Bourdeau

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Bourdeau
Bourdeau (Frankreich)
Bourdeau
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Savoie
Arrondissement Chambéry
Kanton La Motte-Servolex
Gemeindeverband Grand Lac – Lac du Bourget
Koordinaten 45° 41′ N, 5° 51′ OKoordinaten: 45° 41′ N, 5° 51′ O
Höhe 228–1.460 m
Fläche 4,83 km2
Einwohner 546 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 113 Einw./km2
Postleitzahl 73370
INSEE-Code
Website www.mairie-bourdeau.fr

Bourdeau am Ufer des Lac du Bourget

Bourdeau ist eine französische Gemeinde im Département Savoie in der Region Auvergne-Rhône-Alpes.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bourdeau liegt auf 308 m, etwa 14 km nordnordwestlich der Stadt Chambéry (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im Nordwesten des Département Savoie, leicht erhöht über dem Westufer des Lac du Bourget, etwa gegenüber von Aix-les-Bains, am Fuß der Dent du Chat.

Die Fläche des 4,83 km² großen Gemeindegebiets (ohne Seeanteil) umfasst einen Abschnitt am Westufer des Lac du Bourget. Die Seeuferlinie ist rund zwei Kilometer lang, wobei die südlichen Uferpartien relativ flach, die nördlichen jedoch steil ausgeprägt sind. Vom Seeufer erstreckt sich das Gemeindeareal westwärts über den Hang von Bourdeau und den dicht bewaldeten Steilhang der Chaîne de l’Épine hinauf. Die westliche Grenze verläuft auf dem Kamm mit den schroffen Kalkfelsen der Dent du Chat (1390 m) und des Molard Noir (mit 1452 m die höchste Erhebung von Bourdeau). Im Norden liegt die Gemeindegrenze im Bereich des Col du Chat.

Nachbargemeinden von Bourdeau sind La Chapelle-du-Mont-du-Chat im Norden, Aix-les-Bains und Tresserve im Osten, Le Bourget-du-Lac im Süden sowie Saint-Paul und Saint-Jean-de-Chevelu im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte um 1100 unter dem Namen Bordels. Später erschienen die Bezeichnungen Bordellis (1248), Bordex (1330) und Bourdeaulx (1568).[1] Der Ortsname geht auf das altfranzösische Wort bordeau (Haus, kleiner Bauernhof) zurück. Seit dem Hochmittelalter war Bourdeau Mittelpunkt einer Herrschaft, die der Familie von Seyssel und den Herren von Aix gehörte, im 17. Jahrhundert zur Baronie erhoben wurde und stets unter der Oberhoheit des Hauses Savoyen stand.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche, deren Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückgehen, erhielt ihre heutige Gestalt beim Neubau im 19. Jahrhundert. Noch älter ist das Schloss, dessen frühester Bau im 9. Jahrhundert errichtet wurde. Im Lauf der Zeit wurde es mehrfach verändert und restauriert, letztmals im 19. Jahrhundert. Ebenfalls sehenswert ist die Grotte de Lamartine.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner[2]
1962 179
1968 242
1975 304
1982 407
1990 434
1999 435
2006 484

Mit 546 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016)[3] gehört Bourdeau zu den kleinen Gemeinden des Département Savoie. Seit Beginn der 1960er Jahre wurde dank der schönen Wohnlage eine deutliche Bevölkerungszunahme verzeichnet. Außerhalb des alten Ortskerns entstanden zahlreiche Einfamilienhäuser.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bourdeau war bis ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft und die Fischerei geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute verschiedene Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde gewandelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die hauptsächlich im Raum Aix-les-Bains und Chambéry ihrer Arbeit nachgehen. Dank seiner Lage am See profitiert Bourdeau auch vom Tagestourismus.[4]

Die Ortschaft ist verkehrsmäßig gut erschlossen. Sie liegt unterhalb der Departementsstraße D1504, die als ehemalige Nationalstraße N504 von Chambéry durch den Tunnel du Chat nach Belley führt. Weitere Straßenverbindungen bestehen mit dem Col du Chat und Saint-Pierre-de-Curtille. Der nächste Anschluss an die Autobahn A 41 befindet sich in einer Entfernung von rund 11 km.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bourdeau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. J. Vernier: Dictionnaire topographique du département de la Savoie. Imprimerie Savoisienne, 1896, S. 257 (französisch, bnf.fr [abgerufen am 19. Januar 2014]).
  2. Bourdeau – notice communale. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 23. August 2014 (französisch).
  3. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  4. Dossier complet zu Barberaz. In: INSEE. Abgerufen am 18. August 2014 (französisch).