Saint-Jeoire-Prieuré

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Saint-Jeoire-Prieuré
Saint-Jeoire-Prieuré (Frankreich)
Saint-Jeoire-Prieuré
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Savoie
Arrondissement Chambéry
Kanton La Ravoire
Gemeindeverband Chambéry Métropole-Cœur des Bauges
Koordinaten 45° 32′ N, 5° 59′ OKoordinaten: 45° 32′ N, 5° 59′ O
Höhe 294–901 m
Fläche 5,34 km2
Einwohner 1.296 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 243 Einw./km2
Postleitzahl 73190
INSEE-Code
Website www.saintjeoireprieure.fr

Blick auf Saint-Jeoire-Prieuré von seinen Weinbergen aus

Saint-Jeoire-Prieuré ist eine französische Gemeinde mit 1296 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Savoie in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört administrativ zum Kanton La Ravoire im Arrondissement Chambéry.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Jeoire-Prieuré liegt auf 337 m, etwa 6 km südöstlich der Präfektur Chambéry und 43 km nordnordöstlich der Stadt Grenoble (Luftlinie). Nachbargemeinden von Saint-Jeoire-Prieuré sind Challes-les-Eaux und Curienne im Norden, Chignins im Osten sowie Myans im Süden und Westen.

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche des 5,34 km2 großen Gemeindegebiets erstreckt sich am Südwestrand der Bauges, ein Kalksteinmassiv in den nördlichen französischen Voralpen. Der Hauptteil der Gemeinde liegt in der Talfurche von Chambéry, die die Bauges vom Chartreuse-Gebirge trennt. Dieser Teil ist durchgehend besiedelt und bildet zusammen mit den Nachbargemeinden den äußeren Vorortbereich von Chambéry. Der Ostteil umfasst außerdem einen Taleinschnitt in der Gipfelkette am Rand der Bauges, der eine Straßenverbindung zu den dort befindlichen Gemeinden ermöglicht. Hier reicht das Gemeindegebiet bis auf 901 m.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Saint-Jeoire-Prieuré gehört neben dem eigentlichen Ortskern am Talboden noch der Weiler La Boisserette (440 m) im Taleinschnitt in den Ausläufern der Bauges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Georges du Prieuré, die ehemalige Prioratskirche von Saint-Jeoire

Die erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrei an dieser Stelle erfolgte um 1100 unter dem Namen Ecclesia Sancti Georgii. Zwei Jahrhunderte später war die in Savoyen und Piemont vorkommende Abwandlung zu Jeoire und latinisiert Jorius in Gebrauch.[1] Im Jahr 1110 gründete der Bischof Hugo von Grenoble in Saint-Jeoire ein Priorat der Augustiner-Chorherren, dem zu Beginn die Kirchen und Pfarreien Saint Georges, Saint Pierre in Chignin, Saint Vincent in Triviers (heute Challes-les-Eaux), Saint Jean-Baptiste in Barby und Saint Maurice in Curienne zugewiesen waren. In den folgenden Jahrhunderten kamen vier weitere Kirchgemeinden hinzu.[2] Das Priorat wurde 1599 als eines der Ersten in das Sainte Maison de Thonon integriert, ein durch Papst Clemens VIII. geschaffenes Instrument der Gegenreformation im Chablais.[3] Der Kirchbau des alten Priorats ist noch heute erhalten, so dass der Ortsname 1901 den Zusatz -Prieuré erhielt.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirchbau der ehemaligen Prioratskirche Saint Georges stammt aus dem letzten Viertel des 14. Jahrhunderts sowie dem 15. Jahrhundert und ist zusammen mit seinem Inventar als monument historique eingeschrieben.[5] Er ersetzte die romanische Kirche von 1110, von der zwei Joche in den späteren Bau übernommen wurden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1962 516
1968 526
1975 604
1982 642
1990 771
1999 851
2006 958

Mit 1296 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014)[6] gehört Saint-Jeoire-Prieuré zu den mittleren Gemeinden des Département Savoie. Im 19. und ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ging die Einwohnerzahl kontinuierlich zurück. Seit den 1940er Jahren wird wieder eine deutliche Bevölkerungszunahme verzeichnet.[4] Die Ortsbewohner von Saint-Jeoire-Prieuré heißen auf Französisch Saint-Jeoriens und Saint-Jeoriennes.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Jeoire-Prieuré war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Von Bedeutung ist heute noch der Weinbau, da die Gemeinde zur Weinbauregion Savoie gehört. Für Weiß-, Rosé- und Rotweine verschiedener Rebsorten gilt die AOC Vin de Savoie. Für Weißweine mit Jacquère als Hauptrebsorte gilt außerdem die strengere und ausschließliche Herkunftsbezeichnung Vin de Savoie Saint-Jeoire-Prieuré, wenn der Wein von der Traubenernte bis zur Abfüllung im Ort hergestellt wurde.[7]

Daneben gibt es heute verschiedene Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Der stetige Zustrom von Einwohnern seit der Mitte des 20. Jahrhunderts hat den Ort mittlerweile zu einer Wohngemeinde gemacht, deren Erwerbstätige hauptsächlich Wegpendler sind mit Arbeitsplätzen im Raum Chambéry.[8]

Die Ortschaft ist verkehrsmäßig gut erschlossen. Durch den Ortskern führt die Departementsstraße D1006, die ehemalige Nationalstraße N6 zwischen Chambéry und Modane. Die nächsten Autobahnanschlüsse an die A43, die die Gemeinde im Westen durchquert, liegen in unmittelbarer Nähe auf dem Gebiet der Nachbargemeinden. Neben der Autobahn verläuft die Bahnstrecke Culoz–Modane, deren nächstgelegener Bahnhof sich im Zentrum von Chambéry befindet. Zum Großraum Chambéry gehört außerdem der Passagierflughafen Chambéry-Savoie, er ist 20 km von Saint-Jeoire-Prieuré entfernt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Jeoire-Prieuré – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. Gros: Dictionnaire étymologique des noms de lieu de la Savoie. Belley, Imprimerie Aimé Chaduc, 1937, S. 425 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. J. J. Vernier: Dictionnaire topographique du département de la Savoie. Imprimerie Savoisienne, 1896, S. 655 (französisch, online auf BNF [abgerufen am 19. Januar 2014]).
  3. J. M. Lavanchy: La Sainte Maison de Thonon et le prieuré de Saint-Jeoire. Imprimerie Générale Savoisienne, 1918, S. 5, 7 (französisch, online auf BNF [abgerufen am 22. November 2014]).
  4. a b Saint-Jeoire-Prieuré – notice communale. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 22. November 2014 (französisch).
  5. Eglise du Prieuré in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch).
  6. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  7. Cahier des charges de l’appellation d’origine contrôlée «Vin de Savoie» homologué par le décret n° 2011-1333 du 20 octobre 2011. In: Bulletin 43/2011 des französischen Landwirtschaftsministeriums. Abgerufen am 27. September 2014 (PDF; 2.8 MB, französisch, Zählseiten 27–50).
  8. Dossier complet zu Saint-Jeoire-Prieuré. In: INSEE. Abgerufen am 22. November 2014 (französisch).