Barwedel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Barwedel
Barwedel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Barwedel hervorgehoben
Koordinaten: 52° 31′ N, 10° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Boldecker Land
Höhe: 58 m ü. NHN
Fläche: 19,8 km2
Einwohner: 979 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38476
Vorwahl: 05366
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Funkberg 5
38476 Barwedel
Bürgermeister: BWG
Lage der Gemeinde Barwedel im Landkreis Gifhorn
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Über dieses Bild

Barwedel ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Sie gehört zur Samtgemeinde Boldecker Land.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden Barwedels sind (nördlich beginnend im Uhrzeigersinn):

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barwedel wurde erstmals urkundlich 1309 als Berewedel erwähnt. Die ursprüngliche Dorfform war die eines wendischen Rundlings. Laut einem Siedlungsverzeichnis um 1850 bestanden zu dieser Zeit 31 Bauernhöfe.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Ortsnamen von Barwedel waren in den Jahren 888 Beriuuidi, 1309 Bereweden, 1495 Barwedel, 1535 Barwedel, 1566 Barweddell und 1609 Barwede. Von 1625 die heutige Schreibweise überliefert. Die Bezeichnung gehört zu den aus Flurnamen entstandenen Ortsnamen und es liegt ein Kompositum vor, dass den Ortsnamen in "Beri-widi" zerlegt. Die mundartlich Aussprache Barwee lässt sich auf mittelniederdeutsch wede oder altniederdeutsch widu für Wald zurückführen. Als Grundwort ist "widu" anzusetzen. Darin wird "wede" für "Wald" vermutet. "Bêr, bâr, ber, beier, beer" bedeutet "Eber". Der Ortsname bedeutet vermutlich "Schweinewald", bezogen auf die Eichelmast.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Barwedel setzt sich aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen, einschließlich des nebenamtlichen Bürgermeisters.

SPD CDU BWG Gesamt
2006 3 5 3 11 Sitze

(Stand: Kommunalwahl vom 10. September 2006)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün mit einem schräglinken goldenen Farnwedel.“

Der Farnwedel deutet auf das im Gemeindegebiet gelegene Naturschutzgebiet Vogelmoor hin, in dem zahlreiche seltene Pflanzen und vor allem Farne, wie etwa Königsfarn, Frauenfarn, Adlerfarn vorkommen. Zudem steht es für die noch weitgehend unzerstörte Natur.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer von zwei schmäleren grünen Streifen gesäumten, breiten gelben Mittelbahn, etwas zum Flaggensteg hin verschoben, ein grüner Schild mit einem schräglinken gelben Farnwedel.

Bundeswehr-Horchposten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Abhöranlage

Gekennzeichnet wird der Ort von dem ehemaligen Aufklärungsturm der Bundeswehr. Die Funkabhöranlage diente während des Kalten Krieges zum Abhören des militärischen Funkverkehrs in der DDR. Die Funkaufklärung in Barwedel gab es bereits seit 1970, allerdings als mobile Anlage. 1976 wurde die stationäre Abhöranlage auf dem höchsten Punkt weit und breit errichtet, dem Hohen Berg mitten in Barwedel mit 120 m ü. NN. Die Anlage besteht aus einem rund 70 Meter hohen Turm auf einem zweistöckigen Betriebsgebäude sowie mehreren Nebengebäuden. Während der Betriebsdauer war die Anlage streng gesichert und rund um die Uhr bewacht. Nach der deutschen Wende von 1989 bis zum Abzug der sowjetischen Truppen aus der ehemaligen DDR 1994 wurde sie mit verringertem Personal betrieben, danach außer Dienst gestellt. Heute (2005) wird der Turm von Mobilfunk-Betreibern sowie von einigen Ortsansässigen Vereinen genutzt.

Zwei baugleiche Bundeswehr-Abhöranlagen standen ebenfalls auf Erhebungen unmittelbar an der ehemaligen NATO-Ostgrenze. Dies waren Anlagen nahe der DDR auf dem Hohen Meißner bei Kassel (2002 gesprengt) und nahe der ehemaligen Tschechoslowakei auf dem Großen Kornberg bei Schwarzenbach an der Saale im Fichtelgebirge.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barwedel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph