.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Börger befinden sich zahlreiche Unternehmen aus dem Bau- und dem Metallgewerbe, wovon die meisten im Gewerbe- und Industriegebiet Mühlenberg angesiedelt sind. Größter Arbeitgeber im Ort ist die Bochumer Firma Zimbo, die eine Fleisch- und Wurstwarenproduktionsstätte mit etwa 300 Arbeitsplätzen in Börger unterhält. Eine Werkstatt für behinderte Menschen unter Trägerschaft der Caritas beschäftigt zahlreiche Menschen mit Behinderungen aus Börger und Umgebung. Darüber hinaus gibt es in Börger immer noch viele Landwirtschaftsbetriebe, die sich vornehmlich am Ortsrand befinden.

Bildung[Bearbeiten]

Die Grund- und Hauptschule Börger wird von ca. 250 Schülern besucht. In der Nähe zum Gebäude der Grundschule, der Turnhalle und dem Freibad befindet sich der Kindergarten "Speelhus". Zudem ist in unmittelbarer Umgebung die Freie Realschule Hümmling zu finden, welche sich in der Trägerschaft der Freien Schulgesellschaft Hümmling befindet. Das Gebäude der Hauptschule befindet sich im Ortskern, in der Nähe der St. Jodokus Kirche.

Religion[Bearbeiten]

Im Zentrum des Ortes steht die katholische St. Jodokus Kirche. Die neugotische Kirche (Kölner Neugotik) wurde zwischen 1856 und 1858 erbaut und zu Beginn des 21. Jahrhunderts umfangreich restauriert. Die St. Jodokus Gemeinde gehört der Pfarreiengemeinschaft St. Barbara an. Darüber hinaus ist auf dem Gelände der Alten- und Pflegewohneinrichtung St.-Josef-Stift in einem alten Bauernhaus die St.-Josef-Kapelle untergebracht, die Kapelle des ehemaligen Börgeraner Krankenhauses.

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard Rolfes (Herausgeber): Börger – Geschichte eines Hümmlingdorfes. Börger 2005
  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück: Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück. Heft I. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens. Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3.
  • Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth, Heinrich Dünheuft: Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber): Altdeutsches Namenbuch. Band II, 1 und 2: Ortsnamen. Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. http://wahlen.itebo.de/komw2011/soegel/454107_000032/0004540050000_vgl1.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Börger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

http://www.freieschulehuemmling.de/