City-Airport Mannheim

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City-Airport Mannheim
Mannheim City-Airport 20120316.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDFM
IATA-Code MHG
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 3,5 km östlich von Mannheim
Straße A 656
Nahverkehr rnv Bus 50 und 45
Stadtbahnlinien 5, 6 und 9
Basisdaten
Eröffnung 1926
Betreiber Rhein-Neckar Flugplatz GmbH
Passagiere keine im Linienflug (2013)
Flug-
bewegungen
45.800 (2010)[1]
Beschäftigte 28 (2010)[2]
Start- und Landebahnen
09/27 1066 m × 25 m Asphalt
09L/27R 795 m × 30 m Gras



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Der City Airport Mannheim, ehemals Flugplatz Mannheim (ICAO-Code EDFM, IATA-Code MHG) ist ein Verkehrslandeplatz in der baden-württembergischen Stadt Mannheim. Betreiber ist die Rhein-Neckar Flugplatz GmbH. Im Jahr 2010 wurden rund 130.000 Passagiere gezählt, davon 51.000 im Linienflug.[2] Seit März 2014 findet auf dem Flugplatz wieder Linienverkehr durch die Rhein-Neckar Air statt, nachdem Cirrus Airlines im Dezember 2011 den Flugbetrieb nach Mannheim einstellte. Ansonsten besteht der Flugverkehr aus Sport- oder Privatfliegern sowie dem Werksflugverkehr mehrerer Unternehmen.

Technische Daten[Bearbeiten]

Luftaufnahme des Flugplatzgeländes

Der Verkehrslandeplatz mit zwei Start- und Landebahnen liegt rund 3,5 Kilometer östlich des Mannheimer Zentrums im Ortsteil Mannheim-Neuostheim auf einer Höhe von 93 Metern (305 ft) und ist zugelassen für Instrumentenanflüge (27 – LOC/DME, 09 – Circling). Bei den beiden Bahnen handelt es sich um eine Asphaltbahn von 1066 m Länge (09/27) und um eine Grasbahn (09 Gras/27 Gras) von 795 m Länge.

Der City Airport Mannheim bekam wie schon seit Jahren auch in der 2011 veröffentlichten Mängelliste der Vereinigung Cockpit die schlechteste Bewertung Deficient – Red Star wegen der Restriktionen im An- und Abflugbereich aufgrund der schwierigen Hindernissituation, unvollständiger Landebahnbeleuchtung sowie des Fehlens von Stopbars, einer Anflugbefeuerung und eines Instrumenten-Anflug-Verfahrens für die Landebahn 09.[3]

Die Start- und Landebahn wurde im Sommer 2009 erneuert. Neben der reinen Schwarzdecke der Landebahn wurde eine neue Aufsetzzonenbefeuerung installiert sowie teilweise die Markierungen erneuert.

Linienverkehr[Bearbeiten]

Der Linienverkehr vom City Airport Mannheim wurde von der Fluggesellschaft Cirrus Airlines abgewickelt, die außerdem auch einen Wartungsstützpunkt mit eigener Flugzeughalle für ihre Flugzeuge vor Ort unterhielt. Bis 22. Dezember 2011 wurde täglich mehrfach der Flughafen Berlin-Tegel angeflogen. Von Oktober 2008 bis Januar 2009 bestand auch eine Verbindung nach München, welche mangels Zuspruch seitens der Passagiere jedoch wieder abgesetzt wurde. Ende der 2000er Jahre gab es kurzzeitig auch eine Linienverbindung nach Dresden, die ebenfalls alsbald wieder eingestellt wurde. Die Verbindung nach Hamburg entfiel im November 2010 ebenfalls.[4] Bis Dezember 2008 bediente die Fluggesellschaft außerdem montags bis freitags je zweimal täglich eine Strecke im Werksverkehr für einen Pharma-Konzern nach Genf.

Die Flüge wurden mit modernen Turboprop-Flugzeugen des Typs Dornier 328 durchgeführt, die Platz für maximal 33 Passagiere bieten. Es handelte sich hierbei um einen klassischen Nischenmarkt, da die kurze (und nicht ausbaufähige) Bahn kein deutlich größeres Fluggerät zuließ. Das größte im regelmäßigen Linienverkehr eingesetzte Fluggerät war bis zur Ausflottung bei Cirrus Airlines Anfang 2008 die Dash 8-300 mit 50 Sitzplätzen.

Nach dem Einstellen der Verbindung nach Berlin im Dezember 2011 gab es bis März 2014 keine Linienflüge mehr.[5]

Seit dem 10. März 2014 gibt es wieder zwei wochentägliche Linienflüge zwischen dem City Airport Mannheim und Berlin-Tegel. Als Airline fungiert dabei die auf Betreiben von diversen Unternehmen rund um Mannheim (unter anderem SAP, Heidelberg Cement und Südzucker) neu gegründete Rhein-Neckar Air, welche die Flüge im Wet-Lease mit zwei Dornier 328-110 von der Münchner Charterfluggesellschaft MHS Aviation durchführen lässt.[6]

Segelflug[Bearbeiten]

Der Segelflugverein Mannheim ist einer der aktivsten Streckenflugvereine in Deutschland. Er fliegt in der ersten Segelflug-Bundesliga und hat mehrmals deutsche und internationale Meister gestellt.

Sonstige Nutzung[Bearbeiten]

Der Software-Konzern SAP sowie die Firma Bauhaus haben mehrere Geschäftsreiseflugzeuge am Mannheimer Flughafen stationiert. Ein nicht unerheblicher Teil der Flugbewegungen in Mannheim wird durch Schulungsflüge erzeugt. Neben mehreren kleineren Vereinen ist vor allem die LGM (Luftfahrtgesellschaft Mannheim), eine Flugschule, die unter anderem Ausbildungen für angehende Verkehrsflugzeugführer und Berufs-Hubschrauberpiloten anbietet, einer der Hauptnutzer des Flughafens. Der Rettungshubschrauber Christoph 53 der Deutschen Rettungsflugwacht ist ebenfalls am City Airport Mannheim stationiert. Zwei Unternehmen bieten Rundflüge und Ausbildungen auf Gyrocoptern (Tragschraubern) an. Außerdem bot Aero Business Charter Charterflüge ab Mannheim an.

Gastronomie[Bearbeiten]

Im Hauptgebäude des Flughafens befindet sich eine kleine Bar, an der Getränke und kleine Snacks erhältlich sind. Direkt gegenüber dem Hauptgebäude befindet sich ein größeres Restaurant mit Biergarten.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

300 m entfernt vom Flughafen befindet sich die Haltestelle Neuostheim der rnv. Von dort verkehren die Stadtbahn-Linie 5 nach Weinheim über das Mannheimer Zentrum bzw. nach Heidelberg, die Linie 6 nach Ludwigshafen über das Mannheimer Zentrum sowie die Linie 9 zum Hauptbahnhof Mannheim. Außerdem verkehren von dort die Buslinie 50 in die nördlichen und südlichen Stadtteile und die Buslinie 45 zum südlich gelegenen Rheinau.

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Mannheim-Neckarau der A656.

Zahlreiche Parkplätze für PKW am Flughafen gibt es im Parkhaus direkt neben dem Terminal (kostenpflichtig) sowie kostenfrei auf der großen Freifläche zwischen den beiden Restaurants und dem Terminal, so dass man nach nur wenigen Schritten von seinem Auto das Flughafengebäude betritt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das alte Terminal wird inzwischen als Restaurant genutzt

Der Flugplatz Mannheim wurde im Jahr 1926 mit einer Start- und Landebahn aus Gras in Mannheim-Neuostheim eröffnet. Die 1924 gegründete Badisch-Pfälzische Flugverkehr AG mit Sitz in Mannheim, die 1926 in Badisch-Pfälzische Lufthansa umfirmierte, bot einen regelmäßigen Linienverkehr an, der Frankfurt, Darmstadt, Karlsruhe, Baden-Baden, Villingen, Freiburg und Basel anflog. Nachdem eine Kooperation mit der Lufthansa eingegangen wurde, kamen Hamburg und 1927 Berlin hinzu. 1927 zählte Mannheim zu den am häufigsten angeflogenen Flugplätzen der Lufthansa. Nach dem der Flugverkehr sich rasant von 2.024 Passagiere 1930 auf 11.600 im Jahr 1937 steigerte und der Platz zwischenzeitlich in Flughafen Mannheim – Ludwigshafen – Heidelberg umbenannt wurde, kam der Flugbetrieb im Zweiten Weltkrieg zum Erliegen.

1945 wurde der Platz von der US-Armee besetzt und erst 1953 wieder für den Segelflugbetrieb freigegeben. 1957 wurden Sportmotorflieger zugelassen und ein Jahr später erhielt Mannheim wieder den offiziellen Status eines Landeplatzes mit zwei Graspisten mit 460 und 615 Metern Länge. Die Anzahl der Flugbewegungen stieg rasch. Während 1959 noch 6.236 Segelflug- und 11.421 Motorflugbewegungen gezählt wurden, so stieg dies 1962 auf 6.220 bzw. 21.854. 1973 wurde eine auf 1000 Meter verlängerte Piste mit festem Belag gebaut. Ein Jahr später gab es 44.000 Passagiere. Parallel plante die Stadt einen Regionalflughafen in Mannheim-Sandhofen. Nachdem dieser wegen zu großer Widerstände nicht gebaut wurde, investierte man in den 1990ern wieder in Neuostheim. 1991 wurde die asphaltierte Piste auf 1186 Meter verlängert, drei Hallen saniert, sechs Hallen neuerrichtet und ein neues Terminal gebaut. Im Zuge dieser Investitionen entstand auch ein neues Parkhaus direkt neben dem neuen Terminal. Außerdem wurde ein Instrumentenanflug (Localizer/DME) installiert. Die Zahl der Passagiere stieg von 78.000 im Jahr 1988 auf knapp 200.000 2006. Im Jahr 2007 wurde eine weitere größere Flugzeughalle am östlichen Rand des Flugplatzes neu errichtet sowie eine ältere Halle in der Mitte des Flugplatzgeländes abgerissen und durch eine neue, modernere und größere, ersetzt.

Diskussion um die Zukunft des City Airports Mannheim[Bearbeiten]

Auf politischer und ökonomischer Ebene der Metropolregion Rhein-Neckar wird seit geraumer Zeit eine Diskussion über die Zukunft des City Airports geführt. Hauptargument gegen einen zukünftigen Weiterbetrieb sind die Sicherheitsmängel sowie der damit zusammenhängende Zwischenfall vom 19. März 2008, bei dem eine Dornier 328 von Cirrus Airlines beim Landeanflug über die Piste hinausschoss. Als mögliche Alternativen werden immer wieder das derzeit nicht für die Zivilluftfahrt freigebene Rollfeld in den Coleman Barracks sowie der gegebenenfalls zu erweiternde Flugplatz Speyer genannt.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Rheinpfalz, Mannheim und Region, 11. März 2011
  2. a b Zahlen/Daten/Fakten – Wichtige Kennziffern des City Airport Mannheim. Abgerufen am 20. März 2014.
  3. Vereinigung Cockpit: Mängelliste 2011 (PDF; 234 kB)
  4. Streckenstreichungen bei Cirrus Airlines 16. November 2010
  5. Cirrus Airlines: Mannheim City Airport: Aus für Linienflüge. auf: aero.de, 23. Dezember 2011.
  6. Bericht in Flugrevue.de vom 13. März 2014
  7. Flugplatz Speyer darf ausgebaut werden. auf: airliners.de, 8. Juli 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: City-Airport Mannheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien