FC Progrès Niederkorn

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FC Progrès Niederkorn
Progrès Niederkorn
Basisdaten
Name Football Club Progrès Niederkorn
Sitz Niederkorn, Luxemburg
Gründung 14. August 1919
Präsident Fabio Marochi
Website progres.lu
Erste Mannschaft
Cheftrainer Roland Vrabec
Spielstätte Stade Jos Haupert
Niederkorn
Plätze 2.800
Liga BGL Ligue
2018/19 4. Platz
Heim
Auswärts

Der Football Club Progrès Niederkorn ist ein Fußballverein aus dem zu Differdingen gehörenden Ort Niederkorn in Luxemburg. Die Vereinsfarben sind gelb-schwarz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Progrès wurde am 14. August 1919 unter dem Namen Cercle Sportif gegründet. Die Spielkleidung bestand aus einem roten Trikot mit weißem Brustring und weißen Ärmeln sowie einer weißen Hose. Am 15. März 1922 wurden die Farben in ein schwarz-gelb-gestreiftes Trikot und wenig später in eine schwarze Hose geändert.[1]

Bereits 1923 stieg Progrès in die zweitklassige Ehrenpromotion auf. 1926 gelang erstmals der Aufstieg in die höchste Spielklasse, die Nationaldivision. 1933 gewann Progrés mit dem Coupe de Luxembourg durch einen 4:1-Sieg gegen Union Luxemburg den ersten Vereinstitel.

Nach der deutschen Besetzung Luxemburgs erfolgte 1940 die Umbenennung in FK Niederkorn. Unter diesem Namen stieg der Verein 1942 in die Gauliga Moselland auf. Niederkorn wurde auf Anhieb Meister der Gruppe West und spielte gegen den Meister der Ostgruppe, TuS Neuendorf, um den Einzug in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft 1943. Nach einem 3:0 im Hinspiel wurde das Rückspiel mit 1:5 verloren und die Finalrunde verpasst. 1943 nahm der Verein auch an der Hauptrunde des DFB-Pokals (damals Tschammerpokal) teil, unterlag jedoch in der 1. Runde den Sportfreunden Katernberg mit 0:3.

Nach der Befreiung Luxemburgs wurde bereits 1944/45 wieder in der Nationaldivision gespielt, der Verein wurde 1944 wieder in FC Progrès umbenannt. Durch eine 1:3-Niederlage gegen The National Schifflingen verpasste der Verein jedoch den Sprung in die Endrunde. Im selben Jahr konnte durch ein 2:0-Sieg im Finale zum zweiten Mal der Luxemburger Fußballpokal gewonnen werden. Im darauffolgenden Jahr erreichte Progrès erneut das Finale des Fußballpokals, musste sich jedoch dieses Mal Jeunesse Esch mit 1:3 geschlagen geben. Nachdem der Verein die folgenden Jahre im Mittelfeld der Nationaldivision gespielt hatte, erreichte er in der Spielzeit 1952/53 erstmals den Meistertitel Luxemburgs mit einem Punkt Vorsprung auf Jeunesse Esch. 1956 wurde erneut das Endspiel des Fußballpokals erreicht, Progrès musste sich nach Verlängerung mit 1:3 dem Stade Düdelingen geschlagen geben. 1959/60 wurde der Verein letzter in der Nationaldivision und spielte somit das erste Mal seit 24 Jahren nur noch zweitklassig. Die Rückkehr in die oberste Liga gelang zur Saison 1963/64, jedoch verpasste der Verein um drei Punkte den Klassenerhalt und stieg sofort wieder in die Ehrenpromotion ab. 1967 gelang der erneute Aufstieg in die Erstklassigkeit. Nachdem Progrès in den folgenden vier Spielzeiten jeweils nur knapp den Klassenerhalt in der Nationaldivision schaffte, musste der Verein nach der Spielzeit 1971/72 wieder in die Zweitklassigkeit.

Mit dem Aufstieg in die Nationaldivision 1974/75 begann die erfolgreichste Ära in der Geschichte des FC Progrès. In der Spielzeit 1976/77 wurde der Verein Vizemeister hinter Jeunesse Esch, im selben Jahr gelang durch ein 3:1 im Wiederholungsspiel gegen Red Boys Differdingen zum dritten Mal der Gewinn des Fußballpokals Luxemburgs. 1977/78 wurde der Verein zum zweiten Mal luxemburgischer Fußballmeister, der Pokalgewinn konnte erfolgreich verteidigt werden. Nach dem Vizemeistertitel 1978/79 und dem verlorenen Pokalfinale gegen Spora Luxemburg 1980 konnte Progrès Nationaldivision 1980/81 zum dritten und letzten Mal luxemburgischer Fußballmeister werden. Im Europapokal schied der Verein jeweils bereits in den ersten Runden aus. In den kommenden Jahren konnte man die Spielstärke nicht mehr halten, der Verein beendete die Spielzeiten überwiegend im Mittelfeld der Nationaldivision. 1988/89 stieg der Verein auf Grund der neu eingeführten Absteigs-Play-offs in die Ehrenpromotion ab. Zwar stieg der der FC Progrès zur Spielzeit 1990/91 erneut in die Nationaldivision auf, bereits nach einer Spielzeit musste der Verein jedoch wieder in die Zweitklassigkeit.

Es dauerte zehn Jahre, eh der FC Progrès erneut in der Nationaldivision spielte. Der Aufstieg in die Nationaldivision 2001/02 folgte zwar ein Jahr später der Abstieg, seit 2006/07 spielt der Verein jedoch wieder in der höchsten luxemburgischen Spielklasse. 2012/13 entging Progrès knapp dem Abstieg, als der Verein das Barragespiel gegen den FC UNA Strassen mit 1:0 nach Verlängerung siegreich gestalten konnte. Durch den vierten Platz in der Saison 2014/15 qualifizierte sich Progrès Niederkorn für die UEFA Europa League 2015/16, bei der der Verein trotz eines 0:0-Unentschieden im Hinspiel nach einer 0:3-Niederlage im Rückspiel gegen die Shamrock Rovers in der 1. Qualifikationsrunde ausschied. Ìm August 2016 trennte sich der FC Progrès von Trainer Fabien Tissot und verpflichtete den 18 Tage zuvor bei Union Titus Petingen entlassenen Paolo Amodio.[2] In der Saison 2016/17 wurde erneut der vierte Platz erreicht, der zur Teilnahme an der UEFA Europa League 2017/18 berechtigte. In der 1. Qualifikationsrunde konnte sich Progrès überraschend nach einer 0:1-Hinspielniederlage durch einen 2:0-Sieg im Rückspiel gegen den schottischen Vertreter Glasgow Rangers durchsetzen. Dies war der erste Sieg in einem internationalen Wettbewerb und der größte internationale Erfolg für diesen Verein. In der zweiten Qualifikationsrunde schied Progrés dann jedoch durch zwei Niederlagen gegen AEL Limassol aus dem Wettbewerb aus.

Nachdem der FC Progrès in der Saison 2017/18 lange auf Augenhöhe mit F91 Düdelingen um die Meisterschaft kämpfte und am Ende als Vizemeister abschloss, wurde Trainer Paolo Amodio nach fast zwei Jahren gemeinsam mit Co-Trainer Emilio Lobo am 3. Oktober 2018 wegen sportlicher Erfolglosigkeit entlassen.[3] Einen Tag später stellte der Verein den Franzosen Cyril Serredszum, bis Februar 2018 Trainer bei Fola Esch, als neuen Cheftrainer und seinen Landsmann Serge Wolf, zuvor Trainer von Swift Hesperingen, als neue Übungsleiter vor.[4] Nach einer 0:5-Niederlage gegen den RFC Union Luxemburg wurden Serredszum und Wolf zwei Spieltage vor Ende der Saison 2018/19 entlassen.[5] Interimstrainer Mario Mutsch gelang es, den Klub auf den 4. Platz zu führen, der aufgrund des Pokalsieges von Meister F91 Düdelingen zur Teilnahme an der Vorqualifikation der UEFA Europa League 2019/20 berechtigte.

Am 12. Juni 2019 wurde der Deutsche Roland Vrabec als neuer Trainer vorgestellt.[6]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als FK Niederkorn:

Europapokal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Progrès nahm bisher siebenmal an der Hauptrunde eines europäischen Wettbewerbs teil. Von insgesamt 16 Spielen wurden 13 verloren. Am 16. September 1981 gelang in der ersten Runde des Europapokals der Landesmeister ein 1:1-Unentschieden gegen den nordirischen Vertreter Glentoran Belfast. In der Qualifikation zur Europa League 2017/18 wurde der schottische Rekordmeister Glasgow Rangers in der 1. Runde durch einen 2:0-Heimerfolg ausgeschaltet.

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1977/78 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde DanemarkDänemark Vejle BK 00:10 0:1 (H) 0:9 (A)
1978/79 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Spanien 1945Spanien Real Madrid 00:12 0:5 (A) 0:7 (H)
1979/80 UEFA-Pokal 1. Runde SchweizSchweiz Grasshopper Zürich 0:6 0:2 (H) 0:4 (A)
1981/82 Europapokal der Landesmeister 1. Runde NordirlandNordirland Glentoran FC 1:5 1:1 (H) 0:4 (A)
1982/83 UEFA-Pokal 1. Runde SchweizSchweiz Servette Genf 0:4 0:1 (H) 0:3 (A)
2015/16 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde IrlandIrland Shamrock Rovers 0:3 0:0 (H) 0:3 (A)
2017/18 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde SchottlandSchottland Glasgow Rangers 2:1 0:1 (A) 2:0 (H)
2. Qualifikationsrunde Zypern RepublikZypern AEL Limassol 1:3 0:1 (H) 1:2 (A)
2018/19 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde AserbaidschanAserbaidschan FK Qəbələ 2:1 2:0 (A) 0:1 (H)
2. Qualifikationsrunde UngarnUngarn Honved Budapest 2:1 0:1 (A) 2:0 (H)
3. Qualifikationsrunde RusslandRussland FK Ufa 3:4 1:2 (A) 2:2 (H)
2019/20 UEFA Europa League Vorqualifikation WalesFlag of Wales (1959–present).svg Cardiff Metropolitan (a)2:2(a) 1:0 (H) 1:2 (A)
1. Qualifikationsrunde IrlandIrland Cork City 3:2 2:0 (A) 1:2 (H)
2. Qualifikationsrunde SchottlandSchottland Glasgow Rangers 0:2 0:2 (A) 0:0 (H)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 28 Spiele, 5 Siege, 4 Unentschieden, 19 Niederlagen, 16:56 Tore (Tordifferenz −40)

Kader Saison 2019/20[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 4. Juli 2019 [7]

Aktueller Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
01 Sébastien Flauss FrankreichFrankreich
12 Kenan Agovic LuxemburgLuxemburg
16 Stéphane Ferreira da Costa LuxemburgLuxemburg
81 Youn Czekanowicz LuxemburgLuxemburg PolenPolen
05 Ben Vogel LuxemburgLuxemburg
20 Jonni Filipe Correia Santos LuxemburgLuxemburg
22 Marvin Martins LuxemburgLuxemburg
23 Adrien Ferino FrankreichFrankreich
32 Tom Laterza LuxemburgLuxemburg
34 Tim Hall LuxemburgLuxemburg
70 Yaan Matias Marques LuxemburgLuxemburg
04 Aldin Skenderovic LuxemburgLuxemburg MontenegroMontenegro
08 Yannick Cervellera LuxemburgLuxemburg
09 Yannick Bastos LuxemburgLuxemburg
10 Belmin Muratovic LuxemburgLuxemburg MontenegroMontenegro
24 Ricky Borges LuxemburgLuxemburg
31 Sebastien Thill (C)Kapitän der Mannschaft LuxemburgLuxemburg
38 Metin Karayer FrankreichFrankreich
40 Christian Silaj DeutschlandDeutschland KroatienKroatien
07 Mayron De Almeida BelgienBelgien
14 Emmanuel Françoise FrankreichFrankreich
17 Issa Bah ÄquatorialguineaÄquatorialguinea
22 Kempes Tekiela DeutschlandDeutschland
27 Gullit Ramos LuxemburgLuxemburg PortugalPortugal
97 Florik Shala LuxemburgLuxemburg

Trainerstab und Funktionäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funktion Name Nationalität
Chef-Trainer Roland Vrabec DeutschlandDeutschland
Co-Trainer und Torwart-Trainer Felipe Couto Machado LuxemburgLuxemburg
Fitnesstrainer Jeff Paulus LuxemburgLuxemburg
Leiter der Nachwuchsabteilung Giovanni Barnabo LuxemburgLuxemburg

Frauenfußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frauenmannschaft des FC Progrès ist mit 16 nationalen Meisterschaften (Stand: November 2017) luxemburgischer Rekordtitelträger. Zweimal gewann sie den nationalen Pokal und erreichte fünf weitere Male das Pokalendspiel. Darüber hinaus nahm sie am Vorrundenturnier des UEFA Women’s Cup 2001/02 im dänischen Odense teil, schied jedoch ohne Torerfolg und Punktgewinn nach der 1. Runde aus. Nachdem sich die Mannschaft vor Beginn der Saison 2005/06 größtenteils den FC Mamer 32 anschloss, wurde das Team durch die Jugendmannschaft im Jahre 2007 wiedergegründet und stieg zur Saison 2008/09 wieder in die Ligue 1 auf. 2011/2012 nahm der Verein an der UEFA Women’s Champions League teil. Beim Qualifikationsturnier im zyprischen Limassol und Larnaka belegten sie erneut mit 0 Punkten und 0:26 Toren den letzten Platz der Gruppe.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luxemburgischer Meister: 1975, 1977, 1978, 1985–89, 1999–2005, 2011
  • Luxemburgischer Pokalsieger: 2002, 2003
  • Luxemburgischer Pokalfinalist: 2004, 2005, 2011, 2012, 2013

Europapokal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettbewerb Runde Gegner Ergebnis
UEFA Women’s Cup 2001/02 Gruppe 6 Jugoslawien Bundesrepublik 1992Jugoslawien ZFK Masinac Classic Niš 0:11
DanemarkDänemark Odense BK 0:13
PortugalPortugal Gatões FC 0:8
UEFA Women’s Champions League 2011/12 Gruppe 7 Zypern RepublikZypern Apollon Limassol 0:14
UkraineUkraine Legend-Cheksil Chernigov 0:8
WalesFlag of Wales (1959–present).svg Swansea City 0:4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. progres.lu: Rückblick auf die ersten 75 Jahre. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 25. Mai 2014; abgerufen am 24. Mai 2014. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.progres.lu
  2. lessentiel.lu: „Paolo Amodio und Emilio Lobo übernehmen Progrès“ vom 18. Oktober 2016
  3. tageblatt.lu: Niederkorn trennt sich von Trainer Amodio. Abgerufen am 3. Oktober 2018.
  4. wort.lu: Serredszum und Wolf vorgestellt. Abgerufen am 4. Oktober 2018.
  5. tageblatt.lu: Progrès entlässt Trainer Cyril Serredszum – Mario Mutsch springt ein. Abgerufen am 11. Mai 2019.
  6. Progrès stellt den deutschen Profitrainer Roland Vrabec offiziell vor. In: tageblatt.lu. 12. Juni 2019, abgerufen am 12. Juni 2019.
  7. FC Progrès Niederkorn.