Gelenau/Erzgeb.

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gelenau/Erzgeb.
Gelenau/Erzgeb.
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gelenau/Erzgeb. hervorgehoben
Koordinaten: 50° 43′ N, 12° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Höhe: 513 m ü. NHN
Fläche: 21,11 km2
Einwohner: 4214 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 200 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09423
Vorwahl: 037297
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 200
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
09423 Gelenau/Erzgeb.
Webpräsenz: www.gelenau.de
Bürgermeister: Knut Schreiter (CDU)
Lage der Gemeinde Gelenau/Erzgeb. im Erzgebirgskreis
SachsenAmtsbergAnnaberg-BuchholzAueAuerbach (Erzgebirge)Bad SchlemaBärenstein (Erzgebirge)Lauter-BernsbachBockauBörnichen/Erzgeb.Breitenbrunn/Erzgeb.BurkhardtsdorfCrottendorfDeutschneudorfDrebachEhrenfriedersdorfEibenstockElterleinGelenau/Erzgeb.GeyerGornau/Erzgeb.GornsdorfGroßolbersdorfGroßrückerswaldeGrünhain-BeierfeldGrünhainichenHeidersdorfHohndorfJahnsdorf/Erzgeb.JohanngeorgenstadtJöhstadtKönigswaldeLauter-BernsbachLößnitz (Erzgebirge)Lugau (Erzgebirge)MarienbergMildenauNeukirchen/Erzgeb.Niederdorf (Sachsen)NiederwürschnitzOberwiesenthalOelsnitz/Erzgeb.OlbernhauPockau-LengefeldRaschau-MarkersbachScheibenbergSchlettauSchneeberg (Erzgebirge)SchönheideSchwarzenberg/Erzgeb.SehmatalSeiffen/Erzgeb.Stollberg/Erzgeb.StützengrünTannenbergThalheim/Erzgeb.Thermalbad WiesenbadThumWolkenstein (Erzgebirge)ZschopauZschorlauZwönitzKarte
Über dieses Bild

Gelenau/Erzgeb. ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis des Freistaats Sachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Gelenau

Das langgezogene Waldhufendorf liegt in Südwest-Nordost-Richtung im Norden des Erzgebirgskreises. Der tiefste Punkt ist das Tal der Wilisch. Höchster Punkt ist die Auerbacher Höhe mit 640 m.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burkhardtsdorf Amtsberg
Gornsdorf Nachbargemeinden Drebach
Auerbach Thum

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsches Strumpfmuseum Gelenau

Urkundliche Erwähnung fand der Ort zunächst in Form von Personennamen, erstmals 1256, als ein Heinricus de Gelene bezeugt ist, der auf der heute Hofteich oder Hofwall genannten Niederungsburg zu vermuten ist. Als eigenständige Ortsbezeichnung taucht Gelynowe erstmals 1299 auf.

Der Ort stand von Anfang an unter einer herrschaftlichen Zweiteilung. Die nördliche Ortsseite und das Rittergut gehörten zur Herrschaft Waldenburg (später: Amt Wolkenstein), die südliche Ortsseite zur Herrschaft Schellenberg (später: Amt Augustusburg). 1533 kaufte die Familie Schönberg Ort und Rittergut (bis 1907 im Besitz).

Mit dem Aufkommen der Strumpfwirkerei ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die bis dahin überwiegend bäuerliche Wirtschaftsstruktur des Ortes stark verändert. Viele Einwohner nahmen die neue Erwerbsmöglichkeit wahr. Später wurde durch den Bau einer Spinnerei die Industrialisierung eingeleitet und es entstanden weitere Textilbetriebe im Ort.

Mit dem Zuzug weiterer Arbeiter stieg die Einwohnerzahl während des 19. Jahrhunderts stetig an. Gelenau zählte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den größten Dörfern Deutschlands.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Oktober 1990 zählte Gelenau 5783 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

1993 bis 1997

  • 1993 – 5.412
  • 1994 – 5.408
  • 1995 – 5.382
  • 1996 – 5.441
  • 1997 – 5.423

1998 bis 2002

  • 1998 – 5.352
  • 1999 – 5.242
  • 2000 – 5.144
  • 2001 – 5.021
  • 2002 – 5.015

2003 bis 2007

  • 2003 – 4.942
  • 2004 – 4.865
  • 2005 – 4.776
  • 2006 – 4.701
  • 2007 − 4.618

2008 bis 2012

  • 2008 − 4.598
  • 2009 − 4.500
  • 2010 − 4.453
  • 2011 − 4.393
  • 2012 − 4.354

ab 2013

  • 2013 − 4.298
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus (ehemaliges Rittergut)

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[2]
Wahlbeteiligung: 59,0 % (2009: 57,4 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
64,8 %
13,6 %
11,0 %
n. k.
9,2 %
1,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+12,7 %p
-5,0 %p
+1,9 %p
-9,1 %p
+2,1 %p
-2,7 %p
    
Insgesamt 16 Sitze

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2015 wurde Knut Schreiter zum Nachfolger von Reinhard Penzis gewählt.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen verbindet Historie und wirtschaftliche Stellung der Gemeinde. Der Löwe im oberen Teil des Wappens rührt aus dem Wappen der Adelsfamilie von Schönberg, welche die Geschichte der Gemeinde maßgeblich mitbestimmte. Während die gekreuzten Spulen die ortsansässige Textilindustrie versinnbildlichen, ist die Pflugschar ein Zeichen für die Landwirtschaft des Ortes.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1990 besteht eine Partnerschaft mit der niedersächsischen Gemeinde Hasbergen. Zur dänischen Gemeinde Skørping (seit 2007 Teil der Gemeinde Rebild) wurden 1996 Partnerschaftsbeziehungen aufgenommen. 1999 kam die tschechische Gemeinde Nové Sedlo, 2000 Nagyhegyes in Ungarn und 2001 Parry Sound in Kanada dazu.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1580–1581 erbaute Kirche von Gelenau

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DDR-Museum Gelenau
  • Erstes Deutsches Strumpfmuseum
  • DDR-Museum
  • Depot Pohl-Ströher, Sammlung erzgebirgischen Spielzeugs und erzgebirgischer Volkskunst[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Bahnhof Gelenau, Empfangsgebäude (2016)

Durch den Ort führt die Bundesstraße 95 (Chemnitz–Oberwiesenthal). Bis 1972 besaß der Ort einen Bahnhof an der Schmalspurbahn Wilischthal–Thum.

Am 26. August 2013 startete, im ersten Jahr noch im Probebetrieb, ein Ortsverkehr in Gelenau. Diese Entscheidung wurde durch eine von der Gemeinde Gelenau durchgeführte Bürgerbefragung bestätigt. Der Ortsverkehr wird vom Verkehrsunternehmen Regionalverkehr Erzgebirge GmbH betrieben.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelenau ist vor allem regional für seine Ringer bekannt. Der Verein RSK „Jugendkraft 1898“ Gelenau stieg 2000 in die 2. Ringerbundesliga. Zehn Jahre später erfolgte der Abstieg. In der Saison 2012 belegte der RSK Gelenau in der Regionalliga Rang sechs.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gelenau. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 3. Band. Schumann, Zwickau 1816, S. 71 f.
  • Christian Heinrich Fritzsche: Aus Gelenaus Vergangenheit – Beiträge zur ortgeschichtlichen Kenntnis Gelenaus. Schantze, Gelenau, 1885
  • Wolfgang Uhlig: Geschichte der Gemeinde Gelenau und ihre Bewohner 1580–1750. Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung, 2008 (= Schriftenreihe der AMF 199)
  • Olaf Tautenhahn: Ortsfamilienbuch Gelenau im Erzgebirge/Sachsen 1580 bis 1775. Weißenthurm. Cardamina 2017
  • Gemeindeverwaltung Gelenau (Hg.): Historische Festschrift 725 Jahre Gelenau im Erzgebirge: 1273–1998. H&F, Scheibenberg, 1998
  • Richard Steche: Gelenau. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 4. Heft: Amtshauptmannschaft Annaberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 71.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gelenau/Erzgeb. – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  3. https://www.statistik.sachsen.de/wpr_alt/pkg_s10_bmlr.prc_erg_bm_a?p_bz_bzid=BM151&p_ebene=GE&p_ort=14521200
  4. Aussichtsturm auf der Webseite der Gemeinde Gelenau/Erzgeb.
  5. Abbildung
  6. Geschichtliches zum Denkmal (Memento des Originals vom 10. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gelenau.de
  7. Abbildung
  8. Webseite des Depots Pohl-Ströher