Thermalbad Wiesenbad

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Thermalbad Wiesenbad
Thermalbad Wiesenbad
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Thermalbad Wiesenbad hervorgehoben
Koordinaten: 50° 37′ N, 13° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Höhe: 523 m ü. NHN
Fläche: 24,21 km2
Einwohner: 3347 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09488
Vorwahl: 03733
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 630
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mühle 1
09488 Thermalbad Wiesenbad
Webpräsenz: www.thermalbad-wiesenbad.de
Bürgermeisterin: Berit Schiefer (parteilos)
Lage der Gemeinde Thermalbad Wiesenbad im Erzgebirgskreis
SachsenAmtsbergAnnaberg-BuchholzAueAuerbach (Erzgebirge)Bad SchlemaBärenstein (Erzgebirge)Lauter-BernsbachBockauBörnichen/Erzgeb.Breitenbrunn/Erzgeb.BurkhardtsdorfCrottendorfDeutschneudorfDrebachEhrenfriedersdorfEibenstockElterleinGelenau/Erzgeb.GeyerGornau/Erzgeb.GornsdorfGroßolbersdorfGroßrückerswaldeGrünhain-BeierfeldGrünhainichenHeidersdorfHohndorfJahnsdorf/Erzgeb.JohanngeorgenstadtJöhstadtKönigswaldeLauter-BernsbachLößnitz (Erzgebirge)LugauMarienbergMildenauNeukirchen/Erzgeb.Niederdorf (Sachsen)NiederwürschnitzOberwiesenthalOelsnitz/Erzgeb.OlbernhauPockau-LengefeldRaschau-MarkersbachScheibenbergSchlettauSchneeberg (Erzgebirge)SchönheideSchwarzenberg/Erzgeb.SehmatalSeiffen/Erzgeb.Stollberg/Erzgeb.StützengrünTannenbergThalheim/Erzgeb.Thermalbad WiesenbadThumWolkenstein (Erzgebirge)ZschopauZschorlauZwönitzKarte
Über dieses Bild

Thermalbad Wiesenbad ist eine Gemeinde an der Zschopau im Erzgebirgskreis in Sachsen. Am 1. Januar 2005 wurde die Gemeinde Wiesa in Thermalbad Wiesenbad umbenannt.

Blick über ein Teil von Wiesenbad nach Norden
'Das Wiesen oder Hiobs Badt' nach Matthäus Merian (um 1650)
Kirche in Wiesa
Kirche in Neundorf
Haltepunkt der Zschopautalbahn im Winter

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Thermalbad Wiesenbad besteht im Wesentlichen aus drei ehemaligen Waldhufendörfern, dem Thermalbad und zwei weiteren Siedlungsplätzen im Talbereich der Zschopau. Am westlichsten liegt der Ortsteil Schönfeld in einer Süd-Nord-Ausrichtung vom Zschopautal ausgehend. Östlich davon liegt direkt im Flusstal der Ortsteil Wiesa, dessen Fluren sich rechts und links der Zschopau erstrecken. Nördlich von Wiesa liegt Neundorf in einer Süd-Nord-Ausrichtung. Weiter östlich liegt dann das Thermalbad im Zschopautal. Der Ortsteil Himmelmühle entstand am Standort einer ehemaligen Mühle. Der Ortsteil Plattenthal liegt im Tal des Pöhlbaches und entstand ebenfalls durch eine frühere Industrieansiedlung. Höchster Punkt des Ortes ist die Franzenshöhe (Ortsteil Neundorf) mit 702 m ü. NN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordosten grenzt Wolkenstein, im Osten Großrückerswalde, im Südosten Mildenau, im Süden Annaberg-Buchholz, im Südwesten Tannenberg, im Nordwesten Ehrenfriedersdorf und im Norden Drebach an die Gemeinde.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Thermalbad Wiesenbad gehören die Ortsteile Himmelmühle, Neundorf, Plattenthal, Schönfeld, Wiesa und Wiesenbad.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 12./13. Jahrhundert besiedelten Thüringer und Franken das Gebiet. Die ersten urkundlichen Erwähnungen fanden im 14. Jahrhundert statt. 1381 Schönfeld, 1386 Neundorf als Im neuen Dorf und 1398 Wiesa in Form von Ritter Heiderich von der Wiese. Im heutigen Wiesenbad entstanden die ersten Gebäude 1474 mit der Hochherrschaftlichen Mühle des Ritters zu Wiesa.

Im 15. Jahrhundert begann der Bergbau. Abgebaut wurden hier Eisen, Kobalt, Kupfer, Silber und Zinn. Zur Wende ins 16. Jahrhundert entdeckte man am rechten Ufer der Zschopau im späteren Ort Wiesenbad eine warme Quelle, welche 1501 eingefasst wurde und 1505 vom Bischoff zu Meißen als St. Jobs-Bad eingeweiht wurde.

Im Rittergut Wiesa ließ Hans-Georg Meusinger von Kollersritt 1604 das Herrenhaus bauen.

Unter dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) litt man auch hier. So verließen zum Beispiel alle Einwohner von Schönfeld den Ort und suchten Schutz in Annaberg. (Siehe auch Literatur)

Im 18. Jahrhundert gingen die Erzvorkommen in den Stollen zur Neige und man musste sich neue Erwerbsquellen erschließen. So begann man mit Klöppeln, Posamentieren und dem Ackerbau, welcher Schönfeld besonders durch den Flachsanbau eine Blütezeit erleben ließ.

Der 1. Januar 1956 war die Geburtsstunde der Gemeinde Thermalbad Wiesenbad, nicht zu verwechseln mit der heutigen Gemeinde, denn erst am 1. Januar 1999 schlossen sich die Orte Neundorf, Schönfeld, Wiesenbad und Wiesa zur Gemeinde Wiesa zusammen,[2] welche am 1. Januar 2005 in Thermalbad Wiesenbad umbenannt worden ist.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Oktober 1990 zählten die Ortsteile der heutigen Gemeinde Thermalbad Wiesenbad zusammen 4169 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:

  • 1993 – 3.938
  • 1994 – 3.919
  • 1995 – 3.939
  • 1996 – 3.897
  • 1997 – 3.910
  • 1998 – 3.937
  • 1999 – 3.925
  • 2000 – 3.920
  • 2001 – 3.872
  • 2002 – 3.876
  • 2003 – 3.844
  • 2004 – 3.814
  • 2005 – 3.783
  • 2006 – 3.710
  • 2007 – 3.674
  • 2009 – 3.587
  • 2012 – 3.490
  • 2013 – 3.453
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 61,5 %
 %
50
40
30
20
10
0
48,3 %
41,0 %
7,3 %
3,4 %
FWBF
FF
   
Insgesamt 16 Sitze
  • FWBF: 8
  • FF: 1
  • CDU: 7

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wähler Bürgerforum e. V. (FWBF): 8 Sitze
  • CDU: 7 Sitze
  • Freunde der Feuerwehr (FF): 1 Sitz

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Trinitatis-Kirche in Wiesa (1902–1904 im Jugendstil erbaut)
  • Dorfkirche in Neundorf (1899/1900)
  • Friedenskapelle in Wiesenbad (1914/1915)
  • Bismarckturm, ein 15 m hoher Aussichtsturm oberhalb des Kurhauses von Wiesenbad, auch May's Turm genannt (1899)[5]
  • Schloss Hohenwendel zwischen Wiesenbad und Streckewalde (1908–1910)[6]

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am Weberteich im Ortsteil Schönfeld erinnert ein Gedenkstein an alle Opfer des Faschismus.
  • Ein Gedenkstein gegenüber dem Gemeindeamt erinnert an die katholische Hitlergegnerin Marie Richter, die im März 1933 im KZ Schützenhaus in Annaberg inhaftiert und gefoltert wurde und danach in den Freitod ging.
  • Hinter der Kirche im Ortsteil Neundorf erinnern eine Gedenkstätte mit Namenstafel der Gefallenen an die Opfer des Ersten Weltkriegs sowie eine weitere Gedenkstätte an die Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Wiesa befand sich der VEB Geräte- und Werkzeugbau Wiesa (GWB), wo von 1957 bis 1990 Handfeuerwaffen hergestellt wurden, ab 1985 auch die Eigenentwicklung der Marke Wieger. Direkt im Tal der Zschopau befindet sich die noch produzierende Papierfabrik Schönfeld.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ortsteil Schönfeld führt die Bundesstraße 95 und durch den Ortsteil Wiesenbad die Bundesstraße 101.

Die Zschopautalbahn hat Haltepunkte in Wiesenbad und Wiesa. 2007 wurde der Bahnhof Schönfeld-Wiesa zugunsten des wenig später neu eingerichteten Haltepunktes Wiesa (Erzgeb) aufgelassen. Heute existiert von den ehemals umfangreichen Gebäuden des Spurwechselbahnhofes nur noch das Empfangsgebäude.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurparkhalle und Ortspyramide, Thermalbad Wiesenbad

Im Ortsteil Wiesenbad befindet sich seit Mitte des 16. Jahrhunderts ein Thermalbad. Das Heilwasser hat eine Temperatur von 26 °C, ist fluorid- und kohlensäurehaltig und dient heute der Behandlung von Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates. Prof. Arnold hat nach 1945 diese Einrichtung maßgeblich aufgebaut und im Wesentlichen Polio und Morbus Bechterew behandelt. In den 1970er Jahren waren gleichzeitig mehr als 100 Morbus-Bechterew-Kranke in Wiesenbad zur Kur. Seit 1994 wurden die Bettenhäuser modernisiert und erweitert und ein völlig neues Badehaus errichtet. Neben den klassischen orthopädischen Indikationen ist die Rehaklinik Miriquidi Thermalbad Wiesenbad das Zentrum für die Therapie von Folgezuständen nach Poliomyelitis (PPS-Syndrom) in Deutschland. Die Kurgesellschaft befindet sich seit den 1990er Jahren in 100%iger Trägerschaft der Kommune. Im Kurpark befindet sich zudem das Tropenhaus Troparium Butterfly (Schmetterlingspark, Reptilienzoo, Aquarium). Das Tropenhaus ist zurzeit geschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatverein Thermalbad Wiesenbad e. V.: Heimatblätter Thermalbad Wiesenbad – Wissenswertes aus den Ortsteilen Neundorf, Schönfeld, Thermalbad Wiesenbad und Wiesa. (Heftreihe, seit 2005)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thermalbad Wiesenbad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  4. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  5. Bismarckturm Thermalbad Wiesenbad auf bismarcktuerme.de
  6. Schloss Hohenwendel auf architektur-blicklicht.de