RFC Union Luxemburg

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RFC Union Lëtzebuerg
Racing FC Union Lëtzebuerg
Basisdaten
Name Racing Foussball Club
Union Lëtzebuerg
Sitz Luxemburg
Gründung 12. Mai 2005 (3. Juni 1907 als Racing Club Luxemburg)
Präsident Karine Reuter
Website www.racing-fc.lu
Erste Mannschaft
Trainer Jacques Müller
Stadion Stade Achille Hammerel
Luxemburg
Plätze 5.814
Liga BGL Ligue
2016/17 10. Platz
Heim
Auswärts

Der Racing Foussball Club Union Lëtzebuerg (deutsch: Racing Fußball Club Union Luxemburg; kurz: RFC Union Lëtzebuerg; Spitzname: Racing-FC) ist ein Fußballverein aus Luxemburg. Der Verein wurde am 12. Mai 2005 gegründet, als die Traditionsvereine Union Luxemburg, CA Spora Luxemburg und CS Alliance 01 fusionierten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgängervereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spora Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CA Spora Luxembourg.svg

Der Club Athletique Spora Luxemburg wurde 1923 durch eine Fusion von Racing Luxemburg und Sporting Club Luxemburg gegründet. Beide Stammvereine gehörten zu den erfolgreichsten Clubs in den frühen Jahren des Luxemburger Fußballs. Racing wurde 1910 erster Meister. Sporting wurde 1911 und 1919 Meister. In den Zwanzigern und Dreißiger Jahren kämpften Spora Luxemburg und die Red Boys Differdingen um die Vorherrschaft im Großherzogtum. In den ersten fünfzehn Jahren holte Spora sieben Mal die Meisterschaft und gewann drei Mal den Pokal. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Triumphe seltener. Vier Mal wurde man Meister und weitere fünf Mal wurde der Pokal gewonnen. 1956 sorgte Spora für den größten Erfolg einer Luxemburger Mannschaft im Europapokal. Im Europapokal der Landesmeister schlug man den deutschen Meister Borussia Dortmund im Rückspiel mit 2:1. Das Hinspiel wurde mit 4:3 verloren. Wäre damals schon die Auswärtstorregel angewandt worden, wäre Spora weitergekommen. Zur damaligen Zeit wurde ein Entscheidungsspiel angesetzt, welches Spora mit 7:0 verloren hat. Im UEFA-Pokal 1964/65 schlug man im Rückspiel den FC Basel mit 1:0, nachdem das Hinspiel mit 2:0 verloren wurde. Spora war somit der erfolgreichste Luxemburger Verein. Für diesen Verein steht das „Racing“ im Namen des neuen Vereins.

Union Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Union Luxembourg (alt).svg

Union Sportive Luxemburg wurde 1925 durch die Fusion von US Hollerich Bonnevoie und Jeuness Sportive Verlorenkost gegründet. Hollerich war vor der Fusion einer der besten Vereine in Luxemburg. Unter anderem gewann der Verein fünfmal in Folge die Meisterschaft (Meister 1912 und von 1914 bis 1917 - 1913 wurde keine Meisterschaft ausgetragen). Nach der Fusion wurde 1927 der Meistertitel geholt. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges holte der Verein keine weiteren Titel. 1940 musste der Verein auf Geheiß der Nazis seinen Namen in „Verein für Rasenspiele 08 Luxemburg“ ändern. 1945 nahm der Verein wieder seinen alten Namen an. Erst ab 1959 sollte der Verein wieder Titel sammeln. Zwischen 1959 und 1971 holte der Verein zwei Meistertitel und fünf Pokalsiege. Im Europapokal der Pokalsieger 1970/71 schlug die Union den türkischen Vertreter Göztepe Izmir im Rückspiel mit 1:0. Für Union war es der erste Sieg im Europapokal. Den zweiten Sieg holte Union durch ein 1:0 über den norwegischen Vertreter FK Bodø/Glimt. In den Siebziger und Achtziger Jahren belegte der Verein in der Meisterschaft immer Plätze unter den ersten Vier. Anfang der 1990er Jahre gewann der Verein noch einmal drei Meisterschaften in Folge. Den letzten Titel holte Union 1996 mit dem Pokalsieg. Nach der Jahrtausendwende ging es mit dem Verein bergab. Tiefpunkt war der Abstieg aus der Nationaldivision 2005 und bildete ein unrühmliches Ende für einen der erfolgreichsten Vereine Luxemburgs. Für diesen Verein steht das „Union“ im Namen des neuen Vereins.

FC Aris Bonneweg (CS Alliance 01 Luxemburg)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Aris Bonneweg
Aris Bonnevoie (1970er).svg

Am 14. März 2001 fusionierte der 1922 gegründet Traditionsverein FC Aris Bonneweg mit dem kleineren CS Hollerich zum kurzlebigen FC Alliance 01 Luxemburg. Aris Bonneweg, französisch Bonnevoie, war dreifacher Meister des Großherzogtums, sowie sechsmaliger Pokalfinalist, wenngleich mit nur einem Sieg in diesen Finals. Aris Bonneweg verbrachte 42 Spielzeiten in der höchsten Liga Luxemburgs. Für den Verein steht das „FC“ im Namen des neuen Vereins.

Sportliche Entwicklung nach der Fusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner ersten Saison belegte der Verein den siebten Platz in der Luxemburger Nationaldivision. In der Saison 2007/08 wurde der Vizemeistertitel errungen - mit deutlichem Abstand zum Meister F91 Düdelingen. 2014 stieg der RFC Union Luxemburg aus der Nationaldivision ab. Nach einer Saison in der Zweitklassigkeit gelang der sofortige Wiederaufstieg in die BGL Ligue.

Im Coupe de Luxembourg erreichte RFCU seit der Fusion zweimal das Halbfinale. In der Saison 2010/11 scheiterte der Club zu Hause gegen FC Differdingen 03 mit 0:2. 2016/17 schied RFCU durch eine 0:4-Niederlage bei CS Fola Esch aus dem Wettbewerb aus.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spora Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Union Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FC Aris Bonneweg (CS Alliance 01 Luxemburg)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch betrachtet hat der Racing FC Union Luxemburg mit seinen Vorgängervereinen somit 28 mal die Luxemburger Meisterschaft (genauso oft wie Jeunesse Esch) und 20 mal die Coupe de Luxembourg gewonnen.

Europapokalbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RFC Union Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
2008/09 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde SchwedenSchweden Kalmar FF 1:10 0:3 (H) 1:7 (A)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 2 Spiele, 2 Niederlagen, 1:10 Tore (Tordifferenz −9)

Spora Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1956/57 Europapokal der Landesmeister Vorrunde DeutschlandDeutschland Borussia Dortmund 4:11 3:4 (A) 2:1 (H)
0:7 in Dortmund
1961/62 Europapokal der Landesmeister 1. Runde DanemarkDänemark B 1913 Odense 2:15 0:6 (H) 2:9 (A)
1964/65 Messestädte-Pokal 1. Runde SchweizSchweiz FC Basel 1:2 0:2 (A) 1:0 (H)
1965/66 Europapokal der Pokalsieger Vorrunde Deutschland Demokratische Republik 1949DDR SC Aufbau Magdeburg 0:3 0:1 (A) 0:2 (H)
1966/67 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde IrlandIrland Shamrock Rovers 2:8 1:4 (A) 1:4 (H)
1967/68 Messestädte-Pokal 1. Runde EnglandEngland Leeds United 0:16 0:9 (H) 0:7 (A)
1980/81 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde TschechoslowakeiTschechoslowakei Sparta Prag 0:12 0:6 (H) 0:6 (A)
1987/88 UEFA-Pokal 1. Runde NiederlandeNiederlande Feyenoord Rotterdam 2:10 0:5 (A) 2:5 (H)
1989/90 Europapokal der Landesmeister 1. Runde SpanienSpanien Real Madrid 0:9 0:3 (H) 0:6 (A)
1991/92 UEFA-Pokal 1. Runde DeutschlandDeutschland Eintracht Frankfurt 1:11 1:6 (A) 0:5 (H)
1992/93 UEFA-Pokal 1. Runde EnglandEngland Sheffield Wednesday 2:10 1:8 (A) 1:2 (H)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 23 Spiele, 2 Siege, 21 Niederlagen, 14:107 Tore (Tordifferenz −93)

Union Luxemburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1962/63 Europapokal der Landesmeister Vorrunde ItalienItalien AC Mailand 0:14 0:8 (A) 0:6 (H)
1963/64 Europapokal der Pokalsieger Vorrunde DeutschlandDeutschland Hamburger SV 2:7 0:4 (A) 2:3 (H)
1964/65 Europapokal der Pokalsieger Vorrunde DeutschlandDeutschland TSV 1860 München 0:10 0:4 (H) 0:6 (A)
1965/66 Messestädte-Pokal 1. Runde DeutschlandDeutschland 1. FC Köln 0:17 0:4 (H) 0:13 (A)
1964/65 Messestädte-Pokal 1. Runde BelgienBelgien Royal Antwerpen FC 0:2 0:1 (H) 0:1 (A)
1968/69 Messestädte-Pokal Vorrunde UngarnUngarn Újpest Budapest 1
1969/70 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde TurkeiTürkei Göztepe Izmir 2:6 0:3 (A) 2:3 (H)
1970/71 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde TurkeiTürkei Göztepe Izmir 1:5 0:5 (A) 1:0 (A)2
1971/72 Europapokal der Landesmeister Vorrunde SpanienSpanien FC Valencia 1:4 1:3 (A) 0:1 (H)
1973/74 UEFA-Pokal 1. Runde FrankreichFrankreich Olympique Marseille 1:12 0:5 (H) 1:7 (A)
1978/79 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde NorwegenNorwegen FK Bodø/Glimt 2:4 1:4 (A) 1:0 (H)
1984/85 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde BulgarienBulgarien Botew Plowdiw 1:5 0:4 (A) 1:1 (H)
1986/87 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde GriechenlandGriechenland Olympiakos Piräus 0:6 0:3 (A) 0:3 (H)
1988/89 UEFA-Pokal 1. Runde BelgienBelgien RFC Lüttich 1:11 1:7 (H) 0:4 (A)
1989/90 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde SchwedenSchweden Djurgårdens IF 0:5 0:0 (H) 0:5 (A)
1990/91 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Dynamo Dresden 1:6 1:3 (H) 0:3 (A)
1991/92 Europapokal der Landesmeister 1. Runde FrankreichFrankreich Olympique Marseille 0:10 0:5 (H) 0:5 (A)
1992/93 UEFA Champions League 1. Runde PortugalPortugal FC Porto 1:9 1:4 (H) 0:5 (A)
1993/94 UEFA-Pokal 1. Runde PortugalPortugal Boavista Porto 0:5 0:1 (H) 0:4 (A)
1996/97 Europapokal der Pokalsieger Qualifikation KroatienKroatien NK Varteks Varaždin 1:5 1:2 (A) 0:3 (H)
1997/98 Europapokal der Pokalsieger Qualifikation SlowenienSlowenien NK Primorje 0:3 0:2 (A) 0:1 (H)
1998/99 UEFA-Pokal 1. Qualifikationsrunde SchwedenSchweden IFK Göteborg 0:5 0:1 (H) 0:4 (A)
1999 UEFA Intertoto Cup 1. Runde UngarnUngarn Vasas Budapest 1:7 1:3 (H) 0:4 (A)
2002 UEFA Intertoto Cup 1. Runde RumänienRumänien Gloria Bistrița 0:2 0:2 (A) 0:0 (H)
2003 UEFA Intertoto Cup 1. Runde Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro FK Sutjeska Nikšić 1:4 0:3 (A) 1:1 (H)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 48 Spiele, 2 Siege, 4 Unentschieden, 42 Niederlagen, 16:164 Tore (Tordifferenz −148)

1 Union Luxemburg zog wegen der politischen Lage in Ungarn die Teilnahme zurück.
2 Beide Spiele wurden in der Türkei ausgetragen.

FC Aris Bonneweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1962/63 Messestädte-Pokal 1. Runde ItalienItalien Sampdoria Genua 0:3 0:1 (A) 0:2 (H)
1963/64 Messestädte-Pokal 1. Runde BelgienBelgien RFC Lüttich 0:2 0:2 (H) 0:0 (A)
1964/65 Europapokal der Landesmeister Vorrunde PortugalPortugal Benfica Lissabon 2:10 1:5 (H) 1:5 (A)
1966/67 Europapokal der Landesmeister 1. Runde NordirlandNordirland Linfield FC 4:9 3:3 (H) 1:6 (A)
1967/68 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde FrankreichFrankreich Olympique Lyon 1:5 0:3 (H) 1:2 (A)
1971/72 UEFA-Pokal 1. Runde NiederlandeNiederlande ADO Den Haag 2:7 0:5 (A) 2:2 (H)
1972/73 Europapokal der Landesmeister 1. Runde RumänienRumänien FC Argeș Pitești 0:6 0:2 (H) 0:4 (A)
1976/77 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde NordirlandNordirland Carrick Rangers FC 3:4 1:3 (A) 2:1 (H)
1979/80 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde FinnlandFinnland Lahden Reipas 2:0 1:0 (A) 1:0 (H)
Achtelfinale SpanienSpanien FC Barcelona 2:11 1:4 (H) 1:7 (A)
1983/84 UEFA-Pokal 1. Runde OsterreichÖsterreich FK Austria Wien 0:15 0:5 (H) 0:10 (A)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 22 Spiele, 3 Siege, 3 Unentschieden, 16 Niederlagen, 16:72 Tore (Tordifferenz −56)

Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Racing FC trägt seine Heimspiele im Stade Achille Hammerel aus, dem ausgeweiteten ehem. Stadion der „Union Sportive Luxemburg“ (fasst 5'814 Zuschauer).

Weitere Stadien die dem Verein gehören sind das Stade Camille Polfer, das ehemalige Stadion des Club Athletique Spora Luxemburg (fasst 2'740 Zuschauer) und Stade Hollerich, das ehemalige Stadion des Club Sportive Alliance 01 Luxemburg (fasst 2'120 Zuschauer). Manche Spiele werden auch im Nationalstadion Stade Josy Barthel ausgetragen (fasst 8'054 Zuschauer).

Bekannte Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]