Bundesautobahn 656

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Bundesautobahn 656 in Deutschland
Bundesautobahn 656
Karte
Verlauf der A 656
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 11,5 km

Bundesland:

Ausbauzustand: vierstreifig
Richtung Mannheim, Mannheimer Kreuz
Richtung Mannheim, Mannheimer Kreuz
Ehemals Autobahneinfahrt in Mannheim, heute B 37

Die Bundesautobahn 656 (Abkürzung: BAB 656) – Kurzform: Autobahn 656 (Abkürzung: A 656) – führt von der Anschlussstelle Mannheim-Neckarau bis zum Autobahnkreuz Heidelberg. Die Länge beträgt 11,5 km. Die ursprüngliche Streckenlänge war von 1935 bis 1990 14,8 km.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Planungen für eine Autobahn zwischen Mannheim und Heidelberg begannen bereits 1926.[1] Ab 1924 beschäftigte sich die Studiengesellschaft für Automobilstraßenbau (Stufa) mit Planungen für ein nationales „Autostraßennetz“. 1926 erfolgte die Gründung des „Vereins zum Bau einer Straße für den Kraftwagen-Schnellverkehr von Hamburg über Frankfurt a.M. nach Basel“ (kurz HaFraBa), der die umfassendsten Planungen vor 1933 durchführte.

Doch auch regionale Interessensgruppen planten Autostraßen für die Verbindung einzelner Städte: 1930 wurden in mehreren summarischen Artikeln mit dem Untertitel "Städte an den Hafrabastraßen" im "Hafraba-Mitteilungsblatt"[2] die Planungen der jeweiligen Städte zur Anbindung an die Hafraba vorgestellt. Darunter waren auch detaillierte Artikel von Josef F. Amberger (Heidelberg) und Adolf Elsaesser (Stadtbaudirektor Mannheim) über die "Autostraße Mannheim-Heidelberg", die auch erstmals eine "kreuzungsfreie Ablenkung" (ein Autobahndreieck) beschrieben.

Am 21. März 1934 wurden, nachdem für die Strecke München-Salzburg in Unterhaching bei München die sogenannte „Arbeitsschlacht“ eingeleitet wurde, an 22 Baustellen Spatenstiche zum Baubeginn von Reichsautobahnstrecken abgehalten, darunter auch Heidelberg–Mannheim. Als Reichsautobahn wurde die Strecke 1935 eröffnet und reichte ursprünglich von Mannheim-Mitte (heute Europaplatz mit Planetarium Mannheim) bis Heidelberg-Bergheimer Straße. Erbauer war die Nordbadische Autostraßen-Gesellschaft.

Eine Besonderheit der Reichsautobahn war eine Raststätte, mit überdachtem Vorplatz und Tankstelle, mit eigener Ein- und Ausfahrt, die sich zwischen der Anschlussstelle Mannheim-Seckenheim und dem Dreieck Mannheim, heute Autobahnkreuz Mannheim, befand.[3] Nach 1945 wurde das Gelände von der US-Armee beschlagnahmt und als Tankstelle für Amerikaner benutzt. Zwischen den beiden Städten herrschte ein reger Verkehr, weil hier das europäische Hauptquartier der US-Streitkräfte eingerichtet war. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde dann eine neue Autobahnraststätte errichtet. Nachdem das Teilstück der A 6 zwischen Mannheimer und Walldorfer Kreuz sowie die A 5 zwischen Darmstädter und Heidelberger Kreuz fertiggestellt waren, ließ der Fernverkehr auf der A 656 stark nach, so dass die Raststätte geschlossen wurde. Heute befindet sich dort eine Rettungsstation, die Auf- und Abfahrten zur Autobahn aber wurden mit Leitplanken geschlossen.

1982 kam es zu einem tragischen Unglück, als bei den Internationalen Mannheimer Luftschiffertagen bei der Anschlussstelle Mannheim-Neckarau ein mit Fallschirmspringern vollbesetzter Hubschrauber auf die Autobahn stürzte und 46 Menschen starben.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1988 wurde der Mannheimer Endabschnitt[4] auf 1,2 km zur Bundesstraße 37 herabgestuft, 10 Jahre später mit Wirkung vom 1. Mai 1998 auch der Heidelberger Endabschnitt[5] auf knapp 2 km, so dass nun die Autobahn nur noch von der Anschlussstelle Mannheim-Neckarau zum Autobahnkreuz Heidelberg (jeweils einschließlich) reicht. Zwischen der Auffahrt Heidelberg-Wieblingen und dem Ende der B 37 in Heidelberg befindet sich eine Geschwindigkeitsüberwachungsanlage, die die Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h überwacht.

Die alten Brücken über der A 656 zwischen dem Autobahnkreuz Heidelberg und Mannheim-Seckenheim, die sich noch weitgehend im Originalzustand befanden, wurden zwischen circa 2004 und 2007 abgerissen. Dadurch wurde Platz für Standstreifen auch im Bereich der ehemaligen Brücken geschaffen. Die letzte originale Brücke führt nun über die B 37 kurz vor ihrem Ende in Heidelberg.

Ausbauplanungen[Bearbeiten]

Aufgrund noch ausreichender Streckenkapazität wurde der sechsstreifige Ausbau zurückgestellt und wird evtl. bei künftigen Fortschreibungen des Bundesverkehrswegeplans berücksichtigt. Mittelfristig wird zunächst die durchgehende Anlage von Standstreifen verfolgt.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Schefold, Alois Neher (Hrsg.): 50 Jahre Autobahnen in Baden-Württemberg. Eine Dokumentation. Im Auftrag des Autobahnamtes Baden-Württemberg. Autobahnamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1986.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 656 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chronik der Stadt Mannheim (Suche nach Datum, genau: 1926-09-07)
  2. http://www.vahrenkamp.org/hafraba/hafraba.html
  3. Rhein-Neckar-Industriekultur: Autobahntankstellen mit Straßenmeisterei in Mannheim-Seckenheim/Friedrichsfeld. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  4. Bekanntmachung des Innenministeriums vom 16. Dezember 1987, Az.: 10-213/285, Staatsanzeiger für Baden-Württemberg vom 30. Dezember 1987
  5. Bekanntmachung des Landesamtes für Straßenwesen Baden-Württemberg vom 4. Februar 1998, Az.: 3-A 656/B37-AS Heidelb./Wiebl.-3911.14/96, Staatsanzeiger für Baden-Württemberg vom 16. Februar 1998
  6. Anhörung zur Anmeldeliste für den Bundesverkehrswegeplan 2015. Ziff. 3.4 A 656, Ausbau zwischen Mannheim und Heidelberg. Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg, 13. September 2013, S. 33, abgerufen am 2. Februar 2015 (PDF 828 KB).