Schwülper

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwülper
Schwülper
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwülper hervorgehoben
Koordinaten: 52° 21′ N, 10° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Papenteich
Höhe: 73 m ü. NHN
Fläche: 20,9 km2
Einwohner: 7232 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 346 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38179
Vorwahl: 05303
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 027
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 11
38179 Schwülper
Website: www.gemeinde-schwuelper.de
Bürgermeister: Uwe-Peter Lestin (SPD)
Lage der Gemeinde Schwülper im Landkreis Gifhorn
SchwülperVordorfDidderseAdenbüttelHillerseMeineWasbüttelRötgesbüttelLeiferdeIsenbüttelRibbesbüttelCalberlahWagenhoffMeinersenOsloßBokensdorfUmmernWesendorfMüden (Aller)SassenburgGifhornSchönewördeWahrenholzWahrenholzGroß OesingenSteinhorstHankensbüttelSprakensehlObernholzDedelstorfWeyhausenTappenbeckJembkeBarwedelBergfeldTiddischeRühenParsaugemeindefreies Gebiet GiebelParsauTülauBromeEhra-LessienWittingenLandkreis GifhornNiedersachsenWolfsburgBraunschweigLandkreis HelmstedtLandkreis PeineRegion HannoverLandkreis CelleLandkreis UelzenSachsen-AnhaltSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Wassermühle Rothemühle

Schwülper ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Papenteich im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Die Gemeinde grenzt nordwestlich direkt an Braunschweig.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde verläuft die A 2, zu der die Gemeinde einen Anschluss hat, und die Bundesstraße 214, die hier den Titel „Deutsche Fachwerkstraße“ führt. Durch die Gemeinde fließen die Oker, die Schunter und der Bickgraben. Die letzteren beiden münden hier in die Oker.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2015 wohnten in der Gemeinde Schwülper 7127 Menschen[2], davon fast die Hälfte im Kernort Groß Schwülper. Die Bevölkerungsentwicklung in historischer Zeit ist für alle Ortsteile getrennt belegt. Im Ortsteil Groß Schwülper entwickelten sich die Zahlen wie folgt:

Einwohnerentwicklung des Ortsteils Groß Schwülper von 1821 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner[3][4] Jahr Einwohner[5][6]
1821 470 1961 1151
1871 534 1970 1336
1912 680 1980 1948
1925 713 1990 2003
1933 637 2000 2724
1939 668 2018 3293
1950 1102

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Groß Schwülper, Rothemühle (mit Klein Schwülper und Hülperode), Lagesbüttel und Walle.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • um 1000: Erste Erwähnung von Groß Schwülper als „Suilbore“
  • 1618: Das Hospital „St. Gerbharde“ wird in Groß Schwülper gebaut
  • 1847: Gründung der Ziegelei Groß Schwülper
  • 1906: Kalibohrungen durch die Gesellschaft „Glückauf“ zwischen Gr. Schwülper und Lagesbüttel
  • 1912: Einrichtung einer zweiklassigen Volksschule
  • 1951: Verkauf der Ziegelei und Umwandlung in eine Gaststätte
  • 1972: Abriss des Schlosses Groß Schwülper

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeichen menschlicher Besiedlung in der Gemarkung von Schwülper reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. So wurden während der Okerregulierung 1878 mehrere Funde aus dieser Zeit sowie aus der Eisen- und Bronzezeit gefunden. Dazu gehörten Mammutknochen, ein Einbaum sowie Bronze- und Eisenwerkzeuge. Die Ufer der Oker gehören vermutlich zu den ältesten Siedlungsplätzen im Papenteich.

Freiherren von Marenholtz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß Schwülper gehörte seit dem Mittelalter zum Besitz derer von Marenholtz. Asche von Marenholtz erwarb 1604 das Gut Schwülper und begründete die jüngere Linie des Hauses Schwülper:

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Schwülper durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Groß Schwülper, Klein Schwülper, Lagesbüttel und Walle neu gebildet.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzte Kommunalwahl fand am 11. September 2016 bei einer Wahlbeteiligung in Schwülper von 63,23 % statt. Seitdem setzt sich der Rat der Gemeinde Schwülper wie folgt zusammen:

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Schwülper
Blasonierung: „Das Wappen der Gemeinde zeigt auf rotem Grund einen stilisierten, silbernen Eichenstamm, von dem zu jeder Seiten jeweils ein Eichenblatt herabhängt.“
Wappenbegründung: Das Wappen wurde 1981 geschaffen und knüpft an das älteste, mit Groß Schwülper verbundene Wappen an, dem Wappen der Herren von Swilbere. Das Wappen symbolisiert mittels der jungen Eichentriebe Überleben und Wachstum, trotz überstandener schwerer Zeiten, symbolisiert durch den geästeten (fast kahlen) Eichenstamm.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schützenverein
  • SV Groß Schwülper
  • TC Schwülper Tennisverein
  • ASV Groß Schwülper
  • Chorgemeinschaft 1864 Groß Schwülper
  • Medienwerkstatt Schwülper
  • TSV Rothemühle
  • Dorf & Leben Schwülper/Menschen, Märkte, Miteinander e. V.
  • FC Schwülper

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schule: Bereits 1912 wurde eine zweiklassige Volksschule eingerichtet. Das dafür gebaute Gebäude dient heute als Gemeindebüro. Daneben gab es noch die „Höhere Privatschule Gr. Schwülper“, die in den Räumen des Hospitals St. Gebharde untergebracht war. Heute besuchen die Jugendlichen in der Gemeinde Schwülper in der Regel entweder die OBS Papenteich in Groß Schwülper, das Lessinggymnasium Wenden oder eine berufsbildende Schule in Gifhorn. Außerdem gibt es noch eine Grundschule.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ostermarkt in Groß Schwülper zwei Wochen vor Ostersonntag
  • Herbstmarkt in Groß Schwülper am zweiten Sonntag im September
  • Adventsmarkt in Groß Schwülper am ersten Advent
  • Tag des offenen Denkmals in der Stiftsanlage Braunschweiger Str. 10
  • Märchenwald der Chorgemeinschaft (alle zwei Jahre)
  • Adventskonzert
  • Kulturnacht (alle zwei Jahre)
  • Bürgerbrunch für den guten Zweck (jährlich im Sommer auf dem Holste-Hof)
  • Hofbrauhaus Wolters Cup (Fußballturnier des TSV Rothemühle – jährlich im Sommer – 2018 in der 31. Auflage)
  • Papenteich-Cup (Fussballhallenturnier des FC Schwülper am ersten oder zweiten Samstag im Jahr – 2019 in 6. Auflage)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Bürgerhaus“ Groß Schwülper (Zweiständerhaus aus dem Jahr 1725)
  • Standbild „Spargelfrauen“ auf dem Schlossplatz
  • Ehemaliges Hospital mit Stiftskapelle in Groß Schwülper. 1618 von Gebhard von Mahrenholtz erbaut, seit 1969 in Besitz der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Schwülper. Von 1946 an wurde die Kapelle von Baptisten sowie Katholiken der Pfarrvikarie Meine gemeinsam genutzt.[9]
  • St.-Nikolaus-Kirche in Groß Schwülper
  • „Rote Mühle“, Wassermühle in Rothemühle
  • St.-Christinen-Kirche in Walle
  • Zusammenfluss von Schunter und Oker

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • C. Brandt: Schwülper. Ein Stück niedersächsische Heimatgeschichte. Hildesheim 1912.
  • Heinz Klose: Geschichtliches aus dem Kirchspiel Gr. Schwülper. In: Kirchen, Kapellen und Schulen. Gifhorn 1986.
  • Hermann Voges: Zur Geschichte des Dorfes Klein-Schwülper. In: Hannoversche Geschichtsblätter 1902. Jahrgang 5, H. 6, S. 269–271
  • SCHWÜLPER Kr. Gifhorn. Ev. St. Nikolaus-Kirche. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1992, ISBN 3-422-03022-0, Seite 1194 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwülper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Papenteicher Nachrichten, Ausgabe 465, Gifhorn März 2013, S. 5
  3. Renate Brand: Papenteich in alten Ansichten, Eschenbach 1995, ISBN 3-89570-057-6
  4. Verwaltungsgeschichte Gifhorn bis 1939
  5. Papenteicher Nachrichten, Ausgabe 395, Gifhorn Mai 2007, S. 5
  6. Papenteicher Nachrichten, Ausgabe 526, Gifhorn April 2018, S. 6
  7. Gemeinde Schwülper: Daten/Fakten
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 226.
  9. Geschichte der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Schwülper, abgerufen am 13. September 2017.
  10. Klaus Mlynek: Hoppenstedt, (1) Carl Wilhelm. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 178; eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche