Freren

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Overwater ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum gleichnamigen niederländischen Jazz-Bassisten siehe Tony Overwater.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Freren
Freren
Deutschlandkarte, Position der Stadt Freren hervorgehoben
52.4866666666677.543888888888939Koordinaten: 52° 29′ N, 7° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Freren
Höhe: 39 m ü. NHN
Fläche: 48,99 km²
Einwohner: 4996 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49832
Vorwahl: 05902
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 012
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
49832 Freren
Webpräsenz: www.freren.de
Bürgermeister: Klaus Prekel (CDU)
Lage der Stadt Freren im Landkreis Emsland
Niederlande Landkreis Cloppenburg Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Landkreis Osnabrück Andervenne Bawinkel Beesten Bockhorst Börger Breddenberg Dersum Dörpen Dohren (Emsland) Emsbüren Esterwegen Freren Fresenburg Geeste Groß Berßen Handrup Haren (Ems) Haselünne Heede (Emsland) Herzlake Hilkenbrook Hüven Klein Berßen Kluse (Emsland) Lähden Lahn (Hümmling) Langen (Emsland) Lathen Lehe (Emsland) Lengerich (Emsland) Lingen (Ems) Lorup Lünne Lünne Meppen Messingen Neubörger Neulehe Niederlangen Oberlangen Papenburg Rastdorf Renkenberge Rhede (Ems) Salzbergen Schapen Sögel Spahnharrenstätte Spelle Stavern Surwold Sustrum Thuine Twist (Emsland) Vrees Walchum Werlte Werpeloh Wettrup WippingenKarte
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Freren ist eine Kleinstadt im westlichen Teil Niedersachsens. Das Grundzentrum liegt im ehemaligen Landkreis Lingen, der heute den südlichen Teil des Großlandkreises Emsland umfasst.

In der Stadt, die sich auf 48,99 km² Fläche erstreckt, leben knapp unter 5.000 Einwohner. Freren ist seit 1974 Sitz der gleichnamigen Samtgemeinde. Die Stadtrechte erhielt Freren 1723 durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I., die älteste urkundliche Erwähnung der Siedlung geht auf das 9. Jahrhundert zurück.

Geografie[Bearbeiten]

Bahnstrecke[Bearbeiten]

Freren war Bahnstation an der Eisenbahnstrecke Quakenbrück —Rheine.

Lage[Bearbeiten]

Freren liegt im Landkreis Emsland nahe der südlich verlaufenden Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen, südöstlich der Lingener Höhe und direkt an der B 214.

In näherer Umgebung liegen die Städte Lingen (15 km; West-Nordwesten), Ibbenbüren (26 km; Süd-Südosten), Rheine (23 km; Süd-Südwesten) und Fürstenau (11 km; Ost-Nordosten ). Die nächstgelegene Großstadt ist Osnabrück im Ost-Südosten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinde Lengerich in der gleichnamigen Samtgemeinde, im Osten die Gemeinde Andervenne, die Stadt Fürstenau in der Samtgemeinde Fürstenau im Landkreis Osnabrück und die Gemeinde Hopsten im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen, im Süden die Gemeinde Schapen in der Samtgemeinde Spelle und im Westen die Gemeinden Beesten, Messingen und Thuine.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die ehemaligen, sich selbst verwaltenden Bauerschaften Lohe-Venslage, Geringhusen, Lünsfeld, Suttrup, Ostwie, Setlage und Overwater sind seit 1974 Ortsteile der Stadt. Zu den ehemaligen Bauerschaften von Freren gehörte auch Andervenne, das sich zu einer selbstständigen Gemeinde entwickelte.

Geschichte der Stadt Freren[Bearbeiten]

Evangelische Kirche.
Katholische St.-Vitus-Kirche.

Die ältesten Funde aus dem Frerener Gebiet stammen aus der Mittelsteinzeit (ca. 8300–4500 v. Chr.). Kennzeichnend für diese Periode sind Geschossspitzen, die aus mehreren kleinen Feuersteinabschlägen, so genannten Mikrolithen, angefertigt sind. Mesolithische (mittelsteinzeitliche) Bestattungen sind eher selten. Die z. B. in Freren und Thuine anzutreffenden Megalithgräber stammen aus der Jungsteinzeit (ca. 3500–2800 v. Chr.) und wurden von den Menschen der Trichterbecherkultur errichtet. Der Schatzfund von Lohe wurde in der Nähe gemacht.

Die Herkunft des Namens Freren (alt: Friduren 890, Friderun um 980, Vrideren 1100, später Vrederen 1150, Fredderen 1195) ist nicht gesichert. Das Bestimmungswort leitet sich möglicherweise von indogermanischen pri, germanisch fri ab und bedeutet dann lieben (einen Kultplatz). Nach einer anderen Erklärung könnte frede, vride von altsächsisch frethu, frithu für einen umhegten Raum stehen (bei den Sachsen Bezeichnung für einen Gerichtsplatz im Freien). Die Endungen -ina, -ini, -ine, -inun, -enan, -enun, -um, -un, -ene, -en kommen in zahlreichen Ortsnamen anstelle eines abschließenden Grundwortes vor. Darin steckt ein allgemeines Grundwort mit der Bedeutung „Siedlung“.

Freren ist aus einer uralten Siedlung entstanden, die wahrscheinlich schon weit vor der Christianisierung vorhanden war. Nachdem ab 780 n. Chr. von Karl dem Großen (* wahrscheinlich 2. April 747 oder 748; † 28. Januar 814 in Aachen) neun Missionssprengel zur Christianisierung der unterworfenen Sachsen errichtet worden waren, wurden von der Missionszelle Visbek aus durch Abt Gerbert Castus die ersten Kirchengemeinden in der Umgebung gegründet.[2] Zu diesen zählte im Venkigau die Gaukirche Freren.[3] Im Heberegister des Klosters Corvey von 976 bis 979 ist eine Schenkungsurkunde aus Friderun an das Kloster enthalten. Mit dieser Urkunde verschenkte ein gewisser Gelthard zwei Stücke Ackerland an Corvey. Jährlich waren 1,5 Mark, ein Wagen, 10 Krüge Honig, 5 Maß Käse und 1 Topf Butter an Corvey zu zahlen. Die Hörigen mussten außerdem 35 Widder und 16 Stück Tuch abliefern. Friderun erhielt wohl die erste Kirche im Venkigau, eine Mutter- oder Taufkirche mit dem Vorrecht eines Sendgerichts. Schon vor der Errichtung der Burg und Gründung der Stadt Lingen war Freren Zentrum des Venkigaus, sowie Sitz eines Gogerichtes beim Hofschulten. Dieses wurde 1662 nach Lingen verlegt.

Freren gehörte im Mittelalter zur Grafschaft Tecklenburg. Nach der Niederlage der Tecklenburger Grafen im Schmalkaldischen Krieg wurde Freren 1548 ein Teil der Grafschaft Lingen.

Im Dezember 1605 forderte die Pest viele Opfer. Außerdem wurde die Ortschaft im Dreißigjährigen Krieg mehrfach von spanischen und holländischen Söldnern sowie von Schweden, Hessen und Lüneburgern verwüstet. 1633 wurde der gesamte Ort gebrandschatzt. Unter König Friedrich I. wurde Freren 1702 ein Teil von Preußen. Im Jahr 1724 erhielt Freren aufgrund seiner zentralen Bedeutung für die Region vom preußischen Staat die Stadtrechte verliehen. Nach französischer Besatzungszeit unter Napoleon gelangte Freren 1815 an das Königreich Hannover. Nach der Rückstufung zur Landgemeinde 1852 stieg Freren erst 1950 erneut zur Stadt auf.

Herkunft der Namen der ehemaligen Ortsteile und deren Geschichte[Bearbeiten]

  • Lohe-Venslage (alt: Vennislay 1000, Vinslaghe 1350) kommt erstmals um 1000 im Werdener Heberegister vor. Das Bestimmungswort ist unsicher. Die Herleitung von vini = Moor ist möglich. Eine andere Annahme ist, dass in dem Namen das Wort Feme steckt. Das wäre dann ein Ort, an dem die Feme getagt hat. In der Bauerschaft Lohe (dt. Hain) wurde der Landgöding gehalten, bei dem Streitigkeiten über Grenzen, Erbschaften, Abgaben usw. entschieden wurden. Die Ortschaft Lohe-Venslage gehörte ursprünglich als Bauerschaft zu Thuine. In Lohe wurde 1847 ein bedeutender Schatzfund aus römischer Zeit gemacht.
  • Der Name Geringhusen leitet sich von dem ehemaligen Vollerben Gerdinck ab, dessen Hof schon vor langer Zeit in einzelne Teile aufgelöst worden ist.
  • Lünsfeld (alt: Lunsveld 1350) ist wahrscheinlich nach dem Lunß-Hof benannt.
  • Suttrup (alt: Suddorphe, auch Susdorphe = Süddorf) wird schon um 1000 im Werdender Urbar als Teil des Venkigaus erwähnt. Im Corveyer Heberegister werden die Namen Abbo, Sidac, Eligo und Immigo als Abgabepflichtige genannt. 1456 erhielt die Ortschaft die Erlaubnis eine eigene Kapelle auf dem alte Suttrupper Kirchhof (heute Landwirt Hüsing) zu errichten. Diese Kapelle existiert heute nicht mehr. Die Bauerschaft Suttrup gehörte bis 1974 zu Thuine.
  • Ostwie (alt: Ostwidi 1000) wird gedeutet als Dorf im Osten.
  • Setlage (alt: Zetlage, auch Settlage) wird ebenfalls schon um 1000 im Werdender Urbar erwähnt. Der Name leitet sich von siet = niedrig ab. Es handelte sich also um eine niedrige Lage an der Aa. Der Ort gehörte früher zu Ostwie, bildete später aber eine eigenständige Gemeinde.
  • Hange'. Um 1000 erstmals genannt. Zu Setlage gehört auch das „Haus Hange“, das nach alte Lehnsbüchern schon im 14. Jahrhundert bestanden hat. Damals hieß es das Haus des Herrn von Zetlage.
  • Overwater lag über dem Wasser, also jenseits der Aa.
  • Uphusen bezeichnet die „aufwärts“ gelegenen Häuser.
  • Andervenne (alt: Anderveni 1047). Der Name stammt von einem Moor (Venn = Moor) das im Osten von Andervenne lag und zur Torfgewinnung diente. Andervenne wird im 11. Jahrhundert im Corveyer Heberegister erwähnt. Die ehemalige Bauerschaft von Freren, die sich zu einer eigenständigen Gemeinde entwickelte, gehört nach der Gebietsreform zur Samtgemeinde Freren.

Entwicklung des Ortes[Bearbeiten]

Altes Pfarrhaus an der Goldstraße. Heute sind darin die Katholische öffentliche Bücherei (KÖB) Freren und das Dekanatsjugendbüro Freren untergebracht.
Einwohnerzahl 1789 1805 1844 1861 1880 1885 1900 1925 1933 1939 1950
Freren 314 393 449 570 612 630 679 868 1.828 1.883 2.711
Lohe-Venslage k.A k.A k.A k.A 331 k.A. 331 k.A. 363 387 483
Suttrup k.A k.A k.A k.A 395 k.A. 419 463 482 477 596
Setlage k.A k.A k.A k.A 248 k.A. 179 293 326 279 385
Andervenne N u. O k.A k.A k.A k.A 671 k.A. 789 760 877 832 1.079

Politik[Bearbeiten]

Rathaus mit Brunnenanlage.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird direkt gewählt. Aktuell ist Klaus Prekel Bürgermeister.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat hat 17 gewählte Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 11. September 2011 entfallen 14 Sitze auf die CDU sowie 3 Sitze auf die SPD.[4] Die nächsten Kommunalwahlen werden 2016 stattfinden.

Stadtwappen[Bearbeiten]

Wappen von Freren

Das Wappen der Stadt zeigt drei Blätter einer Seerose auf gelbem Grund. Oberhalb des Wappens befindet sich eine fünfzackige, goldene Krone mit rotem Juwelenbesatz am Hauptrand. Die fünfzackige Krone erinnert an die Herren von Vredderen. Die Feldfarbe Gold soll die Lage des Ortes auf einem Sandhügel am Rande der früheren Sümpfe des Aagebietes andeuten, die Blätter der Wasserrose sollen auf die drei Aaen, nämlich die Deeper Aa, die Settruper und die Schaler Aa, hinweisen, die sich in der Nähe des Gutes Hange zur Großen Aa vereinigen. Entsprechend den Farben des Wappens trägt die Fahne der Stadt Freren die Farben grün, gold und weiß.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Gebiet um den Saller See im Norden der Gemeinde ist 2008 zu einem „Skike-Park“ ausgebaut worden.[5] Der Skike Park ist der älteste seiner Art in Deutschland.[6] Auf der zur Stadt Freren gehörenden Südwestseite des Saller Sees befinden sich auch eine Ferienhaussiedlung und eine Wassertretanlage.

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Kultur[Bearbeiten]

Kulturelle Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Kulturkreis impulse Samtgemeinde Freren e. V. [7]
  • Spuk – Spiel und Kunst, Samtgemeinde Freren e. V. [8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Wagner: Die Gestapo war nicht allein… Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch – niederländischen Grenzgebiet 1929–1945. LIT-Verlag, Münster 2004 (enthält u. a. Lager Esterwegen).
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Hrsg.): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
  • Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück: Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth, Heinrich Dünheuft: Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Hans Behrens: Landwirtschaftliche Geschichtstafel für Weser-Ems, Daten aus 300 Jahren Verbandsarbeit. Isensee Verlag, Oldenburg 2000, ISBN 3-89598-681-X
  • Bernhard Fritze (Hrsg.): Freren. Kleine Stadt im Emsland, Verlag van Acken, Lingen 1994
  • Walther Huatsch (Hrsg.): Grundriß zu deutschen verwaltungsgeschichte 1815–1945. Reihe A: Preußen, Band 10, Hannover, Marburg 1981
  • Statistik des Deutschen Reichs. Ergebnisse verschiedener Volkszählungen, Berlin 1883–1944
  • Niedersächsisches Amt für Landesplanung und Statistik: Statistisches Jahrbuch 1950, Hannover 1950

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Michael Bönte: Abt Gerbert Castus - Ein Missionar aus zweiter Reihe. Kirchensite (Online-Zeitung des Bistums Münster). 29. Oktober 2004. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  3. Offizialatsbezirk Oldenburg. Abgerufen am 11. Oktober 2013.
  4. http://www.freren.com/
  5. Touristik-Verein Freren-Lengerich-Spelle e.V.: SKIKE Park Saller See
  6. Neue Trendsportart am Saller See in Freren. Erster Skike-Park in Deutschland eröffnet – „Leicht zu erlernender Sport“ Grafschafter Nachrichten. 26. September 2008
  7. http://www.impulse-freren.de
  8. http://spuk-freren.de