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COVID-19-Pandemie im Main-Tauber-Kreis

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Das Landratsamt des Main-Tauber-Kreises wurde ab dem 18. März 2020 für die Öffentlichkeit geschlossen um die Kräfte der Mitarbeiter auf die Bewältigung der Corona-Krise im Kreis zu konzentrieren
Ende März 2020 durch Empfehlungen zur Kontaktvermeidung leer gefegte öffentliche Plätze, hier die Tauberterrassen am Wörtplatz in der Kreisstadt Tauberbischofsheim

Die COVID-19-Pandemie hat den Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg am 4. März 2020 erreicht.[1]

Nachdem am 7. März 2020 insgesamt 21 Neuinfektionen im Kreis bekanntgegeben wurden, allesamt Rückkehrer einer Reisegruppe aus Südtirol,[2][3] mussten bereits ab dem 9. März 2020 drei Schulen (über eine Woche vor den allgemeinen Schulschließungen im Bundesland)[4][5] und der bekannte Bundesstützpunkt Fechten in Tauberbischofsheim zeitweise geschlossen werden.[6][7] Der Main-Tauber-Kreis galt in der Anfangszeit für ein paar Wochen als Corona-Hotspot, bis durch verschiedene Maßnahmen eine Eindämmung des Virus gelang.[8]

Von Ende März bis Anfang April 2020 mussten zwei Kliniken und sechs Pflegeheime im Landkreis unter vollständige Quarantäne gestellt werden.[9][10] In der Median Klinik Hohenlohe in Bad Mergentheim infizierten sich Ende März über 100 Patienten und Mitarbeiter. Die infizierten Patienten verblieben zunächst bis auf weiteres isoliert in der Klinik.[9][11][12] Anfang April musste mit der Fachklinik Schwaben bereits eine zweite Klinik in Bad Mergentheim mit etwa 70 Patienten unter Quarantäne gestellt werden.[13]

Reiserückkehrer einer Familienfeier im benachbarten Ausland (Niederlande) lösten ab Mitte Juli 2020 eine zweite Infektionswelle im Main-Tauber-Kreis aus,[14][15][16] die dazu führte, dass der Kreis anhand der 7-Tage-Inzidenz der gemeldeten Neuinfektionen (je 100.000 Einwohner) am 21. Juli 2020 zu den zehn am stärksten betroffenen Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland auf Basis der RKI-Daten gehörte.[17]

Anfang Oktober 2020 entwickelte sich ein Infektions-Cluster rund um die Kurstadt Bad Mergentheim, das umfangreiche Massentestungen und die vorübergehende Schließung oder Quarantäne-Anordnung für etwa zwei Dutzend Einrichtungen und Gruppen (darunter ein Internat, ganze Schulen, mehrere Schulklassen und Seniorenzentren der Umgebung) zur Folge hatte.[18][19]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten der zentralen Einrichtungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie im Main-Tauber-Kreis: OSM | WikiMap

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die COVID-19-Pandemie nahm im Dezember 2019 in der Volksrepublik China ihren Ausgang und betrifft das Ausbruchsgeschehen der neuartige Erkrankung COVID-19. Diese wird durch das Virus SARS-CoV-2 aus der Gruppe der Coronaviridae verursacht und gehört zu den Atemwegserkrankungen.[20] Ende Januar 2020 traten in Bayern beim Unternehmen Webasto die ersten Fälle der COVID-19-Pandemie in Deutschland auf.[21][22] Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als weltweite Pandemie ein.[23]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Februar 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises wurden bereits Ende Februar 2020 COVID-19-Handlungsempfehlungen erlassen und abgestimmte Hygienemaßnahmen mit Vertretern verschiedener Einrichtungen des Kreises festgelegt
Hamsterkäufe von Hygieneartikeln und lang haltbaren Lebensmitteln aufgrund der Corona-Krise in der Kreisstadt Tauberbischofsheim

Bereits am 28. Februar 2020 wurden wegen der schnellen Ausbreitung der Epidemie verschiedene Einrichtungen des Main-Tauber-Kreises von Landrat Reinhard Frank zu einem Runden Tisch mit dem Gesundheitsamt in der Kreisstadt Tauberbischofsheim eingeladen. Nach Darstellung der Lage durch Reinhard Frank einigten sich die beteiligten Einrichtungen des Kreises auf abgestimmte Handlungsempfehlungen und Hygienemaßnahmen. Beteiligt waren Vertreter der drei Akutkrankenhäuser im Landkreis mit ihren Notaufnahmen, also das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim, das Krankenhaus Tauberbischofsheim und die Rotkreuzklinik Wertheim, sowie Vertreter der beiden Kreisärzteschaften und der Kassenärztlichen Notfalldienste, des Roten Kreuzes mit Leitstelle und Rettungsdienst sowie vom Diabetes Zentrum Mergentheim als Krankenhaus der Regelversorgung.[24] Bereits Ende Februar 2020 setzten in den Einzelhandelsgeschäften der Region erste Hamsterkäufe von Verbrauchern ein. Große Nachfrage herrschte in der Region vor allem nach lange haltbaren Lebensmitteln und Desinfektionsmitteln. Die Versorgung blieb jedoch gesichert.[25]

März 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. März 2020 wurde der erste positiv getestete COVID-19-Fall aus dem Main-Tauber-Kreis bekannt. Bei der Infizierten handelt es sich um eine 46-jährige Frau, die bereits am 28. Februar aus Südtirol zurückgekehrt war,[1] das vom Robert Koch-Institut (RKI) am 5. März 2020 als COVID-19-Risikogebiet in Italien eingestuft wurde.[26] Sie hatte sich aufgrund der typischen grippeähnlichen Symptome bei einem Arzt gemeldet, der den COVID-19-Verdacht schließlich bestätigte.[1] Am 6. März 2020 kam der zweite COVID-19-Fall im Landkreis dazu, eine 41-jährige Frau, Kontaktperson der erstgenannten vom 4. März; beide Frauen waren gemeinsam in Südtirol gewesen.[27]

Allein am 7. März 2020 wurden 21 neue Fälle von Coronavirus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis bestätigt. Damit stieg die Gesamtzahl der im Landkreis bestätigten Infektionen auf 23 Fälle an.[28] Sämtliche Betroffene gehörten einer Reisegruppe an, die gemeinsam in Südtirol gewesen und von dort am 28. Februar 2020 zurückgekehrt war. „Somit können sämtliche Fälle auf eine einzige Quelle zurückgeführt werden“, erklärte der Erste Landesbeamte Christoph Schauder. Das Landratsamt gab am 7. März ebenfalls bekannt, dass für die bisherigen und auch bei künftigen Mitteilungen jeweils genannt würde, welche Städte und Gemeinden im Main-Tauber-Kreis von bestätigten Coronavirus-Infektionen betroffen sind.[29]

Aufgrund der 21 neuen Fälle vom Wochenende mussten ab Montag, dem 9. März 2020, das weltweit bekannte Fechtzentrum Tauberbischofsheim des Fecht-Clubs Tauberbischofsheim sowie drei Schulen in Weikersheim, Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim vorübergehend geschlossen bleiben, da unter den bekannt gewordenen Fällen ein Fechter und mehrere Schüler waren.[30] Am 8. März 2020 wurde ein weiterer Fall bekannt, der offenbar nicht mit den 23 bisher bestätigten Infektionen zusammenhing.[31] Am 12. März 2020 kamen im Kreis sieben neue Fälle von Coronavirus-Infektion hinzu.[32]

Ab 16. März 2020 wurde im Kreis ein Zentrales Testzentrum für Coronavirus-Infektionen beim Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim eingerichtet.[33] In Creglingen musste am selben Tag eine weitere Schule aufgrund eines bereits am 13. März bekannt gewordenen COVID-19-Falls schließen.[34] Ab dem 28. März 2020 stand die Median Klinik Hohenlohe in Bad Mergentheim unter Quarantäne.[35] Am 31. März 2020 wurden 21 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion im Kreis bestätigt. Darunter waren 18 Patienten und Mitarbeiter der Median Klinik Hohenlohe in Bad Mergentheim, die komplett unter Quarantäne gestellt werden musste. Damit stieg die Gesamtzahl der bislang Infizierten auf 141 im Main-Tauber-Kreis wohnhafte Personen.[11]

April 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regulierter Zutritt zu einem Baumarkt Anfang April 2020

Bis zum 1. April 2020 wurden im Main-Tauber-Kreis insgesamt 175 COVID-19-Infektionen bestätigt. In der Median Klinik Hohenlohe in Bad Mergentheim wurden bis zum 4. April insgesamt 153 Fälle einer COVID-19-Infektion bei Patienten und Mitarbeitern festgestellt, wovon 61 Personen im Main-Tauber-Kreis leben. Die 81 außerhalb des Main-Tauber-Kreises lebenden, positiv auf COVID-19 getesteten Patienten und Mitarbeiter wurden an die Gesundheitsämter anderer Kreise für deren Statistiken gemeldet. Inzwischen wurden alle Patienten der Median Klinik Hohenlohe auf COVID-19 getestet. Weitere Testergebnisse für Mitarbeiter der Klinik standen noch aus.[12][36][37][38]

Am 3. April 2020 wurde bekannt, dass mit der Fachklinik Schwaben eine weitere Klinik in Bad Mergentheim von Coronavirus-Infektionen betroffen ist. Diese betreffen dort zwei Mitarbeiter, weshalb das Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises die Rehaklinik mit 66 Patienten vorsorglich und bis auf weiteres unter Quarantäne gestellt hat. Die Patienten würden in ihren Zimmern isoliert und dürften die Klinik nicht verlassen. Ein striktes Besuchsverbot und ein Verbot der Neuaufnahme weiterer Patienten wurde angeordnet.[13] Bis zum 6. April wurden insgesamt 32 Patienten und Mitarbeiter der Fachklinik Schwaben in Bad Mergentheim positiv auf das Coronavirus getestet. Darunter sind zwölf Personen aus dem Main-Tauber-Kreis.[36][38]

Zwei Pflegeheime im Kreis mussten am 5. April 2020 unter vollständige Quarantäne gestellt werden, nachdem dort jeweils unter Mitarbeitern positive COVID-19-Tests vorlagen. Betroffen sind das Haus Sonnenblick in Bad Mergentheim (mit 66 Personen in Quarantäne) und das Pflegeheim St. Josef und Wohngemeinschaft St. Martin in Königheim (mit 38 Personen in Quarantäne).[39] Mit dem Pflegeheim Carolinum in Bad Mergentheim musste am 6. April ein drittes Pflegeheim im Kreis mit 95 Mitarbeitern und 77 Bewohnern unter Quarantäne gestellt werden, nachdem eine Mitarbeitende positiv auf das Virus getestet wurde. Für sie wurde häusliche Isolation und Tests für die Bewohner angeordnet.[40] Am 8. April wurde mit dem Haus St. Barbara in Grünsfeld ein viertes Pflegeheim vorsorglich unter Quarantäne gestellt. Bei 36 Bewohnern und 24 Mitarbeitern wurden Test angeordnet, nachdem mehrere Personen grippeähnliche Symptome zeigten.[41] Bereits am 9. und 10. April 2020 mussten mit dem Johann-Benedikt-Bembé-Stift und dem Hospital zum Heiligen Geist zwei weitere Pflegeheime in Bad Mergentheim unter Quarantäne gestellt werden.[10][42] Bis zum 18. April konnte die Quarantäne für alle Pflegeheime mit Ausnahme des Johann-Benedikt-Bembé-Stifts in Bad Mergentheim wieder aufgehoben werden.[43] Am 24. April konnte im Bemé-Stift und damit auch im letzten Pflegeheim des Kreises die Quarantäne wieder aufgehoben werden.[44]

Mai bis September 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. Mai wurde die erste COVID-19-Erkrankung in der Gemeinde Ahorn gemeldet. Damit waren alle Kommunen des Main-Tauber-Kreises betroffen.[45] Am 8. Juni 2020 waren von 398 bestätigten Infizierten im Main-Tauber-Kreis 387 Personen wieder genesen und 10 Personen an COVID-19 verstorben. Damit war am 8. Juni noch eine Person im Kreis aktiv von einer nachgewiesenen COVID-19-Erkrankung betroffen.[46]

Seit dem 18. Mai bis zum 17. April wurden im Zentralen Abstrichzentrum in Tauberbischofsheim und in der Fieberambulanz in Bad Mergentheim insgesamt 230 Personen getestet, davon 229 negativ und lediglich eine positiv. Im gleichen Zeitraum wurden im Rahmen der flächendeckenden Testung in Pflegeheimen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung bereits 1500 Bewohner und Mitarbeiter getestet. Hierbei wurde im vierwöchigen Testzeitraum bislang nur eine einzige Corona-Infektion bestätigt, 1499 Tests waren negativ. Hinzu kamen weitere Tests in Krankenhäusern sowie bei niedergelassenen Ärzten, über deren Zahl das Gesundheitsamt keine Kenntnis hatte, weil diese negativen Ergebnisse der Behörde nicht gemeldet werden mussten.[47]

Ein „erfreuliches Ergebnis“ konnte das Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises vermelden, nachdem eine flächendeckenden Testung auf das Coronavirus vom 19. Mai bis zum 1. Juli 2020 in 33 Heimen bei 3281 Abstrichen nur einen positiver Fall ergab. Dabei wurden alle Bewohner sowie Beschäftigte in 28 Alten- und Pflegeheimen sowie in fünf Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen im Main-Tauber-Kreis getestet. Bei der flächenhaften Testung waren niedergelassene Ärzte, unterstützt von Praxis-Mitarbeitern sowie teilweise Mitarbeitern der Heime im Einsatz.[48]

Aufgrund des niedrigen Infektionsgeschehens im Main-Tauber-Kreis im Juni 2020 richtete das Landratsamt seine Arbeit bei der Eindämmung der COVID-19-Pandemie ab dem 1. Juli 2020 neu aus und passte seine Ressourcen an die veränderte Lage an. Das Gesundheitsamt war in der Folge am Wochenende nicht mehr besetzt. Daneben wurde eine erweiterte Rufbereitschaft für den Fall eingerichtet, dass an einem Samstag oder Sonntag ein Infektionsfall auftritt, um auch am Wochenende die Ermittlung von Kontaktpersonen und die Verfügung notwendiger häuslicher Isolationen unverzüglich aufzunehmen.[49]

Nachdem am 14. Juli zwei neue Erkrankungen aus Tauberbischofsheim[50] und am 15. Juli 2020 fünf neue Erkrankungen aus Tauberbischofsheim und Werbach gemeldet wurden, mussten in der Folge vier Lerngruppen der Realschule im Schulzentrum am Wört in Tauberbischofsheim sowie eine Gruppe des Evangelischen Kindergartens Tauberbischofsheim sowie deren Lehrkräfte und Betreuungspersonal in Quarantäne geschickt werden.[51] Am 16. Juli 2020 wurden sieben Erkrankungen im Stadtgebiet von Tauberbischofsheim gemeldet, was zur Quarantäne für eine Lerngruppe am Matthias-Grünewald-Gymnasium sowie für eine Klasse der Grundschule am Schloss in Tauberbischofsheim führte. Die 14 Neuinfektionen der letzten drei Tage (14.–16. Juni) ließen sich auf eine gemeinsame Infektionsquelle zurückführen.[52][53] Von den am 17. Juli 2020 insgesamt zehn gemeldeten Neuinfektionen ließen sich neun Fälle auf die gemeinsame Infektionsquelle der Vortage zurückführen,[54] eine Familienfeier im benachbarten Ausland.[55][56] Das Infektionsgeschehen ließ sich bis Ende Juli 2020 auf zwei bekannte Infektionsstränge zurückführen.[57]

Die folgenden Neuinfektionen während der Sommerferien von Anfang August bis Anfang September 2020 waren zum größten Teil auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Ausland zurückzuführen.[58][59][60][61] Seit dem 8. August 2020 galt eine Testpflicht auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus für Reiserückkehrer aus Risikogebieten aus dem Ausland nach Baden-Württemberg. Für Reiserückkehrer, die in keinem Risikogebiet waren, gab es darüber hinaus die Möglichkeit zur freiwilligen Testung.[62]

Oktober 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Oktober 2020 wurde erstmals seit Beginn der Pandemie im Main-Tauber-Kreis eine Infektion in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber festgestellt. Aufgrund des Wohnheim-Charakters solcher Einrichtungen wurde das gesamte Gebäude in Bad Mergentheim mit allen 79 Bewohnern unter Quarantäne gestellt. Daneben mussten in Bad Mergentheim Anfang Oktober jeweils eine Quarantäne-Anordnung für das gesamte Bischöfliche Internat Maria Hilf sowie für acht Klassen Bad Mergentheimer Schulen erlassen werden.[63] Bis zum 16. Oktober stieg der Wert der 7-Tage-Inzidenz auf 47,7 und lag damit bereits den dritten Tage in Folge über der Warnmarke von 35 Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage.[64] Als der Wert am 17. Oktober über 50 stieg, wurden weitere Maßnahmen vor Ort zur Eindämmung des Virus ergriffen.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Fallzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Fallzahlen der COVID-19-Pandemie im Main-Tauber-Kreis (19. Oktober 2020):[36][Anm. 1]

  • Positiv getestete Fälle (kumuliert): 692
  • Neue Fälle (binnen 24 Stunden): +6
  • Aktive Infektionen (derzeit): 106
  • Genesene (geheilte Personen): 575
  • Neue Genesene (binnen 24 Stunden): +11
  • Todesfälle (durch COVID-19): 11
  • Neue Fälle in den letzten 7 Tagen (absolut): 69 (3,17,7,21,2,13,6)
  • 7-Tage-Inzidenz (Neue Fälle pro 100.000 EW): 52,1

Die 7-Tage-Inzidenz entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner. In Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage sollen vom Gesundheitsamt, je nach regionaler Lage und in Absprache mit den Landesbehörden, entsprechende beschränkende Maßnahmen gegen den schnellen Anstieg der Infektionsrate ergriffen werden. Der Main-Tauber-Kreis hat 132.321 Einwohner – damit wäre bei 66,2 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen die Schwelle von 50 Fällen je 100.000 Einwohner erreicht.[65]

Entwicklung der Epidemie im Main-Tauber-Kreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die COVID-19-Fälle entwickelten sich im Main-Tauber-Kreis während der weltweiten COVID-19-Pandemie wie folgt:[36][Anm. 1]

Bestätigte Infektionen, Geheilte und Todesfälle (jeweils kumuliert) im Main-Tauber-Kreis
nach Pressemitteilungen des Landratsamtes[36][Anm. 1]

Hinweise:

  • Am 29. März 2020 wurde ein Fall aus der Statistik für den Main-Tauber-Kreis wieder herausgenommen, nachdem sich nachträglich erwiesen hatte, dass eine am 28. März 2020 erfasste Person ihren Hauptwohnsitz außerhalb des Landkreises hat. Somit gab es am 28. März 2020 insgesamt 21 Infektionen, nicht 22 wie ursprünglich gemeldet.[66][Anm. 1]
  • Aufgrund einer Nachtestung am 12. August 2020 wurde die Zahl der Genesenen am 11. August rückwirkend um eine Person von 445 auf 444 nach unten korrigiert.[67]

Neue Infektionen (täglich) im Main-Tauber-Kreis
nach Pressemitteilungen des Landratsamtes[36][Anm. 1]

Am 4. April 2020 wurde vom Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises der erste Todesfall im Zusammenhang mit COVID-19 gemeldet.[78] Weitere Todesfälle wurden in den Folgetagen am 7. April (1), 10. April (1), 13. April (2) und 14. April (1) gemeldet. Bis zum 16. April wurden sieben COVID-19-bedingte Todesfälle im Main-Tauber-Kreis gemeldet.[79] Weitere Todesfälle wurden am 30. April (1), 7. Mai (1), 12. Mai (1) und 29. Juli (1) gemeldet.[36][Anm. 2]

Bestätigte Todesfälle (kumuliert) im Main-Tauber-Kreis
nach Pressemitteilungen des Landratsamtes[36][Anm. 1]

Infektionen in Bezug zur Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bis zum 16. Oktober 2020 bestätigten COVID-19-Infektionen verteilten sich wie folgt auf die Kommunen und den gesamten Kreis:[36][Anm. 1]

COVID-19-Infektionen je Kommune des Main-Tauber-Kreises
Städte und sonstige Gemeinden Bestätigte
Infektionen
(kumuliert)
aktuell
infiziert
Geheilte
Personen
(wieder genesen)
Todesfälle
(verstorben)
Einwohner
(EW)
Fälle
in % der EW
Fälle
je 1000 EW
Infektionen
je 100.000 EW
(Inzidenz)
Ahorn (Gemeinde) 2 0 000000000002189.00000000002.189 0,09 % 0,9 89,1
Assamstadt (Gemeinde) 4 0 000000000002220.00000000002.220 0,18 % 1,8 176,8
Bad Mergentheim (Große Kreisstadt) 196 38 000000000023883.000000000023.883 0,82 % 8,2 818,4
Boxberg (Stadt) 44 11 000000000006700.00000000006.700 0,66 % 6,6 660,3
Creglingen (Stadt) 18 0 000000000004681.00000000004.681 0,38 % 3,8 383,5
Freudenberg (Stadt) 7 1 000000000003727.00000000003.727 0,19 % 1,9 185,5
Großrinderfeld (Gemeinde) 14 3 000000000004031.00000000004.031 0,35 % 3,5 351,3
Grünsfeld (Stadt) 17 1 000000000003601.00000000003.601 0,47 % 4,7 465,6
Igersheim (Gemeinde) 37 9 000000000005565.00000000005.565 0,67 % 6,7 666,4
Königheim (Gemeinde) 6 1 000000000002983.00000000002.983 0,20 % 2,0 200,2
Külsheim (Stadt) 9 0 000000000005267.00000000005.267 0,18 % 1,8 175,7
Lauda-Königshofen (Stadt) 65 4 000000000014493.000000000014.493 0,45 % 4,5 447,0
Niederstetten (Stadt) 52 6 000000000004774.00000000004.774 1,08 % 10,8 1075,7
Tauberbischofsheim (Kreisstadt) 73 4 000000000013172.000000000013.172 0,55 % 5,5 551,7
Weikersheim (Stadt) 48 12 000000000007358.00000000007.358 0,65 % 6,5 654,6
Werbach (Gemeinde) 10 0 000000000003291.00000000003.291 0,30 % 3,0 301,2
Wertheim (Große Kreisstadt) 64 6 000000000022832.000000000022.832 0,28 % 2,8 280,9
Wittighausen (Gemeinde) 7 0 000000000001632.00000000001.632 0,43 % 4,3 428,9
Gesamter Kreis: 671 96 564 11 132.321 0,51 % 5,1 507,1

Infektionen nach Altersgruppen und Geschlecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. Oktober 2020 verteilten sich die 679 bis dahin vom Robert Koch-Institut (RKI) bestätigten COVID-19-Infektionen im Main-Tauber-Kreis wie folgt nach Altersgruppen und Geschlecht:[80][Anm. 3]

Infektionen im Main-Tauber-Kreis nach Altersgruppen und Geschlecht (absolut)
nach Daten des RKI[80][Anm. 3]

Infektionen im Main-Tauber-Kreis nach Altersgruppen und Geschlecht (pro 100.000 EW)
nach Daten des RKI; auf ganze Fälle gerundet[80][Anm. 3]

Reaktionen und Maßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Artikel COVID-19-Pandemie in Baden-Württemberg#Reaktionen und Maßnahmen und COVID-19-Pandemie im Main-Tauber-Kreis#Reaktionen und Maßnahmen überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. TheRandomIP (Diskussion) 01:11, 16. Okt. 2020 (CEST)

Maßnahmen der kreiseigenen Einrichtungen und sonstiger Zentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim wurde ein erstes Zentrales Abstrichzentrum für Tests bei COVID-19-Verdachtsfällen im Main-Tauber-Kreis eingerichtet

Das Gesundheitsamt () des Main-Tauber-Kreises richtete mit dem Beginn der Corona-Krise im Kreis seit Anfang März 2020 eine eigene Corona-Hotline ein. Das Bürgertelefon im Gesundheitsamt ist für allgemeine Fragen montags bis sonntags von 8:30 bis 18 Uhr unter der Nummer 09341/82-4010 erreichbar.[81]

Am 16. März 2020 wurde gemeinsam vom Landratsamt des Main-Tauber-Kreises, der Kassenärztlichen Vereinigung Main-Tauber-Kreis und dem Deutschen Roten Kreuz ein erstes Zentrales Abstrichzentrum neben dem Caritas-Krankenhaus eingerichtet. Dort werden begründete Verdachtsfälle auf eine Coronavirus-Infektion untersucht.[33][82] Ab dem 6. April 2020 wird das Zentrale Abstrichzentrum für den Main-Tauber-Kreis seinen Betrieb in der Sporthalle der ehemaligen Kurmainz-Kaserne auf dem Tauberbischofsheimer Laurentiusberg aufnehmen. Es wird hierfür vom bisherigen Standort neben dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim in die Kreisstadt verlagert.[83]

Ab dem 18. März 2020 wurden alle Ämter des Landratsamtes für die Öffentlichkeit auf unbestimmte Zeit geschlossen, um zu einer Verlangsamung der weiteren Verbreitung von Virusinfektionen beizutragen und die Mitarbeiter sowie sensible Arbeitsbereiche zu schützen. Die Mitarbeiter sollten sich in der Folge den drängenden Aufgaben zur Eindämmung der Auswirkungen der Epidemie im Kreis widmen.[84]

Zentrales Abstrichzentrum des Main-Tauber-Kreises in Tauberbischofsheim
Fieberambulanz des Main-Tauber-Kreises in Bad Mergentheim

Die Wirtschaftsförderung des Main-Tauber-Kreises vermittelte ab Mitte März 2020 aufgrund der Corona-Krise verschiedene Hilfsangebote an Unternehmen des Kreises, die von der Corona-Krise besonders getroffen wurden. Hierfür werden Informationen über bestehende Hilfsmaßnahmen der öffentlichen Hand eingeholt und betroffene Betriebe über die Hilfs- und Fördermaßnahmen informiert, da die Ausbreitung des Coronavirus auch erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft des Main-Tauber-Kreises hat und zahlreiche Betriebe vor große Herausforderungen stellt.[85]

Der Tourismusverband „Liebliches Taubertal“ prüfte im März 2020 nach der virusbedingten Absage der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin alternative Maßnahmen für die Region, vor allem im digitalen Bereich, um weiterhin auf die Ferienlandschaft „Liebliches Taubertal“ sowie die Rad- und Wanderwege der Region, beispielsweise den Taubertalradweg, aufmerksam machen zu können.[86]

Die Wirtschaftsförderung des Main-Tauber-Kreises stellte ab dem 6. April 2020 die regionale Händlerplattform „Kauf regional“ zur Verfügung, damit die von der Corona-Krise besonders betroffenen Händler, Gastronomen und Dienstleister aus dem gesamten Landkreis ihre Angebote in der Folge online platzieren können.[87][88]

Ab dem 22. April 2020 werden neben dem bestehenden Zentralen Abstrichzentrum () in Tauberbischofsheim, in der Mitte des Landkreises, zwei weitere Testzentren errichtet: Eine Fieberambulanz () in der ehemaligen Tagesklinik in Bad Mergentheim sowie eine Corona-Schwerpunktpraxis () in Wertheim. Diese drei Testzentren entlasten die Praxen niedergelassener Ärzte sowie die drei Krankenhäuser des Kreises: Das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim (), das Krankenhaus Tauberbischofsheim () und die Rotkreuzklinik Wertheim ().[89]

Empfehlungen, Verbote und Quarantänemaßnahmen im Kreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. März 2020 wies das Landratsamt des Main-Tauber-Kreises wegen der schnellen Ausbreitung der Epidemie auf die folgenden Empfehlungen der Landesregierung von Baden-Württemberg hin: „Personen, die innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet (neu: auch Südtirol) waren, vermeiden – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte und sollten nach Möglichkeit vorläufig zu Hause bleiben.“[90]

Am 10. März 2020 entschied der dezernatsübergreifende Corona-Arbeitsstab im Landratsamt des Main-Tauber-Kreises, sich den neuesten Empfehlungen der Gesundheitsminister von Bund und Land anzuschließen. Daher empfahl der Arbeitsstab, alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern zunächst bis Karfreitag, den 10. April 2020, abzusagen.[91]

Am 13. März 2020 wurde vom Landratsamt dazu aufgerufen, Behördengänge auf ein absolut notwendiges Maß zu beschränken. Um die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen bzw. zu verlangsamen, sei auch ein eigenverantwortliches Handeln der Bürger erforderlich.[92]

Landrat Reinhard Frank wandte sich am 27. März 2020 gemeinsam mit einem Polizeipräsidenten in einer im Internet verbreiteten Videobotschaft an die Bevölkerung und rief zu Solidarität und Achtsamkeit in Zeiten der Corona-Krise auf

Am 15. März 2020 sprach das Landratsamt die Empfehlung aus, dass die Bürger ihre soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren sollen. Aufgrund einer Notverordnung des Landes Baden-Württemberg wurden ab Montag, den 16. März 2020, landesweit Veranstaltungen ab 100 Teilnehmern bis auf weiteres verboten.[93]

Nachdem von Mitte bis Ende März 2020 die Corona-Verordnung der Landesregierung an die Bund-Länder-Leitlinien angepasst wurde, war der Aufenthalt im öffentlichen Raum bis auf weiteres nur noch alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Zu anderen Personen müsse im öffentlichen Raum, wo immer möglich, ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.[94]

Am 27. März 2020 rief Landrat Frank in einer im Internet verbreiteten Videobotschaft zu Solidarität und Achtsamkeit auf. In der Videobotschaft äußerte sich auch Hans Becker, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Heilbronn, zur Corona-Krise.[95]

Am 5. Mai einigten sich Bund und Länder darauf, dass Stadt- und Landkreise, in denen innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet werden, lokal Einschränkungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens einleiten. Ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sollten in der Folge als „Warnschwelle“ bereits gewisse Hinweise und Maßnahmen erfolgen. Diese Warnschelle wurde im Main-Tauber-Kreis Anfang Oktober 2020 an mehreren Tagen in Folge überschritten mit Werten der 7-Tage-Inzidenz zwischen 40 und 50 Neuinfektionen.

Länder- und landkreisübergreifender Austausch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreter des Landkreises Würzburg (Bayern) und des Main-Tauber-Kreises (Baden-Württemberg) treffen sich regelmäßig zu einem länder- und landkreisübergreifenden Austausch. Die Tagesordnungspunkte umfassen dabei aktuell vor allem die Lage zum Coronavirus in der Region und überregionale Aspekte wie beispielsweise Auswirkungen auf den ÖPNV.[96][97]

Folgen für die Bildungseinrichtungen im Main-Tauber-Kreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits ab Montag, den 9. März 2020, wurden drei Bildungseinrichtungen im Main-Tauber-Kreis aufgrund von COVID-19-Fällen vorsorglich geschlossen. Betroffen waren das Gymnasium Weikersheim, das Matthias-Grünewald-Gymnasium Tauberbischofsheim und die Realschule St. Bernhard in Bad Mergentheim zunächst bis einschließlich Freitag, den 13. März 2020. Für insgesamt drei Klassen und eine Jahrgangsstufe, die von einer bestätigten Corona-Infektion direkt betroffen sind, ordnete das Gesundheitsamt eine häusliche Isolation der Schüler an.[30][98] Bereits am 11. März 2020 wurde bekanntgegeben, dass die drei Schulen rein vorsorglich noch eine zweite Woche bis einschließlich Freitag, den 20. März 2020, geschlossen blieben. Auf diese Schutzmaßnahme verständigten sich das Landratsamt des Main-Tauber-Kreises und die betreffenden Kommunen in Abstimmung mit den Schulleitungen gemeinsam.[99]

Ab Montag, den 16. März 2020, musste das Schulzentrum Creglingen vorübergehend geschlossen werden.[100][34]

Hinweisschilder an der Kaufm. Schule Tauberbischofsheim Ende Juni 2020

Ab Dienstag, dem 17. März 2020 wurden alle weiteren Schulen des Kreises vorübergehend, bis zum Ende der Osterferien 2020, geschlossen.[93] Ab dem 4. Mai 2020 wurden die Schulen des Main-Tauber-Kreises für Abschlussklassen unter strengen Auflagen wieder geöffnet. Durch das Landratsamt wurden hierfür etwa 30.000 Mund-Nasen-Schutzmasken an alle Schulen des Landkreises verteilt, die den Schulbetrieb wieder aufgenommen haben. Es handelte sich hierbei um Schulen in Trägerschaft der Städte und Gemeinden sowie des Landkreises.[101] Behindertenwerkstätten durften ab dem 5. Mai unter Auflagen wieder öffnen.[45] Nach den Sommerferien fand ab dem 14. September 2020 in den Schulen des Main-Tauber-Kreises ein Regelbetrieb unter speziellen Hygieneregeln statt.[102] Nach einer Infektion am 24. September 2020 musste eine Klasse der Kaufmännischen Schule Tauberbischofsheim unter Quarantäne gestellt werden.

Nachdem am 2. Oktober 2020 eine Person im Bischöflichen Internat Maria Hilf in Bad Mergentheim positiv getestet wurde, musste die gesamte Einrichtung mit 43 Internatsschülern sowie 25 Mitarbeitenden unter Quarantäne gestellt werden. Betroffen von der Quarantäne waren weitere 47 Schüler, für die Angebote der Tagesbetreuung erbracht wurden. Für alle Betroffenen wurde eine Testung im Abstrichzentrum des Main-Tauber-Kreises in Bad Mergentheim angeordnet.[103] Am 4. Oktober 2020 betraf die Internats-Quarantäne bereits 115 Personen. Nachdem die Flächentestung neun Neuinfektionen ergab, mussten fünf Schulklassen in Bad Mergentheim unter Quarantäne gestellt werden, davon jeweils eine Klasse am Deutschorden-Gymnasium, an der Eduard-Mörike-Schule (Gemeinschaftsschule), an der Grundschule (Standort Au), an der Kopernikus-Realschule und an der Realschule St. Bernhard.[104]

Absage von Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von März bis Juli 2020 geplanten öffentlichen Veranstaltungen im Main-Tauber-Kreis wurden nahezu vollständig abgesagt oder verschoben, darunter Dampfzugsonderfahrten auf der Frankenbahn,[105] das Tauberbischofsheimer Altstadtfest am ersten Juliwochenende (erstmals seit 46 Jahren abgesagt)[106] sowie auch alle Veranstaltungen im kreiseigenen Veranstaltungszentrum im Kloster Bronnbach.[107] Ebenfalls abgesagt werden musste der im August 2020 geplante 21. Autofreie Sonntag im Taubertal.[108] Der geplante Ultramarathon Taubertal 100 im Oktober 2020, der durch den Main-Tauber-Kreis in seiner gesamten Länge führt, musste aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt werden.[109]

Wirtschaftliche Auswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma Michael Weinig AG aus Tauberbischofsheim kündigte am 9. April 2020 an, aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie 200 Stellen abbauen zu müssen, davon 100 im Main-Tauber-Kreis am Stammsitz in Tauberbischofsheim.[110]

Die Firma König & Meyer aus Wertheim-Bestenheid stellte aufgrund der Corona-Krise zwischen März und April 2020 innerhalb von drei Wochen ihre Produktion von Mikrofonstativen auf die Herstellung von Ständern für Desinfektionsmittelflaschen um.[111]

Von der IG Metall Geschäftsstelle in Tauberbischofsheim durchgeführte Umfragen bei deren betreuten Firmen zu den betrieblichen Situationen Ende Mai 2020 ergaben ein ernüchterndes Ergebnis. Von 23 befragten Unternehmen gaben sechs Firmen an, dass sie in absehbarer Zeit ein Liquiditätsproblem haben werden. Weitere sechs Unternehmen sprachen sogar von einem Insolvenzrisiko. Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Tauberbischofsheim, Harald Gans, bezeichnete die Lage als besorgniserregend und befürchtet, dass die eigentlichen Probleme erst noch kommen werden.[112]

„Wir befinden uns in einer Weltwirtschaftskrise, die sich gewaschen hat, der tiefsten, die wir in der Nachkriegszeit erlebt haben.“

Harald Gans, IG Metall Tauberbischofsheim, 23. Juli 2020[112]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Ende Februar 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie ein Säbel-Weltcup in Padua in Norditalien abgesagt wurde, wollte der Fecht-Club Tauberbischofsheim Anfang März 2020 als Ausrichter einspringen.[113] Dies stieß auf massive Kritik der örtlichen Behörden. Der Landrat des Main-Tauber-Kreises, Reinhard Frank, wandte sich daraufhin in einem öffentlichen Brief an den Vorstand des Fecht-Clubs mit der Aufforderung, auf die Austragung des Säbel-Weltcups Anfang März in Tauberbischofsheim zu verzichten. „Vor dem Hintergrund der sich aktuell dynamisch entwickelnden Lage der Corona-Infektionen“ sei die Verlegung „unverantwortlich und inakzeptabel“, hieß es in einem Schreiben des Landrats an den Vorstand, indem Frank weiter ausführte: „Aufgrund unserer Verantwortung für den Schutz der Menschen in unserem Landkreis erwarten wir, dass der Fecht-Club von dieser Veranstaltung Abstand nimmt.“[114][115] Das Gesundheitsamt des Main-Tauber-Kreises habe bereits im Vorfeld von der Veranstaltung dringend von einer Durchführung abgeraten, schrieb Landrat Frank weiter.[115][116] Der Fecht-Club zog erst nach dieser öffentlich geäußerten Kritik seine Zusage wieder zurück. Der öffentliche Druck und die regionalen Widerstände seien durch die Aussagen des Landrats einfach zu groß geworden.[117][118]

Der im April 2020 zwischen dem Landratsamt des Main-Tauber-Kreises und dem Betreiber des Factory-Outlet-Centers Wertheim Village ausgetragene Streit um den Zeitpunkt der Wiedereröffnung des Outlet-Centers führte bis zum Verwaltungsgericht Stuttgart.[119] Durch eine Verfügung auf Basis des Infektionsschutzgesetzes untersagte das Landratsamt am 20. April 2020 den Betrieb bis einschließlich Sonntag, 3. Mai 2020,[120] nachdem es von Seiten der Stadt Wertheim bereits Pläne zu dessen Wiedereröffnung gab.[121] Bei einer übereilter Öffnung drohe laut Landratsamt die Entstehung eines Infektions-Hotspots.[120] Ein Eilantrag des Betreibers wurde vom Verwaltungsgericht abgeschmettert und ein fehlendes Sicherheitskonzept bemängelt.[122][123] Der Betreiber wandte sich daraufhin mit einer Beschwerde an den baden-württembergischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim, da das Öffnungsverbot für das Outlet-Center nach dessen Ansicht im Vergleich zu Wiederöffnung von Fußgängerzonen oder Einkaufszentren „gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz“ verstoße. Gleichzeitig forcierte der Betreiber bereits interne Wiedereröffnungspläne für den 28. April.[124] Das Landratsamt, die Stadtverwaltung Wertheim und der Betreiber des Wertheim Village erzielten schließlich auf Anregung des Verwaltungsgerichtshofs eine außergerichtliche Einigung. Der Betreiber legte ein verbindliches Sicherheits- und Hygienekonzept vor und verpflichtete sich unter anderem zu einer Zugangssteuerung zum Areal. Im Gegenzug wurde das Outlet-Center bereits am 30. April 2020 wiedereröffnet.[125]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Hier sind Fälle aufgelistet, die über die Pressemitteilungen des Main-Tauber-Kreises bekannt gegeben und dem Robert Koch-Institut (RKI) über den Meldeweg oder offizielle Quellen mitgeteilt werden. Da es sich um eine sehr dynamische Situation handelt, kann es zu Abweichungen bzw. zeitlichen Verzögerungen zwischen den Fällen anhand der Pressemitteilungen und den RKI-Fällen oder den Angaben anderer Stellen, etwa des Landes Baden-Württemberg, kommen.
  2. Aufgeführt sind die Todesfälle, die mit und an SARS-CoV-2 verstorben sind. Mit SARS-CoV-2 verstorben bedeutet, dass die Person aufgrund anderer Ursachen verstorben ist, aber auch ein positiver Befund auf SARS-CoV-2 vorlag. An SARS-CoV-2 verstorben bedeutet, dass die Person aufgrund der gemeldeten Krankheit verstorben ist.
  3. a b c Die vom RKI bestätigten Fälle liegen am jeweiligen Tag in der Regel etwas niedriger als die vom Main-Tauber-Kreis an diesem Tag gemeldeten Fälle, da über den Meldeweg eine zeitliche Verzögerung von ein bis zwei Tagen entstehen kann.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: COVID-19-Pandemie im Main-Tauber-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Erster bestätigter Corona-Fall im Main-Tauber-Kreis - Fränkische Nachrichten. In: fnweb.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  2. Krankheiten - Stuttgart - Zahl der Coronavirus-Infizierten im Südwesten gestiegen - Gesundheit - SZ.de. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 15. Oktober 2020.
  3. Mannheimer Morgen: Coronavirus: 21 neue Fälle im Main-Tauber-Kreis - Ticker. In: morgenweb.de. 7. März 2020, abgerufen am 13. Oktober 2020.
  4. Mannheimer Morgen: Coronavirus: Drei Schulen im Main-Tauber-Kreis geschlossen. 7. März 2020. Online unter www.morgenweb.de. Abgerufen am 3. April 2020.
  5. Main-Post: Drei Schulen im Main-Tauber-Kreis bleiben eine Woche länger geschlossen. 11. März 2020. Online unter www.mainpost.de. Abgerufen am 3. April 2020.
  6. Südwestrundfunk: Wegen eines Coronavirus-Falls Fechtzentrum in Tauberbischofsheim geschlossen. Der Bundesstützpunkt Fechten in Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) ist wegen eines Coronavirus-Falls geschlossen. 10. März 2020. Online unter www.swr.de. Abgerufen am 3. April 2020.
  7. Fränkische Nachrichten: Tauberbischofsheim. Covid-19-Infektion Eine der im Main-Tauber-Kreis mit dem Virus infizierten Personen trainiert in der Einrichtung / Athlet und Kontaktpersonen „häuslich isoliert“. Fechtzentrum wegen Corona-Fall geschlossen. 11. März 2020. Online unter www.fnweb.de. Abgerufen am 31. März 2020.
  8. Corona-Pandemie vor Ort: „Dem Virus auf die Schliche gekommen“ - Baden-Württemberg - Stuttgarter Zeitung. In: stuttgarter-zeitung.de. Abgerufen am 13. Oktober 2020.
  9. a b Main-Post: 34 neue Corona-Fälle im Main-Tauber-Kreis am Mittwoch. 1. April 2020. Online unter www.mainpost.de. Abgerufen am 1. April 2020.
  10. a b Main-Tauber-Kreis: 13 neue Fälle von Coronavirus-Infektionen bestätigt (Zahlen 10. April) - Zahnarztbehandlung nur noch in Notfällen. 10. April 2020. Online unter www.main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 10. April 2020.
  11. a b 21 neue Corona-Fälle im Main-Tauber-Kreis am Dienstag. In: mainpost.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  12. a b 34 weitere Corona-Infektionen im Main-Tauber-Kreis gemeldet. In: main-echo.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  13. a b Zahl der Infektionen steigt auf 198 - Fränkische Nachrichten. In: fnweb.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  14. Main-Tauber: Corona-Infektionen aufgrund von Familienfeier. In: mainpost.de. Abgerufen am 23. Juli 2020.
  15. Fünf neue Corona-Virus-Infektionen im Main-Tauber-Kreis bestätigt. In: main-echo.de. Abgerufen am 23. Juli 2020.
  16. Coronavirus: Neuer Hotspot in Baden-Württemberg - mehrere Schulen sind betroffen. Baden-Württemberg. In: bw24.de. Abgerufen am 13. Oktober 2020.
  17. Coronavirus - aktuelle Zahlen: Daten zur Epidemie in Deutschland, Europa und der Welt - n-tv.de. In: n-tv.de. Abgerufen am 23. Juli 2020.
  18. Schwerpunkt weiter in der Kurstadt - Fränkische Nachrichten. In: morgenweb.de. Abgerufen am 10. Oktober 2020.
  19. Deutschorden-Gymnasium geschlossen - Fränkische Nachrichten. In: fnweb.de. Abgerufen am 15. Oktober 2020.
  20. Lungenärzte im Netz: Covid-19: Ursachen. Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 3. April 2020.
  21. Coronavirus-Patient in München Schwabing behandelt: Darum ist die Klinik dafür prädestiniert. 28. Januar 2020, abgerufen am 28. Januar 2020.
  22. Coronavirus Coronavirus: Siebter Infektionsfall in Deutschland bestätigt. In: Zeit online, 31. Januar 2020
  23. Tagesschau: "Tief besorgt". WHO spricht von Corona-Pandemie. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 6. April 2020.
  24. Einrichtungen legen Vorgehen fest - Fränkische Nachrichten. In: fnweb.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  25. Fränkische Nachrichten: „Hamsterkäufe“ in der Region Große Nachfrage nach lange haltbaren Lebensmitteln und Desinfektionsmitteln / Lieferanten stark ausgelastet. „Die Versorgung ist gesichert“. 3. März 2020. Online unter www.fnweb.de. Abgerufen am 31. März 2020.
  26. Robert Koch-Institut: COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2): Risikogebiete
  27. Main-Tauber-Kreis: Zweiter Coronafall ist bestätigt. In: mainpost.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
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  40. Main-Tauber-Kreis: 13 neue Fälle von Coronavirus-Infektionen bestätigt (Zahlen 6. April) - Weiteres Pflegeheim in Bad Mergentheim unter Quarantäne. 6. April 2020. Online unter www.main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 6. April 2020.
  41. Main-Tauber-Kreis: Zehn neue Fälle von Coronavirus-Infektionen bestätigt (Zahlen 8. April) - Ein weiteres Pflegeheim im Main-Tauber-Kreis unter Quarantäne. 8. April 2020. Online unter www.main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 8. April 2020.
  42. Main-Tauber-Kreis: Fünf neue Fälle von Coronavirus-Infektionen bestätigt (Zahlen 9. April) - Weiteres Pflegeheim in Bad Mergentheim unter Quarantäne. 9. April 2020. Online unter www.main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 9. April 2020.
  43. Nur noch ein Pflegeheim in Quarantäne - Fränkische Nachrichten. In: fnweb.de. Abgerufen am 18. April 2020.
  44. Drei neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt (Zahlen 24. April) - Corona-Verordnung angepasst. In: main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 25. April 2020.
  45. a b Zwei weitere Corona-Fälle bestätigt - Fränkische Nachrichten. In: fnweb.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  46. Coronavirus: Keine neue Infektion im Main-Tauber-Kreis. In: mainpost.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  47. Keine neuen Corona-Infektionen im Main-Tauber-Kreis. In: mainpost.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  48. Ein positiver Fall bei 3281 Abstrichen - Fränkische Nachrichten. In: fnweb.de. Abgerufen am 16. Juli 2020.
  49. Keine neue Coronavirus-Infektion im Main-Tauber-Kreis. In: mainpost.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  50. Zwei neue Corona-Fälle bestätigt - Fränkische Nachrichten. In: fnweb.de. Abgerufen am 16. Juli 2020.
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  56. Julia Back: Main-Tauber: Corona-Infektionen aufgrund von Familienfeier. In: MainPost.de. 1. August 2020, abgerufen am 17. Oktober 2020 (kostenpflichtig).
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  91. Landratsamt des Main-Tauber-Kreises: Kreis rät von Veranstaltungen über 1000 Personen ab. 10. März 2020. Online unter www.main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 31. März 2020.
  92. Landratsamt des Main-Tauber-Kreises: Coronavirus: Behördengänge auf notwendiges Maß beschränken. 13. März 2020. Online unter www.main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 31. März 2020.
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  99. Drei Schulen im Main-Tauber-Kreis bleiben eine Woche länger geschlossen. In: mainpost.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
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  101. Vier weitere Corona-Fälle bestätigt - Fränkische Nachrichten. In: fnweb.de. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  102. Vier neue Coronavirus-Infektionen (Zahlen 14. September) - Mehr Vertretungslehrkräfte an Schulen. In: main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 15. September 2020.
  103. Fünf neue Coronavirus-Infektionen (Zahlen 2. Oktober) - Internat in Bad Mergentheim unter Quarantäne. In: main-tauber-kreis.de. Abgerufen am 4. Oktober 2020.
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