Brünigpass

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Brünigpass
Bahn, Strasse und Wanderwege kreuzen sich am Brünigpass, Blickrichtung Nordost zum Güpfi (Urner Alpen).

Bahn, Strasse und Wanderwege kreuzen sich am Brünigpass,
Blickrichtung Nordost zum Güpfi (Urner Alpen).

Himmelsrichtung Süd Nord
Passhöhe 1008 m ü. M.
Kanton Kanton Bern Obwalden
Wasserscheide AareRhein StollenbachSarner AaReuss → Aare → Rhein
Talorte Brienzwiler und Meiringen Lungern bzw. Giswil
Ausbau Strasse und Eisenbahn
Erbaut 1861–1868 (Strasse) / 1888 (Bahn)
Wintersperre keine
Profil
Ø-Steigung 5,1 % (602 m / 8 km) 4,2 % (502 m / 8 km)
Max. Steigung 13 % 10 %
Profil Brünigpass.png
Karte (Bern)
Brünigpass (Kanton Bern)
Brünigpass
Koordinaten 653414 / 178748Koordinaten: 46° 45′ 28″ N, 8° 8′ 16″ O; CH1903: 653414 / 178748
k
x

xx

Der Brünigpass verbindet das Berner Oberland im Kanton Bern mit dem Kanton Obwalden in der Innerschweiz. Er führt vom Berner Oberland (Hasliberg bzw. Brienzwiler und Meiringen) nach Lungern bzw. Giswil in Obwalden. Etwa 350 m nordöstlich der Passhöhe verläuft die Kantonsgrenze.

Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1008 m ü. M. hoch gelegene Pass ist nicht untertunnelt. Über ihn führen eine Passstrasse und eine Bahnstrecke, die Brünigbahn LuzernInterlaken der Zentralbahn. Diese Schmalspurbahn wird in einigen Abschnitten wegen der Steigung im Zahnradbetrieb befahren. Etwa 100 Meter nördlich der Passhöhe steht der Bahnhof Brünig-Hasliberg auf 1002 m ü. M., die Gleise passieren den Pass in einem Einschnitt auf 1001 m ü. M.

Die Brünigstrasse ist Teilstück sowohl der Nationalstrasse A8 als auch der Hauptstrasse 4. Auch während der Wintermonate wird die Strecke von Schneeräumfahrzeugen für einen durchgehenden Verkehr geräumt.

Der Brünigpass hat mit Brienzwiler und Meiringen zwei südliche Talorte. Die Südwestrampe (Hauptstrasse 4) von Brienzwiler und die bis zu 13 Prozent steile Südostrampe von Meiringen – vorbei an Brünigen – vereinigen sich erst auf 918 m ü. M. zur gemeinsamen Südrampe. Daneben verzweigt auf der Passhöhe nach Osten die Strasse zum Hasliberg.

Auf der Nordseite liegt Lungern auf einer Höhe von 712 m ü. M. Die Lungerer Zwischenhöhe mit dem Lungerersee erstreckt sich etwa vier Kilometer in nordöstliche Richtung, erst danach fällt das Gelände in einer zweiten Stufe ab zum Boden des Sarneraatals zu dem Ort Giswil auf 484 m ü. M.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pass war schon lange als Teil der Route über Grimselpass und Griespass eine Verbindung zwischen der Innerschweiz und Oberitalien.[1]

1861 wurde die Passstrasse eröffnet und eine Pferdepost verkehrte über den Pass von Brienz über Meiringen nach Alpnach. Der Pass war damals rege frequentiert.[2]

Die Brünigbahn wurde 1888 auf der Strecke von Brienz über Meiringen nach Alpnachstad in Betrieb genommen; ein Jahr später folgte die Verlängerung bis Luzern. Andere Bahnprojekte wurde nie realisiert: Der 22 km lange Nordzubringer Meiringen–Oberwald der Grimselbahn – ein Konkurrenzprojekt zur Gotthardbahn – hätte in einem Tunnel unterm Brünig hindurch geführt, ein anderes Projekt sah eine Zahnradbahn vom Brünig über den Hasliberg und den Jochpass nach Engelberg inklusive Abzweigung auf den Titlis vor.[2]

Kultur und Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Brünigpass beginnt die in nördlicher Richtung verlaufende Brünig-Napf-Reuss-Linie, eine Sprach- und Kulturgrenze innerhalb des hochalemannischen Sprachgebiets.

Auf dem Brünigpass findet alljährlich der traditionelle Brünigschwinget statt, ein Schwingerwettkampf von nationalem Prestige.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brünigpass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans von Rütte: Brünigpass. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  2. a b Adolf Urweider: 100 Jahre Haslibergstrasse. Jubiläumsschrift. Einwohnergemeinde Hasliberg, Hasliberg, Meiringen 2007.