Generation Y

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Generation Y (kurz Gen Y oder Generation Me[1]) wird die Bevölkerungskohorte bzw. Generation genannt, die im Zeitraum von etwa 1980 bis 1999 geboren wurde. Je nach Quelle wird diese Generation auch als Millennials (zu deutsch etwa die Jahrtausender) bezeichnet. Daneben ist die Generation die erste der Digital Natives. Welche Eigenschaften Mitgliedern dieser Gruppe zugeschrieben werden können, wird in der Fachliteratur und anderen Medien vielfältig diskutiert.[2][3]

Durch die zeitliche Einordnung gilt sie als Nachfolgegeneration der Boomers (bis 1965) und der Generation X (bis 1980). Der Buchstabe Y wird englisch Why (= Warum) ausgesprochen, was auf das charakteristische Hinterfragen der Generation Y verweisen soll.[4] Die nachfolgende Generation wird hin und wieder als die Generation Z bezeichnet, die mit dem Geburtsjahr 1999 beginnt.[5] Die Abgrenzung der Zeiträume wird in der deutschen und amerikanischen Literatur oft unterschiedlich vorgenommen.[6]

2015 gehörten in Deutschland nach Daten des Statistischen Bundesamtes rund 22 Prozent der Gesamtbevölkerung und rund 20 Prozent der Arbeitskräfte zur sogenannten Generation Y (16-35 Jahre).[7][8]

Soziologische Charakterisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Generation Y gilt als gut ausgebildet, oft mit Hochschulabschluss.[9] Sie zeichnet sich durch einen technologieaffinen Lebensstil aus. Insbesondere handelt es sich um die erste Generation, die größtenteils in einem Umfeld von Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen ist.[10] Sie arbeitet lieber in virtuellen Teams als in tiefen Hierarchien. Anstelle von Status und Prestige rücken angeblich die Freude an der Arbeit sowie die Sinnsuche ins Zentrum. Mehr Freiräume, die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung sowie mehr Zeit für Familie und Freizeit seien zentrale Forderungen der Generation Y: Sie wolle nicht mehr dem Beruf alles unterordnen, sondern fordere eine Balance zwischen Beruf und Freizeit und strebe einen Job an, der ihr einen Sinn biete. Sie verkörpere einen Wertewandel, der auf gesellschaftlicher Ebene bereits stattfinde, den die jungen Beschäftigten nun aber auch in die Berufswelt tragen würden.[11]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berliner Jugendforscher Klaus Hurrelmann macht auf die Multioptionsgesellschaft und Grenzlosigkeit aufmerksam, in welcher die Generation Y groß geworden ist.[12] Dazu passt auch, dass auffallend viele Berufsanfänger – 60 % im Jahr 2014 gegenüber 48 % im Jahr 2002 – dieser Generation Ansprüche auf Führungspositionen erheben und sich als Experten wähnen.[13]

In ihrem Buch „Die heimlichen Revolutionäre – Wie die Generation Y unsere Welt verändert“[14] aus dem Jahr 2014 geben der Soziologe Klaus Hurrelmann und der Journalist Erik Albrecht den ersten systematischen Überblick über bisherige Untersuchungen zu diesem Thema, ergänzt um authentische Äußerungen von Generationsangehörigen. Hurrelmann und Albrecht beschreiben die zentralen Merkmale der Generation Y wie folgt:

  • Umgang mit Krisen. Die Generation Y hat in der sensiblen und formativen Zeit ihres Jugendalters den Terroranschlag in New York, weltweite Kriege und Krisen und zuletzt die Finanz- und Eurokrise mit einer verheerenden Jugendarbeitslosigkeit erlebt. Sie sei daher den Umgang mit Unsicherheiten und Ungewissheiten der Lebensplanung gewohnt. Sie habe gelernt, das Beste aus undurchsichtigen Situationen zu machen, zu sondieren und zu taktieren, um sich stets möglichst viele Optionen offen zu halten. Diese Mentalität habe ihr den Namen gegeben, der im amerikanischen Englisch mit dem Wort „Why“ die fragende und suchende Grundhaltung ausdrückt. Das Leben in Unsicherheit empfinde sie aus diesem Grund als ganz normal. (Kritisch wäre anzumerken, dass die zwischen 1980 bis 1990 geborenen, akademisch Qualifizierten in Deutschland während und nach der Finanzkrise 2008 – außer vielleicht im Finanzsektor – selbst kaum unter Arbeitslosigkeit litten, wenn sie ihr Studium überhaupt schon beendet hatten. 2012 waren lediglich 2,5 Prozent aller Akademiker arbeitslos.)[15]
  • Improvisation und Lebensplanung. Die Ypsiloner seien Meister im Improvisieren. Ihr Lebenslauf verliere die Gradlinigkeit, die noch für die Eltern typisch war. Leben sei für die Generation Y viel weniger planbar als früher. Bei allem Stress, den sie durchaus empfänden, würden die Ypsiloner die geringe Gradlingkeit auch genießen, weil es sie unabhängig und frei mache. Sie sind nach dieser Hypothese „Egotaktiker“, die alle wichtigen Lebensentscheidungen nach den unmittelbaren Vorteilen und Nachteilen für die eigene Person und ihr Wohlbefinden abschätzen.
  • Bildung. In Zeiten, in denen es politisch und wirtschaftlich unruhig zugeht, in denen es den Job auf Lebenszeit möglicherweise nie mehr geben wird, investieren die jungen Leute so viel Zeit und Geld (vor allem in Form entgangenen Einkommens) in ihre Bildung und Ausbildung wie nie zuvor. Ein hoher Bildungsabschluss werde zur wichtigsten Munition im Kampf um einen Platz in der Gesellschaft. Er gelte aber auch als Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben. Die Generation Y macht massenhaft das Abitur und strömt in die Hochschulen, um sich möglichst viele Optionen offen zu halten. Fast 60 Prozent von ihnen sind dabei erfolgreich und setzen sich damit von den übrigen 40 Prozent ihrer Jahrgänge ab, die mit dieser Entwicklung nicht mithalten können oder wollen.
  • Berufliche Unabhängigkeit. Einmal im Beruf angekommen, wollen diese 60 Prozent gut Gebildeten, die so etwas wie die Elite der Generation Y darstellen, dafür so viel Erfüllung, Freude und Anerkennung eintauschen wie irgend möglich. Sie lehnen Hierarchien und Reglementierungen ab und wollen einen Arbeitsplatz in einem Team haben, in dem sie keiner gängelt und sie ihr Können unter Beweis stellen können. Intensives Arbeiten und lebenslanges Lernen sei für sie selbstverständlich, aber sie hätten auch gelernt, mit ihren Kräften zu haushalten. Sie hätten so etwas wie eine eingebaute Burn-out-Sperre. (Das können die Forscher freilich nicht empirisch belegen: Immerhin halten sich 33 Prozent aller Befragten zwischen 20 und 35 Jahren in einer Studie des Zukunftsinstituts für Burn-out-gefährdet.)[16]
  • Familie und Gleichberechtigung. Die Generation Y fordere neue Familienmodelle konsequent ein. Bei der Familienplanung und -gestaltung setze sie auf Gleichberechtigung, Väterzeit, gleichgeschlechtliche Ehe und breche bisherige Tabus. Die Ypsiloner wünschten sich Kinder, aber wenn die Bedingungen in Partnerschaft, Privatleben und Beruf nicht stimmten, blieben sie lieber kinderlos. Sie drängen angeblich vehement auf die Vereinbarkeit von Familie und Karriere. (Tatsächlich gehen etwa 80 % der Väter, die das Elternteil beanspruchen, nur zwei Monate in Elternurlaub.)
  • Freizeit und neue Medien. Die Freizeit sei das „Trainingslager“ der Generation Y. Hier lernten die Egotaktiker, ihren eigenen Weg durch den Dschungel der Optionen zu finden. Das Internet sei immer dabei – sei es auf dem Computer, Tablet oder Smartphone. Vor allem Soziale Netzwerke seien wichtig für ihre Persönlichkeitsentwicklung. Neue Medien seien der Bereich, in dem sie sich gesellschaftlich überlegen fühlten und ihre eigenen Akzente setzten.
  • Politik und Lifestyle. Die Generation Y sei nicht unpolitisch. Sie definiere Politik allerdings anders als bisher gewohnt. Viele früher als „politisch“ definierte Themen seien für die Ypsiloner heute eher eine Frage von Konsum, Ethik oder Lifestyle. Die Generation Y kämpfe nicht für eine neue Gesellschaftsordnung wie andere Generationen vor ihr. Aber sie wolle nach ihren eigenen Vorstellungen leben und binde sich nicht an politische Organisationen.

USA und Vereinigtes Königreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Behaupten Hurrelmann und Albrecht, dass die Angehörigen der Generation Y „heimliche Revolutionäre“ seien, die traditionelle Muster des Lebens fast unmerklich unterwandern und verändern, so legen Studien aus dem angelsächsischen Raum nahe, dass es sich um eine extrem konservative und sozial wenig engagierte Generation im Vergleich zu den früheren Nachkriegsgenerationen handle.

Schon 2000 hatte Robert Putnam in seinem Buch Bowling Alone[17] einen fortschreitenden Zerfall des Sozialkapitals in den USA konstatiert. Das freiwillige gesellschaftliche Engagement, Beteiligung an Mannschaftssportarten und an auch politischen Aktivitäten gingen zurück, wofür er als Ursache die Individualisierung der Medienrezeption und auch den Zerfall der Familien vermutete: Viele Menschen der Generation Y könnten keine sozialen Brücken mehr zu anderen ethnischen Gruppen oder Menschen mit anderen Interessen mehr aufbauen; sie hätten auch kein Vertrauen mehr in gemeinsames Handeln. Claude S. Fischer, ein Netzwerkforscher von der UCB warf ihm vor, die Unterstützungsfunktion des Internets für Menschen in Isolation zu ignorieren, was Putnams Analyse jedoch eher zu bestätigen als zu entkräften scheint.

Eine Studie der großen britischen Marktforschungsgesellschaft Ipsos MORI, die auch den jährlichen britischen National Student Survey durchführt, ermittelte im Jahr 2013 Einstellungen der Generation Y, die auf eine Präferenz für einen „libertären Thatcherismus“ schließen lassen. So seien nur etwa 20 Prozent der nach 1980 geborenen Befragten damit einverstanden, dass die Regierung die Steuern zugunsten eines sozialen Ausgleichs erhöhe, um z. B. höhere Bildung für Ärmere zu ermöglichen. Ebenso gering vertreten sind mit 20 Prozent die Anhänger des in den 1940er Jahren geschaffenen, inzwischen teilweise demontierten britischen Wohlfahrtsstaates. Das sind die geringsten Zustimmungsraten unter allen nach 1945 Geborenen. In einer anderen Studie von YouGov bekannten sich im Jahr 2014 40 Prozent der 18- bis 34-Jährigen befragten Briten dazu, rücksichtslos zu sein, um „voranzukommen“, im Gegensatz zu den über 55-Jährigen, bei denen dieser Anteil nur 17 Prozent betrug.[18]

Als Kehrseite der vielfach diagnostizierten libertären Ellenbogenmentalität im Kampf um minimale Vorteile im Bildungssystem und um Arbeitsplätze werden in jüngster Zeit die hohe Vulnerabilität, gesteigerte Empfindlichkeit und leichte Beeinflussbarkeit der Generation Y durch soziale Medien hervorgehoben; ihre Angehörigen neigten dazu, schlechte oder irritierende Nachrichten nicht hören zu wollen. In den USA und in Großbritannien wird die Kohorte daher mit meist negativer Konnotation auch als Generation Snowflake bezeichnet.

Laut US-General Social Survey (GSS) von 2015 hat sich die Zahl der (vor allem männlichen) Amerikaner, die angeben, dass sie keine engen Freunde haben, seit 1985 verdreifacht. Damit einher gehen ein Verlust an sozialer Unterstützung und eine steigende Anfälligkeit für psychische Probleme.[19]

Generation Y am Arbeitsplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in bezug auf das Verhalten am Arbeitsplatz werden die von Hurrelmann und Albrecht angenommenen Charakteristika von der empirischen Forschung nicht uneingeschränkt bestätigt. Die in die Generation Y als Arbeitnehmer gesetzten Hoffnungen[20] werden inzwischen häufig angezweifelt. In vielen Studien erscheinen die Angehörigen als stark angepasst, stressgeplagt, konkurrent und verunsichert – mit einer Tendenz zum Rückzug ins private Idyll („Neo-Biedermeier“) und übertriebenem Wunsch nach Sicherheit, permanentem Feedback und Anerkennung („Generation Me“). Christian Scholz spricht von „Darwiportunismus“; die österreichischen Jugendkultur- und Trendforscher Heinzlmaier und Ikrath bezeichnen sie sogar als „amoralische Egoisten“, die jede Entscheidung ihrem individuellen Nutzen unterordnen.[21]

Ein differenzierteres Bild zeigt ein Literaturbericht von Karen K. Myers und Kamyab Sadaghiani über Einstellungen und Verhalten der nach 1979 geborenen US-Amerikaner am Arbeitsplatz.[22] Als generationstypisch sehen sie die nie abgeschlossenen membership negotiation processes an, also das dauernde Neuaushandeln der in der Organisation einzunehmenden Mitgliedsrolle, die man nicht mehr wie früher beim Eintritt einfach akzeptiert, und die Verweigerung eines Arbeitsethos, das noch die Babyboomer-Generation gepflegt hat, jedoch bei gleichzeitigem Wunsch nach intensiveren kommunikativen Beziehungen zu den Vorgesetzten, von denen sie permanent Feedback einfordern. Sie haben einen wesentlich kürzeren Zeithorizont als die Babyboomer, was sich in sehr kurzfristigen Aufstiegserwartungen ausdrückt. Sie bevorzugen Teamarbeit, übersehen aber oft den Druck und die Kontrolle, die nicht nur einzelne Vorgesetzte, sondern gerade Gruppen ausüben können. Sie treiben den Einsatz digitaler Technologien voran und fühlen sich dabei oft von Älteren behindert. Sie sind es gewohnt, dauernd von Eltern gecoacht und von Marketingexperten beeinflusst zu werden. Auch sind sie stärker auf Belohnungen angewiesen, wollen dabei aber einen wichtigen Beitrag für das Unternehmen leisten. In der Regel sind sie als reisegewohnte Generation auch offener für kulturelle Diversität am Arbeitsplatz.

Angesichts dieser konträren Befunde muss man von einer gespaltenen Generation Y sprechen: Neben Risikoaversion, Spießigkeit, Streben nach festen Regeln, Perfektionismus und Suche nach Geborgenheit im Team oder in der Peergroup als Ausdruck von Stabilitätsbedürfnissen angesichts der Globalisierung und ihrer Krisen treten der Wunsch nach Selbstverwirklichung, Selbstökonomisierung, Multioptionalismus, Ablehnung traditioneller „puritanischer“ Arbeitstugenden bei gesteigerter Selbstaufmerksamkeit.[23] Diese Bedürfnisse sind innerhalb der Generation Y offenbar gruppen- und geschlechtsspezifisch selektiv ausgeprägt – ganz abgesehen von dem nicht unbeträchtlichen Anteil der Jugendlichen, die sich dem Bildungssystem oder der Arbeitswelt verweigern („Generation Chip“) – und differieren auch im internationalen Vergleich sehr stark.

Wegen der stark gestiegenen Akademikerquoten werde oft erst Jahre nach Abschluss der Studiums deutlich, welche Angehörigen der Generation Gewinner oder Verlierer sind. So führt der Glass Ceiling-Effekt bei Frauen oder der Wunsch nach besserer Work-Life-Balance oft zu einer späten Absage an das Leistungsdenken, obwohl sie z. B. hinsichtlich ihrer Weiterbildungsmotive zunächst deutlich ehrgeiziger als Männer sind und sich fast ebenso so oft wie Männer potenziell in einer Unternehmerrolle sehen.[24]

Mediale und politische Einflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Studie von IPSOS Mori und von Heinzlmaier und Ikrath legen nahe, dass die jahrelange, in verschiedenen Ländern Europas und den USA unterschiedlich ausgerichtete und unterschiedlich starke Verbreitung stereotyper politischer und neoliberaler Parolen sowie mediale Einflüsse gravierende Auswirkungen auf die Einstellungen und Präferenzen der Generation Y hat. Dazu tragen auch Castingshows wie „Deutschland sucht den Superstar“ bei, durch die Kandidaten gezielt zu eigenständigen Marken aufgebaut werden. Die Denkfiguren des Marktes gelten nach Heinzlmaier und Ikrath inzwischen auch in den Sphären der Familie, der Bildung und des Sozialsystems.

Kritik am Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Soziologen Marcel Schütz von der Universität Oldenburg zufolge sind Generationenkonzepte wie Y oder Z reine „Erfindungen“, mit denen sogenannte „Generationsexperten“ einen Beratungsmarkt erzeugten. Permanent würden immer neue Kriterien und abstruse – da völlig konträre und tendenziös gewonnene – Studienbelege zur Generationsdiagnose herangezogen[25][26]: „Je diffuser die Thesen, desto mehr Leute können mitmachen. Man muss unklar bleiben, um verstanden zu werden. Die hohe Kunst der Hype-Produktion besteht ja darin, mit vielen Worten wenig zu sagen. Deshalb gibt es nur vage Definitionen zu Y und Z, die viel Spielraum für Abweichung zulassen. Ihre Erfinder basteln sie so geschickt, dass die Kriterien für Abweichler ebenfalls passen.“[27] Für Schütz sind Generationenkonzepte wie Y oder Z nichts anderes als Pseudowissenschaft; ein Vorwurf, den er ausdrücklich auch auf Forscher, die diese Konzepte unterstützen, bezieht. Im Kern sieht Schütz Generation Y und Z als medial inszenierte Reaktionen der Gesellschaft auf ein diffuses Arbeitsleben mit hohen Leistungsanforderungen, das für Beschäftigte keine wirklichen Alternativen zulasse und daher zur Imagination einer „neuen“, vermeintlich leistungskritischen Jugend, die alles anders machen wolle, verleite. Gegenüber der Schweizer „Netzwoche“ positionierte er sich so: „Für einen Großteil der Arbeitnehmer ist der Büroalltag längst nicht so hübsch, wie es in schicken Hochglanzmagazinen mit Beiträgen über die junge, smarte Start-up-Welt von Zürich, Berlin oder Wien präsentiert wird. Wir konstruieren uns ein universelles Generationensmodell, in das gewissermaßen die Bedürfnisse vieler gestresster Leute hineinprojiziert werden. In einer primär auf Hamsterrad ausgerichteten Arbeitswelt ist es ungemein entspannend, wenn man sich einen Diskursraum zimmert, in dem man zwischendurch mal etwas ‚anti‘ sein darf. In der Vorstellung ist alles easy und lässig. Aber in der Praxis brechen die Leute damit schnell wieder. Weil sie an Schnelligkeit und hohem Output gemessen werden.“[28]

Manche Autoren „bezweifeln, dass die Generation Y in notwendigem Umfang Energie und Motivation hat, sich einen Platz im Arbeitsmarkt dauerhaft zu sichern.“[29] Der Hamburger Bildungsforscher Rolf Schulmeister bezweifelt gar die Existenz dieser Generation in der derzeit vermittelten Form[30] und vor allem ihre Medienkompetenz.[31] Auch die Generation Y konsumiere Medien überwiegend in passiver Form; Fernsehkonsum und Handynutzung würden den Gebrauch anderer Medien dominieren. Andere Autoren bescheinigen der Generation Y Theoriefeindlichkeit und eine Präferenz für Handarbeit.

Generation Chips[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als „Gegenpol“ bzw. Verlierer dieser Generation bezeichnen die Journalistin Susanne Finsterer und der Klinikmanager Edmund Fröhlich im gleichnamigen Buch die Generation Chips[32], die zu viel Medien konsumierten, sich einseitig ernährten und von der gesellschaftlichen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen seien. Dieser nicht klar abgegrenzten Bevölkerungsgruppe gehören hauptsächlich Menschen aus der Unterschicht an, die durch das fehlende Engagement der Eltern um die schulischen Belange ihrer Kinder geprägt ist. Neben dem Elternhaus sieht Fröhlich, als damaliger Leiter einer Fachklinik für adipöse Kinder und Jugendliche, aber vor allem die Politik bzw. die Schulen in der Pflicht[33], dem gesellschaftlichen Problem entgegenzutreten.

Weitere Generationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Kategorie:Generation

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Generation Y – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carrington Clarke: Why are Millennials worried about the future? In: ABC News. 8. Februar 2017 (englisch, net.au [abgerufen am 22. Februar 2017]): “Millennials is a slightly imprecise term, the cohort also goes by Generation Y or Generation Me, but effectively they are those that came after Generation X, born after 1982 but are currently older than 18.”
  2. Kerstin Bund: Wir sind jung … und brauchen das Glück. In: Zeit Online, 10. März 2014, abgerufen am 8. Februar 2015.
  3. Weiguny, Bettina: Generation Weichei. In: Faz.net, 22. Dezember 2012, abgerufen am 8. Februar 2015.
  4. RP-Online: Generation Y – Glück schlägt Geld. Abgerufen am 25. April 2014.
  5. Beverly Kaye, Sharon Jordan-Evans: Love 'Em or Lose 'Em: Getting Good People to Stay. 4. Auflage. Berrett-Koehler Publishers, San Francisco 2007, S. 236. Interpretation des Buches
  6. Beverly Kaye, Sharon Jordan-Evans: Love ’Em or Lose ’Em: Getting Good People to Stay. 4. Auflage. Berrett-Koehler Publishers, San Francisco 2007, S. 236.
  7. Destatis: Bevölkerungspyramide 2015. 25. Februar 2017, abgerufen am 25. Februar 2017.
  8. Generation Y als Mitarbeiter und Mandant - Sprechen Sie "Millennial"? 11. Oktober 2016, abgerufen am 24. Februar 2017.
  9. Peter Sheahan: Generation Y: Thriving and Surviving With Generation Y at Work. Hardie Grant Publishing, 2005, ISBN 1-74273-139-2, S. 7.
  10. Daniela M. Weise: Rekrutierung der Net-Generation. E-Recruiting mit Hilfe von Web 2.0-Tools. Diplomica-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-8366-9680-7, S. 15.
  11. Kerstin Bund: Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen. Murmann Verlag, Hamburg 2014, ISBN 978-3-86774-339-6.
  12. Jean Heuser, Anne Kunze: Wollen die auch arbeiten? In: Die Zeit. Online, abgerufen am 10. Dezember 2013.
  13. Bewerber-Motto: „It’s not about you, it’s about me.“
    Online: Rekrutierung Jobinterviews mit Y-Faktor. Bundesarbeitgeberverband Chemie, 9. Juli 2014, abgerufen am 11. Juli 2014. In: Blätter für Vorgesetzte auf der Internetpräsenz des Bundesarbeitgeberverband Chemie;
    Print: BAVC – Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V., Heft 7/2014, S. 5.
  14. Klaus Hurrelmann, Erik Albrecht: Die heimlichen Revolutionäre – Wie die Generation Y unsere Welt verändert. Verlag Beltz, Weinheim 2014, ISBN 978-3-407-85976-1.
  15. Nur wenige Akademiker sind arbeitslos. In: Handeslblatt, 14. Oktober 2013.
  16. Generation Y: Das Selbstverständnis der Manager von morgen, In: zukunftsinstitut.de, S. 24 f.
  17. Robert D. Putnam: Bowling lone. The Collapse and Revival of American Community. Simon & Schuster, New York 2000.
  18. Luke Mintz: Generation Snowflake? More like Generation Thatcherite. In: The Telegraph, 12. Januar 2017.
  19. Markham Heid: You asked: How many friends do I need?, in: time.com, 18. März 2015.
  20. Siehe z. B. C. Thoma: Erfolgreiches Retention Management von Millennials. In: M. Klaffke (Hrsg.): Personalmanagement von Millennials: Konzepte, Instrumente und Best-Practice-Ansätze. Wiesbaden: Gabler, S. 164–179.
  21. Bernhard Heinzlmaier, Philipp Ikrath: Generation Ego. Die Werte der Jugend im 21. Jahrhundert. Wien 2013.
  22. Karen K. Myers, Kamyab Sadaghiani: Millennials in the Workplace: A Communication Perspective on Millennials’ Organizational Relationships and Performance. In: Journal of Business and Psychology. 25 (Juni 2010) 2, S. 225–238, doi:10.1007/s10869-010-9172-7.
  23. Die Rebellion gegen das „Freitagsdenken“ der Normalarbeitnehmer wird (etwas atem- und strukturlos) vorgetragen in: (Ohne Autor:) Thank God it's Monday! Design Thinking – Wie wir die Arbeitswelt revolutionieren. Hrsg. Dark Horse Innovation.
  24. Generation Y: Das Selbstverständnis der Manager von morgen, In: zukunftsinstitut.de, S. 23 f.
  25. Marcel Schütz (2015): Die eingebildete Generation. In: der Freitag, Community, vom 25. September 2015
  26. Marcel Schütz (2015): Warum das Gerede um Generation Y Unfug ist. In: Huffington Post vom 24. Oktober 2015
  27. Marcel Schütz (2015): Generation Y und Z sind nur Hypes. Interview mit Christoph Grau. In: Netzwoche vom 21. Oktober 2015
  28. Marcel Schütz (2015): Generation Y und Z sind nur Hypes. Interview mit Christoph Grau. In: Netzwoche vom 21. Oktober 2015
  29. A. Parment: Die Generation Y – Mitarbeiter der Zukunft: Herausforderung und Erfolgsfaktor für das Personalmanagement. Wiesbaden 2009, S. 67.
  30. Rolf Schulmeister: Das Ende eines Mythos. Personalwirtschaft, 10 (09) 2010, S. 26/27. Online: [1]
  31. Rolf Schulmeister im Chat über den Begriff der Generation
  32. Edmund Fröhlich, Susanne Finsterer: Generation Chips: Computer und Fastfood – was unsere Kinder in die Fettsucht treibt! 1. Auflage. Krenn, 2007, ISBN 978-3-902532-30-5.
  33. Fettsüchtige Kinder „Es geht nicht um Ästhetik“. stern.de, 16. April 2007, abgerufen am 1. Dezember 2014.