Malschwitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Malschwitz
Malschwitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Malschwitz hervorgehoben
Koordinaten: 51° 14′ N, 14° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 93,27 km2
Einwohner: 4903 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km2
Postleitzahl: 02694
Vorwahlen: 035932, 03591 (Briesing, Doberschütz, Niedergurig)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 340
Gemeindegliederung: 23 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 26
02694 Malschwitz
Webpräsenz: www.malschwitz.de
Bürgermeister: Matthias Seidel (CDU)
Lage der Gemeinde Malschwitz im Landkreis Bautzen
TschechienDresdenLandkreis GörlitzLandkreis MeißenLandkreis Sächsische Schweiz-OsterzgebirgeArnsdorfBautzenBernsdorfBischofswerdaBurkauCrostwitzCunewaldeDemitz-ThumitzDoberschau-GaußigElsterheideElstraFrankenthal (Sachsen)GödaGroßdubrauGroßharthauGroßnaundorfGroßpostwitzGroßröhrsdorfMalschwitzHaselbachtalHochkirchHoyerswerdaKamenzKönigsbrückKönigswarthaKubschützLaußnitzLautaLichtenberg (Lausitz)LohsaMalschwitzNebelschützNeschwitzNeukirch (bei Königsbrück)Neukirch/LausitzObergurigOhornOßlingOttendorf-OkrillaPanschwitz-KuckauPulsnitzPuschwitzRadebergRadiborRäckelwitzRalbitz-RosenthalRammenauSchirgiswalde-KirschauSchmölln-PutzkauSchönteichenSchwepnitzSohland an der SpreeSpreetalSteina (Sachsen)SteinigtwolmsdorfWachau (Sachsen)WeißenbergWilthenWittichenauBrandenburgPolenKarte
Über dieses Bild

Malschwitz, obersorbisch Audio-Datei / Hörbeispiel Malešecy?/i, ist ein Ort und die zugehörige Gemeinde etwa sechs Kilometer nordöstlich von Bautzen in Sachsen. Es zählt zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben.[2]

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Malschwitz liegt nördlich der Talsperre Bautzen sowie im Süden des Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Landschaftsprägend ist die ausgedehnte Niederung der Flüsse Spree, Kleine Spree, Kotitzer Wasser und Löbauer Wasser. Hier befinden sich mehrere Teichgebiete mit Schilfbeständen. Beim Ortsteil Kleinbautzen kreuzt die A 4 das Gemeindegebiet. Diese ist über den Anschluss Bautzen-Ost (ca. 5 km) zu erreichen. Durch das Gemeindegebiet führt die B 156. Beim Ortsteil Lömischau mündet rechtsseitig das Löbauer Wasser in die Spree.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Malschwitz gehören folgende 23 Ortsteile:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche in Malschwitz

Der Ortsname ist slawischer Herkunft; bereits vor dem Jahr 1000 wurde ein Milzener Fürstengut und nach 1000 ein königliches Tafelgut um Kleinbautzen und Preititz erwähnt. Die erste nachweisbare Erwähnung des Ortes als Malswiz stammt von 1225. Um 1430 wird Malschwitz als Rittersitz genannt.

Am 12. April 1715 vernichtet ein Feuer die Fachwerkkirche, die Schule, das Rittergut und 14 Bauerngüter. Die neue Kirche wird 1716 in massiver Bauweise an selber Stelle erbaut. Der heutige Turm wird erst 1913 angebaut.

In der Schlacht bei Bautzen am 20. und 21. Mai 1813 wurde Malschwitz zum Schlachtfeld.[4] Das umkämpfte Dorf brannte nieder.[5]

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den 1880er Jahren für den Ort eine Bevölkerungszahl von 582 Einwohnern; davon waren 554 Sorben (95 %) und 28 Deutsche[6]. Auch 1956 war laut Ernst Tschernik noch eine Mehrheit von 60,6 % der Bevölkerung sorbischsprachig.[7] Der Sprachwechsel hin zum Deutschen erfolgte weitgehend in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Bei Forschungsbohrungen wurde im Jahre 1998 das an der Erdoberfläche nicht sichtbare verdeckte Maar von Baruth bestätigt. Gesichert gilt damit die "Baruther Vulkangruppe" bestehend aus den Vulkanen bei Baruth und Guttau sowie den verdeckten Kratern (Maare) bei Baruth und Kleinsaubernitz. Entstanden sind diese im Tertiär vor 22 bis 27 Millionen Jahren.

Eingemeindungen

Im Jahr 1936 wurde die Gemeinde Pließkowitz eingemeindet. Im Zuge der Gemeindegebietsreform von 1994 wurden die Gemeinden Baruth, Kleinbautzen, Malschwitz und Niedergurig zur neuen Gemeinde Malschwitz zusammengelegt. Zum 1. Januar 2013 erfolgte der Zusammenschluss mit der Nachbargemeinde Guttau (bis 1995 Gemeinden Neudorf/Halbendorf, Kleinsaubernitz und Guttau).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[8]
Wahlbeteiligung: 60,2 % (2009: 54,3 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,4 %
20,4 %
5,8 %
7,7 %
3,4 %
n. k.
1,7 %
10,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,2 %p
-3,1 %p
-1,8 %p
+1,0 %p
+0,1 %p
-1,4 %p
+1,7 %p
+10,6 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen der vergangenen Jahre ergaben folgende Stimm- bzw. Sitzverteilungen:

Parteien und Wählergemeinschaften 2009 2004
 % Sitze  % Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 57,6 10 45,7 8
Freie Wählerschaft Malschwitz/Pließkowitz (FWMP) 23,5 4 27,7 5
Baruther Sportverein 90 e.V. (BSV 90) 7,6 1 8,1 1
Die Linke (2004: PDS) 6,7 1 7,6 1
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 3,3 0 0
Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE) 1,4 0 0
Freie Liste Kleinbautzen/Preititz (FLKP) 0 10,8 1
gesamt 100,0 16 100,0 16
Wahlbeteiligung 54,3 % 52,7 %

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 10 Sitze
  • Freie Wählerschaft Malschwitz/Pließkowitz (FWMP): 4 Sitze
  • FDP: 2 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz
  • Baruther Sportverein 90 e.V. (BSV 90): 1 Sitz

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinden von Malschwitz sind Desná in Tschechien, Gromadka in Polen und Sióagárd in Ungarn. Eine enge Freundschaft verbindet seit 1990 Guttau mit Guttau in der Gemeinde Grömitz, Ost-Holstein.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserturm in Baruth (Malschwitz)
  • Talsperre Bautzen, Infozentrum an der Staumauer in Niedergurig
  • Herrenhäuser in Preititz, Kleinbautzen und Guttau
  • Historisches Rittergut in Niedergurig
  • Arnost Barth Haus in Briesing
  • Landschaftsschutzgebiet Spree und Kleine Spree
  • Kriegsopfergedenkstätte in Halbendorf
  • Infozentrum "Haus der tausend Teiche" in Wartha
  • Kirche Malschwitz
  • Rieseneiche von Niedergurig (ziert das Gemeindewappen)
  • Lutherdenkmal auf dem Gottlobsberg bei Niedergurig
  • Technisches Denkmal „Altes Basaltwerk“ in Baruth
  • Geologischer Lehrpfad in Baruth, Vulkanismus
  • Historischer Dorfanger in Brösa
  • Bergbaumuseum "Olba", alte Bäckerei Kleinsaubernitz
  • Alte Brennerei mit Storchennest in Guttau, jetzt Feuerwehr
  • Olbasee beim Ortsteil Kleinsaubernitz
  • Elchgehege im Heidewald bei Wartha
  • Schulmuseum K.A. Kocor in Wartha
  • Teufelsstein (Pließkowitz) (mutmaßliches Sonnenheiligtum)
  • Wasserturm in Baruth

Die Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Malschwitz aufgeführt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberschule der Gemeinde Malschwitz

Die Gemeinde Malschwitz verfügt über zwei Grundschulen (in Baruth und Guttau) und eine Oberschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Krjeńc (Kurt Krenz, 1907–1978), Kommunist und SED-Funktionär, langjähriger Domowina-Vorsitzender

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Malschwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 31. Heft: Amtshauptmannschaft Bautzen (I. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1908, S. 147.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Malschwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Sächsisches Sorbengesetz, Anlage zu § 3 (2)
  3. Stand: 31. Dezember 2016; Angaben der Gemeindeverwaltung Malschwitz
  4. Kurzgefaßte Geschichte der Schlacht bei Bautzen am 20. und 21. Mai 1813 nach den besten älteren und neueren Quellen bearbeitet. Reichel, Bautzen 1863, S. 12.
  5. Kurzgefaßte Geschichte der Schlacht bei Bautzen am 20. und 21. Mai 1813 nach den besten älteren und neueren Quellen bearbeitet. Reichel, Bautzen 1863, S. 19.
  6. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 56.
  7. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 245.
  8. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014